{"id":16713,"date":"2021-05-22T00:36:00","date_gmt":"2021-05-21T22:36:00","guid":{"rendered":"https:\/\/borncity.com\/senioren\/?p=16713"},"modified":"2022-07-30T09:53:36","modified_gmt":"2022-07-30T07:53:36","slug":"meine-schrauberjahre-der-1-fhrerschein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2021\/05\/22\/meine-schrauberjahre-der-1-fhrerschein\/","title":{"rendered":"Meine &quot;Schrauberjahre&quot;: Der F&uuml;hrerschein &#8230;"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"float: left; margin: 0px 10px 0px 0px; display: inline;\" title=\"VW-K\u00e4fer\" src=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/FsKkrZe.jpg\" alt=\"VW-K\u00e4fer\" width=\"278\" height=\"176\" align=\"left\" \/>Nach einem 52 Jahre w\u00e4hrenden Berufslebens, welches 1969 als Lehrling im Elektro-Handwerk begann, stehe ich an der Schwelle zum Rentner-Dasein. Da geht nat\u00fcrlich der Blick auch mal zur\u00fcck und mir fallen so Episoden aus meiner Jugend ein. Dazu geh\u00f6rt auch meine Phase als \"Schrauber\" &#8211; am Moped oder an den Autos, die ich so hatte. Davor stand aber der F\u00fchrerscheinerwerb sowie die Vorbereitungen dazu. Alles Stoff f\u00fcr viele kleine Geschichten, die in die ferne Vergangenheit meiner Jugend f\u00fchren. Hier kommt Teil 1 einer Trilogie, die sich um das Thema \"ich lerne fahren\" dreht.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h2>Der Jung f\u00e4hrt Trecker &#8230;<\/h2>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg08.met.vgwort.de\/na\/02285b14790b4277bbb07b2aa372157f\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/>Als Sohn eines Landwirts wurde ich schon mit sechs Jahren auf den Trecker gesetzt und Vater legte den Kriechgang am <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Lanz_Bulldog\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Lanz-Bulldog<\/a> ein. Ich hatte dann die Aufgabe, auf dem abgeernteten Kartoffelfeld eine gerade Linie zu fahren, w\u00e4hrend Vater nebenher ging und die auf dem Feld stehenden Kartoffels\u00e4cke auf den Anh\u00e4nger lud. Am Ende des Felds galt es noch die Kupplung zu treten und den Gang raus zu nehmen, damit der Trecker nicht immer weiter rollte.<\/p>\n<p>Klappte schnell ziemlich gut &#8211; und war jedenfalls angenehmer, als beim Pfl\u00fcgen des Ackerrandstreifens unser Pferd am Z\u00fcgel zu zu f\u00fchren. Denn ich erinnere mich, dass wir, also der Gaul und ich, nicht kompatibel waren. Als ehemaliges Grubenpferd war der Kaltbl\u00fctler fast blind und latsche mir mit seinen Vorderhufen regelm\u00e4\u00dfig auf die in Gummistiefeln steckenden Vorderzehen. Habe ich immer geflucht, denn das hast Du gesp\u00fcrt. Gl\u00fccklicherweise hat Vater das mit dem Pfl\u00fcgen des Ackerrandstreifens mit dem Pferd schnell aufgegeben und den Trecker daf\u00fcr genommen.<\/p>\n<p>Zudem lernte ich durch diese T\u00e4tigkeiten recht schnell Trecker fahren &#8211; nat\u00fcrlich nur auf unseren Feldern, denn ich hatte ja noch keinen F\u00fchrerschein &#8230;<\/p>\n<h2>&#8230; und macht F\u00fchrerschein<\/h2>\n<p>&#8230; aber die Saat f\u00fcr den zeitigen F\u00fchrerscheinerwerb samt den sich anschlie\u00dfenden Schrauberjahren war irgendwie gelegt. Mit 14 steckte ich in einer Elektro-Lehre und musste immer per Fahrrad zum n\u00e4chsten Dorf in den Ausbildungsbetrieb. War ich von der Schule gew\u00f6hnt. Aber mit 16 Jahren war ein F\u00fchrerscheinerwerb der damaligen Klasse 4 m\u00f6glich. Berechtigte zum Fahren eines Treckers und eines Mopeds mit max. 50 Kubikzentimeter Hubraums, welches bis zu 80 km\/h schnell sein durfte.<\/p>\n<p>Standardm\u00e4\u00dfig hie\u00df es \"f\u00fcr den F\u00fchrerscheinerwerb, musst Du die Fahrschule in der n\u00e4chsten Stadt besuchen\" (die war ca. 20 km entfernt). In Erinnerung war mir aber noch, wie Mutter einige Jahre vorher den F\u00fchrerschein auf diese Weise gemacht hatte. Ok, die Erinnerungsfetzen gehen so: Ich sa\u00df auf dem R\u00fccksitz des VW-K\u00e4fers, Geschwister manchmal daneben, Vater fuhr und Mutter sa\u00df auf dem Beifahrersitz. Die Strecke von unserem Hof in die nahe Kreisstatt Wittlich hatte die Eigenart, dass da einige kurvige Stra\u00dfenabschnitte durch die raue Eifel f\u00fchrten. Und es dauerte nicht lange, bis Mutter das kleine Beistellfenster der Beifahrert\u00fcr aufklappte und wie ein Fisch auf dem Trockenen nach Frischluft schnappte. Ihr wurde immer regelm\u00e4\u00dfig schlecht.<\/p>\n<p>War nicht die Fahrweise des Vaters, vermutlich lag es an der Eigenart des VW-K\u00e4fers. Jedenfalls nahm Mutter Fahrstunden, beim Fahrlehrer Thiel, der Name ist mir auch ein halbes Jahrhundert im Ged\u00e4chtnis h\u00e4ngen geblieben. Fahrlehrer Thiel hing monatelang, das sp\u00fcrte ich als kleiner Bub, bedeutungsschwer \u00fcber jeder Autofahrt mit Mutter als Beifahrerin. Aber Mutter wurde bei der Fahrschule abgesetzt, w\u00e4hrend Vater mit mir zum Landmaschinen-Handel weiter fuhr, um Ersatzteile zu kaufen oder Maschinen anzuschauen &#8211; fand das immer zum Brechen langweilig.<\/p>\n<p>Irgendwann hatte Mutter den F\u00fchrerschein und fuhr selbst mit dem VW in die nahe Stadt. Gemerkt habe ich mir: Von der eigenen Fahrweise wurde es ihr niemals schlecht. Und der VW-K\u00e4fer hatte keine Tankanzeige, wenn der Tankinhalt zur Neige ging, musste Mutter w\u00e4hrend der Fahrt mit dem Fu\u00df einen Hebel auf Reserve umstellen. Dann reichte der Sprit noch f\u00fcr einige Kilometer bis zur n\u00e4chsten Tankstelle.<\/p>\n<p>War das reinste Abenteuer, wenn der VW-Motor wegen Spritmangel gerade in den kurvigen Streckenabschnitten zu stottern anfing, ich auf dem Beifahrersitz sa\u00df und Mutter hektisch mit dem Fu\u00df den Hebel zum Umstellen auf den Reservetank suchte und umzulegen versucht, w\u00e4hrend die n\u00e4chste Kurve auf uns zu kam. Gut, ich habe damals schon eisern an das K\u00f6lsche Grundgesetz geglaubt: <a href=\"https:\/\/www.koeln.de\/koeln\/das-koelsche-grundgesetz-die-11-regeln-der-domstadt_paragraph-3_L1121331_1121322.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Et h\u00e4tt noch immer jot jejange<\/a>. Schlecht ist es mir auch niemals geworden, selbst wenn Mutter fuhr.<\/p>\n<p>Ach ja, das typische Blumenv\u00e4schen f\u00fcr Kunststoffblumen, der aufgeklebte Christophorus (Schutzpatron der Kamikaze-Fahrer\/innen) sowie der aus Plastik bestehende aufgeklebte \"Tank-Kilometerz\u00e4hler\" am Amaturenbrett des VWs stehen auch heute noch noch vor meinem geistigen Auge. Am \"Tank-Kilometerz\u00e4hler gab es R\u00e4dchen, mit denen man den Kilometerstand beim Tanken einstellen konnte. So hatte der Fahrer durch Subtraktion vom Kilometerz\u00e4hler des Tachos eine ungef\u00e4hre Kontrolle, wie viele Kilometer er wohl noch mit der Restf\u00fcllung kommen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Ach ja, zur Ehrenrettung von Mutter muss ich sagen: Als Vater den VW-K\u00e4fer verkaufte und auf einen <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ford_P6\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Ford 12M<\/a> umstieg, war es mit der \u00dcbelkeit der Beifahrerin vorbei. Muss also doch am VW-K\u00e4fer gelegen haben. War so die Gemengelage, die mit 16 Jahren vor meinem geistigen Auge stand. Auf der einen Seite Trecker fahren und als Lehrling mit Technik umgehen, Samstags Autos der Firma waschen und von der Garage auf den Hof und zur\u00fcck zu bewegen. Auf der anderen Seite der Horror \"F\u00fchrerschein machen, hei\u00dft wochenlang in die nahe Stadt gurken und viel Geld als kleiner Lehrling an eine Fahrschule abdr\u00fccken, um den Lappen zu bekommen\". Ging irgendwie in meiner Welt ja gar nicht &#8230;<\/p>\n<p>Aber ich hatte mitbekommen: F\u00fcr Klasse 4 und 5 brauchte man nur eine theoretische F\u00fchrerscheinpr\u00fcfung, wobei nur Klasse 4 zum Fahren eines Treckers sowie eines 50 ccm Mopeds, welches bis zu 80 km\/h schnell sein durfte, berechtigte. Und ich hatte ausbaldovert, dass der T\u00dcV in der ca. 30 km entfernten Stadt Trier eine theoretische Fahrpr\u00fcfung f\u00fcr kleines Geld anbot. War f\u00fcr mich als Lehrling mit kleinem Ausbildungsgeld verlockend, aber die Durchfallraten sollen legend\u00e4r gewesen sein, munkelte man.<\/p>\n<p>Ich habe mir trotzdem beim n\u00e4chsten Berufsschulbesuch in der n\u00e4chsten Stadt in einer Buchhandlung ein Fahrschulbuch gekauft und geb\u00fcffelt. Kurze Zeit sp\u00e4ter habe ich einen Antrag auf Erteilung eines F\u00fchrerscheins mit Pr\u00fcfung beim T\u00dcV gestellt (die Details sind mir aber entfallen). Ich erinnere nur, dass ich mal per Bus zum T\u00dcV hin bin, um einen Sehtest zu machen, ein paar Mark in die Kasse f\u00fcr die Pr\u00fcfung einzahlte und Fotos musste ich auch abgeben.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/oPqQYQP.jpg\" alt=\"Alter F\u00fchrerschein\" \/><br \/>\nSeltenes Dokument: Mein F\u00fchrerschein von 1971 \u2013 damals vom T\u00dcV erhalten<\/p>\n<p>An die theoretische Pr\u00fcfung beim T\u00dcV habe ich keine Erinnerung mehr (au\u00dfer an den langen Raum, wo vielleicht 40 Pr\u00fcflinge \u00fcber ihren Pr\u00fcfungsbogen sa\u00dfen), aber im Dezember 1971 hielt ich nach einer theoretischen Pr\u00fcfung beim T\u00dcV den Lappen in H\u00e4nden. Danach hie\u00df es \"Welt ich komme\", denn es gab ein Moped. Aber das erz\u00e4hle ich im n\u00e4chsten Beitrag in meiner Schrauber-Reihe. Hier geht es mit den \"Folge-F\u00fchrerscheinen\" weiter, die ich so sammeln konnte.<\/p>\n<h2>N\u00e4chster Streich: Motorrad- und PKW-F\u00fchrerschein<\/h2>\n<p>Mit kurz vor dem 18. Geburtstag stand dann der Erwerb des \"richtigen F\u00fchrerscheins\", also die damalige Klasse 3, f\u00fcr PKWs an. Und weil ich ein Moped hatte, sollte es auch gleich die Klasse 1 f\u00fcr richtige Motorr\u00e4der werden. Als \"Mann, der in der Welt herumgekommen war\", hatte ich mitbekommen, dass die Fahrschulen in der nahen Kreisstadt Wittlich untereinander eine Art Agreement geschlossen hatten &#8211; heute w\u00fcrde man das als Kartell bezeichnen. Es hie\u00df jedenfalls, da muss man mindestens 20 Fahrstunden nehmen, um zur Pr\u00fcfung zugelassen zu werden.<\/p>\n<p>Wenn Du aber \u00fcber Jahre Traktor gefahren bist, schon \u00fcber ein Jahr ein Moped hattest, sollte es irgendwie schneller gehen. Vater erz\u00e4hlte, dass er vor Kriegsende mit 16 Jahren irgendwie den F\u00fchrerschein in der milit\u00e4rischen Fr\u00fcherziehung mit so \"drei vier Fahrstunden auf dem Hunsr\u00fcck\" erworben habe.<\/p>\n<p>Aber auch in der benachbarten Kreisstadt Bitburg gab es nicht nur das allseits bekannte Bier gleichen Namens, sondern auch eine Absprache der Fahrschulen, die Fahrsch\u00fcler brauchen mindestens 20 Fahrschulstunden, bis sie zur Pr\u00fcfung zugelassen werden.<\/p>\n<p>Kam nat\u00fcrlich f\u00fcr den jungen Herrn nicht in die T\u00fcte &#8211; w\u00e4hrend die typischen Fahrsch\u00fcler erst mal eine Stunde damit verpulverten, Blinker, Kupplung und Bremse kennen zu lernen, sowie noch mindestens eine weitere Stunde, oft sogar zwei, auf dem Hof der Fahrschule das Losfahren, Schalten und Lenken \u00fcbten, hatte ich mich neben dem Traktor oft auch in das Auto des Vaters gesetzt, um mit ihm \u00fcber einen Feldweg zu unseren Feldern zu fahren.<\/p>\n<p>War zwar irgendwie so \"halblegal\" &#8211; auf unserem Grund und Boden war das alles zul\u00e4ssig &#8211; aber ein St\u00fcck der Wirtschaftswege war \u00f6ffentlicher Grund. Nur kam die Polizei so gut wie nie vorbei, und wenn, sah man die von weitem. Eine kleine Lenkbewegung, und das Auto fuhr auf dem Ackerrandstreifen oder einer Wiese, war also wieder privater Grund. Die Polizei wusste das, wir wussten das, also gab es nie eine brenzlige Situation &#8211; und au\u00dfer gelegentlich einem Traktor war Sonntags sowieso nie jemand auf den Feldwegen unterwegs.<\/p>\n<p>Aber wie wuppen wir das jetzt mir der Fahrschule? W\u00e4re ja nicht Vatters Jung, wenn ich nicht noch etwas ausbaldovert h\u00e4tte. Frankreich hatte seine Gallier samt Asterix und Obelix. Und Bitburg hatte einen jungen Fahrlehrer, der als einsamer Gallier der Phalanx der alteingesessenen Fahrlehrer Widerstand bot. Es wurde geraunt: Der besteht nicht auf der Mindestanzahl Fahrstunden. Ich also auf's Moped und nach Bitburg zu dem Manne hin. \"Ey, ich will nen F\u00fchrerschein, f\u00fcr's Auto und f\u00fcr's Motorrad, brauche ich die Mindeststundenzahl und wat kostet die Stunde?\" Die Antwort war sinngem\u00e4\u00df \"wenn Du fahren kannst, melde ich dich zur Pr\u00fcfung an, f\u00e4llst Du durch, wiederholst Du nach einer Nachschulung, liegt bei dir, aber Mindeststunden brauchst Du bei mir nicht. Und da Du Moped f\u00e4hrst, machst Du ein oder zwei Fahrstunden auf der 125er Honda, und dann kommt die praktische Pr\u00fcfung, f\u00e4llst Du durch &#8230; aber das kennst Du ja.\"<\/p>\n<blockquote><p>Klang nach einem fairen Deal, und der Preis pro Fahrstunde war auch einige Mark g\u00fcnstiger als bei der Konkurrenz. Die Fahrschule hatte jedenfalls immer gut zu tun &#8211; habe meine Frau sp\u00e4ter dort ihren F\u00fchrerschein ebenfalls machen lassen &#8211; dauerte durch Ehrenrunden dann doch etwas l\u00e4nger &#8211; obwohl ich vorher und zwischendurch mit ihr auf Feldwegen einige Stunden \"ge\u00fcbt\" hatte.<\/p>\n<p>Mit dem Sohn klappte das viele Jahre sp\u00e4ter deutlich besser. Die Fahr-Sessions auf einem stillgelegten Firmengel\u00e4nde mit Rampe (gut zum Anfahren \u00fcben) sowie die Einpark\u00fcbungen auf dem Parkplatz eines Baumarkts haben ihm einige Fahrstunden erspart. Den Schwank zur ersten Beule an Vaters Auto, wenige Stunden nach Erhalt des F\u00fchrerscheins, sowie weitere Pirouetten beschreibe ich vielleicht sp\u00e4ter mal.<\/p>\n<p>Die Phasen mit der todungl\u00fccklichen Ehefrau, wenn das Blech unserer Autos mal wieder spontan ausbeulte, lasse sich sogar g\u00e4nzlich unter den Tisch fallen. Herr Gott, ist doch nur Blech, ihr ist nie was passiert, habe ihr nie Vorw\u00fcrfe gemacht (sie hat sich aber schwarz \u00fcber jedes Missgeschick ge\u00e4rgert), aber mit etwas Lack habe ich vieles hin gekriegt &#8211; nur unsere Autos sahen verboten aus. Hie\u00df immer \"typisch Ingenieur, siehst Du schon, welch verbeulte Karren der f\u00e4hrt, dem ist das doch alles glatt egal, wie das aussieht\" &#8211; und mir sind im Fahrerleben auch schon mal diverse M\u00e4uerchen, Leitplanken, dicke Steine oder Pfosten \"einfach so vor, seitlich in oder hinter das Auto gesprungen\". Da kannst du echt nichts machen, Sachen passieren halt, w\u00e4hrend du so durchs Leben gleitest. Heute besteht die bessere H\u00e4lfte drauf, dass das \"lackiert wird\" &#8230; man muss sich ja sonst sch\u00e4men &#8230;wie sagte Oma schon \"Junge, der Kl\u00fcgere gibt nach\".<\/p><\/blockquote>\n<p>An die Fahrstunden und die F\u00fchrerscheinpr\u00fcfung erinnere ich mich nicht mehr im Detail. Bei der ersten Fahrstunde meinte der Fahrlehrer \"dann fahr mal los\", um nach hundert Metern \"halt mal an\" zu sagen. Darauf folgte die Frage \"Du Hund, hast Du schon den F\u00fchrerschein?\". Ich erkl\u00e4rte ihm den Sachverhalt und der Groschen fiel bei ihm. Erinnerungsm\u00e4\u00dfig hatte ich das Minium von 14 Fahrschulstunden und 2 Stunden auf dem Motorrad, als ich zur Pr\u00fcfung stiefelte. Theorie ohne Probleme gewuppt, in der praktischen Pr\u00fcfung achtete ich (den Tipp hatte ich vom Fahrlehrer) darauf, deutlich vor dem Blinken den Kopf nach links und rechts zu drehen, um den Verkehr zu kontrollieren. Den Implus, das Fenster an der Fahrert\u00fcr runter zu kurbeln, um den linken Arm locker und cool raush\u00e4ngen zu lassen, habe ich erfolgreich unterdr\u00fcckt. Eine frische Unterhose und frische Socken hatte ich auch angezogen, die Haarm\u00e4hne war gek\u00e4mmt, konnte nix mehr schief gehen. Und ich fiel auch nicht darauf rein, als der Pr\u00fcfer auf der R\u00fcckbank mich gegen die Fahrtrichtung in eine Einbahnstra\u00dfe schicken wollte.<\/p>\n<p>\"Ey Alter, das ist eine Einbahnstra\u00dfe in Gegenrichtung, was soll der Schei\u00df\" entfuhr es mir &#8211; der Fahrlehrer neben mir wurde ganz blass im Gesicht &#8211; aber ich fuhr wie ein junger Gott und unbeeindruckt vom Sozius gerade aus weiter. Bis der meinte \"ist gut, fahren Sie zur Fahrschule zur\u00fcck\", da dachte ich schon kurz \"Schei\u00df der Hund drauf, wenn der Typ dich wegen deiner flotten Schnauze durchfallen l\u00e4sst, nimmst halt noch zwei Stunden und machst mit dem Fahrlehrer eine Spritztour, ist ja Fr\u00fchling, bei der n\u00e4chsten Pr\u00fcfung sitzt da eh ein anderer Pr\u00fcfer\".<\/p>\n<p>Der Pr\u00fcfer stieg aus, ich stieg aus, und der Fahrlehrer sa\u00df betr\u00f6ppelt weiter auf dem Beifahrersitz. Pl\u00f6tzlich grinste der Pr\u00fcfer und meinte \"Jung, hast bestanden, ich sehe, Du willst auch Klasse 1 machen, dann setz dich auf das Motorrad und zeig, was Du kannst.\". Ich also Helm auf, und Nierengut umgeschnallt und gefragt \"was soll ich denn zeigen\". Gut, so anfahren auf dem Hinterrad, oder den Hinterreifen in einer Acht bis auf die Leinwand auf den Asphalt radieren hatte ich eh nicht auf dem Radar. So was haben wir in unserer Jugend nie gemacht &#8211; ich schw\u00f6r &#8211; daf\u00fcr waren die Motorrad-Reifen einfach zu teuer. Und auf dem Niveau eines <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Evel_Knievel\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Evel Knievel<\/a> waren wir damals in der Eifel definitiv nicht.<\/p>\n<p>Aber der Pr\u00fcfer bat mich, einfach hundert Meter die Stra\u00dfe hoch zu fahren, dann einige Achten auf dem Asphalt hinzulegen und dann zur\u00fcck zu kommen. War einer meiner leichtesten \u00dcbungen, da die 125er Maschinen (150 ccm Hubraum statt 50 ccm meines Mopeds) fast baugleich waren. Ich habe das Programm abgespult, und als ich zur\u00fcck kam, sah ich, dass der Pr\u00fcfer schon die Papiere zur bestandenen F\u00fchrerscheinpr\u00fcfung Klasse 1 und 3\u00a0 unterschrieb. Ich meine mich zu erinnern, dass ich den grauen Lappen auch direkt ausgeh\u00e4ndigt bekam.<\/p>\n<h2>Postscript: Enge Stra\u00dfen und ein LKW f\u00e4hrt sich anders<\/h2>\n<p>Ich mache es kurz: Der F\u00fchrerscheinerwerb f\u00fcr PKW und Motorrad war doch recht smooth und nach meinen Vorstellungen gelaufen. Aber ich erinnere mich noch, dass der Geselle, der sonst den Ford Transit der Firma auf die Baustellen fuhr, pl\u00f6tzlich meinte \"Du hast den F\u00fchrerschein, fahr Du\". Mann, die Lenkung war am Transit ausgeschlagen und hatte ein wahnsinniges Spiel, der Laderaum war total mit Kabeltrommeln \u00fcberladen und ich hatte das Gef\u00fchl, die Stra\u00dfe ist heute aber verdammt eng. Der Transit schwamm und eierte so auf der Stra\u00dfe und ich musste am Lenkrad \"wie im Film oft zu sehen\" wie ein Wilder drehen und st\u00e4ndig die Spur korrigieren. Der Geselle auf dem Beifahrersitz lachte sich kaputt. Ich habe es trotzdem geschafft, auch am Gegenverkehr vorbei zu kommen. Es dauerte aber einige Wochen, bis ich ein Gef\u00fchl f\u00fcr den alten Transit hatte und trotz eiernder Lenkung sicher fahren konnte.<\/p>\n<p>Mit 19 musste ich zum Wehrdienst bei der Bundeswehr &#8211; waren verlorene 15 Monate Lebenszeit. Aber die haben mich zum LKW-F\u00fchrerscheinkurs geschickt. Vor der ersten Fahrstunde erkl\u00e4rte der Fahrlehrer, vom Rang eines Feldwebels (also f\u00fcr mich nix besonderes, jedenfalls kein hohes Tier beim Bund), ein wenig die Technik des LKW samt Anh\u00e4nger und ben\u00f6tigter Druckluftbremse etc. F\u00fcr mich alles bekannt. Dann hie\u00df es aufsitzen &#8211; und gleich einem MAN-Mannschaftstransporter samt Anh\u00e4nger losfahren. Zwei der Rekruten sa\u00dfen mit dem Fahrlehrer im F\u00fchrerhaus, der Rest der Mannschaft war auf der Ladefl\u00e4che untergebracht &#8211; kennt man ja aus Soldatenfilmen, wenn 20 Mann hinten vom Laster springen.<\/p>\n<p>Alle paar Kilometer gab es einen Personenwechsel zwischen Ladefl\u00e4che und F\u00fchrerhaus. Auf der Ladefl\u00e4che hatte ich schon mitbekommen, dass die erste Fahrstunde bei keinem Fahrsch\u00fcler reibungslos lief. Wir wurden auf der Ladefl\u00e4che gut durchgesch\u00fcttelt, wenn jemand mit zu viel Gas anfuhr, Motor abw\u00fcrgen geh\u00f6rte auch zum Standard. Und es tat mir in der Seele weh, wenn die Jungs \"die Getriebez\u00e4hne putzten\", weil sie einfach nicht mit Zwischengas schalten konnten. Also Gas geben, das Gas weg nehmen, kuppeln, Gang raus nehmen, kurz auf das Gaspedal f\u00fcr das Zwischengas tippen, kuppeln und in den n\u00e4chsten Gang schalten. Durch das Zwischengas wurden die Zahnr\u00e4der des Getriebes in den Umdrehungszahlen angeglichen. Damals hatten weder Trecker noch LKWs ein voll synchronisiertes Getriebe. Wer das Zwischengas nicht beherrschte, verursachte h\u00e4ssliche Getriebeger\u00e4usche, wenn die Zahnr\u00e4der nicht synchron liefen &#8211; das ber\u00fchmte \"Z\u00e4hne putzen im Getriebe\".<\/p>\n<p>Dann waren ein weiterer Rekrut und ich dran, im Fahrerhaus Platz zu nehmen. Der Nachbar durft zuerst fahren &#8211; oder es zumindest versuchen &#8211; genau erinnere ich mich nicht mehr, was genau passierte. Aber pl\u00f6tzlich stieg der Fahrlehrer in die Bremsen und machte den armen Jungen zur Sau \"Mensch Swieni, Du kannst aber auch nix\", lie\u00df ihn noch ein paar Mal anfahren und schickte ihn als hoffnungslosen Fall, der noch viel Arbeit bis zum F\u00fchrerschein brauchte, auf die Ladefl\u00e4che zur\u00fcck. Ich erinnere mich auch noch, dass Swieni auf einer Fahrstunde einen Spiegel abgefahren bekam. Ein entgegen kommender LKW-Fahrer hatte einen leichten Schlenker gemacht und die Reaktion des Fahrlehrers war \"so, wie Du f\u00e4hrst, h\u00e4tte ich dir auch den Spiegel abgefahren\". Habe ich zwar nicht verstanden, denn der Junge war Fahrsch\u00fcler, da passiert so was. Aber der Fahrlehrer war sauer, da er jetzt einen langen Bericht \u00fcber den Hergang des Malheurs schreiben musste.<\/p>\n<p>Als ich dann so als letzter mit meiner ersten Fahrstunde dran war und auf den Fahrersitz kletterte, meinte der Fahrlehrer \"Fahr los, aber w\u00fcrge den Motor nicht wie deine Vorg\u00e4nger ab, so schwierig ist das doch nicht, ihr Kerle k\u00f6nnt aber auch nix\". Ich so gekuppelt, 1. Gang, problemlos angefahren, Lenkung stimmte und war pr\u00e4zise, also kuppeln, Gang raus, Zwischengas, 2. Gang, wieder mit Gas beschleunigt, dann mit dem gleichen Prozedere in den dritten Gang, um kurz danach mit dem vierten Gang locker wie Graf Joster mit Chauffeur Johann ganz entspannt \u00fcber die Landstra\u00dfe zu fahren. Passte f\u00fcr mich alles, und es sollte bald zur\u00fcck in die Kaserne zum Feierabend gehen. Aber pl\u00f6tzlich stieg der Fahrlehrer wieder voll in die Bremsen &#8211; war so seine Art. Von der Ladefl\u00e4che h\u00f6rte ich nur das Gebr\u00fcll der restlichen Fahrsch\u00fcler, weil diese durch die Vollbremsung durcheinander gewirbelt worden waren. Und ich dachte, \"was hast Du falsch gemacht\".<\/p>\n<p>Der Feldwebel herrschte mich an \"Willst Du mich verschei\u00dfern, Du sitzt doch nicht zum ersten Mal in einem LKW, hast Du den LKW-F\u00fchrerschein?\". Hab's ihm erkl\u00e4rt und er war wieder zufrieden. Der F\u00fchrerscheinlehrgang war wirklich easy going &#8211; sogar r\u00fcckw\u00e4rts mit einem Anh\u00e4nger einparken habe ich locker auf Anhieb geschafft. Nur sp\u00e4ter hatte ich in meiner Einheit Probleme, einen <a href=\"https:\/\/www.fahrzeugbilder.de\/bild\/militaerfahrzeuge~deutschland~historische-bundeswehr\/153638\/eine-mgm-31a-pershing-1a-rakete-auf.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Sattelaufleger mit einer Pershing-Rakete<\/a> hinterr\u00fccks mit der Zugmaschine in einem Hangar zu bugsieren. Dass Hallentor war arg schmal, der Sattelaufleger extrem lang und mir fehlte die Fahrpraxis. Und man konnte nur mit Blick in die beiden R\u00fcckspiegel oder auf die Kommandos eines Einweisers, der vor dem Fahrzeug stand, vertrauend, den Tieflader bugsieren und die Lenkbewegungen entsprechend einplanen. Ich konnte mich aber nie entscheiden: Wem glaubst Du mehr, dem Einweiser, oder dem, was Du in beiden R\u00fcckspiegeln siehst. Stress gab es dann vor Feierabend, wenn das Einparken nicht auf Anhieb klappte und die Zeitsoldaten eine Minute sp\u00e4ter in den \"Feierabend\" kamen.<\/p>\n<p>Zum Gl\u00fcck konnte ich nach wenigen Monaten bei dieser Einheit den Exit machen &#8211; hatte zum Leidwesen des Kompanief\u00fchrers und des Standortkommandeurs was gedeichselt, denn ich wusste \"Ober sticht Unter bei dem Verein\" &#8211; und habe dann in einem Fliegergeschwader an der Mosel, in N\u00e4he des St\u00e4dtchens Cochem, noch ein halbes Jahr Offiziere gefahren (\u00fcber deren n\u00e4chtlichen Zustand nach dem Besuch im Kasino schreibe ich jetzt mal nix &#8211; ich habe auch niemals nicht einen Piloten direkt aus dem Kasino zur Flugbereitschaft fahren m\u00fcssen, damit der los fliegen kann &#8211; echt, ich schw\u00f6r).<\/p>\n<blockquote><p>An eine nette Sache erinnere ich mich auch noch. Als Wehrpflichtiger hatte ich gelegentlich auch Sonntags Dienst als Fahrer, aber nichts zu tun. Da keine Jets starteten, nutzen die German Pilots die Startbahn f\u00fcr Segelflugzeuge. Ein Motorflugzeug zog die Segelflieger an einem langen Stahlseil auf mehrere hundert Meter H\u00f6he, bis der Pilot des Segelfliegers die Leine ausklinkte und f\u00fcr eine viertel Stunde Segelflug \u00fcber Mosel und Eifel ansetzte. Ich fuhr so mit dem VW der Fahrbereitschaft zur Startbahn und sah den Segelfliegern zu. War ein sch\u00f6ner Sommertag und irgendwann fragte ich \"kann man da mal mitfliegen, und was kostet es?\" Als Antwort kam: \"Wir k\u00f6nnen eine Ausnahmen machen, f\u00fcr dich als Wehrpflichtigen kostet es nix, und warte, bis der Zweisitzer da oben wieder gelandet ist &#8211; dann organisiere ich, dass der dich auf dem n\u00e4chsten Flug auf dem zweiten Sitz mitnimmt.\"<\/p>\n<p>Als es dann soweit war, wurde mir ein Fallschirm umgeschnallt, aber nicht erkl\u00e4rt, wie der zu benutzen sei. Gut, so in etwas wusste ich, wo ich an diesem Griff ziehen m\u00fcsste &#8211; <a href=\"https:\/\/www.frueh.de\/frueh-erleben\/typisch-koeln\/das-koelsche-grundgesetz\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">K\u00f6lsches Grundgesetz<\/a> \u00a73:\u00a0 \"Et h\u00e4tt noch emmer joot jejange\". Als ich auf den Stoffsitz einstieg und mich anschnallte, meinte der Helfer \"stelle die F\u00fc\u00dfe da auf die Trittplatte und tritt nicht gegen die W\u00e4nde daneben, sonst bist Du durch die Leinwand\" &#8211; und zum Piloten gewandt gab er noch den Hinweis \"flieg mal zart und bitte keine Loopings oder Rollen, er ist noch nie geflogen\". Kann ja heiter werden, aber der Rheinl\u00e4nder bzw. K\u00f6lner kennt auch \u00a7 2 <a href=\"https:\/\/www.koeln.de\/koeln\/das-koelsche-grundgesetz-die-11-regeln-der-domstadt_paragraph-2_L1121331_1121321.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Et k\u00fctt wie et k\u00fctt<\/a> &#8230; mir k\u00f6nnen starten. War schon ein etwas hei\u00dfer Ritt, dieser Start mit dem Doppelsitzer. Es war ein sonniger Sommertag mit ein wenig Wolken, also auch Turbulenzen in den Luftschichten unter den Wolken &#8211; Segelflugwetter halt. Du sahst durch die Glaskanzel, wie der Motorflieger am Seil vielleicht 60 oder 100 Meter vor dir pl\u00f6tzlich 10 oder 20 Meter wie ein Stein absackte\u00a0 &#8211; und wusstest, in drei Sekunden trifft es dich im geschleppten Segler auch. Mir fiel beim ersten Mal das Herz in die Hose, zumal ich sah, wie stark sich die Tragfl\u00e4chen beim Absacken durchbogen. Ich habe schon im Geiste klar gemacht, wie ich mit dem Fallschirm aussteigen m\u00fcsste, wenn da pl\u00f6tzlich ein Fl\u00fcgel abbricht. Beim dritten Mal, als immer noch nix passiert war, Fl\u00fcgel waren immer noch dran, wusste ich, was kam, wenn der Motorflieger vor uns mal wieder 20 oder 30 Meter in ein Luftloch fiel &#8211; und beim f\u00fcnften Mal steckte ich das locker weg.<\/p>\n<p>Als der Pilot den Segler aus dem Schleppseil ausklinkte, fing die Segelflug-Phase an. Herrlich, ich konnte durch die Glaskuppel schauen, alles absolut ruhig, nur ein leises Rauchen des Winds an der Glaskuppel,\u00a0 vorne flattere ein Faden, der die Flugrichtung anzeigte. Rechts und links war viele hundert Meter unter uns die Landebahn des Flugplatzes. Und ich blickte auf das m\u00e4andernde Band der Mosel, die H\u00f6henz\u00fcge des Hunsr\u00fccks und der Eifel, und konnte am Horizont sogar die Vulkankegel der Vulkaneifel erahnen. Es war einfach unbeschreiblich, der erste Flug meines Lebens &#8211; habe ich unendlich genossen, war aber leider viel zu schnell vorbei. Und nein, ich habe der Versuchung widerstanden, die Glaskuppel zu \u00f6ffnen, um gleich auch noch einen Fallschirmabsprung zu probieren. Und ja, der Pilot hat auch der Versuchung widerstanden, einen Looping oder das Drehen um die eigene Achse zu fliegen &#8211; als Jet-Pilot geh\u00f6rte das zu seinem t\u00e4glich Brot.<\/p>\n<p>Meinen Entschluss \"Du lernst jetzt auch noch fliegen\", habe ich aber mangels Zeit und Gelegenheit nie realisiert. Im Studium fehlten Geld und Zeit, um in der Fliegergruppe der benachbarten RWTH Aachen mitzumachen. War mir auch ein paar Kilometer zu weit weg. Nach dem Ingenieurstudium gab es mal kurz den Impuls \"bewirb dich als Flugingenieur bei der Lufthansa\" &#8211; habe ich aber nicht gemacht, sondern bin in den Flugzeugbau gegangen, wo Reisen per Flieger zu anderen Airports Europas zum Pr\u00fcfen der Verkehrsmaschinen zum Tagesgesch\u00e4ft geh\u00f6rte. Zu meinem Bedauern hatte ich aber nie Gelegenheit, mal Parabelfl\u00fcge, mit denen angehende Astronauten in Toulouse, in einem Airbus trainiert wurden, mit zu machen. Ich war zu fr\u00fch wieder von diesem Arbeitgeber weg.<\/p><\/blockquote>\n<p>Aber zur\u00fcck auf den Boden der Tatsachen oder in die Niederungen des t\u00e4glichen Lebens. Lang ist's her, war aber irgendwie eine spannende Zeit und der erste F\u00fchrerschein er\u00f6ffnete g\u00e4nzlich neue Perspektiven f\u00fcr meine Mobilit\u00e4t in der Eifel. Ach ja, die Fahrerlaubnis Klasse 2 f\u00fcr LKWs habe ich noch im F\u00fchrerschein eingetragen. Als ich diese Fahrerlaubnisklasse in meinen zivilen F\u00fchrerschein \u00fcbertragen lie\u00df, war der Gedanke \"ok, wenn du im Studium durchf\u00e4llst, kannst Du neben deiner Elektriker-Fachausbildung noch als LKW-Fahrer arbeiten\". Aber ich brauchte diese F\u00fchrerscheinklasse ein oder zwei Mal im Leben f\u00fcr einen Miet-LKW zum Umzug. Die Stra\u00dfen erschienen mir verdammt eng, aber der Leih-LKW ist heile geblieben. Aktuell steht der Umtausch des F\u00fchrerscheins auf EU-F\u00fchrerschein an (siehe <a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2021\/03\/26\/achtung-erste-fristen-fr-fhrerschein-umtausch-enden-am-19-januar-2022\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">diesen Artikel<\/a>), wobei mir dort die Fahrerlaubnis f\u00fcr LKWs wohl verloren geht (die Auflagen wie Gesundheitspr\u00fcfung alle 5 Jahre sind mir f\u00fcr einen F\u00fchrerschein, den ich nie brauche, einfach zu hoch &#8211; ein Wohnmobil, welches Klasse 2, jetzt wohl CE, als Fahrerlaubnis braucht, habe ich nicht ).<\/p>\n<p>\u00dcbrigens, den Motorrad-F\u00fchrerschein Klasse 1 habe ich zwar auch erworben &#8211; war mir sicher \"Du kaufst dir ein gro\u00dfes Motorrad\". Dabei ist es dann aber geblieben. Als das erste Auto da war, f\u00fchlte sich das doch irgendwie komfortabler und sicherer bei Regen, K\u00e4lte und Schnee oder Eis an, als ein Motorrad. Zudem fehlte mir nach der Lehre auch das Geld f\u00fcr solche Flausen, da ich dann als Sch\u00fcler bzw. Student die Schulbank wieder gedr\u00fcckt habe. Und mit Mitte vierzig blieb die Midlife-Krise aus, wo Mann ein Motorrad oder einen Porsche braucht. Das Leben g\u00f6nnt dir auch echt nix, daf\u00fcr gab es andere Krisen und den t\u00e4glichen Wahnsinn im Beruf. Ist aber ein anderes Thema.<\/p>\n<p>Heute ist mir der \"Spa\u00df am Fahren\" \u00fcbrigens weitgehend abhanden gekommen. Ein Auto muss fahren und dient dazu, mich von A an einen weiter entfernten Punkt B, den ich als Fu\u00dfg\u00e4nger nicht erreichen kann, zu bringen. Und noch ein Bild, was das Zutrauen in \"Fahrk\u00fcnste\" illustriert. Meine Frau tat sich sehr schwer beim Erwerb des F\u00fchrerscheins, aber meine Mutter und ich haben sie zur Wiederholungspr\u00fcfung, die dann geklappt hat, motiviert. Fahre ich mit unserem Auto und ist Frau die Beifahrerin, \"bremst\" sie mit dem Fu\u00df durchs Bodenblech und sieht in jedem entgegen kommenden Auto eine Frontalzusammensto\u00df. Scheinbar fahre ich wie ein Henker? Letztens fuhr ich als Beifahrer und hatte st\u00e4ndig den Eindruck, dass es fast wieder \"gekracht h\u00e4tte\" &#8211; ich habe sogar einige Male gezuckt. Frau meinte: \"Wei\u00df gar nicht, was du hast, da war massig Platz dazwischen\" &#8211; muss wohl an der Perspektive des Beifahrers im aktuellen Fahrzeug liegen, dass Abst\u00e4nde einfach falsch eingesch\u00e4tzt werden. Allerdings ist es meistens so, dass ich bei l\u00e4ngeren Fahrten als Beifahrer schnell einschlafe und wohl grenzenloses Vertrauen in die Fahrerin habe. Ist doch auch schon was, oder?<\/p>\n<blockquote><p>PS: Das mit dem Einschlafen auf dem Beifahrersitz geht \u00fcbrigens seit fast 40 Jahren so. Doof war es in Zeiten, als es noch kein Navi gab, und Frau bei l\u00e4ngeren Fahrten auf der Autobahn pl\u00f6tzlich am Arm r\u00fcttelte \"eh, wach auf, in 40 Metern kommt eine Abfahrt, muss ich da runter\" und ich keine Chance hatte, mich zu sortieren und zu orientieren. An eine Begebenheit erinnere ich mich auch noch: War leicht am d\u00f6sen, als es pl\u00f6tzlich einen Blitz ohne Donner gab. Ups, ein Gewitter, oder was, dachte ich. W\u00e4hrend ich mich noch sortierte, kam vom Fahrersitz ein \"oh, war ich wohl etwas zu schnell\" &#8211; gut, war erinnerungsm\u00e4\u00dfig mit 20 Mark oder so abgehandelt, Schwamm dr\u00fcber. Und hey, das Leben ist halt Abenteuer &#8211; und ich schreib jetzt nicht \"mit Frau an Steuer\", denn da kannst Du auch das W\u00f6rtchen Mann einsetzen.<\/p><\/blockquote>\n<p>War jetzt ein langer Ausflug in die Zeit vor 50\/60 Jahren, angefangen vom Pferd, was mir auf die Stiefel latschte, \u00fcber Trecker fahren, bis \"der schl\u00e4ft auf dem Beifahrersitz immer ein\" (\u00e4ltere Leute brauchen viel Schlaf, und Geschichten \"vom Pferd\" konnte ich noch immer gut erz\u00e4hlen). Aber die Sozialisierung als Sohn eines Landwirts mit Traktor fahren hat mir im R\u00fcckblick die Sache mit dem F\u00fchrerschein ungemein erleichtert.<\/p>\n<p>Im n\u00e4chsten Teil der Artikelreihe geht es dann wirklich um die Schrauberzeit und die vielen \u00dcberraschungen am Moped oder an den ersten Autos, eine Welt, die mir der F\u00fchrerschein erst er\u00f6ffnet hat. Aber ich glaube, \u00fcber den Erwerb des F\u00fchrerscheins wird jeder meiner Blog-Leserinnen und -Leser seine eigene Geschichte erz\u00e4hlen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>\u00c4hnliche Artikel:<br \/>\n<\/strong><a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2021\/05\/17\/der-jung-soll-was-anstndiges-lernen\/\">Der Jung soll was anst\u00e4ndiges lernen<\/a><strong><br \/>\n<\/strong><a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/?p=16713\">Meine \u201eSchrauberjahre\"-Teil 1: Der F\u00fchrerschein \u2026<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/?p=16723\">Meine \u201eSchrauberjahre\"-Teil 2: Das neue Moped \u2026<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/?p=16732\">Meine \u201eSchrauberjahre\"-Teil 3: Ein Auto wird gebraucht \u2026<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2021\/06\/24\/mein-r4-und-der-erste-urlaub-in-holland\/\" rel=\"bookmark\">Mein R4 und der erste Urlaub in Holland<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2021\/09\/03\/mein-datsun-cherry-sportcoup-und-lastwagen-in-einem\/\">Mein Datsun Cherry: Sportcoup\u00e9 und Lastwagen in einem<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2021\/12\/08\/mein-autodealer-frs-leben\/\">Mein Autodealer f\u00fcrs Leben<\/a><\/p>\n<p><a title=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2021\/04\/22\/ich-pseudo-rentner\/\" href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2021\/04\/22\/ich-pseudo-rentner\/\">Ich Pseudo-Rentner \u2026<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2021\/05\/07\/abenteuer-covid-19-impfung-wenn-borns-geimpft-werden\/\">Abenteuer COVID-19-Impfung: Wenn Borns geimpft werden<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2020\/09\/21\/heckenschnitt-ich-habe-den-reinhard-mey-gemacht\/\">Heckenschnitt: Ich habe den Reinhard Mey gemacht \u2026<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2020\/08\/26\/der-ritter-der-heckenschere-der-lavendel-schnitt\/\">Der Ritter der Heckenschere: Der Lavendel-Schnitt<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2019\/12\/19\/schuhkauf\/\">Der Schuhkauf \u2026<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2017\/07\/26\/gesunde-bewegung-der-kauf-der-barfuschuhe\/\">Gesunde Bewegung: Der Kauf der Barfu\u00dfschuhe<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2020\/07\/28\/ich-hab-die-marie-kondo-gemacht\/\">Ich hab die Marie Kond\u014d gemacht \u2026 Teil 1<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2020\/07\/29\/ich-hab-die-marie-kondo-gemacht-teil-2\/\">Ich hab die Marie Kond\u014d gemacht \u2026 Teil 2<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2020\/07\/30\/ich-hab-die-marie-kondo-gemacht-teil-3\/\">Ich hab die Marie Kond\u014d gemacht \u2026 Teil 3<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2020\/07\/24\/sommer-sonne-boule-kugeln-und-die-grne-fee\/\">Sommer, Sonne, Boule-Kugeln und ein Pastis \u2026<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2021\/04\/29\/29-4-ist-welttag-des-tanzes\/\">29.4. ist Welttag des Tanzes<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2021\/05\/04\/yellow-press-bill-gates-lsst-sich-scheiden-und-andere-katastrophen\/\">Yellow Press: Bill Gates l\u00e4sst sich scheiden und andere Katastrophen<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2021\/04\/26\/gru-aus-dem-karbon-oder-wie-ich-huflattich-fr-brlapp-hielt\/\">Gru\u00df aus dem Karbon, oder wie ich Huflattich f\u00fcr B\u00e4rlapp hielt<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2020\/08\/31\/sommer-sonne-mann-braucht-grill\/\">Sommer, Sonne: Mann braucht Grill \u2026<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2021\/02\/21\/hey-its-barbecue-time-grillsaison-erffnet\/\">Hey, it's Barbecue-Time \u2013 Grillsaison er\u00f6ffnet<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach einem 52 Jahre w\u00e4hrenden Berufslebens, welches 1969 als Lehrling im Elektro-Handwerk begann, stehe ich an der Schwelle zum Rentner-Dasein. 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