{"id":15823,"date":"2021-02-08T00:14:00","date_gmt":"2021-02-07T23:14:00","guid":{"rendered":"https:\/\/borncity.com\/senioren\/?p=15823"},"modified":"2021-02-07T22:56:40","modified_gmt":"2021-02-07T21:56:40","slug":"covid-19-die-5-hufigsten-neurologischen-folgen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2021\/02\/08\/covid-19-die-5-hufigsten-neurologischen-folgen\/","title":{"rendered":"COVID-19: Die 5 h&auml;ufigsten neurologischen Folgen"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"Gesundheit\" style=\"float: left; margin: 0px 10px 0px 0px; display: inline\" border=\"0\" alt=\"Gesundheit\" src=\"https:\/\/www.borncity.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Gesundheit-2.jpg\" width=\"60\" height=\"56\">Patienten, die eine schwere COVID-19-Erkrankung \u00fcberwunden haben, berichten \u00fcber Ersch\u00f6pfung, Konzentrationsschwierigkeiten etc., die auch nach der Genesung noch anhalten. Mir ist gerade eine Ausarbeitung der Deutsche Gesellschaft f\u00fcr Neurologie e.V. (DGN) \u00fcber die f\u00fcnf h\u00e4ufigsten neurologischen Folgen einer COVID-19-Erkrankung, die nach der Genesung noch anhalten, untergekommen, die ich hier als Artikel einstelle. <\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h2>COVID-19&nbsp; und neurologische Symptome <\/h2>\n<p>\u00c4rzte beobachten, dass COVID-19 h\u00e4ufig bereits w\u00e4hrend der Akutphase mit neurologischen Symptomen einhergeht. Typisch sind die h\u00e4ufig berichteten Geruchs- und Geschmacksst\u00f6rungen. Aber auch Kopfschmerzen, Muskelschmerzen und das sogenannte Fatigue-Syndrom (dauerhafte Ersch\u00f6pfung und Abgeschlagenheit) treten w\u00e4hrend der Viruserkrankung h\u00e4ufig auf. <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" title=\"Medizin\" alt=\"Medizin\" src=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/69SlbLU.jpg\"><br \/>(Quelle: Pexels\/Pixabay CC0 Lizenz) <\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus kommen sogenannte Enzephalopathien (Bewusstseinsst\u00f6rungen und St\u00f6rungen der Hirnfunktionen) bei COVID-19, gerade bei schweren Verl\u00e4ufen, recht h\u00e4ufig vor. Ein Delir ist vor allem bei \u00e4lteren Personen ein unabh\u00e4ngiges Symptom von COVID-19. Auch lebensbedrohliche neurologische Komplikationen k\u00f6nnen w\u00e4hrend oder direkt nach einer COVID-19-Erkrankung auftreten, wie z.B. Schlaganf\u00e4lle oder das Guillain-Barr\u00e9-Syndrom. Manche neurologische Symptome halten auch nach einer Genesung noch an &#8211; wie lange, ist von Patient zu Patient verschieden. <\/p>\n<h2>Studien \u00fcber anhaltende Symptome<\/h2>\n<p>Bereits im Sommer gaben Studien erste Hinweise auf eine Persistenz der Symptome nach akuter SARS-CoV-2-Infektion [1]. Inzwischen ist deutlich, dass es insbesondere neurologische Sp\u00e4tfolgen sind, mit denen die Betroffenen zu k\u00e4mpfen haben: Eine niederl\u00e4ndisch-belgische Studie [2] wertete drei Monate nach Krankheitsbeginn die anhaltenden Symptome von 2.113 COVID-19-Patientinnen und -Patienten aus (von denen 112 station\u00e4r behandelt worden waren). <\/p>\n<p>W\u00e4hrend der Erkrankung litten 95% unter Fatigue, drei Monate danach noch 87 %. Damit war die Fatigue die h\u00e4ufigste Komplikation und Langzeitfolge, sogar h\u00e4ufiger als Kurzatmigkeit (Dyspnoe). Ein in \u201eNature Communications\" publizierter Artikel [3] beschrieb die h\u00e4ufigsten Symptome vor, w\u00e4hrend und nach einer COVID-19-Erkrankung bei fast 2.500 Patientinnen und Patienten. Noch Wochen nach der Erkrankung waren auch hier Fatigue, Schmerzen, Kurzatmigkeit und Schnupfen\/laufende Nase die h\u00e4ufigsten Langzeitsymptome. <\/p>\n<p>In einer britischen prospektiven Kohortenstudie [4] wurden 163 COVID-19-Patientinnen und -Patienten im Median 83 Tage nachverfolgt. Auch hier waren die h\u00e4ufigsten Langzeitfolgen nach einem zw\u00f6lfw\u00f6chigen Follow-up Kurzatmigkeit und Fatigue (bei je 39% der Patienten). Ebenfalls h\u00e4ufig waren Schlafst\u00f6rungen (24%) und Schmerzen (ca. 20%). Das Erstaunliche: Die Symptompersistenz betraf auch Patientinnen und Patienten mit milden COVID-19-Verl\u00e4ufen.<\/p>\n<h2>Anhaltende neurologische Symptome<\/h2>\n<p>Besonders hartn\u00e4ckig und langanhaltend scheinen neurologische Symptome jedoch bei COVID-19-Patientinnen und -Patienten zu sein, die einen schweren Verlauf der Infektionskrankheit hatten. Deutliche Einbu\u00dfen der Lebensqualit\u00e4t werden beschrieben. Eine franz\u00f6sische Studie [5] erfasste die Lebensqualit\u00e4t von COVID-19-Patientinnen und -Patienten mit schweren, intensivpflichtigen Krankheitsverl\u00e4ufen. <\/p>\n<p>Die dokumentierten 19 Patienten gaben nach drei Monaten alle einen deutlichen Lebensqualit\u00e4tsverlust an: 89% klagten \u00fcber Schmerzen, 47% \u00fcber eine eingeschr\u00e4nkte Mobilit\u00e4t durch Muskelschw\u00e4che und 42% \u00fcber Angstzust\u00e4nde und Depression.<\/p>\n<p>\u201eZusammenfassend betreffen neurologische Langzeitfolgen einen hohen Anteil der COVID-19-Patientinnen und -Patienten und wir m\u00fcssen diese Menschen neurologisch nachbetreuen. Bei vielen Betroffenen verbessern sich die neurologischen Symptome zwar im Laufe der Zeit, aber wir haben auch Patienten, die bereits in der ersten Welle der Pandemie im Fr\u00fchjahr 2020 erkrankten und bis heute nicht beschwerdefrei sind. Da es sich bei COVID-19 um eine neuartige Krankheit handelt, m\u00fcssen wir die Ursachen der Symptome und Sp\u00e4tfolgen kl\u00e4ren, um gezielt etwas gegen die neurologischen Beschwerden unternehmen zu k\u00f6nnen\", erkl\u00e4rt Professor Peter Berlit, DGN-Generalsekret\u00e4r.<\/p>\n<p>Um das zu erforschen, wurde eine Arbeitsgruppe Neurologie im Nationalen Pandemie Kohorten Netz (NAPKON) etabliert. Eine von drei S\u00e4ulen des NAPKON-Projekts, welches aus Mitteln des Bundesministeriums f\u00fcr Bildung und Forschung finanziert wird, ist eine populationsbasierte Plattform. Dort werden in geographisch definierten Gebieten alle Patientinnen\/Patienten mit \u00fcberstandener SARS-CoV-2-Infektion schweregradunabh\u00e4ngig und populationsrepr\u00e4sentativ identifiziert und in ein diagnostisches Langzeitprogramm eingeladen. <\/p>\n<p>In einem epidemiologisch ausgerichteten Fokuskrankenhaus der jeweiligen Region erfolgen dann die detaillierte retrospektive Erfassung des akuten Erkrankungsverlaufes und die prospektive Biomaterialsammlung mit Erfassung der Langzeitfolgen und Komorbidit\u00e4ten. Wie Dr. Samuel Knauss, Berlin, Sprecher der Jungen Neurologen und stellvertretender Sprecher der fachorganspezifischen Arbeitsgruppe Neurologie im NAPKON-Projekt ausf\u00fchrt, sind solche gro\u00dfen Nachbeobachtungsstudien wichtig, um neurologische Sp\u00e4tfolgen und ihre Persistenz zu erheben. \u201eDar\u00fcber hinaus besch\u00e4ftigen uns auch offene Forschungsfragen, gerade was m\u00f6gliche Sp\u00e4tfolgen angeht. So beispielsweise die Fragen \u201aGibt es bei Patientinnen und Patienten mit neurologischen Symptomen dauerhafte Auswirkungen auf die Kognition?' oder \u201aBeschleunigt Neuro-COVID die Entwicklung neurodegenerativer Erkrankungen wie Alzheimer oder Parkinson?'\".<\/p>\n<p>Gesicherte Antworten auf diese Fragen werden erst nach Jahren oder sogar Jahrzehnten vorliegen. Derzeit befinden sich die Komponenten der NAPKON-Plattform im Aufbau, die Arbeitsgruppe Neurologie unter der Leitung von DGN-Past-Pr\u00e4sidentin Professor Christine Klein, L\u00fcbeck erarbeitet derzeit spezielle neurologische Fragestellungen f\u00fcr die Auswertung.<\/p>\n<p><strong>Literatur<\/strong><\/p>\n<p>[1] Carf\u00ec A, Bernabei R, Landi F et al. Persistent Symptoms in Patients After Acute COVID-19. JAMA 2020. Published online July 9. <a href=\"https:\/\/jamanetwork.com\/journals\/jama\/fullarticle\/2768351\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/jamanetwork.com\/journals\/jama\/fullarticle\/2768351<\/a><br \/>[2] Go\u00ebrtz YMJ, Van Herck M, Delbressine JM et al. Persistent symptoms 3 months after a SARS-CoV-2 infection: the post-COVID-19 syndrome? ERJ Open Research 2020. <a href=\"https:\/\/openres.ersjournals.com\/content\/early\/2020\/09\/01\/23120541.00542-2020\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/openres.ersjournals.com\/content\/early\/2020\/09\/01\/23120541.00542-2020<\/a><br \/>[3] Mizrahi B, Shilo S, Rossman H et al. Longitudinal symptom dynamics of COVID-19 infection. Nature Communications. Published: 04 December 2020. <a href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41467-020-20053-y\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41467-020-20053-y<\/a><br \/>[4] Arnold DT, Hamilton FW, Milne A et al. Patient outcomes after hospitalisation with COVID-19 and implications for follow-up: results from a prospective UK cohort. Thorax Published Online First: 03 December 2020.<br \/>[5] Valent A, Dudoignon E, Ressaire Q et al. Three-month quality of life in survivors of ARDS due to COVID-19: A preliminary report from a French academic centre. Anaesth Crit Care Pain Med. 2020 Dec; 39(6): 740\u2013741. https:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/pmc\/articles\/PMC7547571\/<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Patienten, die eine schwere COVID-19-Erkrankung \u00fcberwunden haben, berichten \u00fcber Ersch\u00f6pfung, Konzentrationsschwierigkeiten etc., die auch nach der Genesung noch anhalten. Mir ist gerade eine Ausarbeitung der Deutsche Gesellschaft f\u00fcr Neurologie e.V. 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