{"id":16878,"date":"2021-06-04T10:14:59","date_gmt":"2021-06-04T08:14:59","guid":{"rendered":"https:\/\/borncity.com\/senioren\/?p=16878"},"modified":"2024-09-26T22:51:45","modified_gmt":"2024-09-26T20:51:45","slug":"diabetes-nach-einer-covid-19-erkrankung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2021\/06\/04\/diabetes-nach-einer-covid-19-erkrankung\/","title":{"rendered":"Diabetes nach einer COVID-19-Erkrankung?"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" title=\"Gesundheit\" style=\"float: left; margin: 0px 10px 0px 0px; display: inline\" border=\"0\" alt=\"Gesundheit (Pexels, frei verwendbar)\" src=\"https:\/\/www.borncity.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/Gesundheit-klein.jpg\" width=\"200\">Wer an COVID-19 erkrankt, kann sich mit verschiedenen Sp\u00e4tfolgen konfrontiert sehen &#8211; ich hatte im Beitrag <a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2021\/06\/02\/covid-19-milder-verlauf-aber-schwere-folgen\/\">COVID-19: Milder Verlauf, aber schwere Folgen<\/a> k\u00fcrzlich neue Informationen dazu aus der Forschung berichtet. Leider entwickeln einige Covid-19-Betroffene im Zuge der Infektion einen Diabetes. Eine internationale Studie mit Beteiligung der Universit\u00e4t Basel hat nun entschl\u00fcsselt, wie das Coronavirus die insulinproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldr\u00fcse bef\u00e4llt und zerst\u00f6rt. Dabei identifizierten die Forschenden auch eine M\u00f6glichkeit, diese Zellen zu sch\u00fctzen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Diabetes gilt als Risikofaktor f\u00fcr einen schweren Verlauf einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2. Dass auch umgekehrt eine schwere Covid-19-Erkrankung zu einem Diabetes f\u00fchren kann, ist weniger bekannt. Verschiedene Studien haben jedoch gezeigt, dass im Schnitt um die 15 Prozent der hospitalisierten Covid-19-Patientinnen und -Patienten einen neu diagnostizierten Diabetes erleiden.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"Arzt\" alt=\"Arzt\" src=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/J3cUMGL.jpg\" width=\"467\" height=\"622\"><br \/>(Quelle: Pexels\/Pixabay CC0 Lizenz) <\/p>\n<p>Ein internationales Forschungsteam unter Leitung der Stanford University School of Medicine, an der auch Forschende der Universit\u00e4t Basel und des Universit\u00e4tsspitals Basel beteiligt waren, konnte nun zeigen, dass das Coronavirus tats\u00e4chlich die Beta-Zellen der Bauchspeicheldr\u00fcse infizieren kann. Davon berichten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Fachjournal \u00abCell Metabolism\u00bb. Beta-Zellen produzieren das Hormon Insulin, das Gewebezellen dazu anregt, Zucker aus dem Blut aufzunehmen \u2013 und dadurch den Blutzucker zu senken.<\/p>\n<h2>Alternative Eintrittspforte<\/h2>\n<p>Anders als im Lungengewebe, wo das Coronavirus vor allem ein Protein namens ACE2 als Eintrittspforte in die Zellen benutzt, besitzen die Beta-Zellen der Bauchspeicheldr\u00fcse nur geringe Mengen ACE2. Daher war bisher unklar, ob und wie das Virus in diese Zellen eindringt. Um diese Frage zu beantworten, analysierten die Forschenden Gewebeproben sieben verstorbener Covid-19-Patientinnen und -Patienten aus Basel.<\/p>\n<p>Die Analyse zeigte, dass sich in den Beta-Zellen der Bauchspeicheldr\u00fcse der Verstorbenen SARS-CoV-2 nachweisen liess. Zudem enthielten diese Zellen grosse Mengen eines Proteins, welches das Virus alternativ zu ACE2 als Eintrittspforte nutzen kann: Neuropilin 1 (NRP1). Laborversuche mit kultivierten Beta-Zellen zeigten zudem, dass infizierte Zellen weniger Insulin produzierten und Zeichen des Absterbens aufwiesen. Wenn die Forschenden zudem Neuropilin 1 mit einem Hemmstoff blockierten, gelang es dem Virus viel schlechter, in die Zellen einzudringen.<\/p>\n<h2>Hoffnung auf einen m\u00f6glichen Schutz<\/h2>\n<p>Dass sich die Infektion der Beta-Zellen zumindest im Laborversuch so reduzieren liess, zeigt, dass man diese Zellen wom\u00f6glich auch bei Patientinnen und Patienten mit schwerem Covid-19-Verlauf sch\u00fctzen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>\u00abOb sich der Zuckerstoffwechsel nach einer \u00fcberstandenen Infektion bei allen Covid-19-Patientinnen und -Patienten wieder normalisiert und ob und wie h\u00e4ufig ein bleibender Diabetes entstehen kann, l\u00e4sst sich nach derzeitiger Studienlage nicht mit Sicherheit sagen\u00bb, erkl\u00e4rt Pathologe PD Dr. Matthias Matter von der Universit\u00e4t Basel und vom Universit\u00e4tsspital Basel, Leiter der Anteile der Studie, die in Basel durchgef\u00fchrt wurden. Es gebe Hinweise, dass bei Betroffenen mit Long-Covid, also anhaltenden Beschwerden nach der Infektion, auch mehrere Wochen bis Monate danach noch ein Diabetes feststellbar sei. Eine M\u00f6glichkeit zu entwickeln, bleibende Sch\u00e4den der Bauchspeicheldr\u00fcse zu verhindern, sei daher sinnvoll.<\/p>\n<p>Originalpublikation:<\/p>\n<p>Chien Ting-Wu et al.<br \/>SARS-CoV-2 infects human pancreatic \u03b2-cells and elicits \u03b2-cell impairment<br \/>Cell Metabolism (2021), doi: 10.1016\/j.cmet.2021.05.013<\/p>\n<p>Weitere Informationen:<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20240526172404\/https:\/\/brc.ch\/research\/sars-cov-2-interactions-with-human-tissues\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Investigation of SARS-CoV-2 Interactions with Human Cells, Tissues and Organs &#8230;<\/a><br \/>Covid-19-Forschungsprojekte der Uni Basel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer an COVID-19 erkrankt, kann sich mit verschiedenen Sp\u00e4tfolgen konfrontiert sehen &#8211; ich hatte im Beitrag COVID-19: Milder Verlauf, aber schwere Folgen k\u00fcrzlich neue Informationen dazu aus der Forschung berichtet. 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