{"id":12955,"date":"2020-08-07T11:02:07","date_gmt":"2020-08-07T09:02:07","guid":{"rendered":"https:\/\/borncity.com\/senioren\/?p=12955"},"modified":"2020-12-11T18:31:33","modified_gmt":"2020-12-11T17:31:33","slug":"erhhung-des-renteneintrittsalters-einwurf-von-bernd-rrupp","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2020\/08\/07\/erhhung-des-renteneintrittsalters-einwurf-von-bernd-rrupp\/","title":{"rendered":"Erh&ouml;hung des Renteneintrittsalters &#8211; Einwurf von Bernd R&uuml;rupp"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" style=\"float: left; margin: 0px 10px 0px 0px; display: inline;\" src=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/DNxhm89.jpg\" alt=\"\" align=\"left\" \/>Im Jahr 2031 wird das gesetzliche Renteneintrittsalter bei 67 Jahren liegen. Die Folgen der Coronakrise, eine steigende Anzahl an Rentnern, all dies wird die Rentenkassen belasten. Schon wird der Ruf nach der Erh\u00f6hung des Renteneintrittsalters laut.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg05.met.vgwort.de\/na\/a2727a5e76dc4c1f84059db5c893cdea\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/>Hier d\u00fcrfte eine 'kluge Rentenpolitik' gefordert sein, die beispielsweise den Leuten bei Erreichen der Altersgrenze auf Wunsch einen gleitenden \u00dcbergang in den Ruhestand erm\u00f6glicht. Prof. Bert R\u00fcrup hat im Handelsblatt einen ganz lesenswerten <a href=\"https:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/deutschland\/der-chefoekonom-eine-weitere-erhoehung-des-renteneintrittsalters-kaeme-einem-politischen-selbstmord-gleich\/26072350.html?share=twitter\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Beitrag zu diesem Themenfeld<\/a> ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<h2>Aber man l\u00e4sst uns nicht springen &#8230;<\/h2>\n<p>In den Kommentaren gibt es eine Stimme eines Betroffenen, der sich bez\u00fcgliche eines gleitenden \u00dcbergangs so \u00e4u\u00dferte:<\/p>\n<blockquote><p>Hatte mir das damals auch so vorgestellt\u00a0 &#8230;. Eigentlich hatte ich mir vorgenommen bis 65 durchzuhalten. Die letzten Jahre wurden aber immer qu\u00e4lender, sodass ich mich dann doch daf\u00fcr entschieden hatte, um 1 1\/2 jahre abzuk\u00fcrzen und ich war gottfroh, dass ich nicht noch l\u00e4nger bleiben musste (auch wenn's nur halbtags gewesen w\u00e4re).<\/p><\/blockquote>\n<p>Das sind dann die Erfahrungen, die mich pers\u00f6nlich immer betroffen machen. Da ist es wieder, das B\u00fcrokratentum und der Amtsschimmel. Eine Verschwendung von Ressourcen sondergleichen. Ich sehe das leider auch betr\u00fcbt, so, wie der Leser.<\/p>\n<h2>Eigene Erfahrungen &#8211; nie verbiegen lassen<\/h2>\n<p>Gut, im R\u00fcckblick auf 51 Jahre Berufsleben und 65 Lebensjahre bin ich zur Feststellung gekommen, dass ich wohl 'ein K\u00e4mpfer' bin, der sich wenig um die Befindlichkeiten irgendwelcher Chefs k\u00fcmmerte. Und es war mir klar, dass in der letzten Firma, wo ich als Angestellter war, so etwas wie 'Narrenfreiheit' genoss. Bei vielen Projekten war ich 'Feuerwehr', der Verungl\u00fccktes sanieren und auf Vordermann bringen musste &#8211; und mit 'meinem Hobby' &#8211; so die Vorstellung meiner Chefs &#8211; habe ich mehr verdient, als mir die Firma zahlte. Machte das Leben dort etwas einfacher &#8230; hat aber nicht jeder.<\/p>\n<p>Ich bin ja ein Mensch, der nie den 'geraden Weg der grauen M\u00e4use' in seinem Berufsweg gegangen ist. Auf das Gymnasium wollte ich nicht 'plage mir nicht den Kopf' so mein Argument &#8211; erz\u00e4hlte mir meine Mutter kurz vor ihrem Tod. Wusste ich nicht &#8211; aber ich kannte den Grund: 'Ein Pfarrer aus der Familie nahm mich bei meiner Erstkommunion zur Seite und meinte: G\u00fcnter, geh auf's Gymnasium, mach Abitur, dann kannste nachher Pfarrer werden.' Schon damals scheint der Revoluzzer in mir gehaust zu haben &#8211; ich und Pfarrer? No way &#8211; eher l\u00e4uft der Rhein aufw\u00e4rts in Richtung Basel.<\/p>\n<p>Also war nach\u00a08 1\/2 Jahren Volksschule eine Elektroinstallationslehre angesagt. Wie man es schafft, eine Zwischenpr\u00fcfung zu versauen und doch durchzustarten, habe ich dr\u00fcben in meinem IT-Blog im Beitrag\u00a0<a href=\"https:\/\/www.borncity.com\/blog\/2020\/07\/12\/murejubbel-podcast-mit-gnter-born-als-gast\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Lebenslinien: Muurejubbel-Podcast mit G\u00fcnter Born als Gast<\/a> aufgedr\u00f6selt. War etwas steiniger \u00fcber den zweiten Bildungsweg zum Fachabitur und dann ein Ingenieursstudium durchziehen.<\/p>\n<p>Nach einem ersten Job als Ingenieur in der Luft- und Raumfahrtindustrie &#8211; war nix f\u00fcr Vatters Jung, die wollten mich einfach nicht die 'Saturn next generation' bauen lassen und haben meine Genialit\u00e4t wohl verkannt. Also Exit und ganz was neues: Was mit Computern in der Gro\u00dfchemie. War mein Ding, aber die Revoluzzer-Seele tobte noch immer &#8211; st\u00e4ndig war da die dicke Betonwand, mit der ich mit dem Kopf durchwollte &#8211; gut, ich habe schnell gelernt, um die Wand herum zu springen, um doch noch ans Ziel zu kommen.<\/p>\n<p>Aber vor dem H\u00f6hepunkt seiner 'Karriere' vor fast genau 27 Jahren (1. Oktober ist der Termin) habe ich die Rei\u00dfleine gezogen, und einen Job im Management mit Personalverantwortung im Ingenieurbereich an den Nagel geh\u00e4ngt hat (war gut so, ich bin 2 Jahre, bevor eine gro\u00dfe deutsche Chemiefirma betriebswirtschaftlich geschlachtet und an die Wand gefahren wurde, dort weg). Irgend eine weitere Stelle als Ingenieure in einem anderen Unternehmen wie Siemens, AEG, BBC etc. annehmen? Kam nicht in die T\u00fcte &#8211; durch meine Arbeit in Normengremien kannte ich den Stallgeruch 'dieser L\u00e4den' und wusste, dass ich vom Regen in die Traufe gekommen w\u00e4re.<\/p>\n<p>Also Exit und ganz was anders machen, ich wurde Schriftsteller (Motto: Mache dein Hobby zum Beruf, dann musst Du nie wieder arbeiten), um quasi unter die brotlosen Lebensk\u00fcnstler zu gehen. Gut, Brot gab es immer zur Gen\u00fcge &#8211; auch wenn meine Frau mir in der Anfangszeit erz\u00e4hlte:<\/p>\n<blockquote><p>Die Leute sehen, dass Du immer zuhause bist und fragen mich 'Was macht ihr Mann' &#8211; ich wei\u00df gar nicht, was ich dann antworten soll. Zu Beginn antwortete sie den Fragenden arglos 'der ist Schriftsteller' &#8211; um dann mit der n\u00e4chsten Frage 'kann man davon leben' konfrontiert zu werden. Habe meiner Frau dann die Antwort diktiert: Antworte auf die Frage 'kann man davon leben' schlicht mit 'Nein, aber mein Mann und ich leben von der Luft und Liebe &#8211; die Kinder schicken wir zu den Nachbarn zum Durchf\u00fcttern'. Als sie diesen Spruch drauf hatte, war 'Ruhe im Karton' und Schluss mit Nachfragen ;-).<\/p><\/blockquote>\n<p>Zur\u00fcck zum Thema: Ich kenne jetzt beide Lebenswelten, Angestellter, der sich nach landl\u00e4ufiger Meinung der Personalberater 'bei Zeiten wie ein H\u00e4kchen kr\u00fcmmen und als graue Maus mitlaufen soll' &#8211; und als Selbst\u00e4ndiger, der seit 27 Jahren t\u00e4glich mit dem 'B\u00e4r auf dem Vulkan tanzt'. Letzteres gef\u00e4llt mir im R\u00fcckblick deutlich besser als die Jahre als Angestellter.<\/p>\n<h3>Staats-, Firmen- und Gesellschaftsversagen<\/h3>\n<p>Als jemand mit fr\u00fcherer Personalverantwortung hat es mir jedes Mal in der Seele weh getan, wenn ich gesehen habe, wie Bekannte, die sich eigentlich nie \u00fcber ihren Job beklagt haben, so 1-2 Jahre vor der Rente pl\u00f6tzlich in den 'das macht alles keinen Spa\u00df mehr-Modus' verfielen und dem Ruhestand entgegen fieberten. Das ist Staats-, Firmen- und Gesellschaftsversagen.<\/p>\n<p>Aus meiner Ingenieurst\u00e4tigkeit im Management ist mir aber auch bekannt, dass es schon sehr aufgeschlossene Chefs brauchte, um \u00e4ltere Mitarbeiter richtig einzubinden. Ich erinnere noch sehr gut die Situation, als ich als junger Ingenieur die Projektleitung f\u00fcr ein IT-Vorhaben auf's Auge gedr\u00fcckt bekam, und pl\u00f6tzlich einen sehr erfahrenen Ingenieur um die 50, der letzten Endes das Projekt akquiriert und von der Hardware her geplant hat, so einzubinden, dass er mit am Karren zog. Es hat geklappt, er war happy und ich habe das Projekt erfolgreich zum Abschluss gebracht (die Vorg\u00e4nger waren in einer anderen Anlage mit einem vergleichbaren Projekt letztendlich gescheitert &#8211; die Computer zur Steuerung liefen nie st\u00f6rungsfrei, sondern erforderten immer Handst\u00e4nde vom Wartungspersonal).<\/p>\n<p>Es war \"die eine Erkenntnis\", die mich zum Exit und Sprung ins kalte Wasser der Selbst\u00e4ndigkeit, bewogen hat: 'Mit 50 geh\u00f6rst Du in dem Laden zum alten Eisen und die fahren mit dir Schlitten &#8211; schau, dass Du weg kommst'.<\/p>\n<p>Gut, es kann nicht jeder solche Haken schlagen, wie meine Wenigkeit &#8211; und ich bin sicherlich ein Mensch mit besonderer Mentalit\u00e4t, der 'seinen Pflug tief und gerade zu seinen Zielen durch's Leben gezogen hat' &#8211; nur gelegentlich habe ich mal zur\u00fcckgeblickt, um zu pr\u00fcfen, ob ich die Furche auch gerade ziehe und auf dem 'richtigen Weg bin'. War aber auch kein Problem, den Pflug mal ganz herum zu rei\u00dfen und zur Verwunderung der Mitmenschen pl\u00f6tzlich ein g\u00e4nzlich anderes Ziel zu verfolgen. Ich denke, ich werde den Unruhestand gleitend angehen und auch dort (hoffentlich) meine Furche ziehen k\u00f6nnen, bis ich irgendwann aus den Stiefeln kippe.<\/p>\n<p>Aber mein Bruder ist Werkzeugmachermeister, der aktuell in der Schweiz lebt und arbeitet. Seine Aussage: Bei uns arbeiten altgediente Meister und Facharbeiter oft bis 68 und ich plane das auch. Na bitte, geht doch &#8230;<\/p>\n<p>&#8230; wird aber ein steiniger Weg, bis die deutsche Gesellschaft springt. Controller und Erbsenz\u00e4hler haben wir zur Gen\u00fcge. Aber an einem \u00dcberfluss an Kreativit\u00e4t und Wagemut (dazu geh\u00f6rt auch, Ressource der \u00c4lteren einzubinden) leiden wir die letzten 40 Jahre ja leider nicht mehr &#8230; mal schauen, was wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Jahr 2031 wird das gesetzliche Renteneintrittsalter bei 67 Jahren liegen. Die Folgen der Coronakrise, eine steigende Anzahl an Rentnern, all dies wird die Rentenkassen belasten. 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