{"id":489,"date":"2017-04-21T20:59:00","date_gmt":"2017-04-21T18:59:00","guid":{"rendered":"http:\/\/borncity.com\/japan\/?p=489"},"modified":"2025-09-13T17:32:20","modified_gmt":"2025-09-13T15:32:20","slug":"but-born-san-you-didnt-get-lost","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.eu\/japan\/2017\/04\/21\/but-born-san-you-didnt-get-lost\/","title":{"rendered":"But Born-San, you didn&rsquo;t get lost!"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" style=\"float: left; margin: 0px 10px 0px 0px; display: inline;\" src=\"https:\/\/borncity.eu\/japan\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/flagge11.jpg\" align=\"left\" \/>Da hatte ich also den Wochenendausflug nach Kyoto und Nara, trotz einiger Widrigkeiten, gemeistert und den Flieger nach Tokyo erwischt. Nach l\u00e4ngerer Bahnfahrt erreichte ich mein Hotel in Kawagoe, wo ich um einige Erlebnisse und Erfahrungen reicher eine Kleinigkeit a\u00df und dann selig einschlief. Am n\u00e4chsten Morgen genoss ich mein japanisches Fr\u00fchst\u00fcck und machte mich auf den Weg zur Arbeitsstelle.<!--more--><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ssl-vg03.met.vgwort.de\/na\/70aa788e9f8a4b8ba0ee920e9110b0b0\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/>Nach kurzer Bahnfahrt kam ich an, stieg aus und lief die gut 500 Meter zum Werk. Am Werkstor brauchte ich keinen Ausweis, da ich als Gajin eh bekannt wie ein bunter Hund war. Als ich gut gelaunt und fr\u00f6hlich pfeifend um die Ecke bog, und durch das Werkstor ging, nahm ich aus den Augenwinkeln wahr, dass der Pf\u00f6rtner schnell den Telefonh\u00f6rer abnahm und ein Gespr\u00e4ch f\u00fchrte. Ich dachte mir nichts dabei, ich war ja nicht am Betreten des Werks gehindert worden.<\/p>\n<p>Stutzig machte mich lediglich ein Umstand. Als ich \u00fcber den Hof zum Technikgeb\u00e4ude ging, bemerkte ich, dass ich aus den Fenstern der B\u00fcros beobachtet wurde. Der Pf\u00f6rtner hatte also wohl Bescheid gesagt, dass ich im Werk angekommen sei. Auch das lie\u00df bei mir nichts klingeln, hatte ich die sprichw\u00f6rtliche, aber versch\u00e4mte, Neugier der Japaner mehrfach kennen gelernt.<\/p>\n<p>Also ich dann den Flur im Trakt der Ingenieursabteilung betrat, um zum B\u00fcro mit meinem Schreibtisch zu gehen, schauten mir die Angestellten aus verschiedenen T\u00fcrrahmen l\u00e4chelnd entgegen. Sollte das eine besonders freundliche Montag-Morgen-Begr\u00fc\u00dfung sein? Im B\u00fcro kam mir Kollege Nishi-Bajashi-San entgegen und sagte \u2018But Born-san, you didn\u2019t get lost\u2019 (Mensch Born, Du bist ja nicht verloren gegangen), was ich nicht wirklich zu deuten wusste.<\/p>\n<p>Da kam die Kollegin Frau Hashimoto auf mich zu. Da sie in Heidelberg studiert hatte, sprach sie sehr gut Deutsch. Sie fragte \u2018Warst Du am Wochenende nicht weg, nach Kyoto?\u2019 Ich entgegnete: \u2018Doch, ich bin nach Osaka geflogen und habe Kyoto und Nara besichtigt.\u2019 Darauf hin entgegnete sie ganz entgeistert: \u2018Aber Du hast nicht angerufen und niemand sonst.\u2019<\/p>\n<p>Da d\u00e4mmerte mir ganz langsam, was passiert war. Mir war vor der Abreise ein kleines K\u00e4rtchen \u00fcberreicht worden. Dieses war in japanisch beschriftet. Wenn ich irgendwo gestrandet sei, solle ich die Karte dem n\u00e4chsten Japaner zeigen. Dieser wurde auf der Karte gebeten, die angegebene Nummer anzurufen. Dann h\u00e4tte ein japanischer Kollege oder eine Kollegin Instruktionen erteilt, wie mit mir zu verfahren sei. Aber ich hatte die Karte nicht gebraucht \u2013 f\u00fcr die japanischen Kollegen unvorstellbar. Die sa\u00dfen wohl das ganze Wochenende auf hei\u00dfen Kohlen und warteten vergeblich auf einen Anruf.<\/p>\n<p>PostScript: Die Episode f\u00fchrte dazu, dass ich k\u00fcnftig alleine im Land reisen durfte und kein K\u00e4rtchen mehr mit bekam. Zudem stieg ich in der Achtung der japanischen Kollegen, da ich wohl recht selbst\u00e4ndig war und erfolgreich reisen konnte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Da hatte ich also den Wochenendausflug nach Kyoto und Nara, trotz einiger Widrigkeiten, gemeistert und den Flieger nach Tokyo erwischt. 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