{"id":10850,"date":"2019-12-06T11:01:00","date_gmt":"2019-12-06T10:01:00","guid":{"rendered":"https:\/\/borncity.com\/senioren\/?p=10850"},"modified":"2023-05-12T09:12:17","modified_gmt":"2023-05-12T07:12:17","slug":"monsanto-gekaufte-glyphosat-studie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2019\/12\/06\/monsanto-gekaufte-glyphosat-studie\/","title":{"rendered":"Monsanto: Gekaufte Glyphosat-Studie?"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"float: left; margin: 0px 10px 0px 0px; display: inline;\" title=\"Traktor\" src=\"https:\/\/i.imgur.com\/wLmWL10.jpg\" alt=\"Traktor\" width=\"206\" height=\"138\" align=\"left\" \/>Es steht der Verdacht im Raum, dass der Glyphosat-Hersteller Monsanto (jetzt Bayer) Studien zur Gef\u00e4hrlichkeit dieses Herbizids in Deutschland 'gekauft' hat. Oder anders ausgedr\u00fcckt: Man hat die Studie finanziert, mit dem Ergebnis, dass Glyphosat positiver dargestellt wird.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Um das Pflanzenschutzmittel Glyphosat tobt seit vielen Jahren eine riesige Lobby-Schlacht. Untersuchungen belegen, dass das Mittel krebserzeugend ist. Andere Studien sprechen dies aber ab. In der EU wird um ein Verbot gerungen, in den USA hat der Hersteller Monsanto einige Studien finanziert und ggf. an den Ergebnissen mitgeschrieben. Die Studien gehen bei Risikobewertungen in die Gutachten ein.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" title=\"Traktor\" src=\"https:\/\/i.imgur.com\/wLmWL10.jpg\" alt=\"Traktor\" \/><br \/>\n(Quelle: <a href=\"https:\/\/www.pexels.com\/de-de\/foto\/acker-ackerland-agbiopix-ausserorts-2889440\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Pexels<\/a> kostenlose Nutzung)<\/p>\n<p>Jetzt haben Recherchen von Lobby Control und des ARD-Magazins Monitor aufgedeckt, dass auch in Deutschland Studien zu Glyphosat verdeckt finanziert wurden. Erstellt wurden die Studien von dem Agrar\u00f6konomen Michael Schmitz, Uni Gie\u00dfen. Schmitz war 20 Jahre lang Sachverst\u00e4ndiger f\u00fcr das Bundeslandwirtschaftsministerium. Zudem arbeitete er als Gutachter f\u00fcr die Deutsche Forschungsgemeinschaft.<\/p>\n<p>Die Tagesschau berichtet <a href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20210420071327\/https:\/\/www.tagesschau.de\/investigativ\/monitor\/glyphosat-studien-monsanto-101.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">hier<\/a> weitere Details. Von Lobby-Control e.V. liegt mir folgende Information als Newsletter vor.<\/p>\n<blockquote><p>manchmal wundert man sich schon. Etwa, wenn ein Wissenschaftler uns schreibt, dass die Studie seines Instituts zu Glyphosat ohne finanzielle Unterst\u00fctzung von Dritten erstellt wurde. Und dann lesen wir wenig sp\u00e4ter in internen Protokollen schwarz auf wei\u00df, dass die Studie von Monsanto finanziert wurde.<\/p>\n<p>Es geht um das Institut f\u00fcr Agribusiness, \u00fcber dessen Studie zu veganer Ern\u00e4hrung wir schon im September berichtet hatten. Damals war uns die These aufgefallen, dass Fleischverzicht volkswirtschaftliche Sch\u00e4den in Milliardenh\u00f6he verursachen w\u00fcrde. Wir schauten genauer hin: Und siehe da, die Studie wurde vom Gefl\u00fcgellobbyverband finanziert und beauftragt.<\/p>\n<p>Nun also der zweite Fall. Schon bei unserer ersten Recherche war uns aufgefallen, dass das private Institut eines Gie\u00dfener Professors eng mit der Pestizidindustrie verbunden ist: Vorst\u00e4nde von BayerCropScience, Vortr\u00e4ge bei Syngenta und BASF sponsorte ein Traineeprogramm. Und gleichzeitig vermittelten die Glyphosat-Studien des Instituts Botschaften, die gerade den Herstellern des Unkrautvernichters sicherlich gut gefallen haben. Glyphosat-Verzicht schade ebenfalls der Volkswirtschaft und sei zudem un\u00f6kologisch.<\/p>\n<p>Der Verdacht lag nahe, dass auch diese Studien industrie-finanziert waren. Wir fragten nach und bekamen eine klare Antwort. Nein, die Studien seien aus eigenem Interesse entstanden und zwar ohne Finanzierung durch Dritte. Wir forschten weiter nach und fanden wenig sp\u00e4ter in internen Unterlagen ganz andere klare Aussagen. Die beiden Glyphosat-Studien wurden mit \u201efinanzieller F\u00f6rderung von Monsanto\" erstellt. So konnten wir es direkt nachlesen \u2013 schwarz auf wei\u00df.<\/p>\n<p>Die Monsanto-finanzierten Studien erschienen in Fachzeitschriften und fanden dann weiter ihren Weg in Politik und \u00d6ffentlichkeit: Sie wurden mehrfach in Lobby-Materialien von Monsanto und Co. zitiert, Journalist*innen bezogen sich auf die Fachartikel, selbst bei Wikipedia sind die Studien bis heute verlinkt. Und jedes Mal ohne Nennung von Monsanto.<br \/>\nDas ist ein Fall von verdeckter Einflussnahme. Kronzeugen mit Professorentitel verleihen interessegeleiteten Botschaften Glaubw\u00fcrdigkeit. Das \u00f6ffnet T\u00fcren in Politik und \u00d6ffentlichkeit \u2013 und erschwert eine kritische Debatte zu dem Thema.<\/p>\n<p>Vor unserer Recherche haben wir nachgefragt, wie die betroffenen Stellen dazu stehen. Eine Fachzeitschrift, in der die Studienergebnisse ver\u00f6ffentlicht wurden, \u00fcberpr\u00fcft den Fall und wird die Aufs\u00e4tze zum Jahresanfang zur\u00fcckziehen, wenn sie unsere Recherchen \u00fcberpr\u00fcfen konnten. Auch die Universit\u00e4t Gie\u00dfen, an die das Institut r\u00e4umlich angeschlossen war, hat schon nach unserer ersten Recherche ihren Professor ermahnt und untersucht den Fall weiter.<\/p>\n<p>Der neue Monsanto-Eigent\u00fcmer Bayer hat inzwischen einger\u00e4umt, dass die Studien von Monsanto beauftragt wurden. Der fehlende Hinweis auf die Unterst\u00fctzung durch Monsanto entspreche nicht den Grunds\u00e4tzen von Bayer. Von der eigenen Webseite ist ein Verweis auf die Studie erstmal verschwunden. Aber Bayer hat noch nicht beantwortet, welche weiteren Glyphosat-Studien Monsanto und Bayer f\u00fcr Lobbyzwecke finanziert haben.<\/p>\n<p>Wir werden wir dranbleiben und darauf dr\u00e4ngen, dass der Konzern f\u00fcr umfassende Transparenz sorgt. Mit der Recherche haben wir einiges ins Rollen gebracht! Das wird es Konzernen hoffentlich zuk\u00fcnftig schwieriger machen, verdeckt \u00fcber wissenschaftliche Kronzeugen Einfluss zu nehmen<strong>.<\/strong> Wir wollen verhindern, dass in der jetzt anlaufenden Debatte um die erneute Zulassung von Glyphosat 2022 nochmal Auftragsforschung als neutrale Wissenschaft pr\u00e4sentiert wird.<\/p><\/blockquote>\n<p>Die ARD-Sendung berichtete a, 5.12.2019 (ARD 21:45 Uhr) \u00fcber den Fall. Und wenn der Blog-Beitrag hier \u00f6ffentlich ist, sollte auch ein Artikeln in der S\u00fcddeutschen Zeitung erschienen sein. Mehr zu den verdeckten Finanzierungen der Glyphosat-Studien hat Lobby-Control e.V. <a href=\"https:\/\/www.lobbycontrol.de\/2019\/12\/monsanto-glyphosatstudien\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">hier ver\u00f6ffentlicht<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es steht der Verdacht im Raum, dass der Glyphosat-Hersteller Monsanto (jetzt Bayer) Studien zur Gef\u00e4hrlichkeit dieses Herbizids in Deutschland 'gekauft' hat. 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