{"id":14314,"date":"2020-11-04T00:12:00","date_gmt":"2020-11-03T23:12:00","guid":{"rendered":"https:\/\/borncity.com\/senioren\/?p=14314"},"modified":"2024-05-19T20:15:52","modified_gmt":"2024-05-19T18:15:52","slug":"neues-mineral-donwilhelmsit-in-mondmeteorit-entdeckt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2020\/11\/04\/neues-mineral-donwilhelmsit-in-mondmeteorit-entdeckt\/","title":{"rendered":"Neues Mineral Donwilhelmsit in Mondmeteorit entdeckt"},"content":{"rendered":"<p>Ein europ\u00e4isches Forscherteam hat im Mondmeteoriten 'Oued Awlitis 001' ein neues Hochdruck-Mineral entdeckt und dieses zu Ehren des US-Geologen Don E. Wilhelms als Donwilhelmsit [CaAl4Si2O11] benannt. Hier einige Informationen dazu. <\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h2>Steine vom Mond<\/h2>\n<p>Zus\u00e4tzlich zu den 382 Kilogramm Gesteinen und Regolith, welche durch die Apollo- und Luna-Weltraummissionen auf die Erde gebracht wurden, liefern insbesondere die Mondmeteorite wichtige Hinweise zur Entstehung und Entwicklung des Mondes. Wenn sich Einschlagskrater auf dem Mond bilden, werden Gesteine von der Oberfl\u00e4che in den Weltraum geschleudert. <\/p>\n<p>Bei diesen Einschl\u00e4gen treten extreme physikalischen Bedingungen auf. Innerhalb des Mondgesteins schmelzen mikroskopisch kleine Bereiche auf. Diese winzigen Schmelzzonen sind von gro\u00dfer Bedeutung, weil dort, f\u00fcr den Bruchteil einer Sekunde, Druck- und Temperaturbedingungen auftreten, wie sie auch im Inneren der Erde herrschen. In diesen nat\u00fcrlichen Schmelztiegeln entstehen Minerale, die ansonsten f\u00fcr die Wissenschaft unerreichbar im Erdinneren verborgen sind. Minerale wie Wadsleyite, Ringwoodite und Bridgmanite bilden gro\u00dfe Teile des Erdmantels. Ihre k\u00fcnstliche Erzeugung gelang erst mit Hochdruckexperimenten. Als nat\u00fcrliche Minerale wurden sie in Meteoriten gefunden und benannt.<\/p>\n<p>Einige der in den Weltraum geschleuderten Teile landen sp\u00e4ter als Mondmeteorite auf der Erde.Der Mondmeteorit 'Oued Awlitis 001' wurde im Janua4 2014 bei einer gezielten Suche durch Einheimische in der Westsahara gefunden, wie man in <a href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20231222070058\/http:\/\/objekte.nhm-wien.ac.at\/objekt\/th1734\/ob1733\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">diesem Artikel<\/a> des Naturhistorischen Museums Wien nachlesen kann. Es gelangte 2015 durch Ankauf &#8211; ein Gro\u00dfteil der Ankaufssumme wurde mittels einer <a href=\"https:\/\/de.ulule.com\/help-us-to-get-the-moon\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Crowdfunding-Aktion<\/a> aufgebracht &#8211; in die Sammlung des Museums. <\/p>\n<h2>Hochdruck-Mineral Donwilhelmsite entdeckt<\/h2>\n<p>Ein europ\u00e4isches Forschungsteam hat im Mondmeteoriten Oued Awlitis 001 ein neues Hochdruck-Mineral namens Donwilhelmsite [CaAl4Si2O11] entdeckt. \u00dcber das neue Mineral berichten J\u00f6rg Fritz vom Zentrum f\u00fcr Rieskrater und Impaktforschung N\u00f6rdlingen und seine Mitstreiterinnen und Mitstreiter vom Deutschen GeoForschungsZentrum GFZ in Potsdam, dem Museum f\u00fcr Naturkunde in Berlin, dem Natural History Museum in Wien, dem Institute of Physics of the Czech Academy of Science, dem Natural History Museum in Oslo, der University of Manchester und dem Deutschen Zentrum f\u00fcr Luft- und Raumfahrt DLR im Fachjournal \u201eAmerican Mineralogist\".<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20210706022549\/https:\/\/www.gfz-potsdam.de\/fileadmin\/_processed_\/8\/f\/csm_11376_Fragments_20of_20the_20Oued_20Awlitis_20001_20meteorites_20acquired_20by_20the_20NHMW_cNHMW_Ludovic-Ferri%C3%A8re_7328364d74.jpg\" width=\"673\" height=\"342\"><br \/>(Teil des Metoriten, Quelle: NHM Wien, Ludovic Ferri\u00e9re)<\/p>\n<p>Das neue Mineral Donwilhelmsite besteht aus Kalzium, Aluminium, Silizium und Sauerstoff Atomen, und ist damit das erste Hochdruckmineral in Meteoriten mit Bedeutung f\u00fcr sogenannte subduzierte terrestrische Sedimente. Gefunden wurde Donwilhlemsite in winzigen Schmelzzonen des Mondmeteoriten Oued Awilits 001.  <\/p>\n<p>Der 2014 in der West-Sahara entdeckte Mondmeteorit hat chemische \u00c4hnlichkeiten mit den Gesteinen unserer Kontinente. Sedimente dieser Kontinente werden durch Wind und Fl\u00fcsse in die Ozeane getragen und durch Plattentektonik zusammen mit der dichten ozeanischen Kruste tief in den Erdmantel gezogen. Mit steigendem Druck und Temperatur wandeln sich die Minerale in dichtere Minerale um. Der neu entdeckte Donwilhelmsite entsteht in einer Tiefe von 460 bis 700 Kilometern. Im Gesteinszyklus der Erde ist Donwilhelmsite wichtig f\u00fcr den Transport kontinentaler Sedimente durch die \u00dcbergangszone vom oberen in den unteren Erdmantel. <\/p>\n<p>Eine pan-europ\u00e4ische Zusammenarbeit war n\u00f6tig um den Mondmeteoriten zu organisieren, das neue Mineral zu entdecken, die wissenschaftliche Bedeutung zu verstehen, und die Kristallstruktur der winzigen, ein tausendstel Millimeter breiten Kristalle genau zu vermessen. \u201eAm GFZ haben wir mit Hilfe der Transmissionselektronenmikroskopie mikrostrukturelle Aspekte der Proben untersucht\", sagt Richard Wirth aus der Sektion \u201eGrenzfl\u00e4chen-Geochemie\". \u201eUnsere Untersuchungen und die Kristallstrukturanalysen der Kolleginnen und Kollegen aus Tschechien unterstreichen einmal mehr die Bedeutung der Transmissionselektronenmikroskopie in den Geowissenschaften.\" <\/p>\n<p>\u201eSeit 25 Jahren arbeite ich t\u00e4glich an Meteoriten, aber pl\u00f6tzlich als erster ein neues Mineral aus dem Weltall zu entdecken und dann zu erforschen, ist ein \u00fcberw\u00e4ltigendes Gef\u00fchl\", wird Ansgar Greshake, Wissenschaftlicher Leiter der Meteoritensammlung am Museum f\u00fcr Naturkunde Berlin, in <a href=\"https:\/\/www.museumfuernaturkunde.berlin\/de\/presse\/pressemitteilungen\/forscher-entdecken-neues-mineral-vom-mond\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">dieser Meldung<\/a> zitiert. SPON hat <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/wissenschaft\/weltall\/unbekanntes-mineral-in-mondgestein-gefunden-a-d1e31572-1659-439b-bde1-40a08c2a1b7a\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">herausgefunden<\/a>, dass J\u00f6rg Fritz, Gastwissenschaftler am Zentrum f\u00fcr Rieskrater- und Impaktforschung in N\u00f6rdlingen, und Studienleiter, im Hauptberuf Betreiber eines Kinos in Heppenheim ist.  <\/p>\n<p>Das neue Mineral wurde nach dem Amerikanischen Mondforscher Don E. Wilhelms benannt. Er war Teil der Apollo-Missionen, die die ersten Gesteine vom Mond zu Erde brachten. Teile des Mondmeteoriten Oued Awlitis 001 wurden durch die Crowdfunding Aktion \u201eHelp us to get the Moon\" erworben und sind im Naturhistorischen Museum in Wien ausgestellt , so der <a href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20210413102735\/https:\/\/www.gfz-potsdam.de\/medien-kommunikation\/meldungen\/detailansicht\/article\/neues-mineral-in-meteorit-vom-mond-entdeckt\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Pressetext<\/a> des GFZ (Helmholz Zentrum Potsdam, Deutsches GeoforschungsZentrum) und <a href=\"https:\/\/www.nhm-wien.ac.at\/presse\/pressemitteilungen2020\/mondmeteorit_oued_awlitisawlitis\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">des NHM Wien<\/a>.  <\/p>\n<p><b>Originalstudie: <\/b>Fritz, J., Greshake, A., Klementova, M., Wirth, R., Palatinus L. L. , Tr\u00f8nnes, R. G., Assis Fernandes, V., B\u00f6ttger, U., Ferri\u00e8re, L, 2020. American Mineralogist. Donwilhelmsite,<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein europ\u00e4isches Forscherteam hat im Mondmeteoriten 'Oued Awlitis 001' ein neues Hochdruck-Mineral entdeckt und dieses zu Ehren des US-Geologen Don E. Wilhelms als Donwilhelmsit [CaAl4Si2O11] benannt. 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