{"id":502,"date":"2017-04-22T10:42:00","date_gmt":"2017-04-22T08:42:00","guid":{"rendered":"http:\/\/borncity.com\/japan\/?p=502"},"modified":"2025-09-13T17:31:54","modified_gmt":"2025-09-13T15:31:54","slug":"der-groe-budda-in-kamakura","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.eu\/japan\/2017\/04\/22\/der-groe-budda-in-kamakura\/","title":{"rendered":"Der gro&szlig;e Budda in Kamakura"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" style=\"float: left; margin: 0px 10px 0px 0px; display: inline;\" src=\"https:\/\/borncity.eu\/japan\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/flagge11.jpg\" align=\"left\" \/>Bei meinem dritten Arbeitsaufenthalt beschloss ich, mit meinem Mitarbeiter, einen Kurztripp in die ca. 50 km s\u00fcdlich von Tokyo gelegene Stadt <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kamakura\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Kamakura<\/a> (\u938c\u5009\u5e02) zu unternehmen.\u00a0 Der Name hei\u00dft \u2018Sichellager\u2019, die Stadt liegt in der Pr\u00e4fektur <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pr%C3%A4fektur_Kanagawa\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Kanagawa<\/a>. Die Stadt war von 1185 bis 1333 der Regierungssitz Japans, und es gibt viele gut erhaltene Tempel und Schreine aus jener Epoche. Zudem gibt es in Kamakura einen Strand, der ein beliebtes Ausflugsziel ist.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ssl-vg03.met.vgwort.de\/na\/629aaf43d2214eaf803abcc1dc7f36a8\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/><a href=\"https:\/\/de.wikivoyage.org\/wiki\/Kamakura\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Hier finden sich<\/a> einige Reisetipps zu dieser Stadt. Mich interessierte aber eher der Gro\u00dfe Budda in Kamakura. Dieser wurde als Bronzestatue ab 1252 mit einem Tempel errichtet. Nachdem\u00a0 1498 ein Tsunami den ungef\u00e4hr 860 m vom Strand entfernten Tempel und die den Gro\u00dfen Buddha umgebende Halle zerst\u00f6rte, steht die Figur frei.<\/p>\n<p>An diesen Ausflug habe ich nicht so viele Erinnerungen. Es ging mit dem Zug von Kawagoe nach Shinjuku, und dann nahmen wir die S-Bahn, um in den S\u00fcden Tokyos zu gelangen. Vermutlich sind wir bis zur Station Kita-Kamakura (\u5317\u938c\u5009) gefahren. Dort mussten wir zum Zug nach Kamakura umsteigen. Es war fr\u00fcher Samstag-Morgen, als wir die Reise antraten.<\/p>\n<p>Bei unseren Zugfahrten stellte ich fest, dass es zwei Arten von Japanern gab, die sich in drei Auspr\u00e4gungen zeigten. N\u00fcchtern waren die Japaner sehr zur\u00fcckhaltend und sch\u00fcchtern \u2013 wir ernteten im Zug immer nur versch\u00e4mte Blicke \u2013 angesprochen wurden wir nie. Und dann gab es die stark angetrunkenen japanischen M\u00e4nner. Einige reagierten extrem aggressiv, so dass man Abstand halten oder gewinnen musste. Meist waren Passanten anwesend, die bes\u00e4nftigend auf die M\u00e4nner einredeten. Der andere Typus des angetrunkenen japanischen Mannes wollte seine Englischkenntnisse an den Gaji-Jin ausprobieren. Komischerweise versuchte es niemand bei mir, muss wohl an meinem autorit\u00e4ren Gesichtsausdruck gelegen haben. Aber mein Mitarbeiter hatte regelm\u00e4\u00dfig einen besoffenen Japaner im Schlepptau, der ihn in schlechtem Englisch zu texten wollte. Der Mitarbeiter meinte, \u2018keine Ahnung, was die von mir wollen\u2019. Meist gelang es, die Plagegeister abzusch\u00fctteln.<\/p>\n<p>Dies war mir in Erinnerung, als wir im S\u00fcden Tokios am Bahnsteig auf den Zug nach Kamakura warteten. Dort hielt sich auch ein stark angetrunkener Japaner, wohl von Freitag-Nacht versackt, auf. Er versuchte sofort meinen Mitarbeiter anzusprechen. Ich sah den Gesichtsausdruck des Japaners und rief schnell die Warnung \u2018Vorsicht, halte Abstand, der k\u00f6nnte zum Problem werden\u2019. In einem gro\u00dfen Sprung gelang es uns noch au\u00dfer Reichweite zu bringen, als der Mann in einem gro\u00dfen Schwall den Inhalt seines Magens auf dem Bahnsteig erbrach. Gl\u00fccklicherweise bekamen wir nichts ab und der Zug lief ein. Also nichts wie weg und in den Zug. Gl\u00fccklicherweise war der Mann mit seinem \u2018Gesch\u00e4ft\u2019 weiter besch\u00e4ftigt, so dass er den Zug nicht bestieg.<\/p>\n<p>Die Zugfahrt nach Kamakura verlief ziemlich ereignislos \u2013 ich habe keine Erinnerung daran. Vermutlich betrachteten wir die vorbei ziehende Landschaften und Reisfelder. Vom Bahnhof ging es sofort den anderen (japanischen) Touristen hinterher, so dass wir den Gro\u00dfen Budda nicht verfehlen konnten. Und dann thronte die Statue pl\u00f6tzlich m\u00e4chtig vor uns.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" title=\"Gro\u00dfer Budda, Kamakura, Japan\" src=\"https:\/\/borncity.eu\/japan\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/2KJKh0h.jpg\" alt=\"Gro\u00dfer Budda, Kamakura, Japan\" \/><\/p>\n<p>Den Aufnahmen (hier zu sehen) entnehme ich, dass es mal wieder das ganze Wochenende geregnet hatte. Gl\u00fccklicherweise hatten wir Schirme und Regenjacken dabei, aber irgendwie wurden Rucksack und Schuhe immer feucht. In Erinnerung blieb mir, dass ein geliehener Reisef\u00fchrer ziemliche Wasserr\u00e4nder abbekam \u2013 ich habe dann ein neues Exemplar gekauft und dieses dem Besitzer zur\u00fcckgegeben.<\/p>\n<p>Meiner Dia-Sammlung (damals gab es weder Digitalkameras noch Smartphones) entnehme ich auch, dass wir am Strand von Kamakura gewesen sein m\u00fcssen. Dort waren Fischernetze zum Trocknen aufgespannt. Da es ein tr\u00fcber und regnerischer Tag gewesen war, haben wir wohl wenig von Kamakuras Tempeln besichtigt und sind fr\u00fch zur R\u00fcckreise nach Kawagoe aufgebrochen. Die R\u00fcckreise muss ziemlich ereignislos verlaufen sein, es gibt keine Erinnerungsfetzen an diese Stunden. In Erinnerung blieben mir, wie ich nach mehr als 25 Jahren beim Schreiben dieses Blog-Beitrags feststelle, nur die imposante Statue des Budda und die oben geschilderte Episode am Bahnhof in Tokyo.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bei meinem dritten Arbeitsaufenthalt beschloss ich, mit meinem Mitarbeiter, einen Kurztripp in die ca. 50 km s\u00fcdlich von Tokyo gelegene Stadt Kamakura (\u938c\u5009\u5e02) zu unternehmen.\u00a0 Der Name hei\u00dft \u2018Sichellager\u2019, die Stadt liegt in der Pr\u00e4fektur Kanagawa. 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