{"id":18259,"date":"2021-12-14T00:41:00","date_gmt":"2021-12-13T23:41:00","guid":{"rendered":"https:\/\/borncity.com\/senioren\/?p=18259"},"modified":"2025-07-06T14:49:04","modified_gmt":"2025-07-06T12:49:04","slug":"der-kochunfall-mousse-au-chocolat","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2021\/12\/14\/der-kochunfall-mousse-au-chocolat\/","title":{"rendered":"Der Kochunfall: Mousse au Chocolat &#8230;"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"float: left; margin: 0px 10px 0px 0px; display: inline;\" title=\"Mousse au Chocolat \" src=\"https:\/\/i.imgur.com\/ScCQUF1.png\" alt=\"Mousse au Chocolat \" width=\"208\" height=\"210\" align=\"left\" \/>Heut mal wieder eine echte Geschichte aus dem Leben. So in der Art \"wie ich fast im Himmel der Sternek\u00f6che gelandet w\u00e4re, aber ein Kochunfall hat diese hochfliegenden Tr\u00e4ume elendiglich scheitern lassen\" &#8211; und am Ende des Tages musste ich das Ergebnis quasi \"bergm\u00e4nnisch mit schwerem Ger\u00e4t\" abbauen. Die Geschichte fiel mir im April ein, als ich meiner Frau zum Geburtstag u.a. eine Mousse au Chocolat zubereitet habe. Und letzten Samstag meinte mein M\u00e4del \"wenn Du willst, kannst Du ja eine Mousse au Chocolat machen\" &#8230; das Stichwort, um diesen Nachtisch herzustellen und im Anschluss auch noch die Geschichte zu meinem Kochunfall mal aufzuschreiben.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg01.met.vgwort.de\/na\/66464b43379d44b3aac2d16b3457f61d\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/>Nun ja, ich muss gestehen, mit der Sternek\u00fcche habe ich arg geflunkert. Ich war nie auf dem Weg zum Sternekoch &#8211; denn das ist harte Arbeit und Unternehmertum &#8211; f\u00fcr beides fehlten mir Antrieb und Talent. Aber es gab mal eine kurze Phase, wo ich so etwas wie \"Leidenschaft f\u00fcrs Kochen\" entdeckt hatte und sogar mit der hessischen Meisterin der Amateurk\u00f6che am Herd stand. H\u00e4tte da noch viel lernen k\u00f6nnen &#8211; aber h\u00e4tte, h\u00e4tte Fahrradkette &#8230;<\/p>\n<p>Kochen, das ist f\u00fcr mich so etwas wie \"muss man machen, um zu \u00fcberleben\" und \"das St\u00fcck Fleisch zwischen dem rohen und dem angebrannten Teil kann man gut essen\". Ok, ist jetzt auch wieder geflunkert, zur Not klappt das mit dem Kochen &#8211; als meine Frau immer wieder \u00fcber 6 Wochen abwesend war, um ihre Eltern zu pflegen, habe ich mich bekocht und fand das sogar ganz gut. Auch die Tochter war ganz happy, wenn Sonntags der Grill auf der Terrasse angeworfen wurde und es was leckeres gab.<\/p>\n<p>Und in Studentenzeiten habe ich auch ein Semester damit verbracht, mich selbst zu bekochen &#8211; weil Mensa nicht so mein Ding war. Geht also, das mit dem kochen. Aber so richtig drin aufgehen kann ich nicht (mehr) &#8211; denn dies hie\u00dfe \u00fcben, \u00fcben, \u00fcben und ausprobieren &#8211; wozu mir momentan die Lust und der Antrieb fehlt.<\/p>\n<h2>Der Vater kocht &#8230; der Rest betet<\/h2>\n<p>R\u00fccksprung in der Zeit, um fast zwei Jahrzehnte. Es muss so zwischen 2000 (da waren wir ins neue Haus gezogen) und 2006 (da zog der Sohn aus) gewesen sein. Ich arbeitete freiberuflich als Autor, und schrieb seit Jahren Computerb\u00fccher. Meine Frau hatte seit meinem Start in die Selbst\u00e4ndigkeit einen Halbtags-Job, kam also zu Mittag wieder, um schnell f\u00fcr die Familie zu kochen.<\/p>\n<p>Weil das aber gelegentlich von der Zeit her etwas stressig war \u2013 die Kinder waren aus der Schule zur\u00fcck, aber es dauerte noch mit dem Essen, weil die Frau nicht p\u00fcnktlich von der Arbeit weg kam, hatte ich einen Plan. \"Ich k\u00f6nnte ja auch kochen\", dann ist es etwas entspannter \u2026<\/p>\n<p>Gesagt getan, ich habe also zu Mittag gekocht. War aber a bisserl schwierig, ich sa\u00df im B\u00fcro am Rechner \"Oh, schon Zeit, das Mittagessen zu kochen. Ach komm, den Absatz schreibst Du noch fertig, sonst ist die Idee weg.\" Und so stand ich immer unter Zeitstress beim Kochen, weil ich regelm\u00e4\u00dfig zu sp\u00e4t startete.<\/p>\n<p>Da kochte das Wasser schon, w\u00e4hrend ich noch die Kartoffeln sch\u00e4lte. Die Kinder liebten Mehlspeisen wie Pfannkuchen oder Mehlkn\u00f6del. Manche Pfannkuchen hatten die Konsistenz von Schuhsohlen, die Mehlkn\u00f6del konnte man beim ersten Mal auf den Boden werfen, dann sprangen sie wie ein Tennisball wieder auf den Tisch zur\u00fcck. Beim zweiten Mal h\u00e4tte ich einen Strohhalm reichen m\u00fcssen, um die Mehlkn\u00f6del zu trinken.<\/p>\n<p>Als die Mannschaft spontan am Mittagstisch anfing zu beten, war mir klar: Da muss Plan B her, so geht das nicht weiter. Ein Kochkurs w\u00e4re doch was \u2026<\/p>\n<h2>Der Kochkurs \u2026<\/h2>\n<p>Meine Frau fand in der lokalen Zeitung eine kurze Anzeige f\u00fcr einen M\u00e4nnerkochkurs und meinte \"das w\u00e4re doch was f\u00fcr dich\". Der Kurs fand abends in einer Schule in der dortigen K\u00fcche statt. Geleitet wurde er von Frau E., einer \u00e4lteren Dame, die als Hauswirtschafterin und -lehrerin viel in diesem Bereich unterrichtet hatte.<\/p>\n<p>Und so fand ich mich pl\u00f6tzlich als j\u00fcngerer Mittvierziger unter einer Gruppe M\u00e4nner, meist um die 60 Plus, die gerade Wittwer geworden waren und nun kochen mussten. Da war es f\u00fcr diese Teilnehmer schon eine Herausforderung, eine Kartoffel zu sch\u00e4len.<\/p>\n<p>Ich war also im falschen Film gelandet, aber man kann ja immer was lernen. Nur war es so, dass Frau E. immer recht robustes Essen kochen lie\u00df. Wenn ich um 22:00 Uhr nach Hause kam, war mir regelm\u00e4\u00dfig unwohl oder sau schlecht, und ich brauchte einen gro\u00dfen Schnaps. Denn wir mussten unser selbst gekochtes Essen nat\u00fcrlich verkosten, und das Zeugs war schwer und mit viel Fett gebraten.<\/p>\n<p>Damals hatte ich spontan die spinnerte Idee, schreib neben deinen Computerb\u00fcchern ein \"Bratkartoffel Kochbuch\": Bratkartoffel mit Zwiebeln, Bratkartoffel mit Ei, Bratkartoffel mit Gem\u00fcse \u2013 vor meinem geistigen Auge standen zig Rezepte; da musste es einen Markt f\u00fcr geben. Aber als freier Autor hatte ich aber auch eine schnelle Kalkulation angestellt. F\u00fcr ein 20 Euro-Buch hat ein Autor zwischen 0,5 und 1 Euro an Tantiemen \u2013 man m\u00fcsste also schon 10.000 St\u00fcck verkaufen, um echt Geld zu verdienen. Erschien mir wenig wahrscheinlich, diese Umsatzzahlen zu erreichen. Also habe ich es gelassen, das \"Bratkartoffel Kochbuch\" ist nie von mir erschienen, ein (weiterer) Flop blieb der Welt also erspart \u2026<\/p>\n<h2>Kochen mit der Meisterin \u2026<\/h2>\n<p>Das konnte so nicht weiter gehen &#8211; und ich dachte sowohl an meinen Magen als auch an meine Leber. Meine Frau bekam das \"Leiden\" mit und meinte \"Du, da gibt es eine neue Anzeige f\u00fcr einen Kochkurs, ist in Wiesbaden, melde dich da doch mal an &#8211; ist vielleicht besser\". Die Dame, die das veranstaltete, war deutlich j\u00fcnger und gab gemischte Kochkurse f\u00fcr Frauen und M\u00e4nner in einer Schulk\u00fcche.<\/p>\n<p>Zu ihrem Hintergrund: Sie war eine junge Mutter, die zwei Zwillingsm\u00e4dchen gro\u00df zog, w\u00e4hrend der Ehemann f\u00fcr die Firma Tippex im Rhein-Main-Gebiet arbeitet. Irgendwann hatte die Dame ihre Leidenschaft f\u00fcrs Kochen entdeckt. Sie trat mit einem Hartschalenkoffer an, der Messer und weitere Kochutensilien enthielt.<\/p>\n<p>Und so kam es, dass ich eines Sommerabends in einer Schulk\u00fcche in Wiesbaden-Bierstadt aufkreuzte, um an einem Kochkurs teil zu nehmen. Die anderen Teilnehmer waren auch deutlich j\u00fcnger als beim fr\u00fcheren Kochkurs und alle angetreten, um ihre Kochk\u00fcnste zu verbessern.<\/p>\n<p>Spontan fand ich mich in einem Viererteam wieder, wo die Chemie stimmte und das Kochen Spa\u00df machte. Statt Bratkartoffel standen pl\u00f6tzlich \"Seeteufel nach mediterraner Art\", Creme Brulee usw. auf der Agenda. Eine Schluck Wein gab es zum Essen auch immer. Lief \u2026<\/p>\n<p>nur die gemischten Kochkurse mit Frauen waren nicht so dolle. Manchmal fand ich mich in einem Team mit einigen Damen, und wenn ich dann meinte \"den Part kann ich \u00fcbernehmen\", artete das in Eiertanz aus. Manchmal waren die M\u00e4dels verschnupft, weil sie das nicht machen durften. Dann gab es welche, die total unsicher waren, und noch viel schlechter kochten, als meine Wenigkeit. Aber unsere Chefk\u00f6chin wollte, dass gemischte Teams kochen \u2026<\/p>\n<p>Am sch\u00f6nsten waren aber die Kurse, wo wir M\u00e4nner unter uns waren. Da herrschte \"Augenh\u00f6he\" und man half sich ggf. gegenseitig. Und beim Essen oder bei der Rezeptbesprechung wurde gefachsimpelt. Drei Sachen sind mir erinnerlich. Die Dame erz\u00e4hlte, dass sie in \"der Rose\" beim Koch einige Monate hospitiert hatte. War ein besseres Speiselokal im Taunus und bekannt, aber ohne Michelin Stern.<\/p>\n<p>Und bei wei\u00dfen So\u00dfen wollte die Chefk\u00f6chin wei\u00dfen Pfeffer verwenden, weil man sonst den gemahlenen schwarzen Pfeffer sieht. Ich habe immer opponiert \"wei\u00dfer Pfeffer hat kein Aroma, der ist nur scharf, kein Vergleich mit schwarzem Pfeffer \u2013 wollen wir Optik oder Geschmack\". Irgendwann kam sie auf mich zu und meinte \"Sie haben Recht, ich habe es einige Male probiert, wei\u00dfer Pfeffer ist nur scharf, ich versuche jetzt auch schwarzen Pfeffer zu nehmen, wenn es irgend geht \u2026\" \u2013 der Ritterschlag.<\/p>\n<p>Und dann stellte sich irgendwann beim Fachsimpeln heraus: Ich habe mit der hessischen Meisterin der Amateurk\u00f6che am Herd gestanden. Sternek\u00fcche ich kohommmeeee \u2026.<\/p>\n<p>Was h\u00e4tte aus mir am Herd alles werden k\u00f6nnen. Alleine, es kam ein schn\u00f6des Ende. Der Ehemann der Dame wurde beruflich nach N\u00fcrnberg versetzt und die Dame zog mit ihren beiden M\u00e4dchen mit. Teils blutenden Herzens, weil die Kochkurse ihr viel Spa\u00df machten, hatte aber die Hoffnung, das in Franken weiter f\u00fchren zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Ich hatte zwar mit dem Gedanken gespielt, mit den drei Teilnehmern unserer Gruppe privat weiter zu kochen. Hat sich aber zerschlagen. Meine Frau hatte vorher schon gesagt \"Komm, lasse es mit dem Kochen, ist Stress f\u00fcr dich, ist Stress f\u00fcr die Familie\" und die Arbeitszeit um eine halbe Stunde verk\u00fcrzt. Lief also \u2026<\/p>\n<p>Gelegentlich habe ich noch am Wochenende Gerichte nachgekocht. Und wenn mal wieder eine Feier mit Bekannten war, und das Gespr\u00e4ch aufs Essen und Kochen kam, pflegte ich grinsend die Bemerkung \"ich koche \u00fcbrigens mit der hessischen Meisterin der Amateurk\u00f6che\" fallen zu lassen.<\/p>\n<p>Wenn dann ungl\u00e4ubiges Staunen ausbrach und meine Frau das mitbekam, brach sie in helles Lachen aus. \"Der kocht schon auf hohem Niveau, aber f\u00fcr ein Dreig\u00e4nge-Men\u00fc musst Du an drei Tagen vorbei kommen. Alles zusammen kriegt der nicht hin \u2026\".<\/p>\n<p>Nun ja, van Gogh oder Da Vinci haben ihre Bilder auch nicht an einem Tag fertig gemalt und sa\u00dfen Wochen oder Monate dran. Gro\u00dfe Geister brauchen Freiraum und Zeit. Wenn ich dann a la Alfred Biolek mit einem Glas Wein in der K\u00fcche am Herd meine Pirouetten t\u00e4nzelte, kam aus dem Off \"das macht man aber anders\", \"das geht so\", und ich sp\u00fcrte \u00f6fters als einmal den \"hei\u00dfen Atem des Tigers\", der hinter mit auf und ab lief, im Nacken.<\/p>\n<p>Endete damit, dass ich den Herd abschaltete und ins B\u00fcro verschwand. Oder ich packte den Tiger im Nacken, schob ihn zur Glast\u00fcr, die unsere K\u00fcche abschlie\u00dft, hinaus und setzte den Punkt \"jetzt koche ich\". Regelm\u00e4\u00dfig fiel die Bemerkung: \"Da schickt man den Kerl auf teure Kochkurse, aber kochen kann er immer noch nicht\". Manches Genie wird halt verkannt \u2026<\/p>\n<h2>Mousse au Chocolat \u2026<\/h2>\n<p>Und dann hatte ich pl\u00f6tzlich am Samstag Morgen Lust, eine Mousse au Chocolat zu machen. Chefin hatte zuf\u00e4llig alle Zutaten im Schrank, ich griff also das Rezept und legte los. Lief auch gut an, wir werden dass schon wuppen \u2013 dein M\u00e4del wird nur so dahin schmelzen. Von wegen, der kann immer noch nicht kochen \u2026<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" title=\"Mousse au Chocolat \" src=\"https:\/\/i.imgur.com\/ScCQUF1.png\" alt=\"Mousse au Chocolat \" \/><br \/>\nMousse au Chocolat<\/p>\n<p>Als ich mir die Spezial-Edelstahlsch\u00fcssel griff, um darin die Schokolade in einem Wasserbad zu schmelzen, nahm das Ungl\u00fcck seinen Lauf. F\u00fcr das Wasserbad hatte ich einen Edelstahltopf gegriffen und mit Wasser gef\u00fcllt, der so von der Gr\u00f6\u00dfe mit der Edelstahlsch\u00fcssel ziemlich gut \u00fcbereinstimmte. \"Brauchst Du wenig Wasser und es wird nichts \u00fcberschwappen, wenn Du was aufschl\u00e4gst \u2026\".<\/p>\n<p>Die \"Tigerin\" meinte nur \"meinst Du, es ist eine gute Idee, den kleinen Untertopf zu nehmen, nachher kriegst Du den Einsatz mit der Mousse nicht mehr raus \u2026?\". Hallo, ich bin Ingenieur, lasst mich hier durch, ich kann das \u2026.<\/p>\n<p>Schokolade geschmolzen, Topf von der Platte gezogen, das mit Zucker aufgeschlagene Eigelb untergeschlagen, dann Eischnee, Sahne und geraspelte Schokolade untergehoben. Sah wie ein Gedicht aus, schnell die Edelstahlsch\u00fcssel aus dem Topf heben, Wasser am Unterboden abwischen und die Schl\u00fcssel in den K\u00fchlschrank geben \u2026<\/p>\n<p>Ups, die Sch\u00fcssel geht ja nicht aus dem Untertopf raus. Also die Mousse au Chocolate in eine Edelstahlsch\u00fcssel gef\u00fcllt und diese in den K\u00fchlschrank gegeben. Sah immer noch gut aus \u2013 und \u00fcberhaupt, warum hast Du physikalische Technik studiert, ein Trick, um die Wasserbad-Sch\u00fcssel aus dem Topf zu kriegen, wird dir schon einfallen.<\/p>\n<p>Mir war klar: Durch den erw\u00e4rmten Wasserdampf war der Wasserbad-Beh\u00e4lter in den Edelstahltopf gesaugt worden, wodurch er per Unterdruck am Untertopf festgesaugt war. Etwas ziehen half nicht. Otto Guericke hatte im Mittelalter demonstriert, dass selbst zwei Pferde aneinander geheftete Vakuum-Halbkugeln nicht zu trennen vermochten.<\/p>\n<p>Aber hey, das wuppen wir doch \u2013 Materialkunde: Innerer Topf muss kalt sein, \u00e4u\u00dferer Topf muss hei\u00df sein, dann dehnt sich der \u00e4u\u00dfere Topf, es kann Luft einstr\u00f6men und die T\u00f6pfe lassen sich trennen.<\/p>\n<p>Also Eisw\u00fcrfel aus der Gefriertruhe geholt und in den Wasserbad-Topf gegeben. Das Ganze auf den Herd gestellt und den Untertopf erhitzt. Musste doch einfach klappen, ist schlie\u00dflich Physik, damit kannte ich mich aus. Ich habe sogar noch Salz zum Eis gegeben, um die Temperatur spontan zu senken. Aber ich konnte wohl keine Temperaturdifferenz erzeugen, die den Durchmesser der T\u00f6pfe so ver\u00e4nderte, dass Luft einstr\u00f6mte. Fl\u00fcssigen Stickstoff oder Trockeneis hatte ich nicht \u2026<\/p>\n<p>Auch der Versuch, einen Stahlnagel, den ich als Elektriker immer in meiner Werkzeugkiste hatte, per Hammer zwischen inneren und \u00e4u\u00dferen Topf zu treiben, klappte nicht. Ich wollte den Wasserbad-Topf nicht besch\u00e4digen. Da war nix zu machen, egal, was ich auch probierte.<\/p>\n<p>Scheibenkleister, musst Du jetzt beide T\u00f6pfe weg werfen? Der Schwei\u00df stand mir auf der Stirn \u2013 wenn gro\u00dfe Geister scheitern \u2026 kommt die Rettung um die Ecke. Mein M\u00e4del meinte: \"Wei\u00dft Du, der Untertopf ist eh Mist, da brennt mir immer alles an, den wollte ich eigentlich immer weg werfen, habe es nur noch nicht gemacht, ist also egal, wenn der Topf kaputt geht, nur die Wasserbad-Sch\u00fcssel sollte ganz bleiben, die war teuer\".<\/p>\n<p>Also die ineinander verhafteten T\u00f6pfe auf die Terrasse geschleppt. Zur\u00fcck in den Keller und die Bohrmaschine mit einem 4 mm Metallbohrer gegriffen. Dann im Topfboden des Untertopfs am Rand ein kleines Loch gebohrt. \"Pffff \u2026\" schon zog die Kombination Luft und ich konnte die beiden T\u00f6pfe trennen.<\/p>\n<p>Schwein gehabt. Ich bot meiner Frau noch an: Ich kann den Topf zu meinen Eltern mitnehmen. Vater hat ein Schwei\u00dfger\u00e4t, dann schlie\u00dfe ich beim n\u00e4chsten Besuch der Eltern das Loch. Aber sie meinte: Entsorge den Topf, ich kaufe was neues.<\/p>\n<h2>Postscript: Sternek\u00fcche ade<\/h2>\n<p>Dieses Waterloo hat dann dazu gef\u00fchrt, dass ich die Lust am Kochen und Experimentieren in der K\u00fcche g\u00e4nzlich verlor. Klar, ich koche zur Not schon mal was, aber a la Biolek mit einem Glas Wein am Herd re\u00fcssieren ist nicht mehr.<\/p>\n<p>Gut, Sternekoch w\u00e4re ich nie geworden \u2013 erstens war meine Meisterin der hessische Amateurk\u00f6che weg. Und zweitens, fehlten mir Talent und Drive, in so etwas einzusteigen. Im R\u00fcckblick auf mein Leben muss ich erkennen, dass ich etwas \"Wanderer zwischen den Welten\" war, der viel probiert hat, in manchem ganz gut war, aber schnell die Lust verlor, wenn sich nicht schnell herausstellte, dass da Spitzenleistungen m\u00f6glich waren.<\/p>\n<p>Als ich in der Lehre zum Elektroinstallateur praktisch durchrasselte, herrschte Waterloo. Als ich mit dem Gesellenst\u00fcck Landessieger in Rheinland-Pfalz wurde, war ich schon in Richtung Schulbank f\u00fcr Fachabitur auf dem zweiten Bildungsweg und Studium weiter gezogen.<\/p>\n<p>Als ich nach einem Studium in Rekordzeit als junger Ingenieur im Flugzeugbau sowie in der Raumfahrtindustrie loslegte, stand mir die Welt offen und ich wollte zu den Sternen fliegen \u2013 oder zumindest Zeugs bauen, dass das konnte. Aber die Niederungen erwiesen sich als steinig, viele Projektvorschl\u00e4ge endeten mit meinen vorgelegten Skizzen und Zeichnungen \u2013 die Finanzierung scheiterte. Also weiter gezogen zur Chemieindustrie und Erfolge gefeiert. Als der Vorstand aber eine gl\u00e4serne Decke bez\u00fcglich des weiteren Aufstiegs im Management einzog, bet\u00e4tigte ich die Rei\u00dfleine, um was g\u00e4nzlich anderes zu machen.<\/p>\n<p>Ich hatte als Student auch mit Gitarre angefangen, machte Laune, aber es war schnell erkennbar, dass es f\u00fcr \"on stage\" ganz vorne nie reichen wird. Ich habe irgendwo noch die Notenhefte, wo ich irgendwelche Melodien, die mir im Kopf herum gingen oder geh\u00f6rt hatte, notiert habe. Aber das ist Geschichte.<\/p>\n<p>Seit meiner Schulzeit habe ich gelegentlich auch mal gezeichnet, beruflich musste ich mich mit technischen Zeichnungen auseinander setzen. Ich denke, ich war besser im skizzieren, als der Durchschnitt \u2013 aber eben nicht Spitzenklasse. Habe ich gemerkt, als ich Skizzen f\u00fcr mein erstes Computerbuch f\u00fcr Kinder erstellte. Die reichte ich an einen Grafiker weiter, der das in druckf\u00e4hige Zeichnungen umsetzte. Ich habe es nie geschafft, die Zeit und die Mu\u00dfe zu finden, um mit Skizzenblock oder Leinwand die M\u00f6glichkeiten und F\u00e4higkeiten auszuloten und zu verfeinern.<\/p>\n<p>Auch Video ist nicht mein Medium \u2013 ein Youtube-, Twitch- oder TikTok-Star w\u00e4re ich nie geworden. Habe ich als Videotrainer, der einige Schulungsvideos produziert hat, festgestellt. Ich f\u00fchlte mich in diesem Medium wie der Fisch auf dem Trockenen.<\/p>\n<p>Alleine mit dem Schreiben bin ich die letzten 28 Jahre so gut durchs Leben gekommen, so dass ich nicht nur auf ca. 300 IT-B\u00fccher und weit \u00fcber eine Million verkaufte Buchexemplare zur\u00fcckblicken kann. Sondern dadurch konnte ich von meiner Schreibe auch leben. Inzwischen finanziere ich mich seit 6 Jahren \u00fcber meine diversen Blogs.<\/p>\n<p>Und so steht am Ende der total nutzlosen Geschichte die Erkenntnis: \"Was doch so eine verungl\u00fcckte Mousse au Chocolat f\u00fcr einen Einfluss haben kann\". Na ja, auch <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Paul_Bocuse\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Paul Bocuse<\/a> weilt nicht mehr unter uns \u2026 und <a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2021\/11\/24\/fast-wre-ich-papst-geworden\/\">Papst bin ich auch nicht geworden<\/a>.<\/p>\n<p><strong>\u00c4hnliche Artikel:<br \/>\n<\/strong><a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2021\/05\/17\/der-jung-soll-was-anstndiges-lernen\/\">Der Jung soll was anst\u00e4ndiges lernen<\/a><strong><br \/>\n<\/strong><a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/?p=16713\">Meine \u201eSchrauberjahre\"-Teil 1: Der F\u00fchrerschein \u2026<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/?p=16723\">Meine \u201eSchrauberjahre\"-Teil 2: Das neue Moped \u2026<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/?p=16732\">Meine \u201eSchrauberjahre\"-Teil 3: Ein Auto wird gebraucht \u2026<\/a><br \/>\n<a 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Huflattich f\u00fcr B\u00e4rlapp hielt<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2017\/04\/10\/brlauch-so-lsst-er-sich-aufheben\/\">B\u00e4rlauch, ein feines Wildgem\u00fcse im Fr\u00fchjahr<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2019\/04\/11\/brlauch-wild-oder-im-garten\/\" rel=\"bookmark\">B\u00e4rlauch, wild oder aus dem Garten<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2021\/04\/18\/kindheitserinnerungen-schlsselblumen-brennnesseln-lwenzahn-und-wiesenschaumkraut\/\" rel=\"bookmark\">Kindheitserinnerungen: Schl\u00fcsselblumen, Brennnesseln, L\u00f6wenzahn und Wiesenschaumkraut<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2017\/04\/06\/frhlingstipp-wiesenschaumkraut-essbare-blten\/\">Fr\u00fchlingstipp: Wiesenschaumkraut \u2013 essbare Bl\u00fcten<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2017\/07\/10\/urbanes-grtnern-ich-habe-meinen-eigenen-salat\/\">Urbanes G\u00e4rtnern \u2013 ich ziehe meinen eigenen Salat<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2020\/10\/16\/urban-gardening-herbstfrchtchen-2020\/\" rel=\"bookmark\">Urban Gardening: Herbstfr\u00fcchtchen 2020<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2021\/01\/31\/im-keller-wo-die-zitronen-blhen\/\" rel=\"bookmark\">Im Keller, wo die Zitronen bl\u00fchen<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2020\/07\/20\/grtnerleid-der-giersch\/\" rel=\"bookmark\">G\u00e4rtnerleid: Der Giersch \u2026<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2019\/06\/20\/wilder-sommergarten-2019\/\" rel=\"bookmark\">Wilder Sommergarten: Juni 2019<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2014\/12\/26\/verjus-altes-wuerzmittel-aus-dem-weinberg-neu-entdeckt\/\" rel=\"bookmark\">Verjus: altes 'W\u00fcrzmittel' aus dem Weinberg, neu entdeckt<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2020\/07\/03\/frhsommer-weinbltter-dolmades\/\">Fr\u00fchsommer, Weinbl\u00e4tter, Dolmades<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2021\/06\/12\/its-dolmades-time-der-frhsommer-ist-da\/\" rel=\"bookmark\">It's Dolmades-Time \u2013 der Fr\u00fchsommer 2021 ist da \u2026<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2021\/04\/17\/lecker-selbst-gebeizter-lachs\/\" rel=\"bookmark\">Lecker: Selbst gebeizter Lachs<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2021\/02\/07\/baiser-nervennahrung-fr-coronazeiten\/\" rel=\"bookmark\">Baiser: Nervennahrung f\u00fcr Coronazeiten?<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2020\/11\/21\/november-blues-corona-koller-n-was-zu-futtern-backen-spritzgebck\/\" rel=\"bookmark\">November-Blues? Corona-Koller? N\u00f6, Spritzgeb\u00e4ck backen<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2020\/11\/28\/anfngerglck-anispltzchen-2020\/\" rel=\"bookmark\">Anf\u00e4ngergl\u00fcck: Anispl\u00e4tzchen 2020<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2021\/04\/23\/1er-rhabarberkuchen-wie-gewonnen-so-zerronnen\/\" rel=\"bookmark\">Erster Rhabarberkuchen im Jahr: Wie gewonnen, so zerronnen<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2020\/10\/27\/das-brot-der-bckerin-die-kche-wird-zur-backstube\/\" rel=\"bookmark\">Das Brot der B\u00e4ckerin \u2026 die K\u00fcche wird zur Backstube<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2021\/01\/14\/der-beste-rucherfisch-der-welt\/\" rel=\"bookmark\">Der beste R\u00e4ucherfisch meines Lebens<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2020\/11\/11\/savoir-vivre-halt-eben\/\" rel=\"bookmark\">Savoir vivre halt eben \u2026<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2020\/08\/31\/sommer-sonne-mann-braucht-grill\/\">Sommer, Sonne: Mann braucht Grill \u2026<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2021\/02\/21\/hey-its-barbecue-time-grillsaison-erffnet\/\">Hey, it's Barbecue-Time \u2013 Grillsaison er\u00f6ffnet<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2020\/08\/05\/absinth-von-der-grnen-fee-geksst\/\" rel=\"bookmark\">Absinth, von der 'gr\u00fcnen Fee' gek\u00fcsst?<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2020\/07\/24\/sommer-sonne-boule-kugeln-und-die-grne-fee\/\">Sommer, Sonne, Boule-Kugeln und ein Pastis \u2026<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2020\/07\/21\/sommer-2020-am-maulbeerbaum\/\">Sommer 2020: Am Maulbeerbaum \u2026<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2021\/02\/13\/geschichten-vom-kaffee-und-von-kaffeemhlen\/\" rel=\"bookmark\">Geschichten vom Kaffee und von Kaffeem\u00fchlen<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2020\/11\/02\/halloween-2020-nachlese-blue-moon-mit-mars\/\" rel=\"bookmark\">Halloween 2020-Nachlese: Blue Moon mit Mars<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2018\/01\/21\/winter-januar-2018-eifel\/\" rel=\"bookmark\">Winter: Januar 2018 (Eifel)<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heut mal wieder eine echte Geschichte aus dem Leben. So in der Art \"wie ich fast im Himmel der Sternek\u00f6che gelandet w\u00e4re, aber ein Kochunfall hat diese hochfliegenden Tr\u00e4ume elendiglich scheitern lassen\" &#8211; und am Ende des Tages musste ich &hellip; <a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2021\/12\/14\/der-kochunfall-mousse-au-chocolat\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[28],"tags":[29],"class_list":["post-18259","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-essen","tag-essen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18259","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=18259"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18259\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":28293,"href":"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18259\/revisions\/28293"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=18259"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=18259"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=18259"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}