{"id":1899,"date":"2016-11-19T01:19:00","date_gmt":"2016-11-19T00:19:00","guid":{"rendered":"http:\/\/borncity.com\/senioren\/?p=1899"},"modified":"2023-04-13T09:51:06","modified_gmt":"2023-04-13T07:51:06","slug":"risiko-fr-herz-kreislauf-erkrankungen-steigt-bei-zu-wenig-kochsalz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2016\/11\/19\/risiko-fr-herz-kreislauf-erkrankungen-steigt-bei-zu-wenig-kochsalz\/","title":{"rendered":"Zu wenig Kochsalz, Herz-Kreislauf-Erkrankungsrisiko steigt"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"Gesundheit\" style=\"float: left; margin: 0px 10px 0px 0px; display: inline\" border=\"0\" alt=\"Gesundheit\" src=\"https:\/\/www.borncity.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Gesundheit-2.jpg\" width=\"60\" height=\"56\">Wer an Bluthochdruck leidet, kennt die Warnung des Arztes, Kochsalz zu meiden und den Salzkonsum zu reduzieren. Den Spruch habe ich h\u00e4ufiger geh\u00f6rt, hilft bei mir aber wohl nicht (da ich schon sehr lange salzarm lebe). Die Korrelation des Salzkonsums zum Blutdruck trifft zwar l\u00e4ngst nicht auf alle Menschen zu, wie man heute wei\u00df. Und die Empfehlung zu Verzicht auf Salzkonsums kann sogar zu einem h\u00f6heren Risiko f\u00fcr Herz-Kreislauf-Erkrankungen f\u00fchren, wie neuste Studien zeigen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Die Menge des Salzkonsums ist einer der beeinflussenden Faktoren f\u00fcr den Blutdruck. Bekannt ist: Hochdruckpatienten k\u00f6nnen ihr Risiko f\u00fcr Herz-Kreislauf-Erkrankungen positiv beeinflussen, wenn sie sich beim Salzverzehr zur\u00fcckhalten. F\u00fcr Menschen ohne Bluthochdruck gilt das jedoch nicht. Ihr Risiko f\u00fcr Herzinfarkt und Schlaganfall steigt nicht mit hohem Salzkonsum, sondern eher mit zu wenig Salz pro Tag. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft f\u00fcr Endokrinologie (DGE), anl\u00e4sslich einer aktuell in The Lancet erschienenen Metaanalyse, hin.<\/p>\n<h3>Empfehlung f\u00fcr den Salzkonsum<\/h3>\n<p>T\u00e4glich h\u00f6chstens sechs Gramm Kochsalz zu sich nehmen, so empfiehlt es die Deutsche Gesellschaft f\u00fcr Ern\u00e4hrung Erwachsenen. Die Realit\u00e4t sieht anders aus: M\u00e4nner m\u00f6gen es dabei noch salziger als Frauen, sie nehmen durchschnittlich 10,0 Gramm Salz am Tag zu sich, Frauen 8,4 Gramm. Das bedeutet, viele Menschen werden also wesentlich mehr Salz zuf\u00fchren als diese Mittelwertzahlen anzeigen.  <\/p>\n<p>Dass viel Kochsalz den Blutdruck erh\u00f6ht und damit Organe und Gef\u00e4\u00dfe sch\u00e4digt, haben in der Vergangenheit zahlreiche Untersuchungen nahegelegt. Professor Dr. med. Dr. h. c. Helmut Schatz aus Bochum vom Vorstand der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Endokrinologie (DGE): \u201eDas im Kochsalz enthaltene Natrium bindet Wasser und erh\u00f6ht damit das Blutvolumen. Der Druck in den Gef\u00e4\u00dfen wird h\u00f6her und damit auch der Blutdruck, so eine vereinfachte Erkl\u00e4rung eines komplexen Vorgangs\".  <\/p>\n<blockquote>\n<p>In <a href=\"https:\/\/www.mdc-berlin.de\/25578416\/de\/news\/archive\/2009\/20090505-salz_und_bluthochdruck___forscher_werfen_n\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">diesem Artikel<\/a> finden sich neue Erkenntnisse zu Salz und Bluthochdruck. An dieser Stelle weise ich auf diesen 3Sat-Artikel (gel\u00f6scht) hin, der den Einfluss von Salz auf den Blutdruck negiert. Ein <a href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20160415054059\/http:\/\/de.sott.net:80\/article\/17520-Arzte-erhohen-Schwelle-fur-Blutdruck-Medikamente-und-warum-die-Grenzwerte-eines-normalen-Blutdrucks-nichts-mit-Wissenschaft-zu-tun-haben\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">weiteres Dokument<\/a> befasst sich mit den Grenzen f\u00fcr die Behandlung von Blutdruck, sollte aber mit Vorsicht genossen werden. Das Video auf <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/sptv\/spiegeltv\/ndr-film-ueber-blutdrucksenker-und-herzkrankheiten-a-1121548.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">dieser Spiegel Online-Seite<\/a> geht auch auf das Thema Grenzwerte bei Bluthochdruck ein. Und noch eine Erg\u00e4nzung: Spiegel Online <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/gesundheit\/diagnose\/bluthochdruck-eine-milliarde-menschen-betroffen-a-1121408.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">berichtet hier<\/a> \u00fcber die Ergebnisse <a href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20211229004432\/https:\/\/www.thelancet.com\/journals\/lancet\/article\/PIIS0140-6736(16)31919-5\/fulltext\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">einer Studie<\/a> zur weltweiten Zunahme des Bluthochdrucks, wobei von der WHO die altbekannten Grenzwerte 140\/90 mm Hg angelegt werden.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Die Folge einer Hypertonie k\u00f6nnen lebensbedrohliche Krankheiten wie Herzinfarkt oder Schlaganfall sein, so der Experte. \u201eHeute wei\u00df man, dass Bluthochdruck viele Ursachen hat. Bluthochdruck einfach mit viel Natrium gleichzusetzen, trifft nicht zu.\" Lange Zeit galt in Bezug auf Salz die Devise \u201eje weniger, desto besser\". \u201eDas m\u00fcssen wir nach den Ergebnissen der Lancet-Studie nun differenzierter betrachten\", erkl\u00e4rt Professor Schatz.  <\/p>\n<h3>Neue Studien \u2013 neue Erkenntnisse<\/h3>\n<p>Die Forscher um Andrew Mente von der McMaster University in Hamilton, Kanada, verglichen in einer Metaanalyse von vier gro\u00dfen prospektiven Studien mit insgesamt 135.000 Menschen aus 49 L\u00e4ndern die t\u00e4gliche Urinausscheidung von Natrium und Herz-Kreislauf-Ereignisse sowie Gesamttodesf\u00e4lle. An der Natriumausscheidung im Harn kann man die Aufnahme von Kochsalz beurteilen; dieses besteht n\u00e4mlich aus Natrium und Chlor (NaCl), wobei f\u00fcnf Gramm Kochsalz etwa 2,3 Gramm Natrium entsprechen.  <\/p>\n<p>Andrew Mente und seine Mitarbeiter unterschieden in ihrer Metaanalyse zwischen Menschen mit und ohne Bluthochdruck. Bei Hochdruckpatienten stieg die Ereignisrate erwartungsgem\u00e4\u00df bei einer Natriumaufnahme, die \u00fcber vier bis f\u00fcnf Gramm pro Tag hinausging. Dies war bei Menschen mit normalem Blutdruck jedoch nicht der Fall. Bei einer Zufuhr von Natrium unter drei Gramm pro Tag wurden Herz-Kreislauf-Ereignisse und Gesamttodesf\u00e4lle hingegen sowohl bei Menschen mit als auch ohne Bluthochdruck erh\u00f6ht.  <\/p>\n<h3>Risiko: Zu wenig Salz<\/h3>\n<p>Es ist nicht die erste Arbeit, die das Salz-Dogma infrage stellt: Bereits 2011 zeigte eine europ\u00e4ische Populationsstudie, dass bei niedrigem Salzkonsum eine erh\u00f6hte kardiovaskul\u00e4re Mortalit\u00e4t besteht, allerdings war es ein relativ kleine Studie mit nur etwa 3700 Teilnehmern.  <\/p>\n<p>F\u00fcr Professor Dr. med. Matthias Weber, DGE-Mediensprecher von der Johannes Gutenberg-Universit\u00e4t Mainz, haben diese Erkenntnisse durchaus einen gesundheitspolitischen Einfluss. \u201eDie Lancet-Arbeit zeigt uns, zu wenig Salz \u2013 unabh\u00e4ngig davon ob der Mensch einen erh\u00f6hten oder einen normalen Blutdruck hat \u2013 sollte man auch nicht zu sich nehmen. Aber das Problem stellt sich angesichts der Produktionsbedingungen und Ern\u00e4hrungsgewohnheiten in Deutschland nicht\", so Professor Weber. Fertiggerichte, Brot, Wurst, K\u00e4se und Milchprodukte enthalten alle reichlich Kochsalz. Professor Weber h\u00e4lt fest: \u201eBluthochdruckpatient sollten nach wie vor Salz meiden oder nur sparsam verwenden. Dies gilt auch f\u00fcr Patienten mit Herzinsuffizienz. Menschen mit normalem Blutdruck m\u00fcssen weniger auf Ihren Salzkonsum achten.\"<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer an Bluthochdruck leidet, kennt die Warnung des Arztes, Kochsalz zu meiden und den Salzkonsum zu reduzieren. Den Spruch habe ich h\u00e4ufiger geh\u00f6rt, hilft bei mir aber wohl nicht (da ich schon sehr lange salzarm lebe). 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