{"id":445,"date":"2015-06-27T20:15:00","date_gmt":"2015-06-27T18:15:00","guid":{"rendered":"http:\/\/borncity.com\/japan\/?p=445"},"modified":"2017-04-21T11:54:19","modified_gmt":"2017-04-21T09:54:19","slug":"studierte-sekretrinnen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.eu\/japan\/2015\/06\/27\/studierte-sekretrinnen\/","title":{"rendered":"Studierte Sekret&auml;rinnen"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" style=\"float: left; margin: 0px 10px 0px 0px; display: inline\" src=\"https:\/\/borncity.eu\/japan\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/flagge11.jpg\" align=\"left\">Eine weitere Merkw\u00fcrdigkeit, die mir im japanischen Gesch\u00e4ftsleben auffiel, war die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Frauen_in_Japan\" target=\"_blank\">Rolle der Frau<\/a>. Ich habe es in einem fr\u00fcheren Beitrag erw\u00e4hnt: Da gab es die japanische Kollegin, die in Heidelberg studiert und promoviert hatte. Eine starke und ungew\u00f6hnliche Pers\u00f6nlichkeit \u2013 bereits w\u00e4hrend des Studiums zog sie ein Kind gro\u00df. <!--more--><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ssl-vg03.met.vgwort.de\/na\/81560f87b91a43ef96016183d086b788\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\">Nach ihrer R\u00fcckkehr nach Japan lie\u00df sie sich irgendwann vom Ehemann scheiden, um Karriere zu machen. Das war nat\u00fcrlich ein unerh\u00f6rter Vorgang im damaligen Japan. <\/p>\n<p>Ich erinnere mich an anstehende Wahlen, wo eine Frau, Taka Doi, als Kandidatin antrat, um diese Verh\u00e4ltnisse zu \u00e4ndern. Bei einer Wahl lie\u00dfen sich die Ergebnisse vielversprechend an. Eine Recherche lieferte mir <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/spiegel\/print\/d-13496214.html\" target=\"_blank\">diesen Spiegel Online-Artikel<\/a>, der die damaligen Verh\u00e4ltnisse wiedergibt. Bei einem meiner Aufenthalte standen wieder Wahlen an, und ich hoffte \u2013 f\u00fcr die betroffenen Frauen \u2013 auf weiteren R\u00fcckenwind. Aber das Wahlergebnis war nach meiner Erinnerung desastr\u00f6s \u2013 irgendwo im einstelligen Bereich. Jedenfalls hat sich, nach meinen Erinnerungen, nicht viel ge\u00e4ndert. Erst seit 2015\/2016 versucht die Regierung die Stellung der Frau in Firmen zu verbessern.<\/p>\n<p>Die promovierte Kollegin, mit der ich \u00fcbrigens sehr gerne zusammen arbeitete, rieb sich dann auch an der Macho-Kultur des Arbeitgebers auf \u2013 obwohl es ein deutscher Ableger war und es wohl nicht so schlimm wie in typischen japanischen Firmen zuging. Die Kollegin h\u00e4tte lieber fr\u00fcher als sp\u00e4ter wieder in Deutschland angeheuert. Dort lag f\u00fcr sie das Paradies, jedenfalls, was das Arbeitsleben und die Verh\u00e4ltnisse f\u00fcr die Forschung betraf.<\/p>\n<p>Was mir auch auffiel: In den B\u00fcros fanden sich auff\u00e4llig viele junge Frauen um die 30, die f\u00fcr einfache B\u00fcrot\u00e4tigkeiten (Bleistifte anspitzen, Kopierer bedienen, Kaffee kochen, Tee servieren etc.) eingesetzt wurden. Die Frauen sprachen wesentlich besser Englisch, als die anwesenden Kollegen aus der Technik. In Gespr\u00e4chen fand ich heraus, dass diese Frauen ausnahmslos studiert hatten, nun aber lediglich als Sekret\u00e4rin f\u00fcr einfachste Aufgaben eingesetzt wurden. Bei Recherchen zu diesem Blog-Beitrag bin ich auf <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/spiegel\/print\/d-8928803.html\" target=\"_blank\">diesen Artikel<\/a> von Spiegel Online gesto\u00dfen, der die Verh\u00e4ltnisse ganz gut beschreibt. Eine gigantische Verschleuderung von Talenten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine weitere Merkw\u00fcrdigkeit, die mir im japanischen Gesch\u00e4ftsleben auffiel, war die Rolle der Frau. Ich habe es in einem fr\u00fcheren Beitrag erw\u00e4hnt: Da gab es die japanische Kollegin, die in Heidelberg studiert und promoviert hatte. 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