{"id":16420,"date":"2021-04-15T01:02:53","date_gmt":"2021-04-14T23:02:53","guid":{"rendered":"https:\/\/borncity.com\/senioren\/?p=16420"},"modified":"2021-04-16T06:17:21","modified_gmt":"2021-04-16T04:17:21","slug":"sputnik-v-weniger-wirksam-gegen-mutationen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2021\/04\/15\/sputnik-v-weniger-wirksam-gegen-mutationen\/","title":{"rendered":"Sputnik V weniger wirksam gegen Mutationen"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"float: left; margin: 0px 10px 0px 0px; display: inline;\" title=\"Gesundheit\" src=\"https:\/\/www.borncity.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Gesundheit-2.jpg\" alt=\"Gesundheit\" width=\"60\" height=\"56\" border=\"0\" \/>K\u00f6nnen die aktuellen Impfstoffe gegen Coronavirus-Mutationen bestehen? Dies wurde am Beispiel des russischen Sputnik V-Impfstoffs mit verschiedenen variants of concern untersucht. Impfsera Sputnik V-geimpfter Menschen in Argentinien waren demnach kaum wirksam gegen B.1351 und zeigten deutlich reduzierte Wirkung gegen die Einzelmutation E484K, die in vielen Coronavirusvarianten auftritt. Speziell das Sputnik-V-Vakzin, schlie\u00dfen die Autoren, sollte an die Mutationslage angepasst werden. Die Studie wurde als PrePrint ver\u00f6ffentlicht, ist also vor Ver\u00f6ffentlichung nicht im Peer-Review-Prozess \u00fcberpr\u00fcft worden.<\/p>\n<hr \/>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Das neue Coronavirus SARS-CoV-2, das die Erkrankung COVID-19 ausl\u00f6st, hat aktuell (Stand 13.4.2021, <a href=\"https:\/\/www.worldometers.info\/coronavirus\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Worldometer<\/a>) weltweit fast 140 Mio. Menschen infiziert und es gibt 3 Mio. Tote. Trotz der enormen Geschwindigkeit der Vakzinentwicklung und einer ganzen Reihe von Impfstoffen im weltweiten Einsatz werden derzeit weltweit stark wachsende Infektionszahlen gesehen. Dazu tr\u00e4gt auch das Auftreten von Mutationen des Virus bei, die st\u00e4rker ansteckend sind als das urspr\u00fcngliche SARS-CoV-2. Diese \u201avariants of concern' (VOC), die sich an geographisch unterschiedlichen Orten entwickelt haben, k\u00f6nnten Antik\u00f6rper, die gegen vorherige Virus-Versionen gebildet wurden, ineffektiv machen, da sie an wesentlichen Stellen des Spike-Proteins, gegen das viele der neutralisierenden Antik\u00f6rper gerichtet sind, vom Original abweichen.<\/p>\n<h3>Coronavirus-Mutationen: Besorgniserregende Varianten entkommen manchen Antik\u00f6rpern<\/h3>\n<p>Auch viele Impfstoffe konzentrieren sich auf das Spike-Protein. Allerdings nutzen die Impfstoffe von Moderna (mRNA-1273), BioNTech (BNT162b2) und Janssen (Ad26.COV2.S) das Spike-Protein in einer stabilisierten Form, die der Form vor der Fusion mit der infizierten Zelle entspricht. Gamaleyas Sputnik V und AZD1222 (AstraZeneca) sind dagengen Adenovirus-Vektorimpfstoffe, die das Spike-Protein in seiner nativen Form enkodieren.<\/p>\n<p>Hier wurde nun untersucht, welche Konsequenz unterschiedliche Spike-Mutationen in den VOC B.1.1.7 (501Y.V1) und B.1.351 (501Y.V2) haben. Dies wurde anhand der Antik\u00f6rper einer Kohorte von mit dem russischen Vakzin Sputnik V (Gamaleya Sputnik V Ad26 \/ Ad5-Vakzin) geimpften Menschen in Argentinien untersucht.<\/p>\n<p>Die Forscher nutzten spezielle Testzellen (HEK-293T ACE2 TMPRSS2) als Infektionsziele f\u00fcr ein modifiziertes Virus, das das Spike-Protein des Coronavirus nutzte und einen EGFP-Reporter in die infizierten Zellen \u00fcbertragen sollte. Die infizierten Zellen bildeten durch das Reporter-Gen einen fluoreszierenden Farbstoff und konnten so einfach erkannt werden. Die Testzellen erhielten zum Schutz vor dem Virus Serum der geimpften Studienteilnehmer. Die Infektionsrate und der Schutz durch das Serum der geimpften Menschen wurde mit Viren mit unterschiedlichen Spike-Protein-Varianten getestet.<\/p>\n<h3>Infektion von Impfserum-gesch\u00fctzten Testzellen durch modifiziertes Virus mit Varianten-Spike-Protein<\/h3>\n<p>8 von 12 (67 %) Serumproben der Sputnik-V-geimpften Menschen schienen die Testzellen sogar unverd\u00fcnnt kaum vor der Infektion durch das modifizierte Virus mit dem B.1.351-Spike-Protein zu sch\u00fctzen. Die Sera neutralisierten dagegen effektiv Viren mit dem B.1.1.7-Spike-Protein. Die E484K-Mutation des Spike-Proteins allein, die in verschiedenen Virusvarianten unabh\u00e4ngig voneinander aufgetreten ist, konnte dagegen nur moderat durch die Impfsera gehemmt werden. Im Median war die Neutralisierungspotenz der Sera um den Faktor 6,1 (B.1.351) und 2,8 (E484K) reduziert. Das Serum einer geimpften Person hatte zudem keinerlei nachweisbare neutralisierende Aktivit\u00e4t gegen B.1.351, E484K und den Wildtyp des neuen Coronavirus, neutralisierte allerdings B.1.1.7 effektiv.<\/p>\n<h3>Breites Spektrum an Antik\u00f6rperbildung von neutralisierend bis schwach mit Sputnik-V-Impfung, kaum effektiv gegen Variante B.1.351<\/h3>\n<p>Zusammengefasst sehen die Forscher eine unzureichende Wirksamkeit des Sputnik-V-Impfstoffs gegen manche der variants of concern, der besonders besorgniserregenden Virusvarianten. Speziell bedenklich ist die mangelnde Wirksamkeit gegen\u00fcber der Mutation E484K, die in mehreren Viruslinien zu finden ist. Die Autoren pl\u00e4dieren f\u00fcr eine Anpassung der Vakzine, um auch gegen\u00fcber den Virusmutationen bestehen zu k\u00f6nnen. Die Forscher beschreiben auch eine grunds\u00e4tzliche Problematik des nativen Spike-Proteins, das in der Impfung offenbar zu einer gr\u00f6\u00dferen Bandbreite an Impfantworten f\u00fchrt, von denen manche keinerlei neutralisierende Wirkung haben k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die Studie wurde als PrePrint ver\u00f6ffentlicht, ist also vor Ver\u00f6ffentlichung nicht im Peer-Review-Prozess \u00fcberpr\u00fcft worden.<\/p>\n<p>[DOI: 10.1101\/2021.03.31.21254660]<\/p>\n<p>Quelle: \u00a9 Alle Rechte: DeutschesGesundheitsPortal.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>K\u00f6nnen die aktuellen Impfstoffe gegen Coronavirus-Mutationen bestehen? Dies wurde am Beispiel des russischen Sputnik V-Impfstoffs mit verschiedenen variants of concern untersucht. 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