{"id":348,"date":"2020-11-20T10:39:15","date_gmt":"2020-11-20T09:39:15","guid":{"rendered":"https:\/\/borncity.com\/books\/?p=348"},"modified":"2025-09-22T09:48:29","modified_gmt":"2025-09-22T07:48:29","slug":"wenn-die-dinge-mit-uns-reden-von-sprachassistenten-dichtenden-computern-und-social-bots","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.eu\/books\/2020\/11\/20\/wenn-die-dinge-mit-uns-reden-von-sprachassistenten-dichtenden-computern-und-social-bots\/","title":{"rendered":"Wenn die Dinge mit uns reden: Von Sprachassistenten, dichtenden Computern und Social Bots"},"content":{"rendered":"<p>Sprachassistenten wie Amazons Alexa oder Chatbots, die auf vielen Webseiten angeboten werden, dringen mittlerweile in das t\u00e4gliche Leben von immer mehr Menschen ein. Inzwischen k\u00f6nnen Computerprogramme sogar automatisch Texte erstellen oder Meldungen in sozialen Netzwerken posten. Doch was steckt dahinter und wie funktioniert es.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Der in San Francisco lebende freie Autor Christoph Dr\u00f6sser erkl\u00e4rt in seinem 167 Seiten starken B\u00fcchlein die Ans\u00e4tze, die mit Sprachassistenten, Chatbots oder \u00e4hnlichen Programmen beschritten werden. Das beginnt mit einem (entbehrlichen) historischen Abriss des &#8218;Schacht\u00fcrken&#8216; aus dem Jahr 1769 \u00fcber die von Alan Turing (dessen Theorien Generationen angehender Informatiker, wie den Autor dieser Rezension, gequ\u00e4lt haben) erdachten &#8218;Intelligenztest f\u00fcr Maschinen&#8216;, und reicht bis zu den Technologien, die in heutigen Sprachassistenten wie Amazon Alexa, Microsofts Cortana oder Google &#8218;Google Assistant&#8216; (Google Now) verwendet werden.<\/p>\n<p>Dr\u00f6sser spart auch keine Annektdoten aus, und erw\u00e4hnt auch den bei Microsoft ziemlich schief gelaufenen Versuch mit einem Chatbot (siehe mein Blog-Beitrag\u00a0<a href=\"https:\/\/www.borncity.com\/blog\/2016\/03\/25\/microsoft-tay-chatbotteilweise-missglcktes-experiment\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Microsoft Tay-Chatbot\u2013teilweise missgl\u00fccktes Experiment<\/a>). Ein gro\u00dfer Teil des B\u00fcchleins gibt Interviews mit Leuten wieder, die in den USA auf dem Gebiet der Chatbots, Sprachassistenten und Schreibbots arbeiten bzw. forschen oder bis vor kurzem dort aktiv waren.<\/p>\n<p>Ein eigenes Kapitel geht auf die Grenzen aber auch die M\u00f6glichkeiten der statistischen Sprachanalyse ein. Zudem befasst sich das Buch mit &#8218;dem Computer als Autor&#8216;, sprich mit Maschinen-generierten Texten, die in den letzten Monaten des Jahres 2020 f\u00fcr Furore sorgten (siehe beispielsweise den <a href=\"https:\/\/www.spektrum.de\/news\/kuenstliche-intelligenz-der-textgenerator-gpt-3-als-sprachtalent\/1756796\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Textgenerator GPT-3<\/a>).<\/p>\n<p>Auf den knapp 160 Seiten kann der Autor lediglich einen \u00dcberblick \u00fcber den Stand der Technik geben, wobei diese Informationen in ein oder zwei Jahren wieder \u00fcberholt sind. Gut finde ich einige Einsch\u00e4tzungen bez\u00fcglich bestimmter Sprachassistenten-Technologien sowie die Informationen, dass die Sprachassistenten Alexa (Amazon) und Google Assistant (Google) heute bei Tests besser als Siri (Apple) abschneiden.<\/p>\n<p>Dr\u00f6sser geht auch immer wieder kurz auf die Risiken bestimmter Technologien ein. So erw\u00e4hnt er explizit auf vier Seiten die Risiken, dass Sprachassistenten beispielsweise die Kommunikation ihrer Besitzer mith\u00f6ren und an die Server der Firmen, die diese Assistenten bereitstellen, \u00fcbertragen. Der Autor geht auch auf Alternativen wie das Open Source-Projekt Almond ein, ein virtueller Assistent, der an der Standford University entwickelt wird.<\/p>\n<p>Was mir pers\u00f6nlich etwas fehlt, ist die Einsch\u00e4tzung, dass viele dieser Produkte, speziell im Konsumer-Bereich, binnen k\u00fcrzester Zeit aus dem Support fallen oder gehackt werden k\u00f6nnen. Nachfolgende Links geben einen kurzen Abriss an Blog-Beitr\u00e4gen, die ich in den letzten Monaten zu diesen Themen aus Sicht eines Praktikers ver\u00f6ffentlicht habe.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.borncity.com\/blog\/2019\/11\/18\/cortana-support-stirbt-fr-android-ios\/\" rel=\"bookmark noopener noreferrer\" data-wpel-link=\"internal\">Cortana-Support stirbt f\u00fcr Android &amp; iOS<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.borncity.com\/blog\/2019\/12\/16\/unschn-harman-kardon-invoke-bald-teurer-elektroschrott\/\" rel=\"bookmark noopener noreferrer\" data-wpel-link=\"internal\">Unsch\u00f6n: Harman Kardon Invoke bald teurer Elektroschrott?<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.borncity.com\/blog\/2019\/07\/28\/bundestags-gutachten-warnt-eltern-vor-amazons-alexa\/\" rel=\"bookmark noopener noreferrer\" data-wpel-link=\"internal\">Bundestags-Gutachten warnt Eltern vor Amazons Alexa<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.borncity.com\/blog\/2020\/08\/13\/amazons-alexa-geknackt-zahlreiche-sicherheitslcken\/\" rel=\"bookmark noopener noreferrer\" data-wpel-link=\"internal\">Amazons Alexa geknackt, zahlreiche Sicherheitsl\u00fccken<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.borncity.com\/blog\/2016\/07\/12\/sprachassistenten-als-hacking-risiko-fr-mobilgerte\/\" rel=\"bookmark noopener noreferrer\" data-wpel-link=\"internal\">Sprachassistenten als Hacking-Risiko f\u00fcr Mobilger\u00e4te<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.borncity.com\/blog\/2018\/02\/04\/sprachassistenten-hacken-die-unerkannte-gefahr\/\" rel=\"bookmark noopener noreferrer\" data-wpel-link=\"internal\">Sprachassistenten hacken, die unerkannte Gefahr<\/a><\/p>\n<p>Wer sich einen ersten \u00dcberblick \u00fcber die Thematik und bez\u00fcglich der philosophischen Fragen in Bezug auf den Einsatz dieser Technologien verschaffen m\u00f6chte, findet in dem Taschenbuch von Dr\u00f6sser einen guten \u00dcberblick. F\u00fcr einen tieferen Einstieg in die einzelnen Fachgebiete ist das Werk sicherlich nicht gedacht. Dies gilt auch f\u00fcr Leser, die sich praktische Hinweise in Bezug auf die Nutzung von Sprachassistenten erhoffen, oder wissen m\u00f6chten, wie man Texte von Bots in Social Networks oder im Internet erkennen kann.<\/p>\n<p class=\"a-spacing-none a-text-normal\"><span class=\"a-size-extra-large\">Christoph Dr\u00f6sser: Wenn die Dinge mit uns reden<br \/>\n<\/span><span id=\"productTitle\" class=\"a-size-extra-large\">Von Sprachassistenten, dichtenden Computern und Social Bots\u00a0<\/span><\/p>\n<p>160 Seiten, Taschenbuch, Duden-Verlag<br \/>\n1. Auflage (<span id=\"productSubtitle\" class=\"a-size-large a-color-secondary\">12. Oktober 2020)<\/span><br \/>\nPreis: EUR 16,00 Euro<\/p>\n<p><b>ISBN-10:<\/b> 3411742259<br \/>\n<b>ISBN-13:<\/b> 978-3411742257<\/p>\n<p>Klappentext: Wir sprechen mit Sprachassistenten und Chatbots, lesen Berichte, die ein Computer geschrieben hat und lassen uns von Meinungs-Bots in den sozialen Medien manipulieren. Als Kommunikationspartner nehmen Maschinen eine Rolle ein, die bislang Menschen vorbehalten war. Wir unterstellen ihnen automatisch ein Bewusstsein und Emotionen. Daher ist die neue Sprachtechnik mehr als ein neues Interface. Christoph Dr\u00f6sser erkl\u00e4rt, wie&#8217;s funktioniert, und lotet die M\u00f6glichkeiten, Chancen und Gefahren der intelligenten Sprachsysteme aus.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sprachassistenten wie Amazons Alexa oder Chatbots, die auf vielen Webseiten angeboten werden, dringen mittlerweile in das t\u00e4gliche Leben von immer mehr Menschen ein. 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