Sommerhitze und Medikamente (CALOR Liste)

Gesundheit (Pexels, frei verwendbar)Die Temperaturen im Sommer lassen die Menschen nicht nur schwitzen. Es gibt auch gesundheitliche Risiken. Neben genügend Flüssigkeitsaufnahme sollten ältere Menschen auch mit dem medizinischen Personal klären, ob die Medikamenteneinnahme durch die Hitze beeinflusst wird. Von der Uniklinik Köln gibt es die sogenannte CALOR-Liste, die Hinweise zum Thema für medizinisches Personal enthält.

Derzeit herrscht Sommerhitze und so manche oder so mancher stöhnt "es ist warm". Aber die Sommerhitze kann Personen, die auf regelmäßige Medikamenteneinnahme angewesen sind, gefährden. Denn bestimmte Medikamente können hitzebedingte Gesundheitsrisiken zusätzlich verstärken, indem sie beispielsweise die Schweißproduktion, die Hautdurchblutung oder das Durstgefühl beeinflussen.

Zu wenig trinken kann die Wirkung von Blutverdünnern negativ beeinträchtigen. Hitze wirkt sich ggf. auf den Blutdruck aus und auch Insulingaben müssen ggf. die Temperaturen berücksichtigen. Besonders betroffen sind Menschen mit mehreren Erkrankungen, bei denen die Einnahme bestimmter Arzneimittel während Hitzeperioden Gesundheitsrisiken durch Hitze erhöhen kann.

CALOR-Liste zur Arzneimittel-Therapiesicherheit bei Hitze

Aus der Leserschaft ist mir der Hinweis auf die sogenannte "CALOR-Liste zur Arzneimittel-Therapiesicherheit bei Hitze" zugegangen. Hintergrund ist, dass Gesundheitsfachkräfte beim Umgang mit diesen Risiken unterstützt werden sollen. Dazu wurde im Forschungsprojekt ADAPT-HEAT unter Leitung von Univ.-Prof. Dr. Beate Müller vom Institut für Allgemeinmedizin der Medizinischen Fakultät der Universität zu Köln und der Uniklinik Köln gemeinsam mit der Medizinischen Hochschule Hannover sowie zahlreichen weiteren Institutionen die CALOR-Liste (lateinisch calor = Hitze, Wärme) entwickelt.

Ziel des Projekts war die Entwicklung evidenzbasierter, konsentierter und sektorenübergreifend anwendbarer Strategien zur Arzneimitteltherapiesicherheit bei Hitze, um hitzebedingte Gesundheitsstörungen zu vermeiden. Damit leistet das Projekt nicht nur einen direkten Nutzen für die individuelle Versorgung von Patientinnen und Patienten, sondern trägt auch zu den umfassenden Bemühungen bei, das Gesundheitssystem resilienter gegenüber den Folgen des Klimawandels zu machen.

"Hitzeschutz spielt in der Gesundheitsversorgung eine immer größere Rolle", sagt Prof. Müller. "Die CALOR-Liste hilft den Fachkräften, Risiken bei der Medikation zu identifizieren. Angesichts der ohnehin hohen Belastung kann das Gesundheitspersonal eine intensive Beratung im Sommer nicht alleine stemmen. Daher erstellen wir zusätzlich laienverständliche Materialien, um die Menschen zu befähigen, Warnzeichen im Alltag selbst zu erkennen."

Ich habe mal einen Blick auf die Liste geworfen und festgestellt, dass ich mit Blutdrucksenkern sowie einem Blutverdünner ebenfalls betroffen bin. Die Empfehlungen aus der Liste sind in meinen Augen auch für Laien verständlich. Hier empfiehlt sich als Patient bei Hitze erst einmal genügend zu trinken.

Beim Blutdruck wird eine häufigere Kontrolle anhand eines Blutdruck-Messprotokolls empfohlen. Ähnliches gilt bei Insulingaben, die gespritzt werden. Es empfiehlt sich ggf. mit dem behandelnden Arzt abzuklären, ob eine Anpassung der Medikation während der Sommerhitze erforderlich ist.

Arzt
(Quelle: Pexels/Pixabay CC0 Lizenz)

Die finale Version der CALOR-Liste für medizinisches Fachpersonal steht hier zum Download bereit. Die laienverständliche Aufbereitung für Patientinnen und Patienten ist bis Ende 2026 geplant, ebenso wie ein interaktives Webtool.

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Ein Kommentar zu Sommerhitze und Medikamente (CALOR Liste)

  1. Ekkehard_F sagt:

    Das ist ein sehr löblicher Ansatz. Nur gehört da meiner Ansicht nach außer "viel Trinken" auch die Empfehlung "Hitze vermeiden" dazu, gegebenenfalls durch Klimatisierung der Wohnung und auch der Krankenhäuser und Altenheime. Das wird viel zu wenig verfolgt.

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