{"id":18186,"date":"2021-12-08T00:10:00","date_gmt":"2021-12-07T23:10:00","guid":{"rendered":"https:\/\/borncity.com\/senioren\/?p=18186"},"modified":"2025-07-06T16:24:42","modified_gmt":"2025-07-06T14:24:42","slug":"mein-autodealer-frs-leben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2021\/12\/08\/mein-autodealer-frs-leben\/","title":{"rendered":"Mein Autodealer f&uuml;rs Leben"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/archive\/b\/b1\/20080119124216!Nissan_Cherry_en_suisse_vers_1985.JPG\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone\" style=\"float: left; margin: 0px 10px 0px 0px; display: inline;\" title=\"Datsun Cherry Coupe N10 Quelle: Wikimedia\" src=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/archive\/b\/b1\/20080119124216!Nissan_Cherry_en_suisse_vers_1985.JPG\" alt=\"Datsun Cherry Coupe N10\" width=\"144\" height=\"110\" align=\"left\" \/><\/a>Heute mal wieder eine total nette Geschichte aus dem Leben, die vor ziemlich genau 40 Jahren angefangen hat. W\u00e4hrend viele Mitmenschen bei ihren Autos zwischen Marken und H\u00e4ndlern wechseln, sieht es hier bei mir anders aus. Denn damals bin ich meinem Autodealer f\u00fcrs Leben \u00fcber den Weg gelaufen. W\u00e4re fast echt in die Hose gegangen, als ich mit einem neuen Auto dort zur Inspektion aufkreuzte. Aber es hat doch noch geklappt und seit 40 Jahren ist der H\u00e4ndler meine Anlaufstelle f\u00fcr Inspektionen, Reparaturen und auch PKW-K\u00e4ufe. Da ich die Tage eine Inspektion vereinbart habe, dachte ich \"mach mal eine Geschichte draus\".<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg01.met.vgwort.de\/na\/8162f1091e67477cb7eadb34d8bc1d1c\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/>Dass ich mal eine Story zu meinem Autodealer schreiben w\u00fcrde, h\u00e4tte ich mir in den 70er Jahren auch nicht tr\u00e4umen lassen. Ich hatte ja im Beitrag <a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/?p=16732\">Meine \u201eSchrauberjahre\"-Teil 3: Ein Auto wird gebraucht \u2026<\/a> etwas aus dem N\u00e4hk\u00e4stchen meiner \"Schrauberjahre\" geplaudert. Die ersten Autos waren gebrauchte Fahrzeuge, da kam keine Bindung zu den Marken auf. Aber es gab den lokalen Ford-H\u00e4ndler samt Werkstatt auf unserem Dorf. Vater hatte fr\u00fcher einen VW bei einem anderen H\u00e4ndler, wechselte dann aber zu Ford, weil die Werkstatt besser war. Irgendwann hatte ich auch meinen ersten Ford und ich kam mit dem Werkstattbesitzer gut aus &#8211; er kannte mich bereits als Lehrling des Nachbarbetriebs und hatte wohl auch mitbekommen, dass ich einen seiner Lehrlinge quasi durch die Gesellenpr\u00fcfung als KFZ-Mechaniker gecoacht hatte (siehe <a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/?p=16723\">Meine \u201eSchrauberjahre\"-Teil 2: Das neue Moped \u2026<\/a>). Da konnte ich mich drauf verlassen, dass ich nicht \u00fcber den L\u00f6ffel balbiert wurde &#8211; und habe auch schon mal in seiner Werkstatt (als Student ohne viel Kohle) einen Blechschaden selbst reparieren d\u00fcrfen, wobei mir der damalige, von mir gecoachte und frisch gebackene Geselle mit gelegentlichen Handreichungen half.<\/p>\n<h2>Dumm gelaufen, bye, bye Ford &#8230;<\/h2>\n<p>Nur stand ab 1976 das Studium in der Ferne an und sp\u00e4ter fand der Wechsel zur ersten Stelle als frisch gebackener Ingenieur in der Luft- und Raumfahrtindustrie nach Bremen statt. Damit riss der Kontakt zu diesem H\u00e4ndler ab. Aber Ford ist Ford, auch in Bremen gab es ja entsprechende Vertragswerkst\u00e4tten. Nur war es so, dass mein 1976 frisch gekaufter Ford Escort bereits 1980\/81 erste Korrosionsspuren an den Kotfl\u00fcgeln zeigte. Da ich nun Geld verdiente, war der Masterplan: \"Fahre zum lokalen Ford-H\u00e4ndler in Bremen-Aumund, und schaue, ob Du den Escort auf ein neues Auto umhandeln kann\".<\/p>\n<p>H\u00e4tte wunderbar klappen k\u00f6nnen, und ich w\u00fcrde immer noch Ford fahren &#8211; wenn nicht \"Life is a Bitch\" gelten w\u00fcrde. Der Besitzer der Ford-Werkstatt machte mir ein akzeptables Angebot f\u00fcr ein Modell XYZ, bei dem das Altfahrzeug in Zahlung genommen wurde. Ist dann aber bl\u00f6d gelaufen, wie ich im Beitrag <a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/?p=16732\">Meine \u201eSchrauberjahre\"-Teil 3: Ein Auto wird gebraucht \u2026<\/a> angerissen habe. Ich hatte die Offerte \u00fcberschlafen und mich f\u00fcr den Deal entschieden. Als ich das Gesch\u00e4ft am n\u00e4chsten Wochenende perfekt machen wollte, war der H\u00e4ndler nicht da, aber seine Frau. Die meinte nur: \"Moment, da lasse ich aber mal ihr gebrauchtes Auto vom Werkstattmeister auf der Hebeb\u00fchne ansehen, bevor wir das Angebot f\u00fcr die Inzahlungnahme abgeben\". Gesagt getan, und nach einer halben Stunde kam sie, um uns mitzuteilen, dass f\u00fcr wie viele Tausend Mark Reparaturen anfielen. Das R\u00fcckkaufangebot schmolz auf wenige hundert Mark zusammen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"Datsun Cherry Coupe N10 Quelle: Wikimedia\" src=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/archive\/b\/b1\/20080119124216!Nissan_Cherry_en_suisse_vers_1985.JPG\" alt=\"Datsun Cherry Coupe N10 \" width=\"588\" height=\"381\" \/><br \/>\nDatsun Cherry Coupe N10, Quelle: <a href=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/archive\/b\/b1\/20080119124216!Nissan_Cherry_en_suisse_vers_1985.JPG\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Wikimedia<\/a><\/p>\n<p>Tja, wenn \"spoken Word\" bei einer Firma nicht gilt, war das sicher keine gute Gesch\u00e4ftsbasis, also Danke gesagt und vom Hof gefahren. Habe dann durch Zufall einen Nissan-H\u00e4ndler (fungierte damals noch als Datsun) in der Nachbarschaft des Ford-H\u00e4ndlers gesehen. Dort stand ein neues <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nissan_Cherry\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Nissan Cherry<\/a> Sport-Coup\u00e9 \u2013 mit Flie\u00dfheck und Silber lackiertem \"optisch angedeuteten\" \u00dcberrollb\u00fcgel am Heck (siehe obiges Foto). F\u00fcr meinen alten Escort bot der H\u00e4ndler gerade einmal 100 Mark weniger als das Erstangebot des Ford-H\u00e4ndlers. Der Deal stand und einige Tage sp\u00e4ter hatte ich mein \"Traum-Auto\".<\/p>\n<p>Einige Geschichten, die sich um dieses Auto ranken, hatte ich im Blog-Beitrag <a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2021\/09\/03\/mein-datsun-cherry-sportcoup-und-lastwagen-in-einem\/\">Mein Datsun Cherry: Sportcoup\u00e9 und Lastwagen in einem<\/a> zum Besten gegeben. Vom \"die Frau, die Freitags mit dem Eis auf den Hof fuhr und die Kinder der Nachbarschaft gl\u00fccklich machte\" \u00fcber die Story, wie ich mit einer Sanit\u00e4rausstattung f\u00fcr ein Bad und G\u00e4ste-WC beladen mit dem Teil durch Frankfurt sch\u00fcsselte, war alles dabei. H\u00e4tte auch in Bremen so weiter laufen k\u00f6nnen, mit dem Job und dem Nissan-H\u00e4ndler und dem Auto, wenn nicht \"Life is a Bitch\" gelten w\u00fcrde. Im Artikel <a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2021\/11\/17\/mein-gipfelsturm-auf-den-wilseder-berg\/\">Mein Gipfelsturm auf den Wilseder Berg \u2026<\/a> lie\u00df ich es anklingen, beruflich und mental kam ich im Norden nicht wirklich an. Ich hatte so Anfang 1981 wohl das neue Auto und Mitte 1981 wechselte ich (nach nicht einmal 2 Jahren bei ersten Arbeitgeber) zu einer neuen Arbeitsstelle im Rhein-Main-Gebiet. Das\u00a0 Gastspiel in einer Firma aus der Chemie-Industrie hielt dann aber 12 Jahre, bis 1993, und im Rhein-Main-Gebiet bzw. im Taunus lebe ich (seit 40 Jahren) immer noch. So viel zur Vorgeschichte.<\/p>\n<h2>Ich br\u00e4uchte eine Inspektion &#8230;<\/h2>\n<p>Bedingt durch den Wechsel von Bremen nach Frankfurt kam ich in die Situation, dass ich mir einen neuen Vertragsh\u00e4ndler f\u00fcr die Inspektion suchen musste. War kein Problem, im Wartungshandbuch war ein Datsun-H\u00e4ndler im St\u00e4dtchen, wo ich wohnte, genannt. Ich also das Auto gegriffen und zum H\u00e4ndler gefahren, um einen Termin f\u00fcr die erste Wartung des Autos auszumachen. Ich rollte auf den Hof einer kleineren Werkstatt mit Verkaufsraum und ging zur T\u00fcr, wo der Kundendienst abgewickelt wurde. Ich sehe heute noch den Tresen mit der Kundendienstannahme vor mir. Es kam ein \u00e4lterer Herr, den ich unschwer als Meister und Besitzer der Werkstatt erkannt und fragte, was ich w\u00fcnsche.<\/p>\n<p>\"Ich wollte einen Termin f\u00fcr die Erstinspektion meines Datsun Cherry, der da auf dem Hof steht\", kam als Antwort von mir. Ich hatte \"wann passt es Ihnen denn\" erwartet, aber die Antwort, die ich erhielt, lie\u00df mir spontan die Kinnlade nach unten fallen. Der Besitzer meinte \"Sie haben das Auto hier nicht gekauft, warum kommen Sie zur Inspektion zu mir? Warum gehen Sie f\u00fcr die Inspektion nicht dahin, wo sie das Fahrzeug gekauft haben &#8230;\" Nun ja, Vertragsh\u00e4ndler ist Vertragsh\u00e4ndler, rechtlich war die Situation nicht haltbar. Und erinnerungsm\u00e4\u00dfig kam von mir etwas deutlicher \"Guter Mann, ich habe das Auto bei einem H\u00e4ndler in Bremen gekauft und bin gerade beruflich ins Rhein-Main-Gebiet umgezogen. Dachte eigentlich, bei jeder Datsun-Vertragswerkstatt die Inspektionen machen lassen zu k\u00f6nnen, und ich fahre definitiv nicht nach Bremen zur Inspektion &#8230;\".<\/p>\n<p>\"Life is a Bitch\" und ich wollte schon in eine Diskussion mit dem Werkstattbesitzer einsteigen, der aber dem Gesichtsausdruck nach schon akzeptierte, dass ich \"ein Sonderfall in seiner Welt\" war und er wohl den Inspektionstermin \"gew\u00e4hren m\u00fcsse\". So ein Mist aber auch, der Kunde droht mit Auftrag &#8230;<\/p>\n<p>Da\u00a0 t\u00f6nte pl\u00f6tzlich aus dem Off eine j\u00fcngere Stimme \"Vatter, wir sind Vertragswerkstatt. Der Mann kann sein Auto kaufen, wo er will, und auch bei jedem Datsun-H\u00e4ndler zur Inspektion geben, wo er will.\" Der \u00e4ltere Herr entschwand in den Werkstattbereich und der junge Mann, ich nenne ihn in folgendem Text mal Bernd, musste in meinem Alter sein, nahm mich beiseite und meinte \"Nehmen Sie meinen Vater nicht so ernst, das ist noch die alte Welt. Selbstverst\u00e4ndlich bekommen Sie bei uns ihre Wartung, ich schaue nach einem Termin.\"<\/p>\n<p>Damit hatte er schon einen Stein bei mir im Brett, denn er war der Junior-Chef, der seinen Meisterbrief hatte und langsam die Werkstatt und das Autohaus \u00fcbernommen hatte, wie ich dann schnell feststellte. Ich bekam meinen Termin, und als ich das Fahrzeug zur Inspektion gab, waren von mir vorher diverse Sachen wie Z\u00fcndkerzen oder sonstige Austauschteile markiert worden. So konnte ich pr\u00fcfen, ob Austauschteile auf der Rechnung auch wirklich eingebaut worden waren &#8211; gab ja so diverse Ger\u00fcchte, dass Werkst\u00e4tten gerne nie gewechselte Teile berechneten. Und bei einem Arbeitskollegen, mit dem ich eine Fahrgemeinschaft bildete, hatte ich beobachtet, dass dieser beim Opel-H\u00e4ndler dreihundert Meter weiter quasi sein Auto nur abgeben und eine Blanko-Unterschrift f\u00fcr alle Reparaturen abgeben durfte. Beim Abholen gab es dann immer ein betr\u00f6ppeltes Gesicht, weil die Inspektion viel teurer als erwartet geworden war.<\/p>\n<p>Aber es gab eine \u00dcberraschung mit meiner Werkstatt und der Inspektion: \"Z\u00fcndkerzen waren noch gut\", hie\u00df es nach der Inspektion. Und bei der Abgabe des Fahrzeugs bei jedem Inspektionstermin hie\u00df es \"warten sie noch 5 Minuten, wir schauen das Auto kurz an, ob etwas au\u00dfergew\u00f6hnliches zu machen ist\". So bekam ich immer vorab grob gesagt, was die Inspektion kostete. Gab es eine gr\u00f6\u00dfere Sonderreparatur, rief jemand an und fragte, ob das in Ordnung sei, dass dies ausgetauscht\/repariert werde. Es war pl\u00f6tzlich ein Gesch\u00e4ft auf Augenh\u00f6he &#8211; und Teile markieren, um zu kontrollieren, ob die ausgetauscht worden waren, geh\u00f6rte ganz schnell der Vergangenheit an.<\/p>\n<blockquote><p>Bernd erkl\u00e4rte es mir sp\u00e4ter so: Nissan gab bereits fr\u00fchzeitig ziemlich strikte R\u00fcstzeiten und Kalkulationen f\u00fcr Inspektionen und Reparaturen vor. Damit musste die Werkstatt auskommen, was Bernd, der auch andere Nissan-H\u00e4ndler aus der Umgebung beim Hersteller in Japan mit ihren Interessen vertrat, wohl auch gut hin bekam. Wenn ich sehe, was aus der kleinen Datsun-Werkstatt heute geworden ist, schlackere ich mit den Ohren.<\/p><\/blockquote>\n<h2>Die Sache mit der Veedol-Garantie<\/h2>\n<p>Ich hatte ja oben im Text und in den verlinkten Artikeln ein Problem mit meinen ersten Autos erz\u00e4hlt. Die litten alle ganz schnell an Rostfra\u00df an Kotfl\u00fcgeln und Karosserie. Die Hersteller hatten dies in den 70er Jahren nicht im Griff. Beim Kauf des Datsun Cherry gab es ein bestimmtes Detail, was mich spontan begeisterte. Datsun bot eine sechsj\u00e4hrige Veedol-Garantie gegen Durchrostung des Fahrzeugs an. Kostete eine geringe, wiederkehrende Summe und die Inspektionen mussten durchgef\u00fchrt werden. Habe ich nat\u00fcrlich sofort akzeptiert &#8211; das Auto w\u00fcrde mich nicht nach vier oder f\u00fcnf Jahren wegen Durchrostung verlassen &#8230;<\/p>\n<p>Sah auch gut aus, an den Kotfl\u00fcgeln oder T\u00fcren konnte ich keine Rostspuren erkennen. Den Kratzer im Lack, den meine Frau am ersten Tag, als wir eine neue Mietwohnung bezogen hatten, auf dem Parkplatz durch eine Kollision mit einem Pfosten verursacht hatte, war von mir mit Klarlack sauber abgedeckt worden. Aber irgend etwas bewog mich, kurz vor Ablauf der sechsj\u00e4hrigen Veedol-Garantie mit dem Auto selbst zum T\u00dcV zu fahren. Wenn da was mit Rost ist, wird der T\u00dcV dir das schon mitteilen, war im Hinterkopf.<\/p>\n<p>Als ich dann in die Pr\u00fcfstra\u00dfe fuhr und der Pr\u00fcfer unter dem Auto verschwunden war, h\u00f6rte ich, dass er am Fahrzeugrahmen mit einem Hammer klopfte. Ich also aus dem Fahrzeug heraus und unter das Auto geschaut. Da meinte der Mann \"der Fahrzeugrahmen ist durchgerostet, die Plakette bekommen sie nicht\". Ich zu ihm in die Grube, um das selbst anzuschauen. Er nahm einen Schraubenzieher und stocherte an einem Holm, der unter der rechten T\u00fcre vor der Hinterachse verlief und konnte da die durchgerosteten Stellen durchstechen.<\/p>\n<p>\"Life is a Bitch\", aber immerhin wurde das Fahrzeug nicht sofort als unsicher auf dem T\u00dcV-Gel\u00e4nde still gelegt. Ich also ins Auto, zur\u00fcck zur Arbeit und am Abend zur Werkstatt. Der Junior-Chef kam auch sofort und fragte \"Herr Born, was kann ich f\u00fcr Sie tun?\" Ich so: \"Wir haben ein Problem. Das Auto hat ja sechs Jahre Veedol-Garantie gegen Durchrostung &#8211; die Auflagen habe ich alle erf\u00fcllt, die sechs Jahre sind erst n\u00e4chsten Monat um. Aber der T\u00dcV erteilt keine Plakette, weil der Fahrzeugrahmen durchgerostet ist &#8230;\".<\/p>\n<p>Die Antwort hat mich dann umgehauen, denn der Junior-Chef meinte \"Ja, jetzt haben wir wirklich ein Problem. Denn die Veedol-Garantie gibt es nicht mehr, die sind pleite, weil es zu viele Schadensf\u00e4lle gab &#8230;\". \"Life is a Bitch\", und an diesem Punkt h\u00e4tte es crashen k\u00f6nnen. H\u00e4tte, h\u00e4tte, Fahrradkette &#8211; hat es aber nicht. Denn da zeigte sich, dass dem Mann etwas an Kundenbindung lag. Er meinte \"Aber wir l\u00f6sen das Problem, ich lasse da ein St\u00fcck Blech in den durchkorrodierten Holm einschwei\u00dfen, das h\u00e4lt Jahre und das Auto kriegt T\u00dcV. Das kostet nix, ich nehme das auf meine Kappe.\" Er hatte vielleicht 70 bis 100 Mark eingesetzt und einen Kunden gehalten.<\/p>\n<h2>Ups und downs, auf den Dealer ist Verlass<\/h2>\n<p>Sind jetzt 40 Jahre her, und mein \"Autoleben\" hat dann einige Tiefen durchlebt. Der Datsun Cherry ist noch einige Jahre bei uns gelaufen und wurde dann in einem Privat-Handel gegen einen Leasing-R\u00fcckl\u00e4ufer von Mitsubishi, der als Zweitauto dienen sollte, getauscht. Wir haben dann weitere Nissan Fahrzeuge wie einen Micra als kurzzeitiges Zweitauto f\u00fcr meine Frau und erstem Kind, sp\u00e4ter einen Sunny als Familienkutsche, und dann weitere Fahrzeuge bei diesem H\u00e4ndler gekauft.<\/p>\n<p>Bei diesen K\u00e4ufen war f\u00fcr mich immer das Prinzip: \"Mache mir einen Preis, mit dem ihr leben k\u00f6nnt, sonst wird mir bei der Wartung die Hose ausgezogen. Aber ihr m\u00fcsst keine Champagner-Korken nach dem Deal knallen lassen und auf dem Tisch tanzen\". Also leben und leben lassen. Habe ich auch nie bereut. Als der K\u00fchler des Sunny ein Loch hatte, erkl\u00e4rte mein Autodealer, dass er h\u00e4ufiger das Problem habe, sei ein Serienfehler. Aber die Garantie war abgelaufen. Trotzdem bekam er es hin, dass der Hersteller sich an den Austauschkosten beteiligte.<\/p>\n<p>Das n\u00e4chste Fahrzeug, ein Nissan Primera, hat uns \"verlassen\", weil meine Frau auf dem Heimweg von der Arbeit an einer Bahnschranke halten musste und dann ein Fahrzeug von hinten rein donnerte. War ein Totalschaden &#8211; und beim Gang durch die Verkaufsr\u00e4ume des H\u00e4ndlers kam so etwas wie \"Mist, da gibt es aber kein Modell, was uns gef\u00e4llt und passen k\u00f6nnte\" auf. Tja, und schon kam Bernd, schaute uns an, merkte, dass wir uns nicht wiederfanden und meinte \"Moment, ich hab was f\u00fcr euch &#8211; da steht ein Auto, ist der Jahreswagen meiner Mutter &#8211; den kann ich euch f\u00fcr xyz Mark anbieten, ist sofort verf\u00fcgbar\". Das Auto, ein blauer Primera, haben wir gesehen, passte, war gekauft und wurde zwei Tage sp\u00e4ter mit Zulassung von uns vom Hof gefahren.<\/p>\n<p>Optisch hat uns das Auto gut gefallen &#8211; nur meine Frau haderte, weil \"die R\u00e4der bei Schnee angeblich durchdrehten\". Konnte ich zwar nicht nachvollziehen, aber Frau meinte \"das Auto gef\u00e4llt mir nicht mehr, m\u00fcssen wir umtauschen\". Nun ja, wenn der Aschenbecher voll ist, gibt man kein Auto zur\u00fcck. Aber ich hatte jetzt ein Problem &#8230; nun ja, \"Life is a Bitch\", und das Schicksal hat es dramatisch gel\u00f6st. Bei einer beruflich bedingten Fahrt ist es mir auf dem Heimweg auf der Autobahn passiert. Eine Sekunde nicht konzentriert und als ich den Blick wieder auf die Stra\u00dfe lenkte, fuhr ich halb auf dem Standstreifen, der pl\u00f6tzlich 30 Meter vor mir mit einem Warnschild versehen endete.<\/p>\n<p>Ich habe das Steuer verrissen, kam ins Schleudern, konnte das nicht mehr abfangen &#8211; ESP hatte der Wagen keines &#8211; und habe mich auf der Autobahn mehrfach um die eigene Achse gedreht &#8211; nicht ohne jeweils gegen die Mittelleitplanke zu prallen. Hab dann die Kupplung getreten und das Fahrzeug auf die\u00a0 Ausfahrt hinter der Unfallstelle ausrollen lassen. Totalschaden, die Polizei rief den ADAC-Abschleppdienst und weil wir schon im Rhein-Main-Gebiet waren, fragt ich den Fahrer, ob er mich mit dem Fahrzeug beim Dealer meines Vertrauens abladen k\u00f6nne. Den Rest des Weges, vom H\u00e4ndler bis zu meinem Haus, bin ich dann zu Fu\u00df gegangen. Vor dem Haus schaute meine Frau aus dem Fenster (es muss gegen 1:00 Uhr Nachts gewesen sein und meinte \"ich war pl\u00f6tzlich so unruhig, wo ist denn unser Auto\"). Also musste ich meiner Frau den Verlust des Autos beichten &#8211; die Bemerkung \"Da haben wir aber richtig Gl\u00fcck gehabt, gut, dass das Auto fort ist, Du hast es ja eh nicht mehr leiden k\u00f6nnen\", kam irgendwie nicht so dolle an. Verstehe ich bis heute nicht &#8230;<\/p>\n<p>Das war an einem Freitag-Abend passiert &#8211; am fr\u00fchen Samstag Morgen klingelte das Telefon, und mein Autodealer war dran. \"Ihr Fahrzeug steht auf dem Hof, was ist denn da passiert, sind Sie in Ordnung?\" Also die Story erz\u00e4hlt und er meinte \"kommt vorbei, wir finden eine L\u00f6sung, und gut, dass es keine Personensch\u00e4den gab\". War dann wieder typisch f\u00fcr Bernd &#8211; denn, als wir durch den Verkaufsraum liefen, kam erneut der \"da gibt es kein Auto, was gef\u00e4llt\"-Moment. Er schaute uns an und meinte, lasst uns mal hier aus dem Nissan-Verkaufsraum raus gehen, hinten auf dem Hof habe ich ja den Renault-Verkaufsraum &#8211; die muss ich wegen Auflage von Nissan trennen, obwohl beides die gleiche Firma ist. Schauen wir doch mal, was geht &#8230;<\/p>\n<p>Da wir die Jahre bei Gespr\u00e4chen oft feststellten, dass wir auf einer Wellenl\u00e4nge lagen &#8211; er hatte beruflich in Japan bei Nissan zu tun, ich <a href=\"https:\/\/borncity.com\/japan\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">hatte in Japan gearbeitet<\/a> &#8211; kannte er aus Gespr\u00e4chen auch meine \"nach dem R4 und dem Gelenkwellen-Desaster kommt mir kein Renault oder Franzose mehr ins Haus\"-Einstellung. Zudem gab es mit dem Renault Megane ein Auto mit einem extrem eigenwilligen Design &#8211; der Entenarsch an diesem Fahrzeug ging ja mal gar nicht. K\u00f6nnen wir uns sparen, den Gang in die Renault-Verkaufshallen &#8211; ist das aber auch ein Mist.<\/p>\n<p>Und Bernd so: \"Lasst uns trotzdem mal da rein gehen. Ich kenne das Gelenkwellen-Problem beim Renault R4 und kann die Haltung verstehen. Aber Renault ist heute Design von den Franzosen, aber Technik von Nissan. Und es muss ja kein Megane sein.\" Dann legte er ein Prospekt eines Renault Laguna Sport Coup\u00e9 auf den Tisch und fragte \"k\u00f6nnte es so was sein?\" und hatte schon gewonnen. \"Na gut, lasst uns mal auf den Hof gehen\", sprach Bernd, griff sich einen Schl\u00fcssel und ging voran, um vor einem wei\u00dfen Renault Laguna stehen zu bleiben. Dr\u00fcckte mir den Schl\u00fcssel in die Hand und meinte \"macht mal eine\u00a0 Probefahrt, um festzustellen, ob das Auto passt\". Als wir nach einigen Minuten nach der Probefahrt zur\u00fcck kamen, und \"passt\" als Feedback gaben, meinte er nur \"nehmt das Auto mal 14 Tage &#8211; ihr m\u00fcsst ja mobil und sein, und feststellen, ob das wirklich das richtige Auto ist\".<\/p>\n<p>Eine Woche sp\u00e4ter bestellten wir ein etwas anderes Modell eines Renault Laguna in Anthrazit und mit etwas besserer Ausstattung. Bernd meinte \"fahrt den Probewagen, bis das neue Auto da ist\". Meine Frau hat das neue Auto sofort geliebt &#8211; der Designer hatte was feines abgeliefert &#8211; die automatische Handbremse l\u00f6st bei ihr Begeisterung aus &#8211; der Wagen fuhr sich gut. Auch mir gefiel das W\u00e4gelchen, obwohl ich durch meine freiberufliche T\u00e4tigkeit wenig\u00a0 Auto fahre. Es gab nur kleinere Wehmutstropfen &#8211; so gibt es ja sei Jahren den Trend, alles digital zu automatisieren.<\/p>\n<p>Einen ersten Gru\u00df gab es mit dem blauen Primera &#8211; auf der R\u00fcckfahrt vom Lago Maggiore fiel pl\u00f6tzlich das Radio aus. Meine Frau zeterte schon \"Immer, wenn Du mit deinen dummen Fingern an irgend etwas stellst, geht das kaputt\". Dabei hatte ich nur einen Sender wechseln sollen. Aus einem spontanen Impuls heraus &#8211; ich habe ja st\u00e4ndig mit Rechnern zu tun &#8211; fuhr ich auf den n\u00e4chsten Parkplatz, und machte den Motor aus. Als ich das Fahrzeug wieder startete, funktionierte das Radio wieder wie gewohnt.<\/p>\n<p>Beim Laguna wollte meine Frau im Winter zur Arbeit fahren &#8211; ich sa\u00df im B\u00fcro, als es an unserer Haust\u00fcr klingelt. Meine Frau stand dort und meinte \"das Auto ist kaputt, da sagt eine Anzeige, dass die Batterie defekt sei\". Ich ging raus &#8211; das Auto stand in der Hauseinfahrt, mit dem Heck gegen eine leichte Schneeanh\u00e4ufung gefahren, die der Schneepflug am Stra\u00dfenrand hinterlassen hatte. Dadurch war der Motor abgew\u00fcrgt worden und die Elektronik meinte, Batterie defekt. Also ausgeschaltet, wieder gestartet und alles war erneut im gr\u00fcnen Bereich.<\/p>\n<p>Die Fehleranzeige kam gelegentlich &#8211; meine Frau meinte dann: Muss man warten, geht gleich wieder weg. Und ich habe ihr eingesch\u00e4rft: Wenn da vorne was rotes mit der \u00d6lkanne leuchtet, f\u00e4hrst Du nicht weiter, sondern machst den Motor aus. Hatte ich mir n\u00e4mlich gemerkt: Die Frau meines ersten KFZ-Meisters der Ford-Werkstatt hatte eine rote \u00d6lwarn-Lampe, auf Grund eines Ratschlags aus der Werkstatt, auch ignoriert. Als die Lampe anging, hatte die Frau das auf dem Hof der Werkstatt moniert. Ein Mitarbeiter ma\u00df den \u00d6lstand, alles in Ordnung, der \u00d6ldruck-Sensor ist kaputt. Die Frau kam genau 1 1\/2 km weit, als sie mit einem Motor-Totalschaden liegen bliebt. Der \u00d6lfilter hatte sich zugesetzt und die Schmierung des Motors unterbrochen. Doof war, dass dies ein Kundenfahrzeug war, welches wegen der sporadisch anzeigenden \u00d6lkontrollleuchte in der Werkstatt stand\u00a0 &#8230;<\/p>\n<h2>Kleine Wehwehchen im Autoleben<\/h2>\n<p>Nun ja, beim Laguna hatte ich keine Querelen mit den Gelenkwellen &#8211; die hielten. Auch der Auspufftopf musste nicht &#8211; wie bei fr\u00fcheren Fahrzeugen, alle 2-3 Jahre ausgetauscht werden. Aber es \u00e4rgerte mich schon, dass alle 50.000 km der Zahnriemen zur Ventilsteuerung samt Wasserpumpe ausgewechselt werden musste. Machte jedes Mal 1.600 Euro. Und irgendwann waren wir im Rheingau wandern &#8211; als wir nach Hause fahren wollten, sprang der Motor nicht an. Einige Minuten auf Gehei\u00df meiner Frau gewartet, und das Auto tat es wieder.<\/p>\n<p>Einige Wochen sp\u00e4ter hatte ich den Sohn von einem Flug in Frankfurt abgeholt und wollte schnell in unserer Stadt frische Br\u00f6tchen beim B\u00e4cker f\u00fcrs Fr\u00fchst\u00fcck holen. Ich freute mich schon, dass der Parkplatz ganz ungewohnt frei war, sah das Schild, dass ich in gut 10 Minuten da nicht mehr halten oder parken durfte, weil die Stadtreinigung ab 7:00 Uhr kehren wollte. Auto geparkt, Sohn wartete im Auto und ich w\u00e4re ja in einer Minute wieder zur\u00fcck. Mit der Minute klappte auch &#8211; aber das Auto sprang nicht mehr an &#8230;<\/p>\n<p>Zig mal probiert, nix zu machen. \"Life is a Bitch\", die Stra\u00dfenreinigung war schon an der Parallelspur aktiv und Sohnemann, vom langen Flug aus Australien hundem\u00fcde, beschloss, den letzten Kilometer zu Fu\u00df nach Hause zu laufen. Ich also zu den Stra\u00dfenreinigern und erz\u00e4hlt \"ich habe ein Problem, w\u00fcrde ja gerne weg fahren, aber das Auto springt nicht an\" &#8211; wodurch einer meinte, keine Problem, ich habe da eben gekehrt, wir sind da schon fertig. Und dann kam eine Angestellte des Ordnungsamts, um noch geparkte Fahrzeuge mit dem Kn\u00f6llchen zu versehen. Ich bekam mit, dass sie zu meinem Fahrzeug schaute und der Stra\u00dfenreiniger etwas sagte. Also erneut ausgestiegen und proaktiv auf die Politesse vom Ordnungsamt zugegangen. Als ich die Situation erkl\u00e4rte und erw\u00e4hnte, dass ich die Werkstatt bereits angerufen habe, meinte sie lapidar \"ist ja ein Sonderfall, kann passieren, sie w\u00fcrden ja gerne wegfahren, aber was nicht geht, geht nicht, Fall erledigt\".<\/p>\n<p>Da sich nichts tat, versuchte ich nochmals die Werkstatt zu erreichen. Aber die Mitarbeiterin meinte, kann dauern. Also immer mal wieder erfolglos probiert, das Auto zu starten. Kaum war die Politesse weg, sprang die Karre beim n\u00e4chsten Versuch an. Ich schnell zur 1 km entfernten Nissan Werkstatt gefahren und das Auto abgestellt. Als ich \u00fcber den Hof ging, kam mir Bernd schon entgegen und fragte, was los sei. Ich erkl\u00e4rte es ihm, er setzte sich ins Auto, startete und fuhr ins Diagnosezentrum. Vorher hatte er erkl\u00e4rt: \"Das ist vermutlich der Klopfsensor von einem Zylinder. Die fallen gelegentlich aus und der Motor l\u00e4uft auf drei Zylindern. Kostet 80 Euro und der Motor l\u00e4uft wieder wie neu.\" Er gab mir ein Ersatzfahrzeug und meinte, ich solle am Abend wiederkommen &#8211; dann sei das Auto fertig.<\/p>\n<p>So lief es \u00fcber Jahre, immer korrekt bedient worden &#8211; gab es ein Problem, fand Bernd nicht nur eine L\u00f6sung, sondern hatte in der Regel auch die Erkl\u00e4rung, warum etwas streikte. Da paarte sich Erfahrung mit \"ich kenne meine Kunden und habe Spa\u00df am Job\" &#8211; das merkte man ihm und der Mannschaft an. Die \"Adelung\" kam, als ich irgendwann das Auto zur Inspektion ablieferte und der Werkstattmeister, den ich auch schon seit Ewigkeiten kannte, mir eine Supermarkt-Kunststofft\u00fcte mit \"Herr Born, das ist f\u00fcr Sie\" in\u00a0 die Hand dr\u00fcckte. Als ich ihn erstaunt anschaute, meinte er: \"Da sind die Schrauben der Sommerr\u00e4der drin, ihre Frau war ja vor Monaten zum R\u00e4derwechsel hier und der Lehrling hat vergessen, die T\u00fcte mit den Schrauben in den Kofferraum mit den R\u00e4dern mitzugeben.\" Ja, so waren sie, die Leute beim KFZ-Dealer meines Vertrauens &#8230;<\/p>\n<h2>Bye, bye Laguna &#8230;<\/h2>\n<p>Der Laguna hat uns dann doch auf g\u00e4nzlich unpr\u00e4tenti\u00f6se Weise verlassen. \"Life is a Bitch\", die beiden Vorg\u00e4nger, beides Nissan Primeras, waren ja durch Totalschaden nach Unf\u00e4llen entsorgt worden. Aber der Laguna war kein Primera &#8211; und den Dreier beim Unfalltotalschaden haben wir nicht voll gemacht. Aber irgendwann wollte ich mit dem Auto schnell zum Einkaufen, als am Armaturenbrett ein Christbaum an Anzeigen aufblinkte. Motor aus, Motor an, und es war nur noch eine Warnung, dass die ESP-Funktion (Elektronisches Stabilit\u00e4tsprogramm) nicht mehr bereitstehe. Ich konnte noch fahren, aber die Anzeige blieb aktiv. Als ich nach meiner R\u00fcckkehr das meiner Frau erz\u00e4hlte, meinte diese \"m\u00fcssen wir warten, das geht wieder weg, ist in den letzten Wochen immer mal wieder passiert\". Frau und Technik &#8230;<\/p>\n<p>Aber die St\u00f6rungsanzeige ging, wie von mir bef\u00fcrchtet, nicht mehr weg. Ein kurzer Besuch in der Werkstatt ergab, dass das ESP kaputt sei, was genau, konnte der Mitarbeiter nicht mitteilen. Nur dass der Austausch des Steuerger\u00e4ts sehr teuer werde. Ich habe dann selbst im Internet recherchiert und festgestellt, dass es in Hannover einen Anbieter gab, der diese Steuerger\u00e4te f\u00fcr kleineres Geld reparierte. Ich war schon am \u00dcberlegen, ob ich das wagen solle, kontaktierte aber vorher nochmals meinen KFZ-Dealer des Vertrauens.<\/p>\n<p>Der meinte: Man kann den Austausch des Steuerger\u00e4ts versuchen. Wenn ihr aber auf mich h\u00f6rt, lasst ihr die Finger davon. Meist ist es nicht das Steuerger\u00e4t, sondern die Steuerzylinder f\u00fcr die Fahrdynamikregelung in den Radaufh\u00e4ngungen, die sich verkeilen. Das bekommt man eigentlich nie wieder in den Griff. Ihr k\u00f6nnte ja noch fahren, bis zum n\u00e4chsten T\u00dcV ist also Zeit in Ruhe eine Entscheidung zu f\u00e4llen.<\/p>\n<p>Da auch wieder der Austausch der Steuerkette mit 1.600 Euro anstand, war klar: Die Reparatur ist wirtschaftlich unsinnig, der Umstieg auf ein neues Auto wird angegangen. Ge\u00e4rgert habe ich mich lediglich, dass ich die Monate vorher im Fr\u00fchjahr und Herbst je einen Satz neuer Sommer- und Winterreifen f\u00fcr um die 800 Euro zugelegt hatte &#8211; denn ich plante, den Laguna noch einige Jahre fahren zu wollen. Aber \"Life is a Bitch\" &#8230;<\/p>\n<h2>Den Namen kann ich nicht schreiben<\/h2>\n<p>Also Ende des Jahres 2015 an einem sp\u00e4ten Samstag Nachmittag zum Dealer des Vertrauens gefahren (O-Ton Bernd: \"Dann ist der Publikumsverkehr vorbei und wir haben Zeit\") und mit einem \"Knoten im Bauch\" durch den Verkaufsraum gelaufen. Hoffentlich hat der ein Auto, was gef\u00e4llt. Ein Renault sollte es nicht mehr sein, obwohl der Renault Talismann dem Laguna verdammt nahe kam und mir das Auto gef\u00e4llt &#8211; das Modell gab es aber damals wohl noch nicht. Und das mit der Steuerkette lastete ja auch noch als Hypothek auf der Marke Renault. Ich erinnere mich noch, wir sa\u00dfen im Renault Verkaufsraum, als Bernd meinte \"lasst euch nicht vom Renault st\u00f6ren, ich muss keinen Renault verkaufen, aber der Nissan Verkaufsraum wird bald umgebaut und ich habe mein B\u00fcro nach hier verlegt\". Mit der Steuerkette hatte ich gekl\u00e4rt, Nissan baute die in den Motoren nicht ein.<\/p>\n<p>Dann meinte er: \"Geht mal nach vorne in den Nissan Verkaufsraum und schaut die Ausstellungsfahrzeuge an\". Tja, den \"knubbeligen\" Nissan Juke wollten wir nicht haben, da waren meine Frau und ich uns sofort einig. Auch ein <em>Qashqai <\/em>ging nicht &#8211; den Namen kannst Du noch nicht mal aus der Lameng richtig schreiben. Und einerseits f\u00fcr Umweltschutz eintreten, aber andererseits einen bulligen SUV fahren, geht auch nicht. Bernd meinte nur \"Ich hab was f\u00fcr euch, schaut mal dort vorne\". Und dann stand er pl\u00f6tzlich vor mir: Ein neuer Nissan Pulsar, nicht zu gro\u00df, nicht zu klein, genau passend, und von der Optik gefiel uns das Auto auf Anhieb. Den Namen Pulsar konnte ich auf Anhieb fehlerfrei schreiben und so ein Auto hatte nicht jeder.<\/p>\n<blockquote><p>Modellnamen sind schon eine Kunst. Von Rolls Roys ist die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rolls-Royce_Motor_Cars\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Geschichte \u00fcberliefert<\/a>, dass ein Modell in den 80er Jahren Silver Mist hei\u00dfen solle (silberner Nebel). Da der Name im deutschen Markt wenig geeignet war &#8211; wer kauft schon english Mist &#8211; nannte man das Modell Silver Shadow.<\/p><\/blockquote>\n<p>Lange Rede kurzer Sinn: Eine Stunde sp\u00e4ter war der Pulsar gekauft. \u00dcber den Preis f\u00fcr die R\u00fccknahme des Laguna war auch nicht lange zu verhandeln. \"Das alte Auto bekommt ein Aufk\u00e4ufer aus Litauen und die neuen Reifen werden ihm als K\u00f6der um den Hals geh\u00e4ngt\" war die lapidare Aussage von Bernd. \"Lasst uns im B\u00fcro zusammensetzen, wir schauen mal was geht.\" Ich hatte ja schon signalisiert: Mache einen Preis, mit dem beide Seiten leben k\u00f6nnen, dann passt das. Kurze Zeit sp\u00e4ter stand der Deal &#8211; und noch heute begleitet uns der Pulsar als fahrbarer Untersatz durch unser Leben. Welches Abenteuer das Auto f\u00fcr uns aber bereit hielt, Bernd kommt auch am Rande drin vor, ist Gegenstand einer separaten Geschichte. Aber wir sind im Grunde mit dem Auto zufrieden &#8211; und mit\u00a0 dem Autodealer f\u00fcrs Leben sowieso.<\/p>\n<h2>PostScript &#8230;<\/h2>\n<p>Ist eine lange Geschichte, und eine solche Kundenbeziehung gibt es wohl nur noch selten. Liegt sicherlich auch daran, dass Bernd einerseits gerne seine Arbeit macht und Spa\u00df daran hat, wir aber wohl auch auf einer Wellenl\u00e4nge liegen &#8211; zudem sind wir gleich alt. Kurz vor dem Schreiben des Texts noch einen Wartungstermin f\u00fcr das Auto gebraucht. An die Hauptnummer der Werkstatt ging keiner ran, also den Meister von der Fahrzeugannahme anrufen wollen. Als abgenommen wurde, t\u00f6nte mir nach den ersten Worten ein \"Ach Herr Born, an der Hauptnummer geht gerade die Welt unter, was kann ich f\u00fcr Sie tun\" &#8211; und ich erkannte an der Stimme den Chef. Ich wollte das Fahrzeugkennzeichen durchgeben, als er meinte \"Sie glauben doch nicht, dass ich meine Kunden nicht kenne\". Als ich sagte \"alle Achtung, sich so viele Kunden und Autokennzeichnen merken zu k\u00f6nnen\", kam als Antwort \"mache ich auch nicht, aber es gibt einige Lieblingskunden, da kenne ich die Kennzeichen der Autos auswendig\". Und dann meinte er \"Datsun Cherry\" und nannte die interne Typbezeichnung f\u00fcr dieses Auto, mit dem ich vor 40 Jahren auf den Hof seiner Werkstatt gerollt war, und der Senior (rest in peace) es fast geschmissen h\u00e4tte.<\/p>\n<p>War mit dem Lieblingskunden auch weniger bauchgepinselt, sondern ernst gemeint. Denn irgendwann hatte ich bei einem Termin mit einem neuen Mitarbeiter ein Erlebnis der besonderen Art. Denn dieser meinte, als ich ihm das Kennzeichen nannte und er im EDV-System nachsah: \"Moment, da ist ein Sternchen hinter ihrem Namen &#8211; ich muss sie an den Chef weiterreichen\". Als ich meinte \"haben wir so einen schlechten Ruf, wir haben doch immer sofort bezahlt\", kam zur\u00fcck \"es gibt einige wenige spezielle Altkunden, die der Chef pers\u00f6nlich betreut\" &#8211; und das erkl\u00e4rt auch, warum ich schon mal den Wagen nach einer Inspektion ohne Bares mit \"Rechnung schicken wir, \u00fcberweisen Sie den Betrag\" ausgeh\u00e4ndigt bekam.<\/p>\n<p>Ich lebe in der hektischen Rhein-Main-Umgebung, wo viele Menschen gerne eine Ellbogen-Mentalit\u00e4t ausleben. Aber ich habe es geschafft, mit diversen Handwerkern eine \"leben und leben lassen\"-Beziehung aufzubauen, wo man sich aufeinander verlassen kann. Macht vieles einfach weniger stressig und ich bin damit bisher gut gefahren. Und im R\u00fcckblick ist das mit dem \"Autodealer f\u00fcrs Leben\" eine nette Erfahrung. Andere in der Nachbarschaft, die viel Stress mit KFZ-Betrieben oder Handwerkern haben, wundern sich immer, wieso vieles bei uns so locker l\u00e4uft. Nun ja, wie man in den Wald hereinruft &#8230;<\/p>\n<p><strong>\u00c4hnliche Artikel:<\/strong><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2021\/05\/17\/der-jung-soll-was-anstndiges-lernen\/\">Der Jung soll was anst\u00e4ndiges lernen<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/?p=16713\">Meine \u201eSchrauberjahre\"-Teil 1: Der F\u00fchrerschein \u2026<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/?p=16723\">Meine \u201eSchrauberjahre\"-Teil 2: Das neue Moped \u2026<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/?p=16732\">Meine \u201eSchrauberjahre\"-Teil 3: Ein Auto wird gebraucht \u2026<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2021\/06\/24\/mein-r4-und-der-erste-urlaub-in-holland\/\" rel=\"bookmark\">Mein R4 und der erste Urlaub in Holland<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2021\/09\/03\/mein-datsun-cherry-sportcoup-und-lastwagen-in-einem\/\">Mein Datsun Cherry: Sportcoup\u00e9 und Lastwagen in einem<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2021\/12\/08\/mein-autodealer-frs-leben\/\">Mein Autodealer f\u00fcrs Leben<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2021\/04\/22\/ich-pseudo-rentner\/\">Ich Pseudo-Rentner \u2026<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2021\/05\/07\/abenteuer-covid-19-impfung-wenn-borns-geimpft-werden\/\">Abenteuer COVID-19-Impfung: Wenn Borns geimpft werden<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2020\/09\/21\/heckenschnitt-ich-habe-den-reinhard-mey-gemacht\/\">Heckenschnitt: Ich habe den Reinhard Mey gemacht \u2026<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2020\/08\/26\/der-ritter-der-heckenschere-der-lavendel-schnitt\/\">Der Ritter der Heckenschere: Der Lavendel-Schnitt<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2019\/12\/19\/schuhkauf\/\">Der Schuhkauf \u2026<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2017\/07\/26\/gesunde-bewegung-der-kauf-der-barfuschuhe\/\">Gesunde Bewegung: Der Kauf der Barfu\u00dfschuhe<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2020\/07\/28\/ich-hab-die-marie-kondo-gemacht\/\">Ich hab die Marie Kond\u014d gemacht \u2026 Teil 1<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2020\/07\/29\/ich-hab-die-marie-kondo-gemacht-teil-2\/\">Ich hab die Marie Kond\u014d gemacht \u2026 Teil 2<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2020\/07\/30\/ich-hab-die-marie-kondo-gemacht-teil-3\/\">Ich hab die Marie Kond\u014d gemacht \u2026 Teil 3<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2020\/07\/24\/sommer-sonne-boule-kugeln-und-die-grne-fee\/\">Sommer, Sonne, Boule-Kugeln und ein Pastis \u2026<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2021\/04\/29\/29-4-ist-welttag-des-tanzes\/\">29.4. ist Welttag des Tanzes<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2021\/05\/04\/yellow-press-bill-gates-lsst-sich-scheiden-und-andere-katastrophen\/\">Yellow Press: Bill Gates l\u00e4sst sich scheiden und andere Katastrophen<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2021\/04\/26\/gru-aus-dem-karbon-oder-wie-ich-huflattich-fr-brlapp-hielt\/\">Gru\u00df aus dem Karbon, oder wie ich Huflattich f\u00fcr B\u00e4rlapp hielt<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2020\/08\/31\/sommer-sonne-mann-braucht-grill\/\">Sommer, Sonne: Mann braucht Grill \u2026<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2021\/02\/21\/hey-its-barbecue-time-grillsaison-erffnet\/\">Hey, it's Barbecue-Time \u2013 Grillsaison er\u00f6ffnet<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute mal wieder eine total nette Geschichte aus dem Leben, die vor ziemlich genau 40 Jahren angefangen hat. 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