{"id":361,"date":"2016-03-13T09:39:23","date_gmt":"2016-03-13T09:39:23","guid":{"rendered":"http:\/\/borncity.com\/japan\/?p=361"},"modified":"2024-01-15T17:56:58","modified_gmt":"2024-01-15T16:56:58","slug":"der-ausflug-zum-fuji-teil-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.eu\/japan\/2016\/03\/13\/der-ausflug-zum-fuji-teil-2\/","title":{"rendered":"Der &lsquo;Ausflug&rsquo; zum Fuji &ndash; Teil 2"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"float: left; margin: 0px 10px 0px 0px; display: inline;\" title=\"Flagge1\" src=\"https:\/\/borncity.eu\/japan\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/flagge11.jpg\" alt=\"\" width=\"69\" height=\"58\" \/>Nachdem wir die in <a href=\"https:\/\/borncity.eu\/japan\/2016\/02\/21\/der-ausflug-zum-fuji-teil-1\/\">Teil 1<\/a> beschriebene Anfahrt hinter uns gebracht hatten, standen wir also auf einem Parkplatz, am Fu\u00dfe des Fujiyama. Unser Chefingenieur instruierte uns, zusammen zu bleiben, denn die beiden \u201cBergf\u00fchrer\u201d h\u00e4tten die Tour bereits \u00f6fters gemacht und w\u00fcrden die Geschwindigkeit bestimmen. Meine \u201cErstbesteigung\u201d drohte \u2013 also Rucksack geschultert und losgetrabt.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ssl-vg03.met.vgwort.de\/na\/dab2d75042ba450ab60a7c53a3f78317\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/>Man brauchte ja nur bergauf zu gehen und dem Pfad zu folgen, der Gipfel war kaum zu verfehlen. Wenn ich beim Schreiben dieses Blog-Beitrags die Hinweise <a href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20201124124831\/https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/der-ehrenwerte-berg.1242.de.html?dram:article_id=189582\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">hier<\/a> und <a href=\"http:\/\/wanderweib.de\/besteigung-mount-fuji-japan\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">hier<\/a> so lese, waren wir extrem \u201cnaiv\u201d aufgestellt. Wir hatten mit An- und Abfahrt gerade einmal einen Tag, w\u00e4hrend die Reisef\u00fchrer 2 \u2013 3 Tage veranschlagen. Der <a href=\"http:\/\/wanderweib.de\/besteigung-mount-fuji-japan\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Bericht hier<\/a> ist sehr ausf\u00fchrlich und mit vielen Fotos versehen. Dort sind auch die nachfolgend erw\u00e4hnten Bergh\u00fctten zu sehen \u2013 obwohl ich mich nicht an Vegetation auf der H\u00f6he der H\u00fctten erinnere. Vermutlich haben wir eine andere Route genommen oder waren zu fr\u00fch im Jahr unterwegs.<\/p>\n<h3>Auf zum Gipfel und in die Wolken<\/h3>\n<p>Doch zur\u00fcck zu meinem Bericht. Zuerst war noch ein wenig Vegetation vorhanden, aber dann ging es nur noch auf \u201cSchlacke\u201d den ausgetretenen Pfad entlang. Wanderer zum Fuji waren eigentlich zu Beginn kaum zu sehen \u2013 dachte schon \u201cob wir den falschen Berg erwischt haben \u2013 oder nur wir Verr\u00fcckte kraxelten da so fr\u00fch am Morgen hoch\u201d. Sp\u00e4ter trafen wir dann doch viele Japaner \u2013 die waren lediglich Stunden fr\u00fcher aufgebrochen und viel h\u00f6her am Berg unterwegs.<\/p>\n<p>Irgendwann, so meine Erinnerung, wurde es furchtbar nebelig \u2013 wir waren in H\u00f6he der Wolkendecke angelangt. Ich fluchte schon innerlich \u201cda kraxelst Du auf den Fuji und dann siehst Du vor Nebel nix\u201d. Wie auch immer, pl\u00f6tzlich kam die Sonne aus dem Nebel hervor, wir hatten offenbar eine H\u00f6he oberhalb der Wolken erreicht. Und dann gab ein Loch einen Blick auf die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/F%C3%BCnf_Fuji-Seen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Fuji-Seen<\/a> frei.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" title=\"Fuji-See (Japan)\" src=\"https:\/\/borncity.eu\/japan\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/AYXMx2J.jpg\" alt=\"Fuji-See (Japan)\" \/><\/p>\n<p>Ich habe das obige Foto seinerzeit mit einer Analogkamera auf Dia-Film geschossen und jetzt vom Dia abfotografiert. Die Qualit\u00e4t ist nicht so berauschend (ein besseres Foto mit Panoramablick gibt es <a href=\"https:\/\/www.google.de\/maps\/place\/Fuji,+Kitayama,+Fujinomiya,+Pr%C3%A4fektur+Shizuoka+418-0112,+Japan\/@35.3741769,138.7414417,3a,75y,30.59h,79.65t\/data=!3m7!1e1!3m5!1smg5-4uXq-eMJcmeCyWOJFQ!2e0!6s%2F%2Fgeo2.ggpht.com%2Fcbk%3Fpanoid%3Dmg5-4uXq-eMJcmeCyWOJFQ%26output%3Dthumbnail%26cb_client%3Dmaps_sv.tactile.gps%26thumb%3D2%26w%3D203%26h%3D100%26yaw%3D124.5%26pitch%3D-3!7i13312!8i6656!4m2!3m1!1s0x60196290556df7cf:0x8d5003885b877511!6m1!1e1\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">hier<\/a>). Aber dieser Blick hat einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen \u2013 in Managementkursen meines damaligen Arbeitgebers wurde ich auch in autogenes Training eingef\u00fchrt. In den Sitzungen stellte ich mir dieses Bild vor und wurde sofort von einer gro\u00dfen Ruhe erfasst \u2013 binnen Minuten war ich dann in der Lage, die \u00dcbungen umzusetzen. Auch jetzt, \u00fcber ein Vierteljahrhundert sp\u00e4ter funktioniert das noch.<\/p>\n<h3>Kraxeln auf der \u201cSchlackehalde\u201d<\/h3>\n<p>Der Aufstieg dauerte, meiner Erinnerung nach, viele Stunden, in denen es auf Pfaden auf der Schlacke immer aufw\u00e4rts ging. Aber als junger Mensch hatte ich gen\u00fcgend Kraft, um das problemlos zu bew\u00e4ltigen. Irgendwann \u00fcberholten wir Gruppen von Japanern, die ebenfalls mit dem Aufstieg befasst waren. Und auf ca. 3.000 bis 3.400 Meter H\u00f6he gab es kleine H\u00fctten, in denen Japaner pausierten. Dort sah ich \u00e4ltere Japaner, meiner Erinnerung nach vielleicht 55 bis 60 Jahre alt \u2013 mag mich aber t\u00e4uschen, die sich, mit Sauerstoffmasken versehen, ausruhten. Insgeheim habe ich diese Leute bewundert, die diese Strapaze auf sich nahmen. Aber eine Fuji-Besteigung hat f\u00fcr Japaner wohl eine besondere Bedeutung.<\/p>\n<h3>H\u00f6henkrank \u2026<\/h3>\n<p>Ich selbst hatte zwar die Ermahnung des japanische Kollegen und Chefingenieurs im Ohr, in der Gruppe zusammen zu bleiben, weil die \u201cBergf\u00fchrer\u201d das Tempo bestimmen w\u00fcrden. Aber ich bin so gestrickt, dass ich in meiner eigenen Taktfrequenz gehen und wandern muss. Beim langsameren Gehen werde ich irgendwann extrem m\u00fcde. \u00c4hnlich schien es meinem deutschen Kollegen zu gehen. Der \u00c4ltere sagte irgendwann \u201cdas halte ich nicht mehr aus, gleich schlafe ich ein, wenn ich nicht meinen eigenen Tritt gehe\u201d \u2013 und verschwand auf dem Pfad nach oben. Ich teilte dem Chefingenieur mit, dass wir auf dem letzten Kilometer unsere eigene Geschwindigkeit gehen wollten \u2013 wir w\u00fcrden uns auf dem Gipfel treffen.<\/p>\n<p>Das mit der eigenen Geschwindigkeit klappte auch eine Zeit lang ganz gut \u2013 obwohl der \u00e4ltere deutsche Kollege, der h\u00e4ufig Bergwandern ging, uneinholbar vorne lag. Der zweite deutsche Kollege, wohl noch j\u00fcnger, blieb dagegen in der Gruppe der Japaner. Und ich irgendwo dazwischen. Irgendwann bekam ich leichte Kopfschmerzen. Heute war mir klar, dass ich zu schnell aufstieg und die Anweisung der Japaner, dass die Bergf\u00fchrer die Geschwindigkeit bestimmten, schon sinnvoll war. Ich litt unter ersten <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/H%C3%B6henkrankheit\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Anzeichen von H\u00f6henkrankheit<\/a>. Da das Ganze aber auf \u201czivilen H\u00f6hen\u201d unter 4.000 Meter und nur \u00fcber wenige Stunden ging, war es mit der H\u00f6henkrankheit nicht gravierend. Ich erinnere mich, dass ich einfach ein paar Schritte langsamer ging, bis die Kopfschmerzen verschwanden. Das passierte so zwei bis drei Mal, dann hatte ich meine Aufstiegsgeschwindigkeit im Griff.<\/p>\n<h3>Japans Ehre gerettet<\/h3>\n<p>Irgendwann \u00fcberholte mich einer unserer japanischen \u201cBergf\u00fchrer\u201d und \u201cschoss\u201d quasi nur so nach oben. Ich wunderte mich, wie viel Energie der Mann doch habe. Sp\u00e4ter erz\u00e4hlte mir der bereits vorangegangene deutsche Kollege, dass der japanische Bergf\u00fchrer ihn so ca. 50 Meter vor dem Gipfel noch \u00fcberholt habe und dann wankend auf eine auf dem Gipfelplateau stehende Pritsche gesunken sei. Die Ehre Japans war also gerettet. H\u00e4tten wir das gewusst, h\u00e4tten wir den Aufstieg langsamer angehen lassen.<\/p>\n<h3>Auf dem Gipfel \u2013 was macht der Feuerl\u00f6scher dort?<\/h3>\n<p>Ich selbst kam vielleicht f\u00fcnf Minuten nach dem Japaner und dem deutschen Kollegen auf dem Gipfelplateau an. Im Krater des Fuji waren noch Reste von Schnee zu sehen (siehe folgendes Foto).<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" title=\"Gipfelkrater Fuji (Japan)\" src=\"https:\/\/borncity.eu\/japan\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/ue2NVTu.jpg\" alt=\"Gipfelkrater Fuji (Japan)\" \/><\/p>\n<p>Skurrilit\u00e4t am Rande: Ein Japaner hatte wohl mal einen Feuerl\u00f6scher auf den Gipfel geschleppt und dieser stand nun dort herum (das folgende Foto ist etwas dunkel und von einem Dia abfotografiert).<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"Feuerl\u00f6sche auf dem Fuji\" src=\"https:\/\/borncity.eu\/japan\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/KjnGQRJ.jpg\" alt=\"Feuerl\u00f6sche auf dem Fuji\" width=\"560\" height=\"387\" \/><\/p>\n<p>Ich erinnere mich, dass ich da so dachte: \u201cWas soll der Mist, wollte einer f\u00fcr den n\u00e4chsten Ausbruch vorsorgen?\u201d \u2013 und irgendwie war ich doch etwas ern\u00fcchtert. Keine Ahnung, was ich mir damals vorgestellt hatte, was ich auf dem Gipfel zu erwarten h\u00e4tte. Es war ein Gef\u00fchl, wie im Ruhrpott auf einer Halde aus Schlacke zu stehen. Da ich extrem verschwitzt war, zog ich das Shirt und das Unterhemd aus, um diese zum Trocknen auf eine Holzplattform auszulegen. Allerdings war es zugig und kalt, so dass ich schnell eine Jacke \u00fcberziehen musste. Die japanischen Kollegen sa\u00dfen teilweise kurz\u00e4rmelig herum und der \u00e4ltere deutsche Kollege hatte sein Hemd aufgekn\u00f6pft, um seinen Bauch von der Sonne w\u00e4rmen zu lassen. Dieser \u00e4ltere deutsche Kollege erinnerte mich sp\u00e4ter daran, dass ich wohl im ersten Frust maulte \u201cob die Japaner, wenn sie mal hier oben waren, auch noch Fuji-San sagen?\u201d. Heute wei\u00df ich, dass die Silbe \u201cSan\u201d Berg meint.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" title=\"Auf dem Fuji-Gipfel (Japan)\" src=\"https:\/\/borncity.eu\/japan\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/uqlvRpO.jpg\" alt=\"Auf dem Fuji-Gipfel (Japan)\" \/><\/p>\n<p>Wir haben dann ca. 30 bis 45 Minuten Rast auf den auf dem Gipfelplateau aufgestellten Holzpritschen gemacht. Das obige Foto zeig die beiden japanischen \u201cBergf\u00fchrer\u201d mit \u201cme in the middle\u201d \u2013 rechts liegt ein Shirt zum Trocknen und auf der Pritsche sind die Reste des Essens zu sehen. Und auf dem Foto unten ist unser \u201cOrganisator\u201d (und Chefingenieur in Personalunion) zu sehen, der wohl auf der Karte die Strecke f\u00fcr die R\u00fcckfahrt anschaut. Ich mochte ihn wirklich sehr, aber an diesem Tag habe ich seine \u201cSchlitzohrigkeit\u201d und \u201cSchludrigkeit\u201d verflucht. Da er (nach meiner Erinnerung) nur ein paar Kekse dabei hatte, wurde das von den anderen Teilnehmern mitgebrachte Essen mit ihm geteilt.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" title=\"Rast auf dem Fuji-Gipfel (Japan)\" src=\"https:\/\/borncity.eu\/japan\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/1nZMUNj.jpg\" alt=\"Rast auf dem Fuji-Gipfel (Japan)\" \/><\/p>\n<p>Ich erinnere mich, dass ich ihm noch ein Onigiri aus meinem Vorrat r\u00fcber schob. Aber immerhin hatte er einen Rucksack dabei, der in Japan auch so hei\u00dft und die Anmutung eines deutschen Exemplars aus dem 50er Jahren des vorherigen Jahrhunderts hatte. Wer sich f\u00fcr Bilder vom Gipfelplateau des Fuji-Kraters interessiert, die Technik hat sich weiter entwickelt. Bei Google Maps gibt es <a href=\"https:\/\/www.google.de\/maps\/@35.3647947,138.7331934,3a,75y,11.7h,77.69t\/data=!3m7!1e1!3m5!1sBnMFZ-nieZLPIQoKB7WoTg!2e0!6s%2F%2Fgeo2.ggpht.com%2Fcbk%3Fpanoid%3DBnMFZ-nieZLPIQoKB7WoTg%26output%3Dthumbnail%26cb_client%3Dmaps_sv.tactile.gps%26thumb%3D2%26w%3D203%26h%3D100%26yaw%3D322.5%26pitch%3D0!7i13312!8i6656!6m1!1e1\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">hier<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.google.de\/maps\/place\/Fuji,+Kitayama,+Fujinomiya,+Pr%C3%A4fektur+Shizuoka+418-0112,+Japan\/@35.3604675,138.7275997,3a,75y,70.69h,45.75t\/data=!3m7!1e1!3m5!1sxISkbxTzLvxhoLECPLLOAg!2e0!6s%2F%2Fgeo2.ggpht.com%2Fcbk%3Fpanoid%3DxISkbxTzLvxhoLECPLLOAg%26output%3Dthumbnail%26cb_client%3Dmaps_sv.tactile.gps%26thumb%3D2%26w%3D203%26h%3D100%26yaw%3D28.5%26pitch%3D0!7i13312!8i6656!4m2!3m1!1s0x60196290556df7cf:0x8d5003885b877511!6m1!1e1\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">hier<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.google.de\/maps\/place\/Fuji,+Kitayama,+Fujinomiya,+Pr%C3%A4fektur+Shizuoka+418-0112,+Japan\/@35.3610175,138.7272464,3a,75y,63.43h,46.86t\/data=!3m7!1e1!3m5!1sOXv3ldXr68MN63FA6MdD3w!2e0!6s%2F%2Fgeo1.ggpht.com%2Fcbk%3Fpanoid%3DOXv3ldXr68MN63FA6MdD3w%26output%3Dthumbnail%26cb_client%3Dmaps_sv.tactile.gps%26thumb%3D2%26w%3D203%26h%3D100%26yaw%3D40.500004%26pitch%3D0!7i13312!8i6656!4m2!3m1!1s0x60196290556df7cf:0x8d5003885b877511!6m1!1e1\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">hier<\/a> bessere Fotos als 360 Grad Panoramablick.<\/p>\n<h3>Abstieg und Ausklang \u2026<\/h3>\n<p>Und dann kam die Zeit zum Abstieg. In meinem Reisef\u00fchrer hatte ich gelesen, dass sich die Japaner Reisstroh-Schlappen bzw. \u2013matten kauften, um den Abhang des Vulkankegels ins Tal zu rutschen. Ich habe niemanden mit so was gesehen \u2013 und zu kaufen gab es auf dem Gipfel auch nix. Also den Berghang wieder herunterkraxeln. Ich erinnere mich, dass mir irgendwann die Knie weh taten \u2013 aber dann waren wir am Parkplatz, bei den Autos angekommen. Mir war schlecht \u2013 ich dachte erst, wegen \u00dcberanstrengung. Aber nachher d\u00e4mmerte mir, dass ich m\u00f6glicherweise einen leichten Sonnenstich gehabt haben k\u00f6nnte. In der H\u00f6he und wegen der d\u00fcnnen Luft ist die UV-Strahlung recht hoch. Nat\u00fcrlich hatten wir keine Kopfbedeckung dabei (wenn Du zum Arbeiten nach Japan fliegst, steckst Du nicht unbedingt Wanderstiefel, Sonnencreme und Hut f\u00fcr eine Fuji-Besteigung ein). Gl\u00fccklicherweise hatte ich eine \u201cMatte\u201d aus dichten Haaren auf dem Kopf (die sind mittlerweile grau, aber immer noch so dicht), die mich irgendwie sch\u00fctzten. Aber das Gesicht war unbedeckt und noch recht bleich, w\u00e4hrend die Japaner einen dunklen Teint von der Sonne hatten.<\/p>\n<p>Der Chefingenieur schlug vor, noch Essen zu gehen, was aber vor Ort kollektiv abgelehnt wurde. Also wurde beschlossen, nach Kawagoe zur\u00fcck zu fahren und dort essen zu gehen.\u00a0 Ich dachte bei mir noch so: \u201cDu wirst keinen Bissen herunter bekommen, so schlecht wie dir ist\u201d. Auf der Fahrt gegen Norden d\u00f6ste ich etwas und in Kawagoe war ich wieder fit \u2013 und konnte das japanische Essen mit rohem Fisch, Tempura etc. wirklich genie\u00dfen. An dieser Stelle ziehe ich meinen Hut vor den japanischen Kollegen, die doch mindestens ein Jahrzehnt \u00e4lter waren. Sie haben uns nicht nur die Fuji-Besteigung erm\u00f6glicht, sondern auch die An- und Abfahrt sowie die Besteigung gemeistert \u2013 wir Deutsche brauchten ja nur mitzufahren und etwas am Berg zu kraxeln.<\/p>\n<p>Insgesamt war die Exkursion zum Mount Fuji schon ein Abenteuer, welches jetzt zwei etwas l\u00e4ngere Blog-Beitr\u00e4ge ergab, ohne dass ich auf die Spezifika der Bergh\u00fctten etc. eingehen musste (das l\u00e4sst sich in den oben verlinkten Beitr\u00e4gen nachlesen). Aber hier geht es ja um meine \u201cspeziellen Reiseerlebnisse\u201d in Nihon, dem Land der aufgehenden Sonne. Und die hatte ich zur Gen\u00fcge.<\/p>\n<p>Postskriptum: Ich hatte erw\u00e4hnt, dass mir nach dem Abstieg \u00fcbel war und ich einen leichten Sonnenstich, ob der UV-Strahlung vermutete. Beim R\u00fcckflug nach Deutschland sch\u00e4lte sich die Haut auf meiner Nase leicht (minimaler Sonnenbrand). Vermutlich war die \u00dcbelkeit auch nur eine Folge der Anstrengungen. Meine beiden deutschen Kollegen hatten es nicht so gut getroffen. Der j\u00fcngere Kollege litt unter einer ausgepr\u00e4gten Tonsur der Haare. Beim R\u00fcckflug, so erz\u00e4hlte der zweite deutsche Kollege, konnte er sich quasi die Kopfhaut auf der Glatze abziehen. Mangels Kopfbedeckung hatte er einen veritablen Sonnenbrand erlitten. Der \u00e4ltere Kollege konnte sich die Haut im Bauchbereich quasi abziehen \u2013 hatte er doch beim Gipfelaufenthalt den Bauch mit aufgekn\u00f6pftem Hemd zu lange der UV-Strahlung ausgesetzt. Ja, die Gaijins, wenn sie einmal losgelassen. Aber wer f\u00e4hrt auch mit Bergwanderausr\u00fcstung nach Japan, wenn arbeiten angesagt ist. Jedenfalls habe ich auch nach \u00fcber einem Vierteljahrhundert eine Menge Erinnerungen an den \u201cAusflug zum Fuji\u201d.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nachdem wir die in Teil 1 beschriebene Anfahrt hinter uns gebracht hatten, standen wir also auf einem Parkplatz, am Fu\u00dfe des Fujiyama. Unser Chefingenieur instruierte uns, zusammen zu bleiben, denn die beiden \u201cBergf\u00fchrer\u201d h\u00e4tten die Tour bereits \u00f6fters gemacht und &hellip; <a href=\"https:\/\/borncity.eu\/japan\/2016\/03\/13\/der-ausflug-zum-fuji-teil-2\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[23],"class_list":["post-361","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","tag-fujijama"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/borncity.eu\/japan\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/361","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/borncity.eu\/japan\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/borncity.eu\/japan\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/borncity.eu\/japan\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/borncity.eu\/japan\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=361"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/borncity.eu\/japan\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/361\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":885,"href":"https:\/\/borncity.eu\/japan\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/361\/revisions\/885"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/borncity.eu\/japan\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=361"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/borncity.eu\/japan\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=361"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/borncity.eu\/japan\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=361"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}