{"id":16869,"date":"2021-06-02T00:20:00","date_gmt":"2021-06-01T22:20:00","guid":{"rendered":"https:\/\/borncity.com\/senioren\/?p=16869"},"modified":"2021-06-01T23:30:45","modified_gmt":"2021-06-01T21:30:45","slug":"covid-19-milder-verlauf-aber-schwere-folgen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2021\/06\/02\/covid-19-milder-verlauf-aber-schwere-folgen\/","title":{"rendered":"COVID-19: Milder Verlauf, aber schwere Folgen"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" title=\"Gesundheit\" style=\"float: left; margin: 0px 10px 0px 0px; display: inline\" border=\"0\" alt=\"Gesundheit (Pexels, frei verwendbar)\" src=\"https:\/\/www.borncity.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/Gesundheit-klein.jpg\" width=\"200\">Bei vielen Menschen, die an COVID-19 erkranken, verl\u00e4uft dies mit milden Symptomen. Aber auch wer nur leicht erkrankt war, und die Infektion einen milden Verlauf mit wenigen Symptomen zeigte, kann sp\u00e4ter mit schweren Langzeitfolgen konfrontiert werden. Das hat jetzt eine neu publizierte Studie zum Post-COVID-Syndrom (Long COVID) ergeben. <\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h2>Sp\u00e4tsch\u00e4den: Long COVID <\/h2>\n<p>Post-COVID, auch Long COVID genannt, ist eine m\u00f6gliche Langzeitfolge einer COVID-19-Erkrankung. Der Begriff beschreibt das Symptom-B\u00fcndel, das auch nach einer SARS-CoV-2-Infektion mit milden Krankheitsverlauf auftreten kann. Bislang wei\u00df man nicht viel \u00fcber langfristige gesundheitliche Folgen einer Coronavirus-Infektion. Die meisten Studien dazu beschreiben vorrangig gesundheitliche Folgen bei Patienten w\u00e4hrend einer COVID-19-Erkrankung und bei Patienten, die im Krankenhaus behandelt werden mussten. <\/p>\n<h2>Neue Studie zum Post-COVID-Syndrom <\/h2>\n<p>Die neue Studie der Infektiologie der Uniklinik K\u00f6ln und der Medizinischen Fakult\u00e4t fokussiert sich dagegen auf die gro\u00dfe Mehrheit der Patienten mit einem milderen Krankheitsverlauf (WHO-Score1-3). Ihre Ergebnisse wurden nun im renommierten Wissenschaftsjournal \u201eThe Lancet Regional Health\" ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"Arzt\" alt=\"Arzt\" src=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/J3cUMGL.jpg\" width=\"467\" height=\"622\"><br \/>(Quelle: Pexels\/Pixabay CC0 Lizenz)  <\/p>\n<p>Bei den meisten Patienten treten die Hauptsymptome w\u00e4hrend der akuten COVID-Erkrankung auf, die Mehrheit der Patienten erholt sich vollst\u00e4ndig davon. Ein nicht unerheblicher Teil der Patienten k\u00e4mpft aber auch lange danach noch mit gesundheitlichen Folgen. Prof. Dr. Clara Lehmann, Leiterin der Infektionsambulanz der Uniklinik K\u00f6ln und verantwortlich f\u00fcr die Studie, erkl\u00e4rt dazu:<\/p>\n<blockquote>\n<p>Wir haben eine Analyse der gesundheitlichen Folgen bei Patienten durchgef\u00fchrt, die anf\u00e4nglich keine oder nur geringf\u00fcgige Symptome einer Infektion mit dem Coronavirus Typ 2 (SARS-CoV-2) hatten. Wir konzentrieren uns dabei auf Patienten, die nicht im Krankenhaus behandelt werden mussten. <\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Dr. Max Augustin, Assistenzarzt in der Infektiologie und Autor des Artikels erg\u00e4nzt in diesem Zusammenhang:<\/p>\n<blockquote>\n<p>Wir haben daf\u00fcr die Daten von knapp 1.000 Patientinnen und Patienten mit \u00fcberwiegend milden COVID-19-Verl\u00e4ufen ausgewertet, die wir f\u00fcr die Studie durchschnittlich sieben Monate in ma\u00dfgeblicher Kooperation mit dem Institut f\u00fcr Virologie der Uniklinik K\u00f6ln begleitet haben. Ein erfahrener Arzt \u00fcberpr\u00fcfte bei jedem Besuch kritisch die berichteten Symptome der Patienten. Wir haben bei jedem Besuch die Antik\u00f6rper (SARS-CoV-2-IgG) bestimmt, um die berichteten Symptome mit den Labor-Daten in Verbindung zu bringen. <\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Vier Monate nach der SARS-CoV-2-Infektion trat bei 9 Prozent der Patienten Kurzatmigkeit auf. 12 Prozent klagten \u00fcber eine Geruchsst\u00f6rung, 11 Prozent \u00fcber einen Geschmacksverlust und 10 Prozent der Patienten berichteten eine ungewohnte M\u00fcdigkeit.<\/p>\n<h2>Sp\u00e4tfolgen nach 4. und 7. Monat<\/h2>\n<p>Mindestens eines dieser charakteristischen Symptome trat bei 28 Prozent der Patienten im vierten Monat und bei 35 Prozent im siebten Monat nach Beginn der Infektion auf. Diese Symptome werden als Post-COVID-Syndrom (PCS) zusammengefasst. 123 Patienten von 958 Patienten hatten diese PCS \u2013 das entspricht rund 13 Prozent. Einen gro\u00dfen Unterschied beobachtete Prof. Lehmann bei der Geschlechterverteilung: \u201eFrauen waren in unserer Untersuchung mehr als doppelt so h\u00e4ufig von Post-COVID betroffen als M\u00e4nner.\"<\/p>\n<p>Weitere Risikofaktoren f\u00fcr die Entwicklung von Langzeit-Symptomen waren bei den untersuchten Patienten ein niedrigerer Ausgangswert von Antik\u00f6rpern (SARS-CoV-2-IgG), Riechst\u00f6rungen sowie Durchfall w\u00e4hrend der akuten COVID-19-Erkrankung. Prof. Lehmann fasst die Ergebnisse der Studio so zusammen.<\/p>\n<blockquote>\n<p>Wir glauben, dass unsere Ergebnisse wichtige Folgen f\u00fcr die Bereiche Infektionskrankheiten und \u00f6ffentliche Gesundheit haben. Denn wir zeigen in der jetzt ver\u00f6ffentlichten Studie, dass langfristige gesundheitliche Folgen auch nach sehr mildem COVID-19 im ambulanten Umfeld auftreten k\u00f6nnen. <\/p>\n<p>Da bis zu 81 Prozent aller mit SARS-CoV-2-infizierten Patienten eine milde Erkrankung aufweisen, ist zu erwarten, dass PCS eine gr\u00f6\u00dfere Anzahl von Personen betreffen wird als urspr\u00fcnglich angenommen, was vermutlich gro\u00dfe medizinische, soziale und wirtschaftliche Herausforderungen mit sich bringen wird.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Es ist daher zentrales Anliegen aller Autorinnen und Autoren dieser Studie, ein besseres Verst\u00e4ndnis des neuen Krankheitsbildes (Epidemiologie, Spektrum der Symptome, biologische Ursache der Symptome) zu erwirken mit dem Ziel, neue Therapieans\u00e4tze zu entwickeln.<\/p>\n<p>Die Studie wurde ma\u00dfgeblich durch die Immunologie-Plattform COVIM unterst\u00fctzt, einem Verbundprojekt zur Bestimmung und Nutzung von SARS-CoV-2 Immunit\u00e4t. COVIM wird koordiniert von Prof. Dr. Florian Klein (Uniklinik K\u00f6ln) und Prof. Dr. Leif Erik Sander (Charit\u00e9-Universit\u00e4tsmedizin Berlin) und ist Teil des Netzwerks Universit\u00e4tsmedizin (NUM). Das Netzwerk umfasst die gesamte deutsche Universit\u00e4tsmedizin und f\u00f6rdert kooperative und strukturbildende Projekte, bei denen m\u00f6glichst viele Universit\u00e4tsklinika eingebunden sein sollen.<\/p>\n<p>Originalarbeit:<br \/>The Lancet Regional Health:<br \/>Post-COVID syndrome in non-hospitalised patients with COVID-19: a longitudinal prospective cohort study<br \/>DOI: <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1016\/j.lanepe.2021.100122\">https:\/\/doi.org\/10.1016\/j.lanepe.2021.100122<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bei vielen Menschen, die an COVID-19 erkranken, verl\u00e4uft dies mit milden Symptomen. 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