{"id":17392,"date":"2021-08-06T00:02:00","date_gmt":"2021-08-05T22:02:00","guid":{"rendered":"https:\/\/borncity.com\/senioren\/?p=17392"},"modified":"2021-08-05T23:39:28","modified_gmt":"2021-08-05T21:39:28","slug":"sonnensystem-l-98-59-gesteinsplaneten-eine-wasserwelt-und-mehr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2021\/08\/06\/sonnensystem-l-98-59-gesteinsplaneten-eine-wasserwelt-und-mehr\/","title":{"rendered":"Sonnensystem L 98-59: Gesteinsplaneten, eine Wasserwelt und mehr"},"content":{"rendered":"<p>Spannende Geschichte, die Astronomen vom nahen Sonnensystem L 98-59 zu berichten wissen. Denn eine Gruppe von Astronomen hat mit dem Very Large Telescope (VLT) der Europ\u00e4ischen S\u00fcdsternwarte (ESO) in Chile neue Erkenntnisse \u00fcber Planeten um den nahen Stern L 98-59 gewonnen. Dieses Sonnensystem \u00e4hnelt unserem eigenen inneren Sonnensystem. Zu den Entdeckungen geh\u00f6rt ein Planet mit der halben Masse der Venus &#8211; der leichteste Exoplanet, der je mit der Radialgeschwindigkeitsmethode gemessen wurde. Zus\u00e4tzlich befindet sich in dem Planetensystem eine Wasserwelt und ein weiterer m\u00f6glicher Planet in der sogenannten habitablen Zone.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Mit Hilfe des <a href=\"https:\/\/www.eso.org\/public\/teles-instr\/paranal-observatory\/vlt\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">VLT<\/a> der ESO gelang es dem Team herauszufinden, dass drei der Planeten m\u00f6glicherweise Wasser in ihrem Inneren oder in ihrer Atmosph\u00e4re enthalten. Die beiden Planeten im System L 98-59, die dem Stern am n\u00e4chsten sind, sind wahrscheinlich trocken, k\u00f6nnten aber kleine Mengen Wasser enthalten, w\u00e4hrend der dritte Planet bis zu 30 % aus Wasser bestehen k\u00f6nnte und damit eine Wasserwelt w\u00e4re. <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i.imgur.com\/NafGZjH.png\"><br \/>K\u00fcnstlerische Darstellung des Planetensystems L 98-59, Credit: ESO\/M. Kornmesser <\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus entdeckte das Team \u201eversteckte\" Exoplaneten, die zuvor in diesem Planetensystem noch nicht gesichtet worden waren. Sie fanden einen vierten Planeten und vermuten, dass es einen f\u00fcnften gibt, der sich in einer Zone befindet, die den richtigen Abstand zum Stern hat, damit auf seiner Oberfl\u00e4che fl\u00fcssiges Wasser existieren kann.  <\/p>\n<p>\u201e<em>Wir haben Hinweise auf die Anwesenheit eines erd\u00e4hnlichen Planeten in der habitablen Zone dieses Systems<\/em>\", erkl\u00e4rt Olivier Demangeon, Forscher am Instituto de Astrof\u00edsica e Ci\u00eancias do Espa\u00e7o der Universit\u00e4t Porto in Portugal und Hauptautor der neuen Studie. \u201e<em>Der Planet in der bewohnbaren Zone k\u00f6nnte eine Atmosph\u00e4re haben, die Leben sch\u00fctzen und erm\u00f6glichen k\u00f6nnte<\/em>\", sagt Mar\u00eda Rosa Zapatero Osorio, Astronomin am Zentrum f\u00fcr Astrobiologie in Madrid, Spanien, und eine der Autorinnen der in <em>Astronomy &amp; Astrophysics<\/em> ver\u00f6ffentlichten Studie. <\/p>\n<p>Die Ergebnisse sind ein wichtiger Schritt auf der Suche nach Leben auf erdgro\u00dfen Planeten au\u00dferhalb des Sonnensystems. Die Entdeckung von Biosignaturen auf einem Exoplaneten h\u00e4ngt von der F\u00e4higkeit ab, seine Atmosph\u00e4re zu untersuchen, aber die derzeitigen Teleskope sind nicht gro\u00df genug, um die f\u00fcr kleine Gesteinsplaneten erforderliche Aufl\u00f6sung zu erreichen. Das neu untersuchte Planetensystem, das nach seinem Stern L 98-59 benannt ist, ist ein attraktives Ziel f\u00fcr zuk\u00fcnftige Beobachtungen von Exoplanetenatmosph\u00e4ren. Es umkreist einen nur 35 Lichtjahre entfernten Stern und beherbergt nach bisherigen Erkenntnissen Gesteinsplaneten wie die Erde oder die Venus, die dem Stern nahe genug sind, um warm zu sein. <\/p>\n<p>Die Studie stellt einen technischen Durchbruch dar, da die Astronomen mithilfe der <a href=\"https:\/\/youtu.be\/UyiCEtfp0Gk\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Radialgeschwindigkeitsmethode<\/a> feststellen konnten, dass der innerste Planet des Systems nur die H\u00e4lfte der Masse der Venus hat. Damit ist er der leichteste Exoplanet, der jemals mit dieser Technik gemessen wurde, die das Wackeln des Sterns ermittelt, das durch die winzige Gravitationskraft der ihn umkreisenden Planeten verursacht wird. <\/p>\n<p>Zur Untersuchung von L 98-59 verwendete das Team den Echelle SPectrograph for Rocky Exoplanets and Stable Spectroscopic Observations (<a href=\"https:\/\/www.eso.org\/public\/teles-instr\/paranal-observatory\/vlt\/vlt-instr\/espresso\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">ESPRESSO<\/a>) am VLT der ESO. \u201e<em>Ohne die Pr\u00e4zision und Stabilit\u00e4t von ESPRESSO w\u00e4re diese Messung nicht m\u00f6glich gewesen<\/em>\", sagt Zapatero Osorio. \u201e<em>Dies ist ein Schritt nach vorn bei der Bestimmung der Massen von kleinen Planeten au\u00dferhalb des Sonnensystems<\/em>.\" <\/p>\n<p>Die Astronomen entdeckten drei der Planeten von L 98-59 erstmals im Jahr 2019 mit Hilfe des <a href=\"https:\/\/www.nasa.gov\/tess-transiting-exoplanet-survey-satellite\/\">Transiting Exoplanet Survey Satellite (TESS)<\/a> der NASA. Dieser Satellit st\u00fctzt sich auf eine Technik, die <a href=\"https:\/\/youtu.be\/6GJaNJpoiBo\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Transitmethode<\/a> genannt wird. Dabei wird die durch einen vorbeiziehenden Planeten verursachte Lichtschw\u00e4chung des Sterns genutzt, um die Planeten zu finden und ihre Eigenschaften wie ihre Gr\u00f6\u00dfe zu bestimmen. Doch erst durch die Hinzunahme von Radialgeschwindigkeitsmessungen, die mit ESPRESSO und seinem Vorg\u00e4nger, dem High Accuracy Radial velocity Planet Searcher (<a href=\"https:\/\/www.eso.org\/public\/teles-instr\/lasilla\/36\/harps\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">HARPS<\/a>) am <a href=\"https:\/\/www.eso.org\/public\/teles-instr\/lasilla\/36\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">3,6-Meter-Teleskop der ESO<\/a> auf La Silla, durchgef\u00fchrt wurden, fanden Demangeon und sein Team weitere Planeten und konnten die Massen und Radien der ersten drei messen. \u201e<em>Wenn wir wissen wollen, woraus ein Planet besteht, brauchen wir mindestens seine Masse und seinen Radius<\/em>\", erkl\u00e4rt Demangeon. <\/p>\n<p>Das Team hofft, das System mit dem kommenden <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/James-Webb-Weltraumteleskop\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">James-Webb-Weltraumteleskop (JWST)<\/a> der NASA\/ESA\/CSA weiter untersuchen zu k\u00f6nnen, w\u00e4hrend das Extremely Large Telescope (<a href=\"https:\/\/elt.eso.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">ELT<\/a>) der ESO, das derzeit in der chilenischen Atacama-W\u00fcste gebaut wird und 2027 mit den Beobachtungen beginnen soll, ebenfalls ideal f\u00fcr die Untersuchung dieser Planeten sein wird. \u201e<em>Das <a href=\"https:\/\/elt.eso.org\/instrument\/HIRES\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">HIRES<\/a>-Instrument am ELT k\u00f6nnte m\u00f6glicherweise die Atmosph\u00e4ren einiger Planeten des Systems L 98-59 untersuchen und damit das JWST vom Boden aus erg\u00e4nzen<\/em>\", sagt Zapatero Osorio. <\/p>\n<p>\u201e<em>Dieses System ist ein Vorbote dessen, was noch kommen wird<\/em>\", f\u00fcgt Demangeon hinzu. \u201e<em>Die Menschheit ist seit der Geburt der Astronomie auf der Jagd nach terrestrischen Planeten. Jetzt kommen wir endlich der Entdeckung eines solchen Planeten, der sich in der bewohnbaren Zone seines Sterns befindet und dessen Atmosph\u00e4re wir untersuchen k\u00f6nnen, immer n\u00e4her.<\/em>\" <\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/www.eso.org\/public\/germany\/news\/eso2112\/?lang\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Pressemitteilung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.eso.org\/public\/archives\/releases\/sciencepapers\/eso2112\/eso2112a.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Wissenschaftlicher Artikel<\/a>\n<li><a href=\"https:\/\/www.eso.org\/public\/images\/archive\/category\/paranal\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Fotos vom VLT<\/a><\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Spannende Geschichte, die Astronomen vom nahen Sonnensystem L 98-59 zu berichten wissen. 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