{"id":18602,"date":"2022-01-23T00:10:00","date_gmt":"2022-01-22T23:10:00","guid":{"rendered":"https:\/\/borncity.com\/senioren\/?p=18602"},"modified":"2022-01-22T12:11:47","modified_gmt":"2022-01-22T11:11:47","slug":"starlink-satelliten-eine-gefahr-fr-die-astronomie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2022\/01\/23\/starlink-satelliten-eine-gefahr-fr-die-astronomie\/","title":{"rendered":"Starlink-Satelliten, eine Gefahr f&uuml;r die Astronomie"},"content":{"rendered":"<p>Die Starlink-Satelliten beeintr\u00e4chtigen immer st\u00e4rker die irdische Astronomie, da die reflektierenden Flugk\u00f6rpern in Himmelsaufnahmen von Teleskopen auftauchen. Inzwischen ist 1\/5 der Aufnahmen des Sternhimmels mit diesen St\u00f6rungen versehen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h2>SpaceX und das Starlink-Projekt<\/h2>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"https:\/\/vg07.met.vgwort.de\/na\/cc8def2752d24c3bbde3b3ec5be25c09\" width=\"1\" height=\"1\">STARLINK ist eine Satellitenkonstellation, die verteilt \u00fcber ca. 10 Jahre von der amerikanischen Firma SpaceX in den erdnahen Weltraum geschossen wird, um weltweit einen Internetzugang per Satelliten bereitzustellen. Die Konstellation soll sp\u00e4ter aus Tausenden dieser Satelliten im niedrigen Erdorbit bestehen, wie man auf <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Starlink\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Wikipedia<\/a> nachlesen kann. Zurzeit umkreisen etwa 1.800 Starlink-Satelliten unseren Planeten. <\/p>\n<p>Das Problem: Bei jedem \u00dcberflug im Erdschatten \u2013 also da, wo es gerade Nacht ist, reflektieren die Solarzellen dieser Starlink-Satelliten das Sonnenlicht. Dann zieht eine 'Perlenkette' heller Punkte \u00fcber den Nachthimmel. Ich hatte im Blog-Beitrag <a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2020\/03\/30\/starlink-satelliten-am-nachthimmel\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Starlink-Satelliten am Nachthimmel<\/a> auf dieses Thema hingewiesen.&nbsp; Das ist f\u00fcr Astronomen, die den Weltraum von der Erde aus beobachten, \u00e4u\u00dferst problematisch. <\/p>\n<p>Ich habe Aufnahmen gesehen, die bereits jetzt (es sind noch nicht so viele Satelliten im Orbit) jede Menge wei\u00dfer Striche auf Langzeitbelichtungen von Sternen hinterlassen haben. Die Kritik der Wissenschaftler an diesem Projekt wird daher lauter, im Extremfall ist bald keine erdgebundene Astronomie mehr m\u00f6glich. Im Beitrag <a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2020\/05\/01\/spacex-starlink-satelliten-sollen-sonnenschirm-bekommen\/\">SpaceX Starlink-Satelliten sollen 'Sonnenschirm' bekommen<\/a> hatte ich erw\u00e4hnt, dass der Betreiber SpaceX die Satelliten jetzt so bauen will, dass diese nicht mehr reflektieren. <\/p>\n<h2>Wie gravierend ist das Problem?<\/h2>\n<p>Im Artikel <a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2020\/08\/27\/starlink-satelliten-und-die-folgen-fr-die-astronomie\/\">Starlink-Satelliten und die Folgen f\u00fcr die Astronomie<\/a> hatte ich ja bereits die Frage angesprochen, wie stark die Starlink-Satelliten des US-Unternehmens SpaceX wegen der reflektierten Sonnenstrahlen astronomische Beobachtungen von der Erdoberfl\u00e4che st\u00f6ren. Ein Workshop von Experten war dieser Frage nachgegangen und kam zu erschreckenden Ergebnissen. Die Satelliten k\u00f6nnen extrem st\u00f6ren, aber es gibt Ma\u00dfnahmen, um das Ganze zu minimieren.<\/p>\n<p>Jetzt lese ich <a href=\"https:\/\/www.theregister.com\/2022\/01\/20\/starlink_satellite_streaks_caltech\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">hier<\/a>, dass die Starlink-Satelliten von SpaceX bereits auf etwa einem F\u00fcnftel aller Bilder zu sehen sind, die von der Zwicky Transient Facility (ZTF) aufgenommen werden. Dies ist eine Kamera, die am Samuel-Oschin-Teleskop in Kalifornien angebracht ist und von Astronomen zur Untersuchung von Supernovae, Gammastrahlenausbr\u00fcchen, Asteroiden und dergleichen verwendet wird. Das Teleskop und die Kamera sind im Palomar-Observatorium untergebracht, das vom Caltech betrieben wird.<\/p>\n<p>Unter der Leitung von Przemek Mr\u00f3z, einem ehemaligen Postdoktoranden am California Institute of Technology (Caltech) und jetzigen Forscher an der Universit\u00e4t Warschau in Polen, wurden die derzeitigen und k\u00fcnftigen Auswirkungen der Starlink-Satelliten auf das ZTF untersucht. Das Astronomenteam fand in den Bildern, die das Instrument zwischen November 2019 und September 2021 aufnahm, 5.301 Streifen, die von den sich bewegenden Satelliten zur\u00fcckblieben, hei\u00dft es in der Ver\u00f6ffentlichung, die diese Woche im Astrophysical Journal Letters erschienen ist.<\/p>\n<p>\"Im Jahr 2019 waren 0,5 Prozent der D\u00e4mmerungsbilder betroffen, jetzt sind es fast 20 Prozent\", sagte Mr\u00f3z. Die Streifen erscheinen als h\u00e4ssliche helle Flecken in den Fotos des Nachthimmels. Sie sind vor allem in der Abend- und Morgend\u00e4mmerung sichtbar, wenn sie das meiste Licht von der Sonne reflektieren. Wenn es Nacht ist, sind sie vor dem ZTF meist verborgen. <\/p>\n<p>Bei etwas Pech k\u00f6nnen aber bis zu 15 Satelliten in jedem Foto auftauchen &#8211; im Durchschnitt sind es etwa 1,09 Satelliteaufnahmen, die durch Streifen st\u00f6ren, pro betroffener Aufnahme. Die Forscher fanden au\u00dferdem heraus, dass Starlink-Satelliten mit einem Visier zur Ablenkung des Sonnenlichts im Vergleich zum Standarddesign etwa f\u00fcnfmal schw\u00e4cher erscheinen. Sie sch\u00e4tzen, dass, wenn SpaceX sein Ziel erreicht, seine Flotte von Breitbandsatelliten bis 2027 auf 10.000 zu erweitern, alle von der ZTF aufgenommenen Bilder einen Strich, verursacht von Starlink-Satelliten enthalten werden. Das langfristige Ziel von SpaceX sind 42.000 Starlink-Satelliten in der Umlaufbahn zu platzieren.<\/p>\n<p>Der Betrieb des ZTF wird derzeit durch die Starlink-Ger\u00e4te jedoch noch kaum beeintr\u00e4chtigt. Das Team geht sogar davon aus, dass sie auch in naher Zukunft nicht allzu sehr st\u00f6ren werden. \"Ein Streifen in einem Bild bedeutet nicht unbedingt, dass es wertlos ist\", erkl\u00e4rte Mr\u00f3z gegen\u00fcber <a href=\"https:\/\/www.theregister.com\/2022\/01\/20\/starlink_satellite_streaks_caltech\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">The Register<\/a>. Ein einzelner Streifen verdeckt nur weniger als ein Zehntel eines Prozents der Pixel in einem ZTF-Bild. Es ist selten, dass diese l\u00e4stigen hellen Flecken ein Objekt, das die Astronomen zu untersuchen versuchen, direkt verdecken.<\/p>\n<p>\"Es besteht eine kleine Chance, dass wir einen Asteroiden oder ein anderes Ereignis, das sich hinter einem Satellitenstreifen verbirgt, verpassen, aber im Vergleich zu den Auswirkungen des Wetters, wie z. B. einem bew\u00f6lkten Himmel, sind diese Auswirkungen f\u00fcr ZTF eher gering\", sagte Tom Prince, ein emeritierter Professor f\u00fcr Physik am Caltech. \"Obwohl die Zahl der Satellitenstreifen zunimmt\", f\u00fcgte Mr\u00f3z hinzu, \"sind wir auf keinen Fall auf einen Fall gesto\u00dfen, in dem ein Satellitenstreifen die Entdeckung oder Beobachtung eines Asteroiden beeinflusst h\u00e4tte.\" Trotzdem ist das alles keine wirklich gute Entwicklung &#8211; den Nachthimmel mit Sternen, den wir in unsere Jugend gesehen haben, wird es in Zukunft nicht mehr geben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Starlink-Satelliten beeintr\u00e4chtigen immer st\u00e4rker die irdische Astronomie, da die reflektierenden Flugk\u00f6rpern in Himmelsaufnahmen von Teleskopen auftauchen. 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