{"id":62,"date":"2014-12-05T19:38:00","date_gmt":"2014-12-05T19:38:00","guid":{"rendered":"http:\/\/borncity.com\/japan\/?p=62"},"modified":"2018-02-06T08:54:26","modified_gmt":"2018-02-06T07:54:26","slug":"gaijin-san-im-ryokan-mit-den-toiletten-slippern-im-frhstcksraum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.eu\/japan\/2014\/12\/05\/gaijin-san-im-ryokan-mit-den-toiletten-slippern-im-frhstcksraum\/","title":{"rendered":"Gaijin-San im Ryokan: Mit den Toiletten-Slippern im Fr&uuml;hst&uuml;cksraum?"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"float: left; margin: 0px 10px 0px 0px; display: inline;\" title=\"Flagge1\" src=\"https:\/\/borncity.eu\/japan\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/flagge11.jpg\" alt=\"\" width=\"69\" height=\"58\" \/>Da hatte ich mich auf etwas eingelassen: Die Firma hatte mich in einem traditionellen <a href=\"https:\/\/borncity.eu\/japan\/2010\/06\/13\/gaijin-san-im-ryokan\/\">japanischen Ryokan<\/a> (Hotel) einquartiert. Bedeutete, auf Tatami-Matten und mit Reis gef\u00fcllten Kopfkissen zu schlafen. Hatte aber auch die Eigenart, dass man im Eingangsbereich des Hotels die Stra\u00dfenschuhe auszog und durch braune Lederslipper (<em><a href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20160307020435\/http:\/\/hakuhosha.co.jp\/surippa\/surippa002\/surippa002.html\">Surippa<\/a>) <\/em>ersetzte. Dann ging es auf\u2019s Zimmer, wo man im Eingangsbereich aus den Slippern heraus schl\u00fcpfte, um die ausgelegten Tatami-Matten auf Socken zu betreten (<a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ryokan\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">hier gibt es Fotos<\/a> des Innenlebens).<!--more--><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ssl-vg03.met.vgwort.de\/na\/3370759f4feb4aa6b2377869069b5e89\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/>Und hinter dem Wohn-\/Schlafzimmer befand sich in meinem Ryokan der Sanit\u00e4rbereich mit Dusche und Toilette. Und weil niemand mit Socken in Toilettenr\u00e4umen herumrennt, standen vor dem Sanit\u00e4rbereich ein paar Toiletten-Slipper.\u00a0 Die Toiletten-Surippa waren sehr gut zu erkennen, war mein Paar doch in Wei\u00df und es prangte ein \u201c<a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Manneken_Pis\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Mannecken Pis<\/a>\u201d auf der Oberseite. <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hausschuh\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">In diesem Artikel<\/a>\u00a0 findet sich ein Foto, welches ein anderes, aber gut identifizierbares, Modell zeigt.<\/p>\n<p>Tja, wenn ich sp\u00e4t heim kam, erwischte ich mich, dass ich verga\u00df, die braunen Lederslipper im Zimmereingang, direkt hinter der papierbespannten Schiebet\u00fcr, auszuziehen. Fiel mir immer in der Zimmermitte oder kurz vor den Toilettenr\u00e4umen auf, wenn ich die Toiletten-Slipper sah. Also Ehrenrunde zur Eingangst\u00fcr drehen, braune Slipper aus, auf Socken zum Sanit\u00e4rbereich, in die Toiletten-Slipper und dann auf\u2019s Klo.<\/p>\n<p>Man ahnt es schon, beim Verlassen des Sanit\u00e4rbereichs verga\u00df ich \u00f6fters die Toiletten-Slipper auszuziehen und marschierte zum Tisch, um mir eine gr\u00fcne Tasse Tee einzusch\u00fctten. Wenn ich dann so da sa\u00df, und den gr\u00fcnen Tee schl\u00fcrfte und den Blick schweifen lie\u00df, streifte dieser \u00fcber das Interieur, samt <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kalligrafie#Chinesische.2C_koreanische_und_japanische_Kalligrafie\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">japanischen Kalligraphien<\/a>, um dann bei den Quadrat-Latschen des Gaij-Jin h\u00e4ngen zu bleiben. Nat\u00fcrlich sprang mir dann das \u201c<a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Manneken_Pis\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Mannecken Pis<\/a>\u201d ins Auge \u2013 also schnell zum Badbereich, Latschen aus und auf Socken zum Tisch zur\u00fcck \u2026<\/p>\n<p>\u2026 nur morgens war ich immer \u201cin Eile\u201d. Nach dem Aufstehen, Rasieren und Waschen ging es \u00fcber endlose G\u00e4nge (<a href=\"http:\/\/blog.travelhouse.ch\/de\/2013\/02\/11\/wenn-hausschuhe-beleidigen-und-ja-eigentlich-nein-bedeutet\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">hier findet sich ein Foto<\/a>) und verwinkelte Treppen zum Fr\u00fchst\u00fccksraum. War ich gut drauf, schl\u00fcpfte ich beim Verlassen des Badbereichs aus den Toiletten-Schuhen, rannte auf Socken zum Zimmereingang und schl\u00fcpfte in die braunen Hausschuhe, um zum Fr\u00fchst\u00fcck zu gehen. Ich war aber meist nicht gut drauf, sondern in Gedanken bei der Arbeit.<\/p>\n<p>Meist fiel mir an der T\u00fcr auf \u201chalt, da stehen ja zwei braune Latschen\u201d \u2013 also zur\u00fcck zum Badbereich, Toiletten-Slipper aus, auf Socken zur Zimmert\u00fcr und braune Slipper an \u2026<\/p>\n<p>\u2026 und einige Male erwischte ich mich auf dem Gang, dass mein Blick auf wei\u00dfe Hausschuhe an den F\u00fc\u00dfen fiel. Gl\u00fccklicherweise waren die G\u00e4nge lang, und kaum durch andere Personen frequentiert, so dass es mir immer rechtzeitig auffiel \u2013 und ich keine peinliche Begegnung der dritten Art hatte. Irgendwann ging mir dann im Hinterkopf sofort herum: Sobald Du auf den Flur kommst, kontrolliere die Schuhe. Hat auch immer gut geklappt \u2013 einmal war ich kurz vor dem Fr\u00fchst\u00fccksraum, als mir der Lapus auffiel (aber niemand begegnete mir beim Sprint, zur\u00fcck ins Zimmer).<\/p>\n<p>Und da sa\u00df ich nun im Fr\u00fchst\u00fccksraum, eingeh\u00fcllt in einen d\u00fcnnen, Baumwollkimono, den &#8222;Yukata&#8220;, bei <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Miso-Suppe\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Miso-Suppe<\/a>, einer Schale Reis, rohem Fisch, der salzig eingelegten gr\u00fcnen Pflaume (<a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ume\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Ume<\/a>) und lie\u00df es mir schmecken \u2013 die braunen Schlappen an den F\u00fc\u00dfen \u2026<\/p>\n<p>\u2026 links und rechts sa\u00dfen einige Japaner an Tischen und waren ebenfalls mit lautem Schl\u00fcrfen am Fr\u00fchst\u00fccken. Und dann schaute ich zuf\u00e4llig auf die Eingangst\u00fcr, wo gerade ein Japaner, in einen &#8222;Yukata&#8220; gekleidet, um die Ecke bog, um auch zu fr\u00fchst\u00fccken.<\/p>\n<p>In dem Moment verschluckte ich mich im Reflex, ein kr\u00e4ftiges Lachen zu unterdr\u00fccken. Mein Blick war n\u00e4mlich unwillk\u00fcrlich zu seinen F\u00fc\u00dfen gegangen und hatte dort ein paar wei\u00dfe Latschen mit \u201cMennecken Pis\u201d ersp\u00e4ht. Die anderen Personen im Raum schauten erstaunt, was mit dem Gaijin los sei \u2013 konnte der nicht mal Reis essen? Als einziger Ausl\u00e4nder im Fr\u00fchst\u00fccksraum war ich es gewohnt, dass die Hereinkommenden sofort auf mich schauten.<\/p>\n<p>Und so bekam der gute Mann wohl mit, dass ich auf seine F\u00fc\u00dfe schaute und zu Husten anfing. Also ging sein Blick auch auf die F\u00fc\u00dfe \u2013 und man merkte, wie er regelrecht im Boden versank, flugs auf dem Absatz kehrt machte und aus dem Raum verschwand. Er wurde an diesem Tag nie mehr gesehen. Tja, irgendwo bist Du immer Ausl\u00e4nder \u2013 nur gut, dass mir der Lapsus nicht passiert ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Da hatte ich mich auf etwas eingelassen: Die Firma hatte mich in einem traditionellen japanischen Ryokan (Hotel) einquartiert. Bedeutete, auf Tatami-Matten und mit Reis gef\u00fcllten Kopfkissen zu schlafen. 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