{"id":14574,"date":"2020-12-07T00:42:00","date_gmt":"2020-12-06T23:42:00","guid":{"rendered":"https:\/\/borncity.com\/senioren\/?p=14574"},"modified":"2020-11-28T11:01:46","modified_gmt":"2020-11-28T10:01:46","slug":"dgn-leitlinie-zum-beschleunigungstrauma-erneuert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2020\/12\/07\/dgn-leitlinie-zum-beschleunigungstrauma-erneuert\/","title":{"rendered":"DGN-Leitlinie zum Beschleunigungstrauma erneuert"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"float: left; margin: 0px 10px 0px 0px; display: inline;\" title=\"Gesundheit\" src=\"https:\/\/www.borncity.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Gesundheit-2.jpg\" alt=\"Gesundheit\" width=\"60\" height=\"56\" align=\"left\" border=\"0\" \/>Auffahrunf\u00e4lle geh\u00f6ren zu den h\u00e4ufigsten Ursachen f\u00fcr ein Beschleunigungstrauma der Halswirbels\u00e4ule (umgangssprachlich \u201eSchleudertrauma\"). Eigentlich keine gro\u00dfe Sache, sollte man meinen. Ein paar Tage lang Nackenschmerzen und dann ist alles vergessen. Doch zw\u00f6lf von 100 Betroffenen haben noch sechs Monate nach dem Unfall Beschwerden, eine Chronifizierung ist also kein seltenes Ph\u00e4nomen. Eine neue Leitlinie thematisiert deshalb erstmals auch Mechanismen der Schmerzchronifizierung.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Ein unaufmerksamer Moment, der nachfolgende Wagen f\u00e4hrt auf, wenig sp\u00e4ter schmerzt der Nacken. Die meisten Beschleunigungstraumata der Halswirbels\u00e4ule sind als leicht bis moderat einzustufen, schwere Verletzungsfolgen bleiben in der Regel aus. Dennoch: Es kommt zu muskelkater\u00e4hnliche Nackenschmerzen und Nackensteife, was f\u00fcr die Betroffenen sehr unangenehm sein kann. Denn neben den Schmerzen kann es auch zu Schwindel, Tinnitus (Ohrensausen) oder Kopf- und Kieferschmerzen kommen. Was genau die Schmerzen und Begleitsymptome ausl\u00f6st, ist nicht abschlie\u00dfend gekl\u00e4rt. In der Bildgebung wie Computertomographie oder Kernspintomographie sind in der Regel keine Verletzungen sichtbar, weshalb die Expertinnen und Experten von einer entz\u00fcndlich-reparativen Gewebereaktion nach der mechanischen Gewebesch\u00e4digung ausgehen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"Arzt\" src=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/J3cUMGL.jpg\" alt=\"Arzt\" width=\"467\" height=\"622\" \/><br \/>\n(Quelle: Pexels\/Pixabay CC0 Lizenz)<\/p>\n<p>Bei den meisten Betroffenen gehen die Beschwerden nach einigen Tagen zur\u00fcck. \u201eDoch bei einem Teil der Patientinnen und Patienten werden diese Beschwerden chronisch\", erkl\u00e4rt Prof. Dr. Martin Tegenthoff, Bochum, federf\u00fchrender Autor der neu \u00fcberarbeitete DGN-S1-Leitlinie \u201eBeschleunigungstrauma der Halswirbels\u00e4ule\" [1]. Chronisch, so definiert es die neue Leitlinie, hei\u00dft, dass die Beschwerden \u00fcber sechs Monate anhalten. \u201eW\u00e4hrend der Gro\u00dfteil der Betroffenen sp\u00e4testens nach einem Monat wieder \u201afit' ist und keine Beschwerden mehr hat, muss leider konstatiert werden, dass etwa 12% der Patientinnen und Patienten nach sechs Monaten noch nicht beschwerdefrei sind\", so der Experte.<\/p>\n<p>Die Gefahr der Schmerzchronifizierung in Folge einer HWS-Beschleunigungsverletzung ist also gegeben, und die Leitlinie fokussiert daher auch auf Strategien, einer Chronifizierung entgegenzuwirken. So sollten ein traumatisches Erleben des Unfalls z.B. im Sinne einer akuten Belastungsreaktion nach dem Unfall ebenso wie psychische St\u00f6rungen in der Vorgeschichte vom behandelnden Arzt mit erfasst werden, da es sich hierbei um Risikofaktoren f\u00fcr die Entwicklung chronischer Schmerzen handle. Psychische Komorbidit\u00e4ten sollten abgekl\u00e4rt und ggf. behandelt werden \u2013 beispielsweise seien Menschen mit Depression deutlich gef\u00e4hrdeter, chronische Schmerzerkrankungen zu erleiden. \u201eF\u00fcr eine erfolgreiche Therapie spielen Verhalten, Erwartungen und Einstellungen des Patienten, aber auch des Therapeuten eine wesentliche Rolle. Es ist deshalb wichtig, auf bestimmte Risikofaktoren zu achten: etwa dysfunktionale Schmerzbew\u00e4ltigungsstrategien oder eine depressive Stimmungslage\", erkl\u00e4rt Prof. Tegenthoff.<\/p>\n<p>Kommt es zu einem langwierigen und komplizierten Verlauf, empfehlen die neuen Leitlinien eine interdisziplin\u00e4re multimodale Therapie, in der die medikament\u00f6se Behandlung, z.B. mit Antidepressiva, und eine kognitive Verhaltenstherapie und Physiotherapie kombiniert werden. \u201eZwar fehlen noch definitive Wirksamkeitsbeweise des multimodalen Ansatzes, aber die Erfolge in der Praxis sind sehr gut, so gut, dass auch viele Unfallversicherer zu dieser Therapie, die aktuell \u00fcberwiegend in Spezialambulanzen und Schmerzkliniken angeboten wird, raten.\"<\/p>\n<p>[1] <a href=\"https:\/\/dgn.org\/leitlinien\/ll-030-095-beschleunigungstrauma-der-halswirbelsaeule-2020\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/dgn.org\/leitlinien\/ll-030-095-beschleunigungstrauma-der-halswirbelsaeule-2020\/<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auffahrunf\u00e4lle geh\u00f6ren zu den h\u00e4ufigsten Ursachen f\u00fcr ein Beschleunigungstrauma der Halswirbels\u00e4ule (umgangssprachlich \u201eSchleudertrauma\"). 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