{"id":1598,"date":"2016-09-12T03:08:00","date_gmt":"2016-09-12T01:08:00","guid":{"rendered":"http:\/\/borncity.com\/senioren\/?p=1598"},"modified":"2019-04-29T22:12:22","modified_gmt":"2019-04-29T20:12:22","slug":"arbeiten-im-ruhestand-immer-mehr-tun-es","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2016\/09\/12\/arbeiten-im-ruhestand-immer-mehr-tun-es\/","title":{"rendered":"Arbeiten im Ruhestand&ndash;immer mehr tun es"},"content":{"rendered":"<p>Im Jahr 2014 ist jede vierte ehrenamtlich engagierte Person im Alter von 50 bis 85 Jahren in einer Seniorengruppe aktiv: J\u00fcngere engagieren sich seltener in seniorenspezifischen Gruppen als \u00c4ltere. Zwischen den Jahren 1996 und 2014 ist der Anteil von Engagierten in Seniorengruppen an der Bev\u00f6lkerung von 2,1 Prozent auf 5,6 Prozent gestiegen. Fr\u00fcher war es so, dass bis zum Eintritt ins Rentenalter gearbeitet wurde. Danach war Schluss, Feierabend. Zwischenzeitlich gibt es einen neuen Trend: Menschen im Ruhestand arbeiten nebenher. Was treibt sie? Not oder Lust, etwas zu schaffen?<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Die Studie <a href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20190223013326\/https:\/\/www.dza.de\/forschung\/deas.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Deutscher Alterssurvey (DEAS): Die zweite Lebensh\u00e4lfte<\/a> hat genauer hingeschaut und Daten bis 2014 erhoben (Befragungen erfolgten 2002, 2008, 2011 und 2014). Befragt wurden Personen, die \u00e4lter als 40 Jahre sind, sich also in der zweiten Lebensh\u00e4lfte befinden.<\/p>\n<p>Die teilnehmenden Personen wurden jeweils umfassend zu ihrer Lebenssituation befragt, unter anderem zu ihrem beruflichen Status oder ihrem Leben im Ruhestand, zu gesellschaftlicher Partizipation und nachberuflichen Aktivit\u00e4ten, zu wirtschaftlicher Lage und Wohnsituation, zu famili\u00e4ren und sonstigen sozialen Kontakten sowie zu Gesundheit, Wohlbefinden und Lebenszielen. Hier einige Kernaussagen der Studie:<\/p>\n<ul>\n<li>Ein zunehmender Anteil an Menschen ist auch nach dem Eintritt in den Ruhestand erwerbst\u00e4tig: Der Anteil der Erwerbst\u00e4tigen im Ruhestand nimmt von 5,1 Prozent im Jahr 1996 auf 11,6 Prozent im Jahr 2014 zu. Erwerbst\u00e4tig sind im Jahr 2014 vor allem M\u00e4nner zwischen 60 und 71 Jahren sowie Personen mit einem hohen Bildungsniveau.<\/li>\n<li>Der Anteil von Personen, die ein ehrenamtliches Engagement aus\u00fcben, hat sich unter den 40- bis 85-J\u00e4hrigen zwischen den Jahren 1996 und 2014 verdoppelt: W\u00e4hrend im Jahr 1996 etwa jede zehnte Person (11,7 Prozent) ist es im Jahr 2014 schon fast jede vierte (22,2 Prozent).<\/li>\n<li>Im Jahr 2014 ist jede vierte ehrenamtlich engagierte Person im Alter von 50 bis 85 Jahren in einer Seniorengruppe aktiv: J\u00fcngere engagieren sich seltener in seniorenspezifischen Gruppen als \u00c4ltere. Zwischen den Jahren 1996 und 2014 ist der Anteil von Engagierten in Seniorengruppen an der Bev\u00f6lkerung von 2,1 Prozent auf 5,6 Prozent gestiegen.<\/li>\n<li>Das durchschnittliche Einkommen ist zwischen 1996 und 2014 stetig gestiegen, es bestehen aber weiterhin deutliche Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland: Das reale Einkommen ist unter Ber\u00fccksichtigung der Preisentwicklung allerdings relativ stabil geblieben. Die Einkommensentwicklung ist seit 1996 f\u00fcr Ost- und Westdeutschland \u00e4hnlich. Allerdings liegt das Einkommen in Ostdeutschland in allen Befragungsjahren unter dem Niveau Westdeutschlands. \u00c4ltere Menschen sind im Vergleich zu anderen Altersgruppen nicht \u00fcberdurchschnittlich von Armut gef\u00e4hrdet.<\/li>\n<li>Der Anteil der Menschen, die in der Lebensform der Ehe ins Alter kommen, ist gesunken: W\u00e4hrend von den 40- bis 54-J\u00e4hrigen im Jahr 1996 noch 82,6 Prozent verheiratet zusammenlebend waren, sind es im Jahr 2014 nur 67,4 Prozent. Bei den unter 70-J\u00e4hrigen hat zudem der Anteil der unverheiratet oder in zweiter Ehe Zusammenlebenden und der Menschen ohne Paarbeziehung zugenommen. Die \u00fcber 70-J\u00e4hrigen sind dank der steigenden Lebenserwartung h\u00e4ufiger verheiratet und seltener verwitwet als 1996. Unter den \u00c4ltesten (70 bis 85 Jahre) lag der Anteil Verwitweter im Jahr 1996 bei 39,1 Prozent, im Jahr 2014 bei nur noch 24,0 Prozent.<\/li>\n<li>Die Erwerbsarrangements der Paare mittleren Alters (Frau 40 bis 65 Jahre alt) haben sich ver\u00e4ndert: Der Anteil der \u201aHausfrauenehen' (nur Mann erwerbst\u00e4tig) ist zwischen 1996 und 2014 von 25,7 auf 15,4 Prozent gesunken. Zugenommen haben im gleichen Zeitraum Arrangements, bei denen auch die Frau erwerbst\u00e4tig ist \u2013 im Westen allerdings h\u00e4ufig nur teilzeitbesch\u00e4ftigt, im Osten \u00fcberwiegend in Vollzeit. Bei rentennahen Altersgruppen sind h\u00e4ufiger Konstellationen anzutreffen, bei denen der Mann schon im Ruhestand ist, w\u00e4hrend die Frau noch arbeitet.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Leider wurden die Gr\u00fcnde, warum Senioren im Ruhestand noch arbeiten, von der Studie nicht erhoben. Allerdings gibt es indirekte Hinweise, dass es am \"wollen\" und nicht am \"m\u00fcssen\" liegen k\u00f6nnte. Der Bildungsgrad hat einen Einfluss auf die T\u00e4tigkeit im Alter zwischen 40 und 65 Jahre. Bei niedrigem Bildungsniveau sind lediglich 50,6 % (also nur jeder zweite) erwerbst\u00e4tig. Bei mittlerem Bildungsniveau steht es auf\u00a0 70,8 % und bei Menschen mit hohem Bildungsabschluss bei liegt die Erwerbst\u00e4tigkeit bei 81,5 % (also 4 von 5 Personen). Es deutet also vieles darauf hin, dass der Wille \"noch etwas zu tun\" und der Spass an der T\u00e4tigkeit, der Grund f\u00fcr die gestiegene Erwerbst\u00e4tigkeit im Rentenalter sein kann.<\/p>\n<p>In der Regel handelt es sich um Teilzeitarbeit, die nicht unbedingt an den fr\u00fcheren Arbeitgeber gebunden ist. Allerdings arbeitet 1\/4 der Ruhest\u00e4ndler f\u00fcr die ehemaligen Arbeitgeber. Im Bereich der Seniorenerwerbst\u00e4tigkeit gehen die Ruhest\u00e4ndler aber h\u00e4ufiger einer selbst\u00e4ndigen T\u00e4tigkeit nach. Als da allerdings eine politische Botschaft lanciert und gest\u00fctzt werden soll \u2013 regul\u00e4r Arbeiten bis 70 \u2013 vermag ich nicht zu beurteilen. Einige Schlussfolgerungen der Studie lassen sich <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/karriere\/arbeiten-im-alter-mehr-rentner-bleiben-im-beruf-a-1096419.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">bei Spiegel Online nachlesen.<\/a> Die Studie <a href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20190223013326\/https:\/\/www.dza.de\/forschung\/deas.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Deutscher Alterssurvey (DEAS): Die zweite Lebensh\u00e4lfte<\/a> gibt zus\u00e4tzlich Auskunft zu weiteren Fragen wie Wohnsituation, Gesundheit, Zufriedenheit im Alter. Bei Interesse also einfach mal nachlesen (die PDF-Datei ist aber recht lang).<\/p>\n<p>Abschlie\u00dfend die Frage: Arbeiten Sie noch im Ruhestand oder stehen eher Hobbies bzw. ehrenamtliche T\u00e4tigkeiten auf dem Tagesplan?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Jahr 2014 ist jede vierte ehrenamtlich engagierte Person im Alter von 50 bis 85 Jahren in einer Seniorengruppe aktiv: J\u00fcngere engagieren sich seltener in seniorenspezifischen Gruppen als \u00c4ltere. 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