{"id":18816,"date":"2022-02-22T00:20:00","date_gmt":"2022-02-21T23:20:00","guid":{"rendered":"https:\/\/borncity.com\/senioren\/?p=18816"},"modified":"2022-02-21T17:44:35","modified_gmt":"2022-02-21T16:44:35","slug":"dlr-und-das-waldsterben-dramatische-baumverluste-von-5-im-deutschen-wald","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2022\/02\/22\/dlr-und-das-waldsterben-dramatische-baumverluste-von-5-im-deutschen-wald\/","title":{"rendered":"DLR und das Waldsterben: Dramatische Baumverluste von 5% im deutschen Wald"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" title=\"Waldsterben\" style=\"float: left; margin: 0px 10px 0px 0px; display: inline\" alt=\"Waldsterben\" src=\"https:\/\/i.imgur.com\/y3Op9YL.png\" align=\"left\">Das Waldsterben ist zur\u00fcck &#8211; die trockenen Sommer der vergangenen Jahre haben zahlreiche Nadelb\u00e4ume absterben lassen. Was wohl jeder von uns schon selbst gesehen hat, ist noch dramatischer als angenommen. Die Deutsche Zentrum f\u00fcr Luft und Raumfahrt (DLR) hat durch Satellitenaufnahmen festgestellt, dass die Baumverluste in Deutschland erheblich h\u00f6her als angenommen sind. Die beiden Satelliten Sentinel-2 und Landsat-8 machen erstmals Ausma\u00df der Sch\u00e4den sichtbar, denn die Erdbeobachtungssatelliten k\u00f6nnen Baumverluste fl\u00e4chendeckend im Monatsrhythmus erfassen. Die Nadelw\u00e4lder in der Mitte Deutschlands sind am st\u00e4rksten betroffen. <\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h2>Der Wald stirbt<\/h2>\n<p>Wir kennen es wohl alle: Gesunde B\u00e4ume tragen eine satte dichte Krone. Beim Spazierengehen durch den Wald f\u00e4llt jedoch auf, dass die gr\u00fcnen D\u00e4cher insgesamt recht licht sind. Insbesondere Fichten sind in den letzten beiden Sommern durch Trockenheit und Sch\u00e4dlinge abgestorben und zeigen braune Nadeln. <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" title=\"Abgestorbene Fichten im Taunus, 29.8.2020, 13:23\" alt=\"Abgestorbene Fichten im Taunus, 29.8.2020, 13:23\" src=\"https:\/\/i.imgur.com\/sA1Th4I.png\"><br \/>Abgestorbene Fichten im Taunus, 29.8.2020, 13:23<\/p>\n<p>In den letzten Jahren zeigen sich auch vermehrt kahlgeschlagene Fl\u00e4chen. W\u00e4lder sind unsere gr\u00fcne Lunge, bilden Lebensraum f\u00fcr eine reiche Tier- und Pflanzenwelt, liefern Nutzholz und sch\u00fctzen vor \u00dcberflutungen und Hangrutschungen. <\/p>\n<h2>Verluste sind gr\u00f6\u00dfer als angenommen<\/h2>\n<p>Wie gro\u00df ist also der Verlust durch abgestorbene und entnommene B\u00e4ume? Forschende des Deutschen Zentrums f\u00fcr Luft- und Raumfahrt (DLR) sind dieser Frage mithilfe von satellitengest\u00fctzten Erdbeobachtungsdaten nachgegangen. Sie machten zum ersten Mal deutschlandweit sichtbar, wie viel Baumbestand verloren gegangen ist. Die Ergebnisse sind alarmierend: Von Januar 2018 bis einschlie\u00dflich April 2021 wurden in Deutschland auf rund 501.000 Hektar Fl\u00e4che Baumverluste verzeichnet. Der Verlust entspricht fast f\u00fcnf Prozent der gesamten Waldfl\u00e4che und ist damit erheblich h\u00f6her als bisher angenommen. Als Ausl\u00f6ser gelten vor allem die ungew\u00f6hnlich starken Hitze- und D\u00fcrreperioden in diesen Jahren, die wiederum den Befall durch Schadinsekten beg\u00fcnstigt haben.<\/p>\n<h2>Unterst\u00fctzung aus dem All<\/h2>\n<p>F\u00fcr Forstwirtschaftende sind umfassende Waldinformationen wichtig, um Baumarten zu kartieren, Schadursachen zu differenzieren oder negative Entwicklungen durch Fr\u00fcherkennung zu verhindern. Erdbeobachtungssatelliten bieten die daf\u00fcr notwendige r\u00e4umliche und zeitliche Aufl\u00f6sung. Das Potenzial von Satellitenaufnahmen wird von den Beh\u00f6rden aber noch nicht voll ausgesch\u00f6pft. Die DLR-Forschungsgruppe des <a href=\"http:\/\/www.dlr.de\/eoc\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Earth Observation Center (EOC)<\/a> brachte hier ihre Expertise ein. Um den Baumverlust genau zu beziffern, nutzten sie den Satelliten Sentinel-2 des europ\u00e4ischen Erdbeobachtungsprogramms Copernicus sowie den US-amerikanischen Satelliten Landsat-8 als Datenquelle.  <\/p>\n<p>Die gegenw\u00e4rtig verf\u00fcgbaren Satellitendaten sind in der Lage, gro\u00dffl\u00e4chige Verluste im Oberstand von W\u00e4ldern genau zu erfassen. Die Aufnahmen machen auch drastische Sch\u00e4den wie zum Beispiel komplett abgestorbene Best\u00e4nde sehr gut sichtbar. Ein weiterer Vorteil liegt in der H\u00e4ufigkeit der Aktualisierungen. Die Satelliten k\u00f6nnen Daten in hoher zeitlicher Dichte liefern.  <\/p>\n<h2>Monokultur, Extremwetter und Insekten<\/h2>\n<p>Der Blick aus dem All zeigt, dass \u00fcberwiegend die Mitte Deutschlands mit ihren Nadelw\u00e4ldern betroffen ist \u2013 von der Eifel, \u00fcber Sauerland, Harz und Th\u00fcringer Wald, bis in die S\u00e4chsische Schweiz. Allein Nordrhein-Westfalen verlor innerhalb von drei Jahren mehr als ein Viertel seiner Fichtenw\u00e4lder, in einigen Landkreisen waren es sogar mehr als zwei Drittel. Die B\u00e4ume starben ab oder fielen gro\u00dffl\u00e4chigen Notf\u00e4llungen zum Opfer. Kahlschl\u00e4ge sind oft die letzte Ma\u00dfnahme bei massivem Sch\u00e4dlingsbefall, um \u2013 im Fall von Fichten \u2013 dem Borkenk\u00e4fer die Nahrung zu entziehen und dadurch seine weitere Ausbreitung zu verhindern.  <\/p>\n<p>W\u00e4hrend sich Laubb\u00e4ume wie die Eiche nach einem Insektenbefall wieder erholen k\u00f6nnen, gilt dies h\u00e4ufig nicht f\u00fcr Nadelb\u00e4ume. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden in Deutschland vorrangig Fichten als wichtigster Holzlieferant aufgeforstet, nicht selten standortfremd. Diese W\u00e4lder haben eine entsprechend \u00e4hnliche Alters- und Wuchsstruktur und sind als Monokultur weniger widerstandsf\u00e4hig. Zwischen 2018 und 2020 wurde ganz Mitteleuropa von mehreren ungew\u00f6hnlich starken D\u00fcrre- und Hitzeperioden heimgesucht. Dies schw\u00e4chte die gr\u00fcnen Riesen \u2013 die Defizite in der Bodenfeuchte sind bis heute messbar. Gleichzeitig schuf die trockene Hitze ideale Bedingungen f\u00fcr den Borkenk\u00e4fer, sodass sich die Populationen explosionsartig vermehrten.  <\/p>\n<p>Von den Folgen der D\u00fcrre sind nicht nur Fichtenw\u00e4lder betroffen: \"Unsere Analysen zeigen, dass auch Eiche, Buche und Kiefer \u2013 neben der Fichte die h\u00e4ufigsten Baumarten in Deutschland \u2013 starke Sch\u00e4den aufweisen. Dasselbe gilt f\u00fcr seltenere Arten wie Bergahorn oder L\u00e4rche\", sagt Dr. Frank Thonfeld vom Earth Observation Center (EOC) des DLR. \"Die j\u00e4hrlichen Waldzustandsberichte der Beh\u00f6rden machen bereits deutlich, dass sich der Zustand der deutschen W\u00e4lder schon seit l\u00e4ngerer Zeit kontinuierlich verschlechtert. Aber die Sch\u00e4den der letzten wenigen Jahre sind beispiellos\".  <\/p>\n<p>Neben dem Sch\u00e4dlingsbefall erlitt der deutsche Wald auch Verluste durch Windwurf. Das DLR-Forschungsteam identifizierte diese Fl\u00e4chen dank der hochgenauen Satellitenaufnahmen von Sentinel-2 und Landsat-8. Die Auswertungen offenbaren unter anderem das Ausma\u00df von Sturmereignissen in Ostbayern, Sachsen-Anhalt und Sachsen. Die aktuelle Sturmlage \u00fcber ganz Deutschland wird voraussichtlich wieder dazu f\u00fchren, dass vielerorts Schadholz entfernt werden muss.  <\/p>\n<h4>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.dlr.de\/content\/de\/artikel\/news\/2022\/01\/20220221_sorge-um-den-deutschen-wald.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">DLR-Meldung<\/a><\/h4>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Waldsterben ist zur\u00fcck &#8211; die trockenen Sommer der vergangenen Jahre haben zahlreiche Nadelb\u00e4ume absterben lassen. Was wohl jeder von uns schon selbst gesehen hat, ist noch dramatischer als angenommen. 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