{"id":11197,"date":"2020-01-09T00:33:00","date_gmt":"2020-01-08T23:33:00","guid":{"rendered":"https:\/\/borncity.com\/senioren\/?p=11197"},"modified":"2022-09-11T11:07:55","modified_gmt":"2022-09-11T09:07:55","slug":"diskussionen-um-psa-test-fr-mnner","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2020\/01\/09\/diskussionen-um-psa-test-fr-mnner\/","title":{"rendered":"Diskussionen um PSA-Test f&uuml;r M&auml;nner"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"Gesundheit\" style=\"float: left; margin: 0px 10px 0px 0px; display: inline\" border=\"0\" alt=\"Gesundheit\" src=\"https:\/\/www.borncity.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Gesundheit-2.jpg\" width=\"60\" align=\"left\" height=\"56\">Gerade geht die Meldung um, dass der PSA-Test zur Fr\u00fcherkennung von Prostata-Krebs bei M\u00e4nnern 'nichts taugt'. Da mir das Thema 'PSA-Test f\u00fcr Raucher problematisch' auch \u00fcber eine zweite Meldung im Dezember auf den Tisch kam, habe ich im Beitrag einige Informationen aufbereitet. <\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h2>Fr\u00fcherkennung Prostatakrebs<\/h2>\n<p>Prostatakrebs ist die h\u00e4ufigste Krebserkrankung bei M\u00e4nnern. Allerdings entwickelt sich diese Krebsform meist nur langsam. Zur Fr\u00fcherkennung von Prostatakrebs gibt es verschiedene M\u00f6glichkeiten.&nbsp; <\/p>\n<p>F\u00fcr M\u00e4nner existiert die M\u00f6glichkeit einer Tastuntersuchung durch einen Urologen, die im Rahmen des gesetzlichen Fr\u00fcherkennungsprogramms vorgenommen wird. F\u00fcr M\u00e4nner ab 45 Jahren ist diese Untersuchung durch das Rektum samt Gespr\u00e4ch mit dem Arzt einmal j\u00e4hrlich kostenlos. Bei M\u00e4nnern mit Vorbelastung ist die Untersuchung sogar ab 40 Jahren als Kassenleistung m\u00f6glich. <\/p>\n<blockquote>\n<p>Was mir vom Urologen gerne als IGEL-Leistung angedient wurde, war eine zus\u00e4tzliche kostenpflichtige Untersuchung per Ultraschall. Habe ich inzwischen aber abgelehnt \u2013 und bei einem Gespr\u00e4ch mit dem Hausarzt meinte dieser, dass ich \u2013 solange keine Beschwerden best\u00fcnden \u2013 die j\u00e4hrliche Untersuchung beim Urologen sparen k\u00f6nne. Aber hier muss jeder Mann mit seinem Arzt abw\u00e4gen, ob die Tastuntersuchung durchgef\u00fchrt wird. <\/p>\n<\/blockquote>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"Arzt\" alt=\"Arzt\" src=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/J3cUMGL.jpg\" width=\"467\" height=\"622\"><br \/>(Quelle: <a href=\"https:\/\/www.pexels.com\/de\/foto\/arzt-behandlung-brille-chirurg-433635\/\">Pexels\/Pixabay<\/a> CC0 Lizenz) <\/p>\n<h2>Was ist der PSA-Test?<\/h2>\n<p>Zur Fr\u00fcherkennung von Prostatakrebs wird auch ein sogenannter PSA-Test \u00fcber eine Blutentnahme angeboten. PSA steht f\u00fcr <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Prostataspezifisches_Antigen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">prostataspezifische Antigen<\/a>, und der sogenannte PSA-Wert kann zur Prostatakrebsdiagnostik mit herangezogen werden. Allerdings besteht das Problem, dass sich der PSA-Laborwert durch Sport, Entz\u00fcndungen der Harnwege etc. ver\u00e4ndern kann und es so zu 'Fehlalarmen' mit der Gefahr von \u00dcberdiagnosen kommen kann. Auch gibt es F\u00e4lle, wo ein Prostatakarzinom nicht im PSA-Wert angezeigt wird, der Test also versagt. <\/p>\n<p>Die Webseite <a href=\"https:\/\/www.krebsgesellschaft.de\/onko-internetportal\/basis-informationen-krebs\/krebsarten\/prostatakrebs\/frueherkennung.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">krebsgesellschaft.de<\/a> geht in einem Artikel auf diesen Sachverhalt ein und r\u00e4t, dass ein Patient sich von seinem Arzt ausf\u00fchrlich \u00fcber die Vor- und Nachteile informieren lassen sollte. Es kommt n\u00e4mlich darauf an, dass im Fall erh\u00f6hter PSA-Werte Arzt und Patient \u00fcber die weitere Vorgehensweise entscheiden und nicht in 'wilde Diagnostik' mit Panikmache verfallen. <\/p>\n<p>Der <a href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20210225104337\/https:\/\/www.medica.de\/de\/News\/Archiv\/Vom_Sinn_und_Unsinn_des_PSA-Tests\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Beitrag hier<\/a> beschreibt das Spannungsfeld, in dem Mediziner und Patient stehen. Viele Urologen empfehlen trotz aller Unsicherheiten ihren Patienten, den Test zu machen. Auch in der Leitlinie \u201ePSA-gesteuerte Fr\u00fcherkennung des Prostatakarzinoms\" der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Urologie (DGU) wird er als sinnvoll erachtet.<\/p>\n<h2>PSA-Test bei Rauchern eher ungeeignet<\/h2>\n<p>Wissenschaftler haben in einer Studie (Smoking reduces PSA accuracy for detection of prostate cancer: results from an Italian cross-sectional study) k\u00fcrzlich untersucht, ob die Aussagekraft des PSA-Wertes bei der Fr\u00fcherkennung von Prostatakrebs vom Raucherstatus der M\u00e4nner beeinflusst wird. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass sich der PSA-Test diesbez\u00fcglich bei Rauchern weniger eignete.<\/p>\n<p>Die Wissenschaftler sammelten seit 2008 Daten von M\u00e4nnern, die sich in einer Einrichtung in Italien Gewebeproben aus der Prostata entnehmen lie\u00dfen (Prostatabiopsie). M\u00e4nner, die einen PSA-Wert von mehr als 30 ng\/ml hatten, wurden aus der Studie ausgeschlossen. So standen schlie\u00dflich f\u00fcr die Analyse die Daten von 872 M\u00e4nnern (mittleres Alter: 67 Jahre, mittlerer PSA-Wert: 6,2 ng\/ml) zur Verf\u00fcgung. Nach ihrem Raucherstatus wurden die Patienten in drei verschiedene Gruppen eingeteilt: Nichtraucher (402 M\u00e4nner), Raucher (151 M\u00e4nner) und ehemalige Raucher (319 M\u00e4nner). <\/p>\n<p>Mit speziellen Analysen berechneten die Wissenschaftler, wie gut sich die PSA-Werte in den verschiedenen Gruppen dazu eignete, eine m\u00f6gliche Prostatakrebserkrankung vorherzusagen. Nach der Biopsie stellte sich bei 374 der 872 M\u00e4nnern (43 %) heraus, dass sie an Prostatakrebs erkrankt waren. <\/p>\n<p>Die statistischen Analysen ergaben, dass der PSA-Wert bei Nichtrauchern und bei ehemaligen Rauchern das Prostatakrebs-Risiko besser widerspiegelte als bei M\u00e4nnern, die rauchten. Bei M\u00e4nnern, die rauchten, war die Aussagekraft des PSA-Wertes hinsichtlich der Fr\u00fcherkennung von Prostatakrebs weniger aussagekr\u00e4ftig als bei Nichtrauchern oder ehemaligen Rauchern. Warum das so war \u2013 also welcher Mechanismus dahintersteckt \u2013, muss nun in weiteren Studien erforscht werden. Ein deutschsprachiger Artikel findet sich beim <a href=\"https:\/\/www.deutschesgesundheitsportal.de\/2019\/12\/02\/psa-test-bei-rauchern-ungeeignet\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">DeutschesGesundheitsPortal.de<\/a>.<\/p>\n<h2>Der Grund f\u00fcr die aktuelle PSA-Diskussion<\/h2>\n<p>Die Tage gehen Meldungen wie Prostata-PSA-Test taugt nicht zur Fr\u00fcherkennung (SWR2), <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/gesundheit\/psa-test-prostatakrebs-nutzen-schaden-iqwig-1.4744050\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">PSA-Test ist laut aktuellem Gutachten wertlos<\/a> (S\u00fcddeutsche Zeitung) oder \u00e4hnlich durch die Presse. <\/p>\n<p>Basis dieser Meldungen ist ein Vorbericht <a href=\"https:\/\/www.iqwig.de\/de\/projekte-ergebnisse\/projekte\/nichtmedikamentoese-verfahren\/s-projekte\/s19-01-prostatakarzinom-screening-mittels-psa-test.11857.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Prostatakarzinom-Screening mittels PSA-Test<\/a> des Instituts f\u00fcr Qualit\u00e4t und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen vom 3. Januar 2020. Dieser kommt nach einer Auswertung von elf Studien mit mehr als 400.000 Teilnehmern zum Schluss, dass eine Standard-Fr\u00fcherkennung mit PSA-Test nicht empfehlenswert sei. <\/p>\n<p>Dieser Bericht bezieht sich aber auf die Frage, ob ein PSA-Test als Vorsorgema\u00dfnahme von den Krankenversicherungen bezahlt wird. Tenor des Berichts: Der Nutzen des Bluttests \u00fcberwiegt demnach nicht im Vergleich zu den m\u00f6glichen Sch\u00e4den durch \u00fcberfl\u00fcssige Behandlungen, Operationen und Folgeuntersuchungen. Im Kontext dessen, was das Institut begutachten sollte (n\u00e4mlich die Wirtschaftlichkeit), sicherlich eine logische Schlussfolgerung \u2013 es geht um eine Kosten\u00fcbernahme durch Krankenkassen und damit durch die Allgemeinheit. <\/p>\n<p>Das \u00c4rzteblatt hat sich den Vorbericht n\u00e4her angesehen und <a href=\"https:\/\/www.aerzteblatt.de\/archiv\/211760\/Prostatakrebs-Screening-Prueffall-PSA-Test\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">geht hier darauf ein<\/a>. Deren Urteil: Ein PSA-Test kann f\u00fcr M\u00e4nner Vorteile haben, wenn der Test ein Karzinom fr\u00fch erkennt und ein Behandlung mit wenig Nebenwirkungen vorgenommen wird. Dort zitiert man Urologen der Universit\u00e4tsklinik Homburg-Saar. Diese warnten unl\u00e4ngst davor, bei der Entscheidung f\u00fcr oder gegen das PSA-Screening nur die Schattenseiten von \u00dcberdiagnostik und \u00dcbertherapie ins Kalk\u00fcl zu ziehen. Auch \u201edas vermeidbare hohe pers\u00f6nliche Leid, verursacht durch jahrelanges Siechtum\", sei zu ber\u00fccksichtigen.<\/p>\n<p>Damit sind wir also wieder bei der Diskussion, die seit Jahren zwischen Bef\u00fcrwortern und Kritikern der PSA-Tests zur Fr\u00fcherkennung hin und her geht. Die Bef\u00fcrworter sehen im PSA-Test, wenn er nach der Leitlinie \u201ePSA-gesteuerte Fr\u00fcherkennung des Prostatakarzinoms\" der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Urologie (DGU) vorgenommen wird, eine sinnvolle Ma\u00dfnahme zur Fr\u00fcherkennung. Die Kritiker stellen die Risiken in den Vordergrund. Unterm Strich wird sich jeder Mann nach einem Gespr\u00e4ch mit seinem Arzt entscheiden m\u00fcssen, ob er einen PSA-Test machen l\u00e4sst. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gerade geht die Meldung um, dass der PSA-Test zur Fr\u00fcherkennung von Prostata-Krebs bei M\u00e4nnern 'nichts taugt'. 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