{"id":16670,"date":"2021-05-13T00:15:00","date_gmt":"2021-05-12T22:15:00","guid":{"rendered":"https:\/\/borncity.com\/senioren\/?p=16670"},"modified":"2021-05-12T17:15:51","modified_gmt":"2021-05-12T15:15:51","slug":"neue-erkenntnisse-zur-himmelsscheibe-von-nebra","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2021\/05\/13\/neue-erkenntnisse-zur-himmelsscheibe-von-nebra\/","title":{"rendered":"Neue Erkenntnisse zur Himmelsscheibe von Nebra"},"content":{"rendered":"<p>Die aus der Bronzezeit vor 3600 Jahren stammende Himmelsscheibe ist einer der bedeutendsten arch\u00e4ologischen Funde des vergangenen Jahrhunderts. Untersuchungen haben nun neue Erkenntnisse gebracht. Im Sommer soll dann eine neue Ausstellung stattfinden.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Himmelsscheibe_von_Nebra\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Himmelsscheibe von Nebra<\/a>, eine 3700 bis 4100 Jahre alte, kreisf\u00f6rmige Bronzeplatte mit Applikationen aus Gold, ist die \u00e4lteste bisher bekannte konkrete Himmelsdarstellung. Das Artefakt der Aunjetitzer Kultur aus der fr\u00fchen Bronzezeit Mitteleuropas zeigt astronomische Ph\u00e4nomene und religi\u00f6se Symbole. L\u00e4ngere Zeit nach der Entstehung eingearbeitete Gold-Tauschierungen und die vermutlich bewusste Vergrabung vor etwa 3600 Jahren lassen den Schluss auf einen l\u00e4ngeren, m\u00f6glicherweise religi\u00f6sen Gebrauch zu. <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" title=\"Himmelsscheibe von Nebra\" alt=\"Himmelsscheibe von Nebra\" src=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/7\/7b\/Nebra_Scheibe.jpg\/488px-Nebra_Scheibe.jpg\"><br \/><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Himmelsscheibe_von_Nebra\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Himmelsscheibe von Nebra<\/a>,&nbsp; <b><a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/User:Dbachmann\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Dbachmann<\/a>, <\/b><a href=\"http:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-sa\/3.0\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">CC BY-SA 3.0<\/a><\/p>\n<p>Gefunden wurde sie am 4. Juli 1999 von Raubgr\u00e4bern auf dem Mittelberg in der damaligen Gemeinde Ziegelroda nahe der Stadt Nebra in Sachsen-Anhalt. Seit 2002 geh\u00f6rt sie zum Bestand des Landesmuseums f\u00fcr Vorgeschichte Sachsen-Anhalt in Halle. Den Ort, an dem die Himmelsscheibe 3600 Jahre im Boden lag, \u00fcberw\u00f6lbt das \u201eHimmelsauge\", eine Scheibe aus poliertem Edelstahl. Seit Juni 2013 geh\u00f6rt die Himmelsscheibe von Nebra zum UNESCO-Weltdokumentenerbe in Deutschland.<\/p>\n<p>Auf der <a href=\"https:\/\/www.landesmuseum-vorgeschichte.de\/himmelsscheibe-von-nebra.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Seite des Landesmuseums f\u00fcr Vorgeschichte<\/a> lassen sich Details zur Fundgeschichte und zur Bedeutung der Scheibe nachlesen. Der Hortfund von Nebra besteht aus ca. 4 kg Bronze und 50 g Gold: eine beachtliche Menge. Woher stammte das Material? Kupfervorkommen gibt es in der Region, doch die Forschungsergebnisse verweisen auf eine andere Quelle und einen ausgedehnten Fernhandel. Die Spuren gehen ins europ\u00e4ische Ausland, nach \u00d6sterreich und England.<\/p>\n<p>Der Hortfund von Nebra ist laut Landesmuseum f\u00fcr Vorgeschichte wohl einer der naturwissenschaftlich am intensivsten erforschten arch\u00e4ologischen Fundkomplexe \u00fcberhaupt. Die Untersuchungen begannen mit der Sicherstellung im Jahre 2002 und verliefen bis Ende 2007. Sie umfassten die chemische und physikalische&nbsp; Charakterisierung des Materials mittels R\u00f6ntgenfluoreszenzanalyse, Synchrotron-RFA, R\u00f6ntgendiffraktometrie, Computertomografie, Isotopen\/Massenspektroskopie, Metallografie, Licht- und Rasterelektronenmikroskopie und vieles mehr.<\/p>\n<p>Die Untersuchungen konzentrierten sich auf Fragen der Herstellungstechnik, der Herstellungsgeschichte, Fragen zu \u203aEchtheit\u2039 und Herkunft der Objekte und ihrer Rohstoffe. Die Himmelsscheibe ist ein Werk der Schmiedekunst. Der Handwerker, der die Scheibe aus einem rohen Gusskuchen aus Weichbronze auf die Gr\u00f6\u00dfe von 32 Zentimetern Durchmesser austrieb, hatte mit Schwierigkeiten zu k\u00e4mpfen. Doch er wusste sich zu helfen, kannte bereits technologische Kniffe, wie er sich das widerspenstige, z\u00e4he Metall gef\u00fcgig machen konnte. <\/p>\n<p>Mit Metalleinlagen versehen, stehen die Funde von Nebra auch in technologischer Hinsicht im mitteleurop\u00e4ischen Raum nahezu einzigartig da. Die Himmelsscheibe ist nicht in einem Arbeitsgang entstanden, schreiben die Wissenschaftler. Immer wieder wurde sie ver\u00e4ndert, die verschiedenen Handwerkergenerationen hinterlie\u00dfen ihre jeweils eigene Handschrift auf dem Kultobjekt. Es sollte wohl immer wieder den ver\u00e4nderten rituellen Bed\u00fcrfnissen und sich \u00e4ndernden Weltbildern angepasst werden.  <\/p>\n<p>R\u00f6ntgenuntersuchungen haben jetzt mikroskopisch kleine Spuren aufgedeckt, die als Vorzeichnungen zur Bearbeitung der Scheibe gedeutet werden &#8211; <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/wissenschaft\/mensch\/himmelsscheibe-von-nebra-bisher-verborgene-details-auf-dem-sensationsfund-aus-der-bronzezeit-entdeckt-a-f0bc202c-ca33-4008-8e64-7ae6ab94fd55\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">schreibt SPON hier<\/a>. Die Handwerker wischen vom urspr\u00fcnglichen Entwurf ab und die Scheibe muss mehrfach bearbeitet worden sein. Und ZON berichtet <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/news\/2021-05\/03\/schau-mit-neuen-erkenntnissen-zur-himmelsscheibe-von-nebra\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">hier<\/a>, dass eine Schau \"Die Welt der Himmelsscheibe von Nebra &#8211; Neue Horizonte\" vom 4. Juni bis zum 9. Januar 2022 mit rund 400 Ausstellungsst\u00fccken im Landesmuseum f\u00fcr Vorgeschichte in Halle zu sehen sein werde.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die aus der Bronzezeit vor 3600 Jahren stammende Himmelsscheibe ist einer der bedeutendsten arch\u00e4ologischen Funde des vergangenen Jahrhunderts. Untersuchungen haben nun neue Erkenntnisse gebracht. 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