{"id":16732,"date":"2021-05-27T00:15:00","date_gmt":"2021-05-26T22:15:00","guid":{"rendered":"https:\/\/borncity.com\/senioren\/?p=16732"},"modified":"2021-12-13T09:41:34","modified_gmt":"2021-12-13T08:41:34","slug":"meine-schrauberjahre-teil-3-ein-auto-wird-gebraucht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2021\/05\/27\/meine-schrauberjahre-teil-3-ein-auto-wird-gebraucht\/","title":{"rendered":"Meine &quot;Schrauberjahre&quot;-Teil 3: Ein Auto wird gebraucht &#8230;"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"float: left; margin: 0px 10px 0px 0px; display: inline;\" title=\"Renault R4, Quelle: Wikipedia\" src=\"https:\/\/i.imgur.com\/0gbBsTE.png\" alt=\"Renault R4, Quelle: Wikipedia\" width=\"149\" height=\"112\" align=\"left\" \/>In <a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/?p=16713\">Meine \"Schrauberjahre\" Teil 1: Der F\u00fchrerschein \u2026<\/a> sowie in <a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/?p=16723\">Meine \u201eSchrauberjahre\"-Teil 2: Das neue Moped \u2026<\/a> ging es ja um die Episoden des F\u00fchrerscheinerwerbs sowie um die Irrungen und Wirrungen meines ersten Mopeds. St\u00e4ndig musste was repariert werden. Sollte sich \u00e4ndern, ein Auto musste her, nachdem ich den F\u00fchrerschein dazu hatte. Nie mehr schrauben, nur noch tanken und fahren, das war der Masterplan. Ich hatte aber die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Stoff f\u00fcr weitere kleine Geschichten, die sich so ereigneten.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h2>Ich will ein Auto &#8230;<\/h2>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg08.met.vgwort.de\/na\/02285b14790b4277bbb07b2aa372157f\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/>Nat\u00fcrlich sollte ein Auto her &#8211; aber da gab es einige Probleme. Da gab es einige Leute, die wohl etwas mehr verdienten oder von den Eltern die Kohle bekamen. Jedenfalls fuhren Einige mit Opel Mantas und Ford Capris oder Opel Asconas durch die Gegend. Ich selbst war ja ein armer Schlucker, gerade die Lehre hinter mir und schon auf dem Weg zur\u00fcck auf die Schulbank, um auf dem zweiten Bildungsweg die Mittlere Reife und die Fachhochschulreife nachzuholen.<\/p>\n<p>Also keine Kohle im Portemonnaie, Manta, Ford Capri und was wei\u00df ich lagen in weiter Ferne. Selbst die g\u00fcnstigen Gebrauchtwagen von 2.000 Mark schienen unerreichbar.\u00a0 Aber da gab es eine L\u00f6sung: Ein wenig hatte ich gespart, und das Moped konnte ja verkauft werden. Also in die Zeitung eine Verkaufsanzeige gesetzt. Ich bin es sogar losgeworden &#8211; f\u00fcr 600 Mark ein Verlustgesch\u00e4ft, da der Kauf des gebrauchten Mopeds ein Jahr vorher doch weit \u00fcber 1.000 Mark gekostet hatte.<\/p>\n<p>Aber die Kalkulation war klar: 600 Mark f\u00fcr das Moped, knapp 1.000 Mark hatte ich erinnerungsm\u00e4\u00dfig gespart, und da gab es einen gef\u00fchlt \"guten Gebrauchten\" beim Renault-H\u00e4ndler im nahen St\u00e4dtchen Bitburg. War zwar nicht das Wunschmodell Renault R5, sondern ein hellblauer <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Renault_4\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Renault R4<\/a> als Viersitzer &#8211; von der Auto-Bild mal als \"<a href=\"https:\/\/www.autobild.de\/klassik\/artikel\/renault-4-1199979.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Die rollende Gelassenheit<\/a>\" betitelt. Sollte aber 2.400 Mark kosten &#8211; mehr als mein mehrmaliges Nachz\u00e4hlen der Barschaft so ergeben wollte. Weiter runter im Preis handeln klappte nicht. Also legte Vater noch einige Hunderter drauf und der Deal kam zustande.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" title=\"Renault R4, Quelle: Wikipedia\" src=\"https:\/\/i.imgur.com\/0gbBsTE.png\" alt=\"Renault R4, Quelle: Wikipedia\" \/><br \/>\nRenault R4, Quelle: Wikipedia, Von AlfvanBeem &#8211; Eigenes Werk, CC0<\/p>\n<p>Dank Schadensfreiheitsrabatt und minimaler PS-Leistung des Motors war das Fahrzeug echt billig in der Versicherung, und sparsam in Spritverbrauch. Gegen\u00fcber einem Citroen 2CV (die Ente) war mein R4 schon ein geiles W\u00e4gelchen, Du konntest Schafe und Ziegenb\u00f6cke auf der hinteren Ladefl\u00e4che transportieren und trotzdem vorne auf den Ledersitzen vier bis f\u00fcnf Personen \u00fcber Land fahren. Gut, Schafe und Ziegenb\u00f6cke hatte ich nicht zu transportieren, aber es fanden sich immer viele Kumpels, die mitfahren wollten. Die Technik war auch genial, neben dem elektrischen Anlasser hatte der R4 noch eine Kurbel, um den Motor anzuwerfen. Es gab eine Revolverschaltung, die den R4 einzigartig machte. \u00d6ffnete man die Motorhaube, war da viel Leerraum und nur ein winziger Frontmotor samt Getriebe und Antriebswellen f\u00fcr die Vorderr\u00e4der. Dann am Chassis das montierte \"Einmachglas\", welches als Ausgleichsbeh\u00e4lter f\u00fcr die K\u00fchlerfl\u00fcssigkeit diente &#8211; man sah sofort, ob es noch gen\u00fcgend K\u00fchlerwasser gab. Echt einfach Technik &#8211; die Abenteuer als Schrauber konnten weiter gehen.<\/p>\n<blockquote><p>Heute ziehe ich meinen Hut vor den franz\u00f6sischen Ingenieurkollegen, die das Fahrzeug entwickelten. Damals habe ich geflucht, weil mir die Abenteuer als Schrauber \u00fcber den Kopf wuchsen. Den letzten von \u00fcber 900.000 in Deutschland verkauften R4 sicherte sich 1988 laut Auto-Bild mein Namensvetter G\u00fcnter Jauch. Junge, Junge, wir waren schon ein illustres V\u00f6lkchen, damals.<\/p>\n<p>Nachtrag: Ach ja, \u00fcber einen Nutzerkommentar ist mir noch eingefallen, dass der Handwerksbetrieb, in dem ich meine Lehrlingsausbildung absolvierte, auch einen R4 als Firmenwagen hatte. Den habe ich Samstags regelm\u00e4\u00dfig gewaschen und auch schon \"vor F\u00fchrerschein\" zwischen Garage und Waschplatz auf dem Hof der Firma gefahren.<\/p><\/blockquote>\n<h2>Enge Kurven, M\u00e4uerchen und kaputte Bremsen<\/h2>\n<p>Ich hatte mein erstes Auto und das Abenteuer konnte beginnen. Dummerweise war da eine Stichstra\u00dfe, die im spitzen Winkel von der Hauptstra\u00dfe abzweigte. Ich wollte von der Hauptstra\u00dfe in die Stichstra\u00dfe einbiegen, aber von der Seite, wo die Fahrbahn beim Einbiegen einen spitzen Winkel formte. Und da links und rechts G\u00e4rten lagen, waren diese mit kleinen, niedrigen Betonm\u00e4uerchen f\u00fcr die Gartenz\u00e4une eingefasst. Ich habe die Kurve nicht weit genug ausgeholt und h\u00f6rte nur ein ekeliges Kratzen. Als ich ausstieg, wusste ich es bereits. Ich hatte mir an der Kante des M\u00e4uerchens an dessen Spitzwinkel eine nette Scharte am unteren Rand der Beifahrert\u00fcr fabriziert. Ein Fluch, etwas Klarlack drauf, damit es nicht rostet, und die Sache war geritzt &#8211; die erste kleine Beule war passiert.<\/p>\n<p>Und dann gab es irgendwann den Zustand, dass die Handbremse nicht mehr richtig griff, man musste die kr\u00e4ftig anziehen. Ich war in einem Nachbardorf unterwegs und hielt vor einer Telefonzelle. Gang raus, Handbremse vorne links ziehen und Motor aus. Dann ging es in eine Telefonzelle, ein M\u00e4del im Dorf anrufen. W\u00e4hrend ich so telefonierte, klopfte ein Junge aus dem Dorf an die Scheibe der Telefonzelle \"Eh, da ist gerade ein Auto weggelaufen, ist das deines?\". Ich schaute auf den Parkplatz, da war kein R4 mehr. Der Parkplatz war leicht absch\u00fcssig, und so war das Auto langsam an- und quer \u00fcber die angrenzende Stra\u00dfe gerollt, um an einem niedrigen M\u00e4uerchen zum Stehen zu kommen.<\/p>\n<p>War gl\u00fccklicherweise nichts passiert und so ein M\u00e4uerchen kann einem R4 nichts anhaben. Das Auto hatte nicht mal eine Beule, am M\u00e4uerchen sa\u00df man auch nichts, aber ich hatte einen gewaltigen Schreck bekommen. Ich habe dann in der darauffolgenden Woche die Bremsbel\u00e4ge an den R\u00e4dern getauscht und auch die Handbremse neu eingestellt. Damit mir so etwas nie wieder passiert &#8230;<\/p>\n<h2>Vorderradantrieb und Gelenkwellen<\/h2>\n<p>Der Renault R4 war der erste Wagen des Herstellers mit Vorderrad-Antrieb. Vom Getriebe \u00fcbertrugen zwei sogenannte Gelenkwellen die Kraft des Motors auf die zwei Vorderr\u00e4der. Genial einfache Technik, die nur den Nachteil hatte, dass die Gelenkwellen irgendwann ausschlugen. Und da das Auto beim Kauf schon eine hohe Laufleistung hatte und es irgendwann beim Fahren klapperte, brachte ich es zur Werkstatt. Gelenkwelle vorne rechts kaputt, kostet mehrere Hundert DM, lautete die Botschaft. Lie\u00df es z\u00e4hneknirschend reparieren und zahlte, Auto soll ja fahren &#8230;<\/p>\n<p>Wochen sp\u00e4ter klapperte es beim linken Vorderrad. Auch ohne Werkstattbesuch wusste ich \"Gelenkwelle links kaputt\". Nochmals eine teure Reparatur? Ich kaufte erinnerungsm\u00e4\u00dfig eine Ersatzgelenkwelle und baute diese an einem Samstag ein. Hielt einen ganze Weile, aber ich vermeinte, wieder ein beginnendes Klappern zu vernehmen. Beim Blick in die Zeitung sah ich, dass da ein alter R4 zum Verkauf im Nachbarort angeboten wurde. Ich fuhr hin und konnte den R4 f\u00fcr erinnerungsm\u00e4\u00dfig 200 DM kaufen. Das Auto hatte keinen T\u00dcV mehr, aber ich wollte den Wagen als Ersatzteillager verwenden.<\/p>\n<blockquote><p>Als ich mit meinem hellblauen R4 im Nachbarort bei dem f\u00fcr mich \u00e4lteren Herren als Verk\u00e4ufer auftauchte, sah dieser das Auto und fragte \"das ist ja mein alter R4, wo hast Du den gekauft?\". Ich nannte den Namen des H\u00e4ndlers, worauf er den Verkaufspreis erfragte. Als er von mir den Preis erfuhr, den mir der H\u00e4ndler abgekn\u00f6pft hatte, wurde der Mann blass. In meinem Hinterkopf materialisierte sich der Gedanke, \u00fcber den Tisch gezogen worden zu sein.<\/p><\/blockquote>\n<p>Aber ich hatte mein Ersatzteillager \"im Schuppen\", denn dort hatte ich den Wagen mit dem Trecker meines Vaters hin geschleppt. Und so ging ein Sonntag drauf, weil ich kurzerhand den Motor samt Getriebe und Gelenkwellen aus dem alten R4 aus und in meinen R4 einbaute. Funktionierte, den kleinen Motor konnte ich ohne Flaschenzug einfach so in den Motorraum hieven, festschrauben und die Anschl\u00fcsse montieren. Dummerweise hatte ich beim Kauf meines Ersatzlagers \u00fcbersehen, dass der alte R4 ein Dreigang-Getriebe hatte, w\u00e4hrend mein Modell mit Viergang-Getriebe versehen war. Ich glaube, ich bin drei Wochen mit dem Dreigang-Getriebe gefahren, um genervt alles zur\u00fcck zu bauen.<\/p>\n<p>Irgendwie habe ich es auch hinbekommen, dass die Gelenkwellen nicht mehr schlugen &#8230; aber das Auto nervte, drei Stunden schrauben, um Sonntags zwei Stunden fahren zu k\u00f6nnen. Die Karre muss weg, lautete mein Entschluss, gedacht, getan und ein Zeitungsinserat geschaltet. Es gab tats\u00e4chlich einen K\u00e4ufer, der den R4 f\u00fcr 1.600 DM kaufte &#8211; den Motor samt Dreigang-Getriebe habe ich sogar noch mitgegeben.<\/p>\n<p>Das Chassis des R4 habe ich einige Wochen sp\u00e4ter mit einer Metalls\u00e4ge in zwei Teile getrennt. Als der Altmetallh\u00e4ndler vom Schrottplatz viele D\u00f6rfer weiter mit seinem Laster \u00fcber den Hof gefahren kam, habe ich ihm diese zwei Reste mitgegeben.<\/p>\n<blockquote><p>Ob ich noch 20 Mark f\u00fcr den Schrott bekam, wei\u00df ich nicht mehr. Jedenfalls gab es den Schwur \"Nie wieder Renault, nie wieder ein Franzose, die k\u00f6nnen keine Autos bauen\". Jahrzehnte sp\u00e4ter hat mein KFZ-Dealer f\u00fcrs Leben mich doch noch \u00fcberzeugt, einen Renault Laguna als Coup\u00e9 mit Flie\u00dfheck zu kaufen &#8211; w\u00e4re ja inzwischen Nissan-Technik drin. Meine Frau und ich haben den Laguna geliebt &#8211; geniales Design, sch\u00f6nes Auto. Aber ich habe \u00fcber den Austausch der Steuerketten alle 50.000 km und die 1.600 Euro Kosten geflucht. Und das Auto hat uns verlassen, weil die Technik streikte &#8211; das ESP war ausgefallen und lie\u00df sich nicht mehr reparieren. Fahren, bis der T\u00dcV uns scheidet &#8230;<\/p><\/blockquote>\n<h2>Der Opel Kadett &#8230;<\/h2>\n<p>Nach dem Motto \"Kerl macht Sachen\" gab es 1.600 DM und einen Plan, ein anderes Auto musste her. An der Tankstelle des Nachbarorts stand ein gebrauchter Opel Kadett, cremefarben und zum Schn\u00e4ppchenpreis von genau 1.600 DM zum Verkauf. Sah gut aus und Vater hatte\u00a0 auch keine Einw\u00e4nde. Gekauft, zugelassen und gefahren &#8230; alle gl\u00fccklich? Eine Woche nach dem Kauf fuhr ich hinter einem Fahrzeug her, um ein M\u00e4del in einem Nachbarort zu besuchen. Ich sah noch den Kieselstein, der vom vorfahrenden Auto aufgewirbelt wurde, auf mich zufliegen. Dann gab es einen Knall, und die Frontscheibe kam mir in Tausend St\u00fccken entgegen.<\/p>\n<p>Meine Versicherung zahlte irgendwie nicht, der andere Fahrer weigerte sich, zu zahlen \"nicht meine Schuld und \u00fcberhaupt wei\u00df ich von nichts, kann ja jeder behaupten\". Also habe ich schweren Herzens im Ersatzteilhandel eine neue Frontscheibe f\u00fcr den Kadett gekauft (war bezahlbar, so erinnerungsm\u00e4\u00dfig 120 Mark) und selbst eingebaut. Klappte sogar und alles war auch bei Regen dicht.<\/p>\n<p>Vier Wochen sp\u00e4ter merkte ich beim Kuppeln und schalten, dass die Kupplung schleifte. Also Auto in der Garage aufgebockt, Antriebswelle abmontiert und auch das angeflanschte Geh\u00e4useteil. Schon lag die Kupplung frei und ich sah, dass die Bel\u00e4ge total runter waren. Also eine neue Kupplungsscheibe im Ersatzteilhandel besorgt und selbst eingebaut. Klappte und das Auto fuhr &#8230; brauchte nur noch zu tanken &#8230;<\/p>\n<p>Na ja, ich glaube, ich musste auch mal einen kaputten Auspuff-Endtopf austauschen &#8211; war durchgerostet, ein Problem vieler Autos &#8211; bis weit in die 80er Jahre hinein. W\u00e4hrend meines Wehrdiensts war mir, als ich in einen andere Kaserne zum LKW-F\u00fchrerscheinkurs musste, zudem die Benzinleitung\u00a0 durchgeschnitten worden. Die Fahrzeuge durften nur vor der Kaserne, auf einem ungesicherten Parkplatz, abgestellt werden. Hatte noch voll getankt, um am Wochenende schnell nach Hause fahren zu k\u00f6nnen. Irgend ein Drecksack wollte wohl Benzin abzapfen. Weil die Einf\u00fcll\u00f6ffnung mit einem Schloss gesichert war, hatte er die Benzinleitung zerschnitten und der gef\u00fcllte Tank war ausgelaufen.<\/p>\n<p>Ich lie\u00df mich von einem anderen Wehrpflichtigen bis in die N\u00e4he des Heimatorts mitnehmen, besorgte mir ein St\u00fcck Schlauch und reparierte den Schaden in der Folgewoche. Das Auto fuhr wieder &#8230;<\/p>\n<p>&#8230; aber dann kam irgendwann der T\u00dcV, der Pr\u00fcfer hatte allerlei zu bem\u00e4ngeln, unter anderem die geflickte Benzinleitung und nicht funktionierende Nebelscheinwerfer. Dann\u00a0 machte er die Haube auf und wollte die Fahrgestellnummer vergleichen. Da war aber nix &#8211; es war ein Unfallwagen und die Fahrgestellnummer war bei den st\u00fcmpferhaften Reparaturen rausgeschnitten worden &#8230; bis der T\u00dcV euch nach gerade mal einem dicken Jahr scheidet &#8230; keine Chance eine T\u00dcV-Plakette zu bekommen.<\/p>\n<h2>Ein neuer Ford Escort, in Orange<\/h2>\n<p>Ich also in die Ford-Werkstatt des Orts, wo ich den Meister und Besitzer kannte, um zu fragen, ob das alles stimmen k\u00f6nne und wie sich das richten lie\u00dfe. Er wusste um meine \"notorisch klamme\" Situation und meinte, er k\u00f6nnen eine Fahrgestellnummer einschlagen und eine Bescheinigung f\u00fcr den T\u00dcV ausstellen, dass das Fahrzeug nicht geklaut sei. Er kannte seinen Pappenheimer von der Tankstelle, wusste aber, dass keine illegalen Aktivit\u00e4ten mit geklauten Autos liefen, nur das normale Rosst\u00e4uschergehabe des KFZ-Gebrauchtwagenhandels halt eben.<\/p>\n<p>Da die Kotfl\u00fcgel des Opel Kadett an den gespachtelten Unfallstellen bereits unter dem Lack durchrosteten, habe ich abgewunken und nach dem Neupreis eines Ford Escort gefragt. Es verschlug mir aber die Sprache, war weit \u00fcber meinem Budget. Also \u00fcber die Reimport-Preise des gleichen Wagens im nahen Luxemburg und Belgien informiert. Der w\u00e4re bedeutend preiswerter gewesen.<\/p>\n<p>Als ich erneut zum Meister und Besitzer der Ford-Werkstatt ging, und das so anmerkte, kam \"achte beim Re-Import auf die vielen Feinheiten, die Du in Deutschland zur Zulassung brauchst, da ist der Preisvorteil schnell weg. Lasse uns ins B\u00fcro gehen, schauen wir mal\".<\/p>\n<p>Er nahm sich den Katalog f\u00fcr die Escort-Modelle und begann zu rechnen. Irgendwann stand ein Betrag auf dem Block der dem Preis eines Re-Imports entsprach. Ich also meine Ersparnisse zusammen gekratzt, Eltern und frisch angeheirateten Schwiegereltern stockten auf und so konnten meine Frau und ich den neuen Ford Escort in der Farbe Orange (ich meine f\u00fcr 6.500 Mark) kaufen. Mein Namensvetter, dem ich durch die KFZ-Lehre mit Nachhilfe geholfen hatte (siehe <a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/?p=16723\">Meine \u201eSchrauberjahre\"-Teil 2: Das neue Moped \u2026<\/a>), meinte, ich arbeite besonders sorgf\u00e4ltig, wenn ich den Unterboden- und Rostschutz f\u00fcr dein Auto aufspr\u00fche.<\/p>\n<p>Bald nach dem Kauf des neuen Autos waren die 15 Monate Wehrdienst bei der Bundeswehr um und es ging zum Studium in das ferne Nordrhein-Westfalen. Ich hatte mich um eine Mitfahrgelegenheit f\u00fcr die Wochenenden bem\u00fcht, um so zwischen Studienort und einem Treffpunkt in N\u00e4he meines Heimatorts pendeln zu k\u00f6nnen (Frau holte mich dann mit dem neuen Ford Escort ab und fuhr mich Sonntag Abend wieder zum Treffpunkt).<\/p>\n<p>Irgendwann meinte meine Frau \"ich hatte diese Woche einen Platten, aber ich habe jemanden gefunden, der das Rad wechselte\". Und ich so: Mist! Hat sie doch einen Dummen gefunden. Denn ich hatte Wochen versucht, ihr das Wechseln eines Rads beizubringen &#8211; wollte sie aber nicht.<\/p>\n<p>Und nach dem ersten Semester fand ich als Student eine kleine, und f\u00fcr mich als BAF\u00d6G-Empf\u00e4nger bezahlbare, Wohnung, so dass meine Frau einziehen konnte.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend des Studium von 76 bis 79 gab es mal einen leichten Blechschaden am Escort, als wir, meine Frau und ich, im tiefen Winter auf glatten Stra\u00dfen vom Besuch der Eltern in der Eifel in Richtung Studienort unterwegs waren und leicht gegen eine Mauer gerutscht sind.<\/p>\n<p>Habe dann das Ganze ausgebeult, gespachtelt, abgeschliffen und an einem Wochenende in der Ford-Werkstatt meines fr\u00fcheren Heimatorts neu gespritzt. Der Besitzer hatte genickt, als mein Namensvetter nachfragte. So war das auf dem Dorf, man kannte jemanden, dem man noch einen Gefallen tun musste. Rechne ich dem Besitzer der KFZ-Werkstatt immer noch hoch an, dass er das so zulie\u00df (m\u00f6glicherweise war er aber auch froh, dass ich einen seiner Lehrlinge durch die Gesellenpr\u00fcfung gebracht hatte).<\/p>\n<p>Im Studium des Studiengangs Physikalische Technik kamen mir meine Erfahrungen aus der Zeit des Schraubers zugute. Es war viel Feinwerktechnik, Materialkunde und Maschinenbau im Grundstudium enthalten. Und als ich im Fach Technisches Zeichnen dann als Studienarbeit ein Getriebe konstruieren und berechnen sowie als technische Zeichnung abliefern musste, hatte ich immer die praktischen Erfahrung vor Auge &#8211; ich hatte durchaus mal in das einen oder andere Getriebe von Motorr\u00e4dern geschaut &#8211; waren aber nie meine eigenen.<\/p>\n<h2>Ford Exit &#8230; bye, bye Schrauberzeit<\/h2>\n<p>Irgendwann ging aber die Zeit des Ford Escort und die Schrauberzeit zu Ende. 1978 gab es einen extrem harten Winter, in dem die Batterie des Fords (war im 3. Jahr) schlapp machte. Also immer ausbauen, nachts in der Wohnung aufladen und am Morgen einbauen, damit Frau zu irgend einer Schulung des Arbeitsamts fahren konnte. 1979 folge dann der Wechsel zum ersten Job im Flugzeugbau in der Hansestadt Bremen. Als ich 1980 die Wartung des Ford Escort bei einer Ford-Vertragswerkstatt durchf\u00fchren lie\u00df, bemerkte ich, dass das Auto an den Kotfl\u00fcgeln bereits zu rosten begann.<\/p>\n<p>Also habe ich bei der Werkstatt um ein Angebot gebeten, was ein Wechsel auf ein neues Auto kosten w\u00fcrde. Ist dann aber dumm gelaufen, der Werkstattbesitzer machte ein akzeptables Angebot f\u00fcr den gebrauchten Escort, was ich \u00fcberschlafen wollte. Die Entscheidung \"machen wir\" war gefallen, als meine Frau und ich beim H\u00e4ndler aufkreuzten, um den Deal perfekt zu machen.<\/p>\n<p>Der H\u00e4ndler war nicht da, aber seine Frau: \"Moment, da lasse ich aber mal ihr gebrauchtes Auto vom Werkstattmeister auf der Hebeb\u00fchne ansehen, bevor wir das Angebot f\u00fcr die Inzahlungnahme abgeben\". Gesagt getan, und nach einer halben Stunde kam sie, um uns mitzuteilen, f\u00fcr wie viele Tausend Mark Reparaturen anfielen. Das R\u00fcckkaufangebot schmolz auf wenige hundert Mark zusammen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" title=\"Nissan Cherry Sport-Coup\u00e9 \" src=\"https:\/\/i.imgur.com\/VcDPKlp.png\" alt=\"Nissan Cherry Sport-Coup\u00e9 \" \/><br \/>\nNissan Cherry Sport-Coup\u00e9, Quelle: Screenshot Catawiki<\/p>\n<p>Tja, wenn \"spoken Word\" bei einer Firma nicht gilt, war das sicher keine gute Gesch\u00e4ftsbasis, also Danke gesagt und vom Hof gefahren. Habe dann durch Zufall einen Nissan-H\u00e4ndler (fungierte damals noch als Datsun) in der Nachbarschaft gesehen. Dort stand ein neues <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nissan_Cherry\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Nissan Cherry<\/a> Sport-Coup\u00e9 &#8211; mit Flie\u00dfheck und Silber lackiertem \"optisch angedeuteten\" \u00dcberrollb\u00fcgel am Heck (siehe obiger Screenshot).<\/p>\n<p>F\u00fcr meinen alten Escort bot der H\u00e4ndler gerade einmal 100 Mark weniger als das Erstangebot des Ford-H\u00e4ndlers. Der Deal stand und wir unterschrieben den Kaufvertrag. Kurze Zeit sp\u00e4ter hatten wir unser neues Auto. \"Das Mondauto\" meinte der Mieter in der Oberwohnung des Mietshauses, in dem wir wohnten. Er hatte als KFZ-Mechaniker bei diesem H\u00e4ndler gearbeitet, und kannte den Spitznamen des Autos, welches ich geliebt und viele Jahre gefahren habe.<\/p>\n<p>Dass meiner Frau wenige Monate sp\u00e4ter, wir waren wegen einer neuen Arbeitsstelle in das Rhein-Main-Gebiet umgezogen, sich in der ersten Woche einen h\u00e4sslichen Kratzer in den Lack der Seite fuhr, weil ein Begrenzungspfosten auf dem Parkplatz unserer neuen\u00a0 Mietwohnung eine abstehende \u00d6se f\u00fcr eine Absperrkette hatte, geschenkt. H\u00e4tte mir auch passieren k\u00f6nnen &#8211; ich hatte es sogar kommen sehen. Ich habe es mit Lack leicht ausgebessert und gut war.<\/p>\n<p>Um das Auto kann ich neue Geschichten ranken, war zwar ein Sport-Coup\u00e9, lie\u00df sich aber durch eine gro\u00dfe Heck-Klappe und umlegbare R\u00fccksitze in einen \"Lastwagen\" umfunktionieren. Und \u00fcber den Wagen habe ich sogar den KFZ-Dealer f\u00fcrs Leben\u00a0 gefunden &#8211; war aber kein Ford-H\u00e4ndler, sondern eine Nissan-Werkstatt in unserer Stadt. Diese Geschichten gebe ich aber bei Gelegenheit in weiteren Blog-Beitr\u00e4gen zum Besten.<\/p>\n<p>Nur war die Zeit als Schrauber mit dem Kauf des Nissan endg\u00fcltig vorbei. Als Ingenieur hatte ich f\u00fcr so etwas keine Zeit mehr, und die Nissan-Vertragswerkstatt war ein zuverl\u00e4ssiger Partner. Ich habe in den Jahren bis heute schon mal eine defekte Gl\u00fchlampe am Auto gewechselt &#8211; einige Jahre sp\u00e4ter den Wechsel zwischen Sommer- und Winterr\u00e4dern noch selbst vorgenommen &#8211;\u00a0 inzwischen fahre ich allerdings Allwetter-Reifen und schraube definitiv nix mehr am Auto. Aus heutiger Sicht kann ich aber auf eine spannende Zeit als Schrauber, von 1972 bis ca. 1981, zur\u00fcckblicken.<\/p>\n<p><strong>\u00c4hnliche Artikel:<br \/>\n<\/strong><a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2021\/05\/17\/der-jung-soll-was-anstndiges-lernen\/\">Der Jung soll was anst\u00e4ndiges lernen<\/a><strong><br \/>\n<\/strong><a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/?p=16713\">Meine \u201eSchrauberjahre\"-Teil 1: Der F\u00fchrerschein \u2026<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/?p=16723\">Meine \u201eSchrauberjahre\"-Teil 2: Das neue Moped \u2026<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/?p=16732\">Meine \u201eSchrauberjahre\"-Teil 3: Ein Auto wird gebraucht \u2026<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2021\/06\/24\/mein-r4-und-der-erste-urlaub-in-holland\/\" rel=\"bookmark\">Mein R4 und der erste Urlaub in Holland<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2021\/09\/03\/mein-datsun-cherry-sportcoup-und-lastwagen-in-einem\/\">Mein Datsun Cherry: Sportcoup\u00e9 und Lastwagen in einem<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2021\/12\/08\/mein-autodealer-frs-leben\/\">Mein Autodealer f\u00fcrs Leben<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2021\/04\/22\/ich-pseudo-rentner\/\">Ich Pseudo-Rentner \u2026<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2021\/05\/07\/abenteuer-covid-19-impfung-wenn-borns-geimpft-werden\/\">Abenteuer COVID-19-Impfung: Wenn Borns geimpft werden<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2020\/09\/21\/heckenschnitt-ich-habe-den-reinhard-mey-gemacht\/\">Heckenschnitt: Ich habe den Reinhard Mey gemacht \u2026<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2020\/08\/26\/der-ritter-der-heckenschere-der-lavendel-schnitt\/\">Der Ritter der Heckenschere: Der Lavendel-Schnitt<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2019\/12\/19\/schuhkauf\/\">Der Schuhkauf \u2026<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2017\/07\/26\/gesunde-bewegung-der-kauf-der-barfuschuhe\/\">Gesunde Bewegung: Der Kauf der Barfu\u00dfschuhe<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2020\/07\/28\/ich-hab-die-marie-kondo-gemacht\/\">Ich hab die Marie Kond\u014d gemacht \u2026 Teil 1<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2020\/07\/29\/ich-hab-die-marie-kondo-gemacht-teil-2\/\">Ich hab die Marie Kond\u014d gemacht \u2026 Teil 2<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2020\/07\/30\/ich-hab-die-marie-kondo-gemacht-teil-3\/\">Ich hab die Marie Kond\u014d gemacht \u2026 Teil 3<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2020\/07\/24\/sommer-sonne-boule-kugeln-und-die-grne-fee\/\">Sommer, Sonne, Boule-Kugeln und ein Pastis \u2026<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2021\/04\/29\/29-4-ist-welttag-des-tanzes\/\">29.4. ist Welttag des Tanzes<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2021\/05\/04\/yellow-press-bill-gates-lsst-sich-scheiden-und-andere-katastrophen\/\">Yellow Press: Bill Gates l\u00e4sst sich scheiden und andere Katastrophen<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2021\/04\/26\/gru-aus-dem-karbon-oder-wie-ich-huflattich-fr-brlapp-hielt\/\">Gru\u00df aus dem Karbon, oder wie ich Huflattich f\u00fcr B\u00e4rlapp hielt<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2020\/08\/31\/sommer-sonne-mann-braucht-grill\/\">Sommer, Sonne: Mann braucht Grill \u2026<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2021\/02\/21\/hey-its-barbecue-time-grillsaison-erffnet\/\">Hey, it's Barbecue-Time \u2013 Grillsaison er\u00f6ffnet<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In Meine \"Schrauberjahre\" Teil 1: Der F\u00fchrerschein \u2026 sowie in Meine \u201eSchrauberjahre\"-Teil 2: Das neue Moped \u2026 ging es ja um die Episoden des F\u00fchrerscheinerwerbs sowie um die Irrungen und Wirrungen meines ersten Mopeds. 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