{"id":16464,"date":"2021-04-22T01:35:43","date_gmt":"2021-04-21T23:35:43","guid":{"rendered":"https:\/\/borncity.com\/senioren\/?p=16464"},"modified":"2025-07-24T23:45:13","modified_gmt":"2025-07-24T21:45:13","slug":"ich-pseudo-rentner","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2021\/04\/22\/ich-pseudo-rentner\/","title":{"rendered":"Ich Pseudo-Rentner &#8230;"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"float: left; margin: 0px 10px 0px 0px; display: inline;\" title=\"Rentner auf Abwegen\" src=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Yv7RiTw.png\" alt=\"Rentner auf Abwegen\" width=\"175\" height=\"123\" align=\"left\" \/>Endlich, nach einem langen Arbeitsleben die F\u00fc\u00dfe hochlegen und den Ruhestand genie\u00dfen? Wer tr\u00e4umt da nicht von? Heute noch eine kleine Geschichte, wie ich in Rente gehen wollte, das aber nicht wirklich geklappt hat und ich als Pseudo-Rentner gelandet &#8211; und dann verloren gegangen &#8211; bin. Also quasi in Rente gegangen bin, ohne Rente zu bekommen und irgendwie so in eine Art Unruhestand verharre, in dem ich einfach mal weiter arbeite. Ist wieder ein echtes St\u00fcck aus dem Leben, was wohl nur mir passieren kann und als Plot f\u00fcr ein Drehbuch \"als zu abgehoben und abenteuerlich\" verworfen worden w\u00e4re. Aber Vorsicht, ist eine lange Geschichte.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h2>Ein langer Weg &#8230;<\/h2>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg01.met.vgwort.de\/na\/4296e459d2b54e4d8a1a3b3321df53e4\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/>Bald sind es 52 Jahre her, dass ich als junger Stift (heute Azubi) im August 1969 im zarten Alter von 14 Jahren die Lehrlingsbank im Elektroinstallateurhandwerk dr\u00fcckte. Die Amerikaner waren gerade auf dem Mond gelandet und ich lernte B\u00fcgeleisen und Waschmaschinen reparieren, Kabel in Neubauten verlegen sowie Steuerungen f\u00fcr Anlagen in Unternehmen zu bauen. Damals konnte ja noch keiner ahnen, dass ich mehr als ein halbes Jahrhundert sp\u00e4ter als Pseudo-Rentner landen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>War aber absolut hei\u00dfer Schei\u00df, die 3 1\/2 Jahre als Lehrling. Mit 65 Mark Lehrlingsgehalt im Monat gestartet, gab es bald kr\u00e4ftige Lohnerh\u00f6hungen auf etwas um die 120 Mark\/Monat, einen Bausparvertrag, Zahlungen an die Rentenkasse (das B\u00fcchlein, in das Marken f\u00fcr die Rente geklebt wurden, war aber schon abgeschafft &#8211; ich habe also nie das \"er hat f\u00fcr seine Rente geklebt\" praktisch erfahren), jede Menge Knochenarbeit &#8230; und die einmalige Erfahrung (die wohl kein zweiter Lehrling in Deutschland gemacht hat), die Zwischenpr\u00fcfung im Elektrohandwerk mit theoretisch 1 zu bestehen, aber praktisch durchzufallen. Mann, hat das gerappelt &#8211; war aber der beste Schuss vor den Bug, den man sich denken konnte &#8211; f\u00fcr den Meister und auch f\u00fcr seinen Lehrling. Cheffe hat kapiert und der kleine Lehrling hat geflucht. Du hast \u00fcber Stunden in m\u00fchevoller Arbeit ein Kabel in oder auf der Wand verlegt, denkst \"Arbeit endlich fertig\", kam der Meister, schaute sich das an, sch\u00fcttelt den Kopf und rei\u00dft den ganzen Kram mit einem Ruck und \"das kannst Du besser\" wieder ab &#8230;<\/p>\n<p>Na gut, ich k\u00fcrze mal ab: Die Gesellenpr\u00fcfung ist dann glatt gelaufen &#8211; theoretisch 1 (nix neues) und praktisch gef\u00fchlt mit \"na ja\" durchgekommen. Aber die Pr\u00fcfer meinten: Bestes Gesellenst\u00fcck im Kreis, dann mit einer Arbeitsprobe die beste Arbeit der Kammer und sp\u00e4ter auch Sieger im Landeswettbewerb von Rheinland-Pfalz geworden. Cheffe war stolz wie Bolle, aber ich meinte \"Ich bin dann mal weg, in Richtung Rente &#8230;\". Gut, ist etwas geflunkert, das \"ich bin dann mal weg\" bezog sich auf das \"schuften als Elektriker\". Denn ich hatte mal bei der Arbeit in einer Ziegelei einen Ingenieur gesehen, der per Porsche vorfuhr, dem Altgesellen und Meister erkl\u00e4rte, wie die Elektroinstallation vorzunehmen w\u00e4re, und dann in schickem Anzug und blanken Schuhen wieder weggefahren ist. Muss den kleinen Lehrling irgendwie beeindruckt haben, denn nach der Lehre meinte er \"jetzt ist Abflug\".<\/p>\n<p>Bedeutete, den steinigen Einstieg in den zweiten Bildungsweg mit Berufsaufbauschule (Mittlere Reife) und Fachoberschule (Fachhochschulreife) einschlagen. Dann kamen Wehrdienst bei der Bundeswehr und Ingenieurstudium der Physikalischen Technik sowie sp\u00e4ter noch nebenberuflich ein bisschen Studium der Informatik. Da in dieser Zeit der Schule und des Studiums zwar jede Menge geringf\u00fcgige Besch\u00e4ftigungen zum \"nebenbei Geld verdienen\" angenommen wurden, die Arbeitgeber damals aber keine Rentenversicherungsbeitr\u00e4ge f\u00fcr Sch\u00fcler und Studenten leisten mussten (die Mini-Job-Regelung gab es noch nicht), klafft heute da ein Loch von 5 Beitragsjahren.<\/p>\n<p>Aber nach dem Abschluss des Studiums ging es Schlag auf Schlag &#8211; schnurstracks in Richtung Rente: Job als Ingenieur im Flugzeugbau, und sp\u00e4ter Entwicklungsingenieur f\u00fcr Computertechnik in der Gro\u00dfchemie. So mit 38 Jahren hatte ich genug \"von Arbeit\" (ok, da war so eine gl\u00e4serne Decke, die der Vorstand f\u00fcr mich eingezogen hatte) und erkl\u00e4rte \"Leute, ich mache mein Hobby zum Beruf, dann brauche ich nie wieder zu arbeiten\". Also habe ich meinen Job als Ingenieur im unteren Management an den Nagel geh\u00e4ngt und bin im Oktober 1993 als selbstst\u00e4ndiger Schriftsteller im Bereich Computerb\u00fccher gestartet. Chefs, Kollegen und Mitarbeiter hielten mich f\u00fcr meschugge, aber es funktionierte. Die letzten fast 28 Jahre vergingen wie im Flug &#8230; und es hat gestimmt, ich habe seit dieser Zeit nie wieder gearbeitet, aber Vergn\u00fcgungssteuer gezahlt und als selbst\u00e4ndiger K\u00fcnstler wie jeder anst\u00e4ndige Arbeitnehmer Kranken-, Pflege- und Rentenversicherungsbeitr\u00e4ge (\u00fcber die K\u00fcnstlersozialkasse) abf\u00fchren lassen.<\/p>\n<h2>Rentnerdasein in Sicht\u00a0 &#8230;<\/h2>\n<p>Seit 2007 bin ich dann noch als sogenannter Blogger unterwegs &#8211; das sind so Leute, die dieses Internet mit lauter unsinnigem Zeugs (wie diesen Beitrag) vollschreiben &#8230; und wenn es gut l\u00e4uft, damit auch noch Geld verdienen. Einige dieser seltsamen Wesen schimpfen sich auch <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Influencer\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Influencer<\/a> &#8211; geh\u00f6re ich selbstverst\u00e4ndlich nicht dazu. Aber ich gestehe (ohne mich daf\u00fcr zu sch\u00e4men), ich konnte die letzten Jahren von meinen Blogs bzw. den damit generierten Einnahmen leben. Gelegentlich meinte ich flapsig, wenn jemand fragte \"macht das denn \u00fcberhaupt Spa\u00df\" als Antwort \"Blogger ist sch\u00f6nstes Amt neben Papst\". Aber auch die sch\u00f6nsten Dinge finden irgendwann Mal ihr Ende und in den letzten drei, vier Jahren kam dann schon mal der Gedanke \"bald ist alles vorbei, und Du wirst Rentner\" &#8211; oh Gott, was machst Du den ganzen Tag? Gut, man k\u00f6nnte seinen Hobbys fr\u00f6nen &#8230; Musik h\u00f6ren &#8230; und, und, und.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" title=\"Rentner auf Abwegen\" src=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Yv7RiTw.png\" alt=\"Rentner auf Abwegen\" \/><br \/>\n(Quelle: Andrea Piacquadio, Pexels, freie Verwendung)<\/p>\n<p>Mit der Rubrik \"Musik zum Sonntag\" hier im Blog konnte ich dem Thema Musik h\u00f6ren seit Jahren nachgehen, das sogar noch als anst\u00e4ndige Arbeit verkaufen und sogar noch ein wenig Geld damit verdienen. Ok, so locker flockig, wie es hier im Text r\u00fcber kommt, ist es denn doch nicht gelaufen. Als selbst\u00e4ndiger K\u00fcnstler bist Du Unternehmer und ich kenne auch die Zeiten \"6 Monate kein roter Heller an Einnahmen\", daf\u00fcr gab es auch fette Zeiten, in denen ich die Spardose f\u00fcr magere Zeiten f\u00fcllen konnte. Bedingt durch die oben skizzierten beruflichen Umbr\u00fcche hatte ich auch das Thema \"Kontenkl\u00e4rung bei der gesetzlichen Rentenversicherung\" f\u00fcr meine Wenigkeit und f\u00fcr meine Ehefrau im Blick. War seit vielen Jahren alles in trockenen T\u00fcchern &#8211; es hie\u00df \"Du brauchst einfach nur abzuwarten, dann f\u00e4llt dir die Rente irgendwann wie eine reife Pflaume in den Scho\u00df\".<\/p>\n<p>Und da war da noch die doofe Sache mit dem Sportunfall im M\u00e4rz 2015, dem Quasi-Genickbruch, einer zeitweisen Querschnittssymptomatik und den 18 Monaten Arbeitsunf\u00e4higkeit. Nach 18 Monaten l\u00e4uft die Krankengeldzahlung durch die Krankenkasse in Deutschland aus &#8211; und danach wollte mich die K\u00fcnstlersozialkasse, in der ich seit Ende 1993 Zwangsmitglied war, rauswerfen. Die Begr\u00fcndung: Ich m\u00f6ge Erwerbsunf\u00e4higkeitsrente oder Rente mit 60 beantragen (w\u00e4re gegangen), denn ich k\u00f6nne ja nicht mehr arbeiten &#8230;<\/p>\n<p>Mit was f\u00fcr einen Schei\u00df Du dich als selbst\u00e4ndiger K\u00fcnstler herumschlagen musst. Also gegen den formalen Bescheid erfolgreich Widerspruch gef\u00fchrt, und ab Oktober 2016 langsam im Umfang von etwas mehr als 3 Stunden t\u00e4glich wieder als Schriftsteller einsteigen, um sich vielleicht den Lebensunterhalt zu verdienen und nicht auf die Spardose f\u00fcr schlechte Zeiten angewiesen zu sein. Bedingte aber, dass ich mich seit diesem Zeitpunkt mit den gesetzlichen Regelungen zur gesetzlichen Rente auseinander setzen musste und ich bin die letzten Jahre &#8211; aus gesundheitlichen Gr\u00fcnden &#8211; auf Sicht gefahren. Rente mit Abschl\u00e4gen wollte ich vermeiden &#8211; und als abschlagsfreie Rente mit 63+ m\u00f6glich gewesen w\u00e4re, habe ich darauf verzichtet. Denn einmal ging es mir langsam gesundheitlich besser und gab es da die Hinzuverdienstgrenze, ab der einem Einnahmen auf die Rente angerechnet werden. Ein Schriftsteller kann aber seine Einnahmen nicht planen, mal bist Du oben, mal frisst Du trocken Brot. Und da war ja noch \"sch\u00f6nstes Amt neben Papst\"&#8230;<\/p>\n<p>Also habe ich die betreffenden Termine, die in meinen Renteninformationen f\u00fcr fr\u00fchzeitige Inanspruchnahme von Rente genannt wurden, verstreichen lassen. Theoretisch war ich auch sehr, sehr gut \u00fcber die vielen Winkelz\u00fcge des Rentenrechts informiert (oder wusste, wo ich spezielle Fragestellungen mit einem Rentenberater abkl\u00e4ren konnte) &#8211; habe ja schlie\u00dflich gelegentlich dar\u00fcber gebloggt (z.B. Rente durch Pflegepunkte von Angeh\u00f6rigen aufbessern, was meiner Frau praktisch genutzt hat, oder K\u00fcrzung der Witwenrente bei Versorgungsausgleich) &#8211; wie die Beitr\u00e4ge am Artikelende zeigen. Auch f\u00fcr Familienangeh\u00f6rige musste ich in die Bresche springen, habe mich durch Antr\u00e4ge f\u00fcr Witwenrente gek\u00e4mpft und beim Thema <a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2019\/06\/07\/rentnerin-aus-der-landwirtschaftlichen-krankenkasse-rausworfen\/\">Rentnerin aus der Landwirtschaftlichen Krankenkasse rausgeworfen<\/a> den Amtsschimmel vor der Apotheke kotzen sehen. Hey, lasst mich durch, ich kenne mich nun aus!<\/p>\n<p>Man k\u00f6nnte es auch auf den Punkt bringen: Von nix eine Ahnung, davon aber ganz viel. An dieser Stelle formuliere ich es mal vorsichtig: Schlie\u00dft sich am Ende der Kreis, denn am Anfang dieses Artikels hat ein kleiner Lehrling theoretisch auch alles gewusst, aber praktisch gepatzt &#8230; daher die Frage, ob das auch praktisch mit dem Thema Rente so hinhaut &#8230; und am Ende des Tages alles gut geht?<\/p>\n<blockquote><p>Weil es gerade passt und so mancher Zeitgenosse dar\u00fcber nachdenkt, fr\u00fcher in Rente zu gehen, aber Abschl\u00e4ge zu vermeiden. Es gibt die M\u00f6glichkeit, ab 50 Jahren freiwillige Sonderzahlungen f\u00fcr die gesetzliche Rente zu leisten, um Abschl\u00e4ge zu kompensieren (linke Tasche, rechte Tasche). Details gibt es beim Rentenberater oder bei Deutsche Rentenversicherung. Die Kollegen <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Vorruhestand-Vier-Jahre-weniger-arbeiten-6023097.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">hier<\/a> haben da aktuell was zu geschrieben. Das sollte man sich aber sehr gut \u00fcberlegen, wer fr\u00fch verstirbt, hat dann ggf. viel Geld ausgegeben, ohne das auch nur ann\u00e4hernd als Rentenzahlung zur\u00fcck bekommen zu haben. Es ist eine Wette auf das Leben &#8211; da kann man auch in Aktien oder ETFs investieren &#8211; ist vermutlich sicherer. Also genau erkundigen, was Sache ist.<\/p><\/blockquote>\n<h2>Hey, ich werde Rentner &#8230; bald!<\/h2>\n<p>Bedingt durch die oben skizzierte Entwicklung ergab es sich, dass ich \u00fcber die letzten Jahre h\u00e4ufiger einen Blick in die Renteninformation meiner Frau und meiner Wenigkeit warf und pl\u00f6tzlich feststellte: Junge, am 1. M\u00e4rz 2021 ist es so weit. Deine Frau darf dann mit 63 Plus als langj\u00e4hrige Versicherte mit 45 Jahren Beitragszeit abschlagsfrei in Rente (das haben wir nach einer Rentenberatung vor einigen Jahren auf den Monat genau als Punktlandung hin gekriegt). Und ich hatte an diesem Termin nicht nur meine 47 Beitragsjahre voll, sondern auch die gesetzliche Altersgrenze 65 + X Monate erreicht &#8211; ein m\u00f6glicher Zuverdienst durch meine schriftstellerische T\u00e4tigkeit w\u00e4re unsch\u00e4dlich.<\/p>\n<p>Ich hatte mir auch schon \u00fcberlegt: So einfach abrupt aufh\u00f6ren, und in Pantoffeln den ganzen Tag herum sitzen, um auf den Abend zu warten und die Frau zu nerven, geht nicht. Zudem war da noch die Sache mit meiner Frau, die letztes Jahr meinte: Du gehst ja 2021 in Rente, miste schon mal dein B\u00fcro aus. Es gibt schon doofe Ideen und Schei\u00df-Tage, wo Du nicht aufstehen solltest. Ehrlich, ich hab's versucht, ich schw\u00f6r! Die gemachte Erfahrung, dass die Theorien der Marie Kond\u014d irgendwie nicht ganz stimmen, musste ich dann gleich literarisch verarbeiten (<a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2020\/07\/28\/ich-hab-die-marie-kondo-gemacht\/\">Ich hab die Marie Kond\u014d gemacht \u2026 Teil 1<\/a>).<\/p>\n<p>Nach 14 Tagen hatte ich mich vom Absturz erholt &#8211; und die als Drohung empfundene Bemerkung meiner Frau \"Wenn Du mal in Rente bist, ich hab noch viel Arbeit f\u00fcr dich, der Keller m\u00fcsste aufger\u00e4umt werden, und &#8230;\" endete mit meiner Feststellung \"Isch geh net in Rente, niemals nicht\". Gl\u00fccklicherweise kam mir <a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2020\/12\/15\/jan-geh-du-voran-hofers-letzte-tagesschau\/\">Jan, geh Du voran \u2013 Hofers letzte Tagesschau \u2026<\/a> in die Quere. Was Jan Hofer kann, arbeiten bis fast 70, kannst Du doch auch, war die \u00dcberlegung &#8211; lasse es halt langsamer angehen und \u00fcberhaupt, hast ja sch\u00f6nstes Amt neben Papst &#8211; und die alten P\u00e4bste gingen auch nicht in Rente &#8230;<\/p>\n<h2>Wir steigen dann mal einfach ein &#8230;<\/h2>\n<p>Das Unheil nahm Mitte November 2020, an einem regnerischen Samstag-Nachmittag, seinen Lauf. Wegen Corona waren ja alle Stellen, wo ein Rentenantrag eingereicht werden konnte, geschlossen. Die aktuellen Renteninformationen hatte ich im Oktober 2020 bereits von der Deutsche Rentenversicherung angefordert. Das ist auf <a href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20230802150506\/https:\/\/www.deutsche-rentenversicherung.de\/DRV\/DE\/Online-Dienste\/online-dienste_node.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">deren Seite online<\/a> m\u00f6glich. Und ein Rentenantrag l\u00e4sst sich auch <a href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20210308023305\/https:\/\/www.eservice-drv.de\/eantrag\/hinweis-ohne-karte.seam\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">online als eAntrag stellen<\/a>.<\/p>\n<p>\"Es regnet, wollen wir uns um die Rente k\u00fcmmern?\" lautete die harmlose Frage der besten Ehefrau von Welt am Fr\u00fchst\u00fcckstisch, die Mann aber gerade gar nicht gebrauchen konnte, Samstag war mental versaut, denn Rentenantrag stellen kommt auf der \"Lust-Skala\" direkt hinter \"wolle mer endlich unsere Steuererkl\u00e4rung machen\". Egal, kurze Zeit sp\u00e4ter hockten wir, bewaffnet mit zwei Rentenordnern, vor dem PC. Da meine Frau der gef\u00fchlt \"einfachere Fall\" war, zog ich deren eAntrag zum Test vor.<\/p>\n<p>Rentenversicherungsnummer auf der Formularseite eingeben und sich durch die Fragen f\u00fchren lassen.\u00a0<em>Wolle se Rente? Na klar! Ab wann? Na, sofort! Und wieviel? Millionen, wenn geht.<\/em> Ok, ich hab mal wieder geflunkert, die Willensbekundung, dass man Rente will, wird ja mit dem Antrag gegeben. Der Rentenbeginn l\u00e4sst sich in der Renteninformation ablesen und die Rentenh\u00f6he ergibt sich aus dem Einzahlungsverlauf und wird ebenfalls in der Renteninformation ziemlich genau angegeben (es kann sich h\u00f6chsten noch um einige Cents \u00e4ndern, wenn bis zur Rente gearbeitet wird). Die Fragen drehen sich auch um Krankenkasse, ob man weiter arbeiten will und auf welches Konto die Rente soll. Alles kein Hexenwerk und gut erkl\u00e4rt.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"eAntrag f\u00fcr die Rente\" src=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/5GjldIm.png\" alt=\"eAntrag f\u00fcr die Rente\" width=\"640\" height=\"590\" \/><br \/>\neAntrag f\u00fcr die Rente<\/p>\n<p>Das Ganze erwies sich als echt easy &#8211; ich hatte sogar das Gef\u00fchl, dass anhand der Versicherungsnummer schon Daten erg\u00e4nzt wurden &#8211; denn es gab bei meiner Frau keine M\u00f6glichkeit, Kindererziehungszeiten einzugeben, die Optionen waren gesperrt und als vorhanden angegeben (auch meine Lehrlingszeit war in meinem Antrag bereits aus dem Rentenbeitragszahlungsverlauf ber\u00fccksichtigt). Nach einer guten halben Stunde war der Rentenantrag meiner Frau fertig und abgeschickt.<\/p>\n<p>Gleich das Ganze in Gr\u00fcn f\u00fcr meinen Rentenantrag hinterhergeschoben. Dauerte vielleicht eine Stunde l\u00e4nger, weil bei mir als K\u00fcnstler einige zus\u00e4tzliche Fragen zu beantworten waren. Antrag fertig gestellt und abgeschickt, und das sogar 3 1\/2 Monate vor Rentenbeginn &#8211; das muss ja klappen &#8230; (allgemein hie\u00df es \"Rentenantrag fr\u00fchestens drei Monate vor Renteneintritt stellen, vorher wird der nicht angenommen\").<\/p>\n<p>Eine Woche sp\u00e4ter lagen zwei Eingangsbest\u00e4tigungen f\u00fcr die Rentenantr\u00e4ge, versehen mit dem Hinweis, doch bitte auf R\u00fcckfragen zum Sachstand zu verzichten, im Briefkasten. Na bitte, hat geklappt, l\u00e4uft &#8230;<\/p>\n<p>Einige Tage sp\u00e4ter kam ein Brief, dass meine Frau in der Krankenkasse der Rentner als Mitglied aufgenommen und als Rentnerin versichert sei. Da die Rente noch 3 Monate entfernt war, hat meine Frau bei der Krankenkasse angerufen &#8211; aber es hie\u00df \"alles in Ordnung, das geht so, sie sind auch bis zum Eintritt der Rente bei uns weiterhin versichert\".\u00a0 Ein weiterer Brief der Deutsche Rentenversicherung an meine Frau wollte wissen, ob sie noch arbeite. Anruf mit dem Hinweis \"Nein, ich arbeite nicht mehr\", und die Antwort der Sachbearbeiterin \"Gut, dann mache ich das jetzt fertig, wieder ein Antrag abgearbeitet\". 14 Tage sp\u00e4ter flatterte meiner Frau der Rentenbescheid in den Briefkasten und kurz danach kam bereits ein Rentnerinnen-Ausweis &#8211; und Ende M\u00e4rz 2021 folgte prompt die erste Rentenzahlung.<\/p>\n<h2>Hellauf begeistert, noch &#8230;<\/h2>\n<p>Normalerweise halte ich es ja mit der Filmfigur des Kommissar Bienzle im Stuttgarter Tatort, der mal meinte \"Net geschennt, isch gelobt genug\" &#8211; aber ob der obigen Erfahrungen brach ich vor einigen Monaten echt in Jubel aus: Boah, das ist ja mal ne coole Sache, die haben es echt drauf bei der Deutsche Rentenversicherung, lief ja echt ger\u00e4uschlos ab.<\/p>\n<p>Aber man soll den Tag nicht vor dem Abend loben, das dicke Ende kam noch. Denn am 1. M\u00e4rz 2021 hatte ich, au\u00dfer der Eingangsbest\u00e4tigung meines Rentenantrags, nichts von meinem Rentenversicherungstr\u00e4ger geh\u00f6rt. Aber ich war doch Rentner? Oder etwa nicht? Ich habe ab dem 1. M\u00e4rz t\u00e4glich Stunden in der K\u00fcche am Fenster gestanden, und auf die Laster mit der Aufschrift \"Rente f\u00fcr Born\", die dann in unsere Stra\u00dfe einbiegen, gewartet. Die Schubkarre, um den ganzen Zaster in den Keller zu bringen, stand auch schon bereit. Und wenn ich den Briefkasten klappern h\u00f6rte, gingen meine Frau oder meine Wenigkeit nachsehen, ob nun endlich der Rentenbescheid f\u00fcr mich eingetroffen w\u00e4re &#8230;<\/p>\n<p>Ok, ok, ist jetzt schamlos geflunkert. Ich habe gar keine Schubkarre &#8211; und es gibt ja noch die Sache mit \"sch\u00f6nstes Amt neben Papst\", also habe ich keine Zeit, um auf Laster zu warten &#8230;<\/p>\n<h2>Wir finden sie nicht &#8230;<\/h2>\n<p>Ende M\u00e4rz bzw. Anfang April passierten zwei Dinge. Mein M\u00e4del konnte einen Geldeingang, tituliert als Rentenzahlung, auf ihrem Konto vermelden. So ganz spontan beschloss ich \"dat beste Ehefrau von Welt musste jetzt aber janz feste dr\u00fccken und die F\u00fc\u00dfe k\u00fcssen\", denn mich deuchte, dass ich demn\u00e4chst von Luft (verschmutzt) und Liebe (mit zunehmendem Alter immer schwieriger) und der schmalen Rente meiner Holden leben m\u00fcsse.<\/p>\n<p>Und ich machte drei Kreuze, dass ich &#8211; wegen sch\u00f6nstes Amt neben Papst\u00a0 und so &#8211; meine Selbst\u00e4ndigkeit ob der Rente noch nicht aufgegeben hatte. So waren noch Einnahmen gesicherte. Denn ich stellte beim Blick auf mein Konto fest, dass die K\u00fcnstlersozialkasse Anfang April die Beitr\u00e4ge f\u00fcr Renten-, Pflege- und Krankenversicherung M\u00e4rz 2021 in der bisherigen H\u00f6he eingezogen hatte. Da war die K\u00fcnstlersozialkasse so ganz und gar nicht auf \"Born ist jetzt auch Rentner\" eingestellt.<\/p>\n<p>Also am Mittwoch vor Ostern die Eingangsbest\u00e4tigung f\u00fcr den Rentenantrag gegriffen, die Bitte von Nachfragen zum Sachstand abzusehen ignoriert und in Berlin angerufen. Leider nur eine Bandansage \"Wegen Corona und erh\u00f6hten Nachfragen haben wir die telefonischen Beratungszeiten reduziert. Rufen Sie zwischen &#8230; an\". Also am Gr\u00fcndonnerstag um 9 Uhr angerufen und in der Warteschleife verbracht &#8211; ein Feeling wie <a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2021\/05\/07\/abenteuer-covid-19-impfung-wenn-borns-geimpft-werden\/\">Corona-Impftermin buchen<\/a>. Irgendwann hat es geklappt und ein Mitarbeiter meldete sich. Also habe ich die Versicherungsnummer und das Anliegen genannt und gemeint \"ich m\u00f6chte jetzt wissen, was Sachstand ist &#8211; bin seit 1. M\u00e4rz Rentner, warte auf die Laster mit dem Zaster und nix passiert &#8211; aber es pressiert &#8230;\".<\/p>\n<p>\"Moment &#8230;\" ein hektisches Tippen. \"Kann ich sie zur\u00fcckrufen, ich kann sie hier bei uns nicht finden &#8230;\" war die Antwort. Oh Mann, dich gibt's ja gar nicht, dabei hei\u00dft Du nicht mal Bielefeld, schoss es mir durch den Kopf. Also aufgelegt und sich dem sch\u00f6nsten Amt neben Papst gewidmet, damit der Rubel weiter rollt. Eine halbe Stunde sp\u00e4ter klingelte tats\u00e4chlich das Telefon im B\u00fcro und es meldete sich eine total betretene Sachbearbeiterin \"ich habe Sie doch noch gefunden, aber es ist noch nichts passiert, wir warten auf die Daten der K\u00fcnstlersozialkasse, die wir angefordert haben\". Als ich meinte, ob meine Handakte im Keller aufgetaucht sei und ich ohne R\u00fcckfrage bis Ultimo auf meine Rente gewartet h\u00e4tte, entgegnete die Dame \"Ganz so schlimm ist es nicht, seit Herbst 2020 ist alles digitalisiert und es gibt eine Revision, die liegen gebliebene F\u00e4lle irgendwann bem\u00e4ngelt\".<\/p>\n<h2>Wir spielen Beamtenmikado<\/h2>\n<p>Ich habe mir dann meinen Ordner mit den Unterlagen der K\u00fcnstlersozialkasse (KSK) geschnappt und in Oldenburg angerufen, um den Sachstand zu erfahren. Aber wenn etwas schief geht, dann richtig. Ich konnte zwar meine Versicherungsnummer nennen, aber es hie\u00df gleich: Ich kann nichts nachschauen, wir haben den ganzen Tag schon IT-Ausfall. Aber haben Sie denn schon eine Kopie Ihres Rentenbescheids geschickt, ohne diese Kopie k\u00f6nnen wir nichts machen &#8230;<\/p>\n<p>Prima, jetzt war ich quasi in ein Beamtenmikado geraten \"Wer sich zuerst bewegt, hat verloren\". Oldenburg wollte eine Kopie des Rentenbescheids, den ich nicht hatte, um \u00fcberhaupt etwas machen zu k\u00f6nnen. Die Deutsche Rentenversicherung in Berlin konnte diesen Bescheid nicht ausstellen, weil die Daten der KSK aus Oldenburg nicht vorlagen. Nach einigen Semestern Informatikstudium kenne ich nat\u00fcrlich den Fachbegriff f\u00fcr diese Situation in der Computertechnik &#8211; nennt sich Dead-Lock (auf Deutsch als gegenseitige Blockade zu umschreiben).<\/p>\n<p>Die Dame in Oldenburg meinte noch \"Treten sie denen in Berlin auf die F\u00fc\u00dfe, damit die in die Hufe kommen, die haben das alles liegen gelassen &#8230;\". Ich hatte gerade aufgelegt, als das Telefon erneut klingelte. Es war die Sachbearbeiterin von Deutsche Rentenversicherung dran und fragte, ob ich Angestellter der KSK sei oder freier K\u00fcnstler. Als ich letzteres bejahte, hie\u00df es \"wir fordern jetzt die Nachweise der Rentenzahlungen f\u00fcr Januar und Februar 2021 von der KSK an, damit es weiter geht, und ich lege mir den Vorgang f\u00fcr Ende April 2021 auf Wiedervorlage\".<\/p>\n<p>Tscha, bin ich jetzt Rentner oder nicht? Ich habe lange \u00fcberlegt und bin zwischen Begrifflichkeiten wie \"Rentner ohne Rente\" und \"noch arbeitender M\u00f6chte-Gern-Rentner, der noch wartet\" hin und her geschwankt. Sind aber so furchtbar lang zu buchstabieren, wenn ich so unverhofft nach meinem aktuellen Status gefragt werden w\u00fcrde. Also habe ich mich f\u00fcr den Status \"Pseudo-Rentner\" entschieden. Ich gehe ganz normal meinem \"sch\u00f6nsten Amt neben Papst\" nach, tue aber so, als w\u00e4re ich schon Rentner. Hei\u00dft: Bei sch\u00f6nem Wetter B\u00fcro zu und mit der Frau spazieren gehen oder im Garten unterwegs sein, gelegentlich fotografieren und \u00fcberlegen \"was w\u00e4re, wenn du jetzt Rentner w\u00e4rst &#8230;\".<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" title=\"Rente z\u00e4hlen und arbeiten\" src=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/3a1KWn1.png\" alt=\"Rente z\u00e4hlen und arbeiten\" \/><br \/>\n(Quelle: Andrea Piacquadio, Pexels, freie Verwendung)<\/p>\n<p>Aber es herrscht so eine gewisse Unruhe und nachts hat man schon mal die seltsamsten Sachen getr\u00e4umt &#8211; so am Laptop sitzen, noch arbeiten und nebenbei die Rente z\u00e4hlen &#8230; wei\u00df noch nicht so recht, was ich davon halten soll.<\/p>\n<p>PostScript: Ich habe vor einigen Tagen in Oldenburg bei der KSK angerufen und nachgehakt, ob die was Neues wissen. Hintergrund war ein Schreiben der KSK, was mir zeigt, das ich mit Verwaltungen nicht kompatibel bin. Auf meine Meldung bei KSK \"Hallo, ich will in Rente, schickt mir das Formular, um dem Vorab-Einzug der ausstehenden Rentenbeitr\u00e4ge f\u00fcr Jan.\/Feb. zuzustimmen\", kam ein Anh\u00f6rungsbogen, ob ich weiter aktiv sein wolle, was ich verdiene und ob ich weitere Rentenbeitr\u00e4ge zu zahlen gewillt sei. Hab nat\u00fcrlich das Formblatt mit einer Sozialversicherungsnummer ausgef\u00fcllt und kein Kreuz im K\u00e4stchen \"Ich will Rentenversicherungsbeitr\u00e4ge bis zum Grab zahlen &#8211; und mir ist bewusst, dass ich diese Entscheidung nicht widerrufen kann\" gemacht. Denn ich will als Rentner keine Rentenversicherungsbeitr\u00e4ge mehr auf mein ggf. erzieltes Einkommen zahlen.<\/p>\n<p>Nun kam pl\u00f6tzlich die Nachfrage, ob ich denn schon den Rentenbescheid habe. Und dem Schreiben lag mein Bogen \u00fcber die Rentenversicherungsbeitr\u00e4ge, zusammen mit dem Vermerk, dass ich das K\u00e4stchen ja nicht angekreuzt h\u00e4tte bei und ich m\u00f6ge mich artikulieren. Hab mir den Wisch noch drei Mal durchgelesen, kam aber zum Schluss, alles richtig gemacht zu haben. Doof, wenn Du nicht mit der Verwaltungsdenke kompatibel bist. So als Techniker h\u00e4tte ich bei dem Wisch zwei Optionen:<\/p>\n<p>[ ] Ja, ich will weiter Rentenversicherungsbetr\u00e4ge zahlen<br \/>\n[ ] Nein, ich verzichte zuk\u00fcnftig auf die Zahlung der Rentenversicherungbeitr\u00e4ge<\/p>\n<p>eingef\u00fcgt, verbunden mit der Bitte das Zutreffende anzukreuzen und der Belehrung, dass diese Entscheidung nicht mehr \u00e4nderbar sei. W\u00e4re dann klar wie Klo\u00dfbr\u00fche gewesen, wenn jemand ein K\u00e4stchen ankreuzt (nur die F\u00e4lle kein oder beiden K\u00e4stchen angekreuzt w\u00e4ren noch Problemb\u00e4ren oder ein Fall von Witzbold).<\/p>\n<p>Mit diesem Sach(ver)stand in Oldenburg bei der KSK angerufen. Erste Frage der Sachbearbeiterin war: <em>Haben Sie uns die Kopie des Rentenbescheids schon zugeschickt?<\/em> &#8230; Musste ich nat\u00fcrlich negieren. Auf meine Frage, was ich denn nun mit dem Rentenbeitrags-Formular machen solle, wo der Sachbearbeiter eine Erkl\u00e4rung erwarte, meinte die Dame am Telefon: <em>Das ist ganz einfach, wenn Sie weiter Rentenversicherungsbeitr\u00e4ge zahlen wollen, machen Sie das Kreuz und schicken das zur\u00fcck. Wollen Sie nicht mehr zahlen, werfen Sie einfach das Formular weg.\u00a0<\/em><\/p>\n<p>Tolle Wurst &#8211; die Leute erwarten eine R\u00fcckmeldung, aber statt das Formular eindeutig zu gestalten, fordern sie ein doppeltes Opt-in in Form von \"Formular zur\u00fcckschicken, dass man weiter Rentenbeitr\u00e4ge zahlen m\u00f6chte\" und durch \"explizites Ankreuzen der Option [ ] Ja, ich m\u00f6chte zahlen\". Meldet Du dich nicht, fehlt die Willens\u00e4u\u00dferung, Du zahlst also als Rentner nicht mehr in die Rentenversicherung ein -&gt; die Jungs entscheiden also in einem Verwaltungsakt auf Grund fehlender R\u00fcckmeldung f\u00fcr dich (so ein Brief kann ja schon mal in der Post verloren gehen). Na ja, Logik und Verwaltung stellen wohl ein Oxymoron dar.<\/p>\n<p>Immerhin funktionierte die IT und die Sachbearbeiterin konnte sehen, dass die ausstehenden Informationen \u00fcber die Rentenbeitragszahlungen f\u00fcr Januar und Februar 2021 \"letzten Montag nach Berlin \u00fcbermittelt worden waren\". Donnerwetter, hat der reitende Bote zwischen Berlin und Oldenburg ganze 14 Tage f\u00fcr die \u00dcbermittlung der Anfrage gebraucht. Wenn das ich diesem Tempo so weiter geht, habe ich meine Corona-Impfung noch \"vor der Rente\". Aber wie hei\u00dft es so sch\u00f6n \"man soll die Hoffnung nie aufgeben, die deutsche B\u00fcrokratie malt langsam, daf\u00fcr aber gr\u00fcndlich\".<\/p>\n<p>Als h\u00e4tte ich es nicht geahnt, als ich vor fast 52 Jahren als Lehrling gestartet bin und dann diese Bruchlandung mit der Zwischenpr\u00fcfung hingelegt habe. War einfach ein b\u00f6ses Omen, damals.\u00a0 Ach Quatsch, damals habe ich in meiner jugendlichen Unbek\u00fcmmertheit noch nicht an Rente gedacht und nach dem Desaster mit der Zwischenpr\u00fcfung dar\u00fcber sinniert \"Du k\u00f6nntest ja auch reich heiraten\". Aber auch das hat nicht geklappt &#8211; die reichen M\u00e4dels wollten mich nicht haben &#8211; und als eines ja gesagt hat, waren wir bettelarm wie die Kirchenm\u00e4use\u00a0 &#8230; wenn es mal schief l\u00e4uft, dann aber gr\u00fcndlich. Leben kann schon Abenteuer sein und ist am Ende sogar t\u00f6dlich.<\/p>\n<blockquote><p>Psst, noch ein Secret: Im M\u00e4rz und im April war bei mir in den IT-Blogs \"die H\u00f6lle\" los, weil es gr\u00f6\u00dfere Sicherheitsvorf\u00e4lle im IT-Bereich gab und ich da als Blogger, teilweise weltweit als Erster, dr\u00fcber berichtet hatte. Mein Webserver, auf denen auch dieser Blog l\u00e4uft, quietschte aus allen Ecken ob der Last durch die Besucher und ich hatte alle H\u00e4nde voll zu tun, das alles am Leben zu halten. Teilweise hatte ich nicht nicht mal die Zeit, um auf's Klo zu gehen. Man muss auch mal Gl\u00fcck haben im Leben &#8211; auch\u00a0 wenn es in der Zeit als Pseudo-Rentner ist. Am Ende des Berufslebens stehe ich quasi im Zenit des Erfolgs &#8211; dabei wollte ich es doch mit Rente etwas langsamer angehen lassen. Immerhin wei\u00df ich jetzt, warum das Ding Unruhestand hei\u00dft &#8230; aber das von meinem, leider verstorbenen, K\u00f6lner Lektor oft zitierte <a href=\"https:\/\/www.koeln.de\/koeln\/das-koelsche-grundgesetz-die-11-regeln-der-domstadt_paragraph-3_L1121331_1121322.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">K\u00f6lsche Grundgesetz<\/a> mit \u00a73 \"<em>Et h\u00e4tt noch immer jot<\/em> <em>jejange<\/em>\" (es ist noch immer alles gut gegangen) hat sich irgendwie wieder bewahrheitet. Und so sitze ich hier und denke \"kommt Zeit, kommt Rente\".<\/p><\/blockquote>\n<h2>Beim Beamten-Mikado gewonnen &#8230;<\/h2>\n<p><strong>Erg\u00e4nzung:<\/strong> Wir haben den 26.5.2021 &#8211; fette 6 Monate, nachdem ich den Rentenantrag auf Bezug der Regelaltersrente gestellt hatte. Am Pfingstsamstag muss der Rentenbescheid aus Berlin bei uns im Briefkasten gelandet sein &#8211; meine Frau hat erst Dienstag nach Pfingsten nachgeschaut. Jetzt bin ich also offiziell Rentner &#8211; und im Unruhestand.<\/p>\n<p>Auf den Laster mit dem Zaster habe ich aber vergeblich gewartet. Denn die Deutsche Rentenversicherung hat unbar f\u00fcr M\u00e4rz bis Juni 2021 \u00fcberwiesen und verspricht hoch und heilig, ab dem 1.7.2021 regelm\u00e4\u00dfig meine Rente zu \u00fcberweisen.<\/p>\n<p>Dieser Einmal-Betrag f\u00fcr gleich mehrere Monate sah dann auch recht stattlich aus &#8211; und mir zuckte so \"wenn es das jetzt jeden Monat g\u00e4be, k\u00f6nntest Du glatt auf Kreuzfahrt gehen\" durch den Kopf. Gibt es aber nicht, denn daf\u00fcr h\u00e4tte ich viele Jahre Minister oder vielleicht Bundeskanzler sein m\u00fcssen. Und au\u00dferdem ist ja immer noch Corona, Kreuzfahrten langweilen vermutlich nach kurzer Zeit, und f\u00fcr einen<a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2021\/05\/26\/geschafft-das-elektroauto-cupra-born-kommt-im-herbst-2021\/\"> Cupra Born<\/a> reicht es auch nicht. Leben kann schon heftig sein, der \"Himmel weint\" schon seit Tagen, man kann ohne Schirm nicht raus. Fehlstart in die Rente?<\/p>\n<p><strong>\u00c4hnliche Artikel:<\/strong><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/?p=1713\">Tipp: Die Rentenberatung der Deutsche Rentenversicherung<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/?p=1718\">Steuererkl\u00e4rung f\u00fcr Rentner: Ausf\u00fcllhilfe anfordern<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/?p=1724\">Rentenantr\u00e4ge bei der Deutsche Rentenversicherung anfordern<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/?p=1728\">Tipp: Erg\u00e4nzende Informationen f\u00fcr Rentner bei der DRV<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2017\/01\/05\/tipp-online-rechner-fr-rentenhhe-und-beginn\/\">Tipp: Online-Rechner f\u00fcr Rentenh\u00f6he und \u2013beginn<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2018\/06\/11\/urteil-zum-versorgungsausgleich-nach-tod-des-begnstigten\/\">Urteil zum Versorgungsausgleich nach Tod des Beg\u00fcnstigten<\/a><br \/>\n<a 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