{"id":15546,"date":"2021-01-08T00:18:00","date_gmt":"2021-01-07T23:18:00","guid":{"rendered":"https:\/\/borncity.com\/senioren\/?p=15546"},"modified":"2023-05-21T07:59:00","modified_gmt":"2023-05-21T05:59:00","slug":"was-verschweigen-menschen-ihrem-arzt-und-wie-oft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2021\/01\/08\/was-verschweigen-menschen-ihrem-arzt-und-wie-oft\/","title":{"rendered":"Was verschweigen Menschen ihrem Arzt und wie oft?"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"Gesundheit\" style=\"float: left; margin: 0px 10px 0px 0px; display: inline\" border=\"0\" alt=\"Gesundheit\" src=\"https:\/\/www.borncity.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Gesundheit-2.jpg\" width=\"60\" height=\"56\">Amerikanische Wissenschaftler wollten wissen, ob und wie oft Patienten ihrem Arzt medizinisch relevante Informationen verschweigen und diesem so Informationen zur Behandlung vorenthalten. Dazu wurden zwei Online-Umfragen unter Patienten durchgef\u00fchrt. Ergebnis: Die eigene Meinung zur \u00e4rztlichen Entscheidung oder Verst\u00e4ndnisfragen f\u00fchrten dazu, dass Informationen verheimlicht wurden, um Belehrungen und Vorhaltungen zu vermeiden. Offenbar besteht also Verbesserungsbedarf bei der Kommunikation zwischen Arzt und Patienten, die als \u201aTeam Gesundheit' f\u00fcr beste Behandlungsergebnisse eng und vertrauensvoll zusammenarbeiten sollten.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Wir m\u00fcssen mal dringend reden! Ja genau Sie sind gemeint. Was verschweigen sie ihrem Arzt bei ihren Besuchen und wie oft flunkern Sie auf die Nachfragen des Docs? Saufen wie ein Loch und die Frage 'trinken Sie' mit 'nicht einen Tropfen, ich schw\u00f6r' beantworten? Erinnert mich an meinen l\u00e4ngst verstorbenen Vater, der zum Kummer meiner Mutter auf die Frage des Arztes 'wie geht es Ihnen' immer 'gut, alles bestens' zu antworten pflegte, auch wenn es ihm medizinisch gesehen schlecht ging. <\/p>\n<h2>Der Arzt muss das nicht wissen<\/h2>\n<p>Und damit sind wir beim Kernthema, welches die Studie <a href=\"https:\/\/jamanetwork.com\/journals\/jamanetworkopen\/fullarticle\/2716996\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Prevalence of and Factors Associated With Patient Nondisclosure of Medically Relevant Information to Clinicians<\/a><em><\/em> beleuchtete. Der Aufh\u00e4nger: Patienten erz\u00e4hlen ihrem Arzt nicht immer alles \u2013 selbst wenn ihnen klar ist, dass diese Information medizinisch bedeutsam sein m\u00fcsste. <\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"Arzt\" alt=\"Arzt\" src=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/J3cUMGL.jpg\" width=\"467\" height=\"622\"><br \/>(Quelle: Pexels\/Pixabay CC0 Lizenz) <\/p>\n<p>Die spannende Frage: Wie h\u00e4ufig kommt dieses vor, und was und warum genau verschweigen Patienten etwas? Dies genauer zu verstehen, w\u00e4re wichtig f\u00fcr eine bessere Kommunikation zwischen \u00c4rzten und Patienten \u2013 und k\u00f6nnte verhindern, dass beispielsweise Dinge untersucht werden, die gar nicht relevant sind, oder Behandlungen begonnen werden, die eigentlich f\u00fcr den Heilungsprozess nicht n\u00f6tig und daher eventuell sogar eher sch\u00e4dlich sind. <\/p>\n<h2>Online-Umfragen bringen Licht ins Dunkel<\/h2>\n<p>Um die verschwiegenen Themen und die H\u00e4ufigkeit solcher Verheimlichungen zu ermitteln, analysierten amerikanische Wissenschaftler zwei nationale (USA-weite) online durchgef\u00fchrte Umfragen. Eine wurde mit dem Service MTurk (<em>Amazon's Mechanical Turk<\/em>) im M\u00e4rz 2015 \u00fcber zwei Wochen durchgef\u00fchrt (2096 Teilnehmer), die zweite Umfrage fand im November 2015 mithilfe einer auf Umfragen spezialisierten Firma (<em>Survey Sampling International<\/em>) statt (3011 Teilnehmer). Die anschlie\u00dfende Analyse der Daten erfolgte mit einem Teil der Teilnehmerinformationen nach vorher definierten <a href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20230204123028\/https:\/\/www.deutschesgesundheitsportal.de\/glossary\/ausschlusskriterien\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Ausschlusskriterien<\/a>.<\/p>\n<h3>Sieben Fragen zu m\u00f6glichen Themen<\/h3>\n<p>Die Umfrage bestand aus sieben Fragen zu m\u00f6glichen Themen, die ein Patient verschweigen k\u00f6nnte.  <\/p>\n<ul>\n<li>Dazu geh\u00f6rte, dass die Instruktionen des Arztes (oder Arzthelfer) nicht verstanden wurden oder der Patient nicht mit den Empfehlungen des Arztes einverstanden war. <\/li>\n<li>Auch Lebensstilthemen (kein regelm\u00e4\u00dfiger Sport, ungesunde Ern\u00e4hrung) oder gezieltes Verschweigen eines eingenommenen Mittels konnten genannt werden. <\/li>\n<li>Schlie\u00dflich stand auch die Nichtbefolgung der Anweisungen oder sogar die Einnahme von Medikamenten anderer Patienten zur Auswahl. <\/li>\n<\/ul>\n<p>Wurde eine Frage bejaht, wurde der Teilnehmer anschlie\u00dfend dazu befragt, welche m\u00f6glichen Gr\u00fcnde es f\u00fcr das Verschweigen gab. Bei Themen wie ungesundem Lebensstil beispielsweise stand unter anderem zur Auswahl, dass man keine belehrenden Vortr\u00e4ge h\u00f6ren wollte. Andere m\u00f6gliche Gr\u00fcnde waren, dass man nicht wusste, dass das verschwiegene Thema wichtig war, dass man keinen schlechten Eindruck hinterlassen wollte, dachte, dass der Arzt dabei sowieso nicht helfen konnte, oder dass man kein \u201aschwieriger' Patient sein wollte. Ebenso standen Argumente wie Datenschutz (niemand aus der Familie sollte es erfahren) und Scham (es war peinlich) zur Auswahl.<\/p>\n<h3>Was und wie h\u00e4ufig verschweigen Menschen ihrem Arzt etwas?<\/h3>\n<p>Insgesamt wurden die Daten von 4510 Teilnehmern aufgenommen. Von 2096 Teilnehmern der MTurk-Umfrage beantworteten 96 % alle Fragen und 2011 Datens\u00e4tze konnten analysiert werden. Von 3011 Teilnehmern der SSI-Umfrage beantworteten 89,2 % alle Fragen, 2499 Datens\u00e4tze konnten schlie\u00dflich analysiert werden. Im Mittel waren die Teilnehmer der MTurk-Umfrage 36 Jahre alt, die der SSI-Umfrage waren durchschnittlich 61 Jahre alt. Ein gro\u00dfer Teil der Befragten gab an, schon einmal dem Arzt eine Information vorenthalten zu haben: 1630 der j\u00fcngeren MTurk-Teilnehmer (81,1 %) und 1535 der \u00e4lteren SSI-Teilnehmer (61,4 %) gaben an, wenigstens einmal etwas verschwiegen zu haben. <\/p>\n<h3>61 %\u201381 % der Befragten hatten dem Arzt bereits etwas verschwiegen<\/h3>\n<p>Besonders verschwiegen die Teilnehmer ihrem Arzt, wenn sie anderer Meinung waren: 45,7 % der j\u00fcngeren Befragten (MTurk-Umfrage, 918 von 2010 Teilnehmern) und 31,4 % der \u00e4lteren Befragten (SSI-Umfrage, 785 von 2497 Teilnehmern) gaben dies zu. Ebenfalls h\u00e4ufig verschwiegen die Befragten, wenn sie die Anweisungen des Arztes nicht verstanden hatten: etwa jeder dritte j\u00fcngere Teilnehmer (MTurk-Umfrage, 638 von 2009 Menschen) und jeder vierte \u00e4ltere Teilnehmer (SSI-Umfrage, 607 von 2497 Menschen) gaben an, dass sie schon dem Arzt nicht mitgeteilt hatten, dass sie dessen Instruktionen nicht verstanden hatten. Ein beachtlicher Teil der Patienten k\u00f6nnte also aus der Praxis gehen, ohne zu wissen, was sie genau tun sollen. <\/p>\n<h3>H\u00e4ufig verschwiegen Patienten, wenn sie Anweisungen nicht verstanden<\/h3>\n<p>Aber weshalb wollten die Patienten Verst\u00e4ndnisl\u00fccken oder ihre abweichende Meinung nicht mitteilen? Die h\u00e4ufigsten Gr\u00fcnde waren ehe schulmeisterlicher Art: die Teilnehmer wollten h\u00e4ufig nicht geringgesch\u00e4tzt oder belehrt werden (64,1 %<strong>\u2013<\/strong>81,8 %). Auch wollten die Befragten keine Vortr\u00e4ge \u00fcber ungesundes Verhalten h\u00f6ren (61,1 %<strong>\u2013<\/strong> 75,7 %). Manche der verschwiegenen Themen waren den Befragten auch schlicht peinlich oder unangenehm (49,9 %<strong>\u2013<\/strong>60,9 %). In beiden Umfragen verheimlichten besonders Frauen, j\u00fcngere Menschen und solche Befragten, die ihre Gesundheit im Gesamtvergleich als eher schlechter einsch\u00e4tzten, etwas ihrem Arzt. <\/p>\n<h3>Furcht vor Belehrung und peinlichen Situationen<\/h3>\n<p>Zusammengefasst hatten also sehr viele Befragte ihrem Arzt schon einmal etwas verheimlicht. Meistens ging es dabei um ihre Meinung zu einer \u00e4rztlichen Entscheidung, oder um nichtverstandene Instruktionen. Typischerweise ging es den Menschen dabei vor allem um das Gef\u00fchl, geringgesch\u00e4tzt zu werden \u2013 eine schulmeisterliche Reaktion des Arztes, Belehrungen und Vorhaltungen, sollten also vermieden werden.  <\/p>\n<p>M\u00f6gliche Konsequenzen solcher Verheimlichungen sind allerdings Fehlbehandlungen (weil dem Arzt wichtige Information fehlt) und schlechte Adh\u00e4renz, also beispielsweise, dass Medikamente nicht wie angewiesen eingenommen werden. Dies kann z. B. die Wirksamkeit der Mittel stark reduzieren (seltenere Einnahme), zu st\u00e4rkeren Nebenwirkungen f\u00fchren (zu h\u00e4ufige Einnahme) und so den Heilungsprozess deutlich erschweren. Schwerwiegend: das Problem betraf in den Umfragen besonders kr\u00e4nkere Patienten. Offenbar besteht also Verbesserungsbedarf bei der Kommunikation zwischen Arzt und Patienten, die schlie\u00dflich als \u201aTeam Gesundheit' f\u00fcr beste Behandlungsergebnisse eng und vertrauensvoll zusammenarbeiten sollten. <\/p>\n<p>Quelle: \u00a9 Alle Rechte: DeutschesGesundheitsPortal.de <\/p>\n<p><strong>\u00c4hnliche Artikel<\/strong><br \/><a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2019\/04\/25\/arztbriefe-unverstndlich-und-risikoreich\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Arztbriefe: Unverst\u00e4ndlich und risikoreich<\/a><br \/><a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2018\/06\/14\/hausbesuch-des-arztes-wird-mangelware\/\">Wird der Hausbesuch des Arztes zur Mangelware?<\/a><br \/><a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2017\/04\/17\/krank-am-feiertagwochenende-arzt-oder-apothekennotdienst-finden\/\">Krank am Feiertag\/Wochenende: Arzt- oder Apothekennotdienst finden<\/a><br \/><a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2020\/12\/30\/herzschwche-durch-bluthochdruck-das-kann-man-dagegen-tun\/\">Herzschw\u00e4che durch Bluthochdruck \u2013 das kann man dagegen tun<\/a><br \/><a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2020\/12\/03\/studie-untersucht-hilft-digitalis-bei-herzschwche\/\">Studie untersucht: Hilft Digitalis bei Herzschw\u00e4che?<\/a><br \/><a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2020\/10\/20\/patienten-app-erleichtert-leben-mit-diabetes\/\">Patienten-App erleichtert Leben mit Diabetes<\/a><br \/><a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2020\/10\/01\/mann-stirbt-nach-zu-viel-lakritz-genuss\/\">Mann stirbt nach zu viel Lakritz-Genuss<\/a><br \/><a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2020\/10\/27\/warnung-vor-hirnfressender-mikrobe-in-leitungswasser\/\">Warnung vor \u201ahirnfressender Mikrobe' in Leitungswasser<\/a><br \/><a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2020\/09\/02\/gesundheits-portal-der-bundesregierung-gestartet\/\">Gesundheits-Portal der Bundesregierung gestartet<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Amerikanische Wissenschaftler wollten wissen, ob und wie oft Patienten ihrem Arzt medizinisch relevante Informationen verschweigen und diesem so Informationen zur Behandlung vorenthalten. 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