{"id":129,"date":"2015-01-08T19:18:13","date_gmt":"2015-01-08T19:18:13","guid":{"rendered":"http:\/\/borncity.com\/japan\/?p=129"},"modified":"2018-01-17T08:27:33","modified_gmt":"2018-01-17T07:27:33","slug":"wir-leben-von-soba-suppe-wie-isst-man-nudelsuppe-mit-stbchen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.eu\/japan\/2015\/01\/08\/wir-leben-von-soba-suppe-wie-isst-man-nudelsuppe-mit-stbchen\/","title":{"rendered":"Wir leben von Soba-Suppe &hellip; wie isst man Nudelsuppe mit St&auml;bchen?"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"float: left; margin: 0px 10px 0px 0px; display: inline;\" title=\"Flagge1\" src=\"https:\/\/borncity.eu\/japan\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/flagge11.jpg\" alt=\"\" width=\"69\" height=\"58\" \/>Eine besondere Erfahrung m\u00f6chte ich noch zum Besten geben. Bei meinem letzten Arbeitsaufenthalt kannte ich mich bereits besser aus und hatte einen deutschen Kollegen dabei. Nach meinen Erfahrungen mit \u201c<a href=\"https:\/\/borncity.eu\/japan\/2015\/01\/08\/yoghurt-mit-stbchen\/\">Hunger am Abend<\/a>\u201d hatte ich mir auch einen L\u00f6ffel organisiert, um beim kleinen Hunger am Abend mal ein gekauftes Joghurt essen zu k\u00f6nnen. Aber der Mann kann sich nicht nur von Joghurt ern\u00e4hren.<!--more--><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ssl-vg03.met.vgwort.de\/na\/800fc8bce6bb4fc8b2beecf4bf1940cb\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/>Ein deutscher Kollege, der vorher ein halbes Jahr in Kawagoe verbrachte hatte, gab mir vor dem Abflug den Tipp \u201cgeht da und da hin, da gibt es Soba-Suppe, da wirst Du satt von\u201d. Soba (\u854e\u9ea6 oder \u305d\u3070) ist der japanische Begriff f\u00fcr braune gekochte Nudeln aus Buchweizen. Soba-Suppe ist eine japanische Spezialit\u00e4t, hergestellt aus Buchweizennudeln und einer speziellen Br\u00fche. Laut <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Soba_(Teigware)\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">diesem Wikipedia-Eintrag<\/a> sollen die Nudeln getrennt von der Br\u00fche hei\u00df oder kalt in einer separaten Schale gereicht werden. Ich habe es aber nur so kennen gelernt, dass man die Nudeln in einer hei\u00dfen Br\u00fche serviert bekam. Die Soba-Br\u00fche ist dunkel, recht w\u00fcrzig (hergestellt aus dunkler Sojaso\u00dfe und weiteren Zus\u00e4tzen).<\/p>\n<p>Also habe ich mit dem deutschen Kollegen nach der Arbeit die betreffende Soba-K\u00fcche aufgesucht, um noch eine Soba-Suppe zu essen und dann zum Hotel zu gehen. Das Lokal fand ich auf Anhieb, wobei Lokal der falsche Ausdruck war. Es erinnerte mich eher an diverse Gark\u00fcchen in Ostasien: Ein Eingang f\u00fchrte in einen l\u00e4nglichen Raum mit einem Tresen. Dort konnten die G\u00e4ste auf einer Art Barhocker platznehmen. Auf der anderen Seite des Tresens war die K\u00fcche, wo in gro\u00dfen Kesseln die Soba-Suppe mit den Nudeln in der Br\u00fche brodelten. Vor diesen Kesseln oder T\u00f6pfen wuselten zwei Japaner in wei\u00dfen Gummistiefeln und Schlachtersch\u00fczen herum.<\/p>\n<p>Hatte man am Tresen Platz genommen, brauchte man nur auf ein Schild zu deuten, wo der Preis f\u00fcr eine Schale Soba-Suppe aufgemalt war. Eine Suppe kam erinnerungsm\u00e4\u00dfig recht g\u00fcnstig, damals so um die 3 DM. Mir war wichtig, dass man die Bestellung schnell, und ohne japanische Sprachkenntnisse abwickeln konnte. Und das Zeug schmeckte wirklich gut \u2013 Nudeln sind sowieso mein Ding und die Br\u00fche war sch\u00f6n w\u00fcrzig. Danach war man ges\u00e4ttigt und konnte zu Bett.<\/p>\n<p>Nur etwas skurril war das Ganze schon. Nicht nur der Tresen, die Angestellten mit ihren Gummistiefeln und Schlachtersch\u00fctzen. Sondern auch die Tatsache, dass man da eine Schale Suppe mit Nudeln vor sich hin gestellt bekam, es aber keine Suppenl\u00f6ffel gab. Die Bedienung legte einem nur ein Einweg Holzst\u00e4bchen auf den Tresen. Aber Hallo, wie isst man Nudelsuppe mit St\u00e4bchen?<\/p>\n<p>Im Gegensatz zu meinem <a href=\"https:\/\/borncity.eu\/japan\/2015\/01\/08\/yoghurt-mit-stbchen\/\">Joghurt-Abenteuer<\/a> ist das kein wirkliches Problem. Die Soba-Nudeln kann man sich wie Spaghetti vorstellen, nur aus Buchweizen hergestellt. Und die japanischen Kollegen hatten mir beim Essen schon mal mitgeteilt \u201cit\u2019s allowed to make noise\u201d \u2013 habe ich erst nicht verstanden, aber dann fiel der Groschen, als die Essenden rechts und links am Tisch in lautes Schl\u00fcrfen verfielen.<\/p>\n<p>Damit war alles im Hinblick auf Nudelsuppe mit St\u00e4bchen essen klar. Also man tunkt die St\u00e4bchen in die Br\u00fche, greift sich einen Bissen Nudeln, f\u00fchrt die Sch\u00fcssel zum Mund und schaufelt, zieht, schiebt, oder wie immer das nennen kann, die Nudeln zu den Lippen. Dann werden diese mit lautem Schl\u00fcrfen in den Mund gesogen und geschluckt. Durch die Br\u00fche flutscht das mit den Nudeln auch ganz gut. Sind die Nudeln weg, trinkt man die Br\u00fche aus der Schale aus \u2013 fertig.<\/p>\n<p>Na ja, ein wenig gew\u00f6hnungsbed\u00fcrftig ist es schon. Ich habe mich immer bem\u00fcht, da m\u00f6glichst nicht zu schl\u00fcrfen, sondern die Nudeln halbwegs gesittet in den Mund zu f\u00fchren. Aber es war schon krass: Du sitzt am sp\u00e4ten Abend am Tresen, rechts und links von dir laut schl\u00fcrfende Japaner und vor dir ein Koch, der mit dicken Gummistiefeln in einem riesigen Suppentopf herumfuhrwerkt.<\/p>\n<p>Ob die lauten R\u00fclpser, die so mancher Japaner nach dem Austrinken der Suppe von sich gab, zum Kulturgut geh\u00f6rt, wei\u00df ich nicht. Ich vermute erst einmal nein. Denn der \u00fcberwiegende Anteil der n\u00e4chtlichen Besucher der Soba-K\u00fcche waren dem Anschein nach Japaner, die von einer ausgiebigen Zechtour mit den Kollegen auf dem Heimweg waren. Oft recht angeschickert, versp\u00fcrte wohl mancher pl\u00f6tzlich Hunger und kehrte in der Soba-K\u00fcche ein.<\/p>\n<p>Und Japaner mit einem Bauch voll Sake oder Asahi-Bier reagieren schon mal etwas anders als normal. Mancher Zeitgenosse wurde furchtbar agressiv und lie\u00df seiner Wut \u00fcber Chef, Arbeitskollegen oder was auch immer, freien Lauf. Ich habe dann immer ganz schnell das Weite gesucht. Die andere Klientel versp\u00fcrte im ziemlich anges\u00e4uselten Zustand den unb\u00e4ndigen Wunsch, die nicht vorhandenen Englisch-Kenntnisse an einem Gaijin auszuprobieren. War manchmal ganz sch\u00f6n schwierig, die anh\u00e4nglichen Seelen irgendwann abzusch\u00fctteln.<\/p>\n<p>Und man musste immer achtsam bleiben, falls einmal der Magen dieser Zeitgenossen einen H\u00fcpfer tat, so dass Sake, Bier, Soba-Suppe und was sonst noch so am Abend konsumiert worden worden war, auf der Stra\u00dfe oder im Zugabteil verteilt wurde. Da hie\u00df es, vorher schnell zur Seite springen. Diesem Umstand schreibe ich das eine oder andere \u201cB\u00e4ucherchen\u201d zu. Aber das ist (oder war) Japan, wie es leibt und lebt. So richtig schlechte Erfahrungen habe ich bei meinen Aufenthalten nicht wirklich machen m\u00fcssen, wenn manches auch schon mal etwas l\u00e4stig war. Und bei meinen japanischen Kollegen, durch die Bank Akademiker, habe ich diese Essenssitten auch niemals feststellen k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine besondere Erfahrung m\u00f6chte ich noch zum Besten geben. Bei meinem letzten Arbeitsaufenthalt kannte ich mich bereits besser aus und hatte einen deutschen Kollegen dabei. 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