{"id":10812,"date":"2019-12-09T01:46:00","date_gmt":"2019-12-08T23:46:00","guid":{"rendered":"https:\/\/borncity.com\/senioren\/?p=10812"},"modified":"2019-12-02T23:32:31","modified_gmt":"2019-12-02T22:32:31","slug":"boeing-manager-fliegt-nicht-mit-der-787-dreamliner","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2019\/12\/09\/boeing-manager-fliegt-nicht-mit-der-787-dreamliner\/","title":{"rendered":"Ex-Boeing-Manager fliegt nicht mehr mit der 787 &quot;Dreamliner&rdquo;"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"float: left; margin: 0px 10px 0px 0px; display: inline\" src=\"https:\/\/www.borncity.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/Schutz.jpg\" width=\"40\" align=\"left\" height=\"47\">Interessanter Einblick in die Luftfahrtindustrie: Ein altgedienter Boeing-Manager wurde in die Produktion der Boeing 787 \"Dreamliner\" versetzt. Seitdem fliegt er nicht mehr mit solchen Maschinen mit und warnt seine Familie ebenfalls vor Reisen mit diesem Flugzeug. <\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Der US-Flugzeugbauer Boeing ist ja wegen gro\u00dfer Probleme mit einigen seiner Flugzeug-Neuentwicklungen im Gespr\u00e4ch. Der Flugzeugtyp <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Boeing_737_MAX\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">737Max 73<\/a> wurde ja wegen <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Boeing_737_MAX#Accidents_and_incidents\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">zweier Abst\u00fcrze<\/a> weltweit gesperrt. Nach und nach werden haarstr\u00e4ubende Vers\u00e4umnisse durch den Hersteller \u00f6ffentlich. Aktuell hofft Boeing, dass dieses Flugverbot zum Jahresende aufgehoben wird und <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article202382626\/Boeing-weitet-Produktion-von-Ungluecksflieger-737Max-aus.html\" rel=\"nofollow noopener noreferrer\" target=\"_blank\">f\u00e4hrt die Produktion hoch<\/a>.<\/p>\n<h2>Boeing 787 \"Dreamliner\"<\/h2>\n<p>Aber es gibt noch ein weiteres Flugzeug, die Boeing 787 \"Dreamliner\", die mir als Problemmaschine im Hinterkopf herumspuckt. Auch da gab es Flugverbote wegen Br\u00e4nden in den Lithium-Ionen-Akkus, die im Flugzeug verbaut sind. \u00dcber den nachfolgenden Tweet bin ich auf einen Artikel bei boingboing.net aufmerksam geworden.<\/p>\n<blockquote class=\"twitter-tweet\">\n<p lang=\"en\" dir=\"ltr\">Confirming my already held opinion &#8211; not flying on Boeing planes.<br \/>Veteran Boeing manager was transferred to 787 production; based on he saw there, he won't fly in a Dreamliner and begs his family not to &#8211; <a href=\"https:\/\/t.co\/dLdN2DXOCJ\">https:\/\/t.co\/dLdN2DXOCJ<\/a><\/p>\n<p>\u2014 Michael Horowitz (@defensivecomput) <a href=\"https:\/\/twitter.com\/defensivecomput\/status\/1201599808621993986?ref_src=twsrc%5Etfw\">December 2, 2019<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><script async src=\"https:\/\/platform.twitter.com\/widgets.js\" charset=\"utf-8\"><\/script>  <\/p>\n<p>Der englischsprachige Artikel beschreibt die Geschichte von John Barnett, der drei Jahrzehnte als Qualit\u00e4tsmanager bei Boeing t\u00e4tig war. Barnett wurde dann in die Produktionsst\u00e4tte Charleston, versetzt, wo er f\u00fcr die Boeing 787 \"Dreamliner\" zust\u00e4ndig war. Dort stie\u00df er, laut <a href=\"https:\/\/boingboing.net\/2019\/12\/02\/razor-sharp-metal-shavings.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">diesem Artikel<\/a>, auf haarstr\u00e4ubende Zust\u00e4nde.<\/p>\n<p>Barnett sagt, dass die Produktion der B787 von einem neuen F\u00fchrungsteam geleitet wurde, das von St. Louis \u00fcbernommen worden war. Dieses Team hat Erfahrungen in der \u00dcberwachung von Milit\u00e4rvertr\u00e4gen, stellte aber angeblich die Produktionsgeschwindigkeit \u00fcber die Luftt\u00fcchtigkeit und Sicherheit der produzierten Maschinen. <\/p>\n<p>Laut Barnett begann die Kultur der mangelnden Sicherheit in den Jahren 2011 oder 2012, als das Top-Management die Mitarbeiter aufforderte, Fehler nicht zu dokumentieren. Das f\u00fchrte dann dazu, dass die Produktionsmitarbeiter Sicherheitsfragen zu ignorieren begannen und in den Maschine defekte Teile verbaut wurden. <\/p>\n<p>Barnetts Beschreibung der Sicherheitsprobleme ist erschreckend. So f\u00fchrte beispielsweise das Anziehen der Titanmuttern an den Schrauben des Kabinenbodens dazu, dass 3-Zoll lange, rasiermesserscharfe Titansplitter in den Kanal fielen, in dem die gesamte sensible Avionikverkabelung verlief. Obwohl die FAA Boeing schlie\u00dflich einen Auslieferungsstopp wegen dieses Mangels f\u00fcr alle Flugzeuge anordnete, deren Kabinen voller loser, messerscharfer Metallsplitter waren, hatte das Unternehmen zu diesem Zeitpunkt bereits 800 Flugzeuge ausgeliefert. Und keine dieser Maschinen wurde zur\u00fcckgerufen, so dass jeder Dreamliner, der Fliegt, heute dieses Problem hat. Einige dieser Splitter haben bereits in den 787er Maschinen Br\u00e4nde verursacht.<\/p>\n<p>Barnetts sagt auch, dass 25% der Sauerstoffmasken defekt sind und dass die Maschinen eine gro\u00dfe Anzahl von Teilen hatten, von denen bekannt war, dass sie zum Zeitpunkt ihrer Installation defekt waren. Das Unternehmen lie\u00df diese Teile trotzdem installieren, damit sie ihre Produktionstermine einhalten konnten.<\/p>\n<p>Barnett versuchte diese M\u00e4ngel intern bei Boeing zu kl\u00e4ren, sah sich aber mit Vergeltungsma\u00dfnahmen am Arbeitsplatz konfrontiert. Dann informierte er die amerikanischen Bundesbeh\u00f6rden (FAA und OSHA). Aber das f\u00fchrte zu noch mehr Vergeltungsma\u00dfnahmen und schlie\u00dflich zur K\u00fcndigung und zum Bann als Besch\u00e4ftigter der gesamten Luftfahrtindustrie.<\/p>\n<p>Jetzt wartet Barnett darauf, dass verschiedene Bundesbeh\u00f6rden \u00fcber die von ihm gegen das Unternehmen erhobenen Beschwerden entscheiden. Er selbst fliegt nicht mehr mit den Boeing 787-Maschinen mit und hat auch seine Familie gebeten, keine Flugreisen mit diesem Typ zu unternehmen. <\/p>\n<blockquote>\n<p>F\u00fcr mich bedeutet diese Geschichte quasi eine 'Erinnerung an meine beruflichen Anf\u00e4nge'. Als frischgebackener Ingenieur habe ich Ende der siebziger Jahre bei der deutschen Luftfahrtindustrie angeheuert. Dort war ich u.a. mit Pr\u00fcfmethoden f\u00fcr Sch\u00e4den an Flugzeugbauteilen (Risse in Nietverbindungen oder geschwei\u00dften Teilen) des Airbus 300 befasst. Es musste dort immer wieder bei fliegenden Maschinen die Entscheidung getroffen werden, ob diese, trotz kleinster Risse in Nietverbindungen am Rumpf sicher waren und weiter fliegen d\u00fcrften, oder sofort einer Reparatur unterzogen werden mussten. Bei der Reparatur wurde dann einfach ein St\u00fcck Blech \u00fcber die Stelle mit Rissen genietet. Das war sicher, sah aber Schei\u00dfe aus \u2013 es hie\u00df 'wenn die Leute so einen geflickten Flieger sehen, schwindet das Vertrauen'. Wenn ich ein Flugzeug betrat, auf dessen Au\u00dfenhaut ich solche Reparaturbleche bemerkt, f\u00fchlte ich mich dagegen sicher. Ich wusste, dass meine Kollegen die Maschine auf Rissstellen bei Nietverbindungen gepr\u00fcft hatten und Fehlstellen reparieren lie\u00dfen. Dass dort solche Vers\u00e4umnisse wie oben skizziert h\u00e4tten vorkommen k\u00f6nnen, hielt ich f\u00fcr ausgeschlossen. Aber das ist jetzt 40 Jahre her. Und ich bin nach 2 Jahren in den Bereich der Computertechnik gewechselt \u2013 fand ich spannender, als mich mit Risspr\u00fcfungen an Flugzeugbauteilen zu befassen.<\/p>\n<\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Interessanter Einblick in die Luftfahrtindustrie: Ein altgedienter Boeing-Manager wurde in die Produktion der Boeing 787 \"Dreamliner\" versetzt. 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