{"id":19549,"date":"2022-06-18T00:02:00","date_gmt":"2022-06-17T22:02:00","guid":{"rendered":"https:\/\/borncity.com\/senioren\/?p=19549"},"modified":"2022-06-16T01:14:23","modified_gmt":"2022-06-15T23:14:23","slug":"sternenkatalog-der-milchstrae-gaija-entdeckt-seltsame-sterne","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2022\/06\/18\/sternenkatalog-der-milchstrae-gaija-entdeckt-seltsame-sterne\/","title":{"rendered":"Sternenkatalog der Milchstra&szlig;e: Gaija entdeckt seltsame Sterne"},"content":{"rendered":"<p>Im Rahmen der Gaia-Mission wurden Sterne in unserer Milchstra\u00dfe vermessen und Katalogisiert. Es entstand nicht nur der bisher umfangreichste Sternenkatalog. Die Astronomen stellten auch fest, dass sie Erkenntnisse w\u00e4hrend dieser bisher detailreichsten Untersuchung der Milchstra\u00dfe gewannen, f\u00fcr die Gaia eigentlich nicht gebaut wurde. Astronomen beschreiben seltsame \u201eSternenbeben\", stellare DNA, asymmetrische Bewegungen und andere beeindruckende Erkenntnisse.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Gaia ist die Mission der ESA zur Erstellung der genauesten und vollst\u00e4ndigsten multidimensionalen Karte der Milchstra\u00dfe. Dadurch k\u00f6nnen die Astronom:innen die Struktur und vergangene Entwicklung unserer Heimatgalaxie \u00fcber Milliarden von Jahren nachvollziehen sowie den Lebenszyklus von Sternen und unseren Platz im Universum besser verstehen.<\/p>\n<p>Ein jetzt freigegebener Datensatz von Gaia enth\u00e4lt neue und verbesserte Details f\u00fcr fast zwei Milliarden Sterne in unserer Galaxie. Der Katalog enth\u00e4lt neue Daten, wie z. B. <a href=\"https:\/\/www.esa.int\/ESA_Multimedia\/Images\/2022\/06\/Gaia_s_chemical_map_of_the_Milky_Way\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">chemische Zusammensetzungen<\/a>, Sterntemperaturen, Farben, Massen, Alter und die Geschwindigkeit, mit der sich Sterne auf uns zu oder von uns weg bewegen (<a href=\"https:\/\/www.esa.int\/ESA_Multimedia\/Images\/2022\/06\/Gaia_s_Milky_Way_in_motion\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Radialgeschwindigkeit<\/a>). Ein Gro\u00dfteil dieser Informationen wird durch die erstmals ver\u00f6ffentlichten Spektroskopie-Daten von Gaia bereitgestellt, f\u00fcr die das Sternenlicht in seine einzelnen Farben aufgespalten wird (wie bei einem Regenbogen). Die Daten enthalten auch spezielle Untergruppen von Sternen, z. B. jene, deren Helligkeit sich mit der Zeit \u00e4ndert. <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i.imgur.com\/gXdq0Wc.png\"><br \/>Vier Ansichten der Milchstra\u00dfe, Quelle: <a href=\"https:\/\/www.esa.int\/Science_Exploration\/Space_Science\/Gaia\/Gaia_sees_strange_stars_in_most_detailed_Milky_Way_survey_to_date\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">ESA Gaia Data vom 13. June 2022<\/a><\/p>\n<p>Zu den \u00fcberraschendsten Entdeckungen in den neuen Daten geh\u00f6rt, dass Gaia Sternenbeben &#8211; winzige Bewegungen auf der Oberfl\u00e4che eines Sterns &#8211; nachweisen kann, die die Form der Sterne ver\u00e4ndern, obwohl Gaia eigentlich gar nicht f\u00fcr eine solche Entdeckung gebaut wurde.&nbsp; <\/p>\n<p>Gaia hat bereits zuvor radiale Schwingungen gefunden, die Sterne regelm\u00e4\u00dfig anschwellen und schrumpfen lassen, w\u00e4hrend sie ihre kugelf\u00f6rmige Gestalt beibehalten. Allerdings hat Gaia jetzt auch andere Schwingungen entdeckt, die eher wie gro\u00dfe Tsunamis wirken. Diese nicht-radialen Schwingungen ver\u00e4ndern lediglich die globale Form eines Sterns und sind daher nicht so leicht zu erkennen.&nbsp; <\/p>\n<p>Gaia hat bei Tausenden von Sternen starke nicht-radiale Sternenbeben entdeckt. Gaia hat au\u00dferdem derartige Schwingungen in Sternen aufgedeckt, bei denen diese bisher nur selten zu sehen waren. Nach den derzeitigen Theorien sollten diese Sterne keine Beben haben, aber Gaia hat sie an ihrer Oberfl\u00e4che entdeckt.&nbsp; <\/p>\n<p>\u201eSternenbeben lehren uns eine Menge \u00fcber die Sterne, insbesondere \u00fcber ihr Innenleben. Gaia ist eine Goldgrube f\u00fcr die \u201aAsteroseismologie' massereicher Sterne\", sagt Conny Aerts von der KU Leuven in Belgien, die Mitglied des Gaia-Konsortiums ist.&nbsp; <\/p>\n<p><b>Die DNA der Sterne <\/b> <\/p>\n<p>Die Zusammensetzung der Sterne kann uns etwas \u00fcber ihren Entstehungsort und ihre anschlie\u00dfende Reise und damit \u00fcber die Geschichte der Milchstra\u00dfe verraten. Mit den heute ver\u00f6ffentlichten Daten enth\u00fcllt Gaia die gr\u00f6\u00dfte chemische Karte der Galaxie, die mit 3D-Bewegungen von der Umgebung unserer Sonne bis hin zu kleineren Galaxien in unserer N\u00e4he gekoppelt ist.&nbsp; <\/p>\n<p>Einige Sterne enthalten mehr \u201eSchwermetalle\" als andere. W\u00e4hrend des Urknalls bildeten sich nur leichte Elemente (Wasserstoff und Helium). Alle anderen schwereren Elemente, die von Astronom*innen \u201eMetalle\" genannt werden, entstehen im Inneren von Sternen. Wenn Sterne sterben, werden diese Metalle in das Gas und den Staub zwischen den Sternen, das sogenannte interstellare Medium, freigesetzt, aus dem dann neue Sterne entstehen. Durch das aktive Entstehen und Sterben von Sternen entsteht eine metallreichere Umgebung. Die chemische Zusammensetzung eines Sterns ist somit eine Art DNA, die uns wertvolle Informationen \u00fcber seine Herkunft liefert.&nbsp;&nbsp; <\/p>\n<p>Dank Gaia wissen wir, dass einige Sterne in unserer Galaxie aus primordialem Material bestehen, w\u00e4hrend andere wie unsere Sonne aus einer Materie bestehen, die von fr\u00fcheren Generationen von Sternen angereichert wurde. Die dem Zentrum und der Ebene unserer Galaxie n\u00e4her gelegenen Sterne sind reicher an Metallen als Sterne in gr\u00f6\u00dferer Entfernung. Gaia hat au\u00dferdem anhand ihrer chemischen Zusammensetzung Sterne identifiziert, die urspr\u00fcnglich aus anderen Galaxien als unserer stammen.&nbsp;&nbsp; <\/p>\n<p>\u201eUnsere Galaxie ist ein wundersch\u00f6ner Schmelztiegel von Sternen\", sagt Alejandra Recio-Blanco vom Observatoire de la C\u00f4te d'Azur in Frankreich, die Mitglied von des Gaia-Konsortiums ist.&nbsp; <\/p>\n<p>\u201eDiese Vielfalt ist extrem wichtig, denn sie verr\u00e4t uns die Geschichte der Entstehung unserer Galaxie. Sie offenbart die Migrationsprozesse innerhalb unserer Galaxie und die Akkretion aus externen Galaxien. Dies zeigt auch deutlich, dass unsere Sonne und wir alle Teil eines sich st\u00e4ndig ver\u00e4ndernden Systems sind, das durch die Zusammenf\u00fchrung von Sternen und Gas unterschiedlicher Herkunft entstanden ist.\"&nbsp; <\/p>\n<p>Dieser Datensatz enth\u00e4lt auch den bisher gr\u00f6\u00dften Katalog von Doppelsternen, Tausende von Objekten des Sonnensystems wie Asteroiden und Monde von Planeten sowie Millionen von Galaxien und Quasaren au\u00dferhalb der Milchstra\u00dfe. Fotos und weitere Details finden sich in <a href=\"https:\/\/www.esa.int\/Space_in_Member_States\/Germany\/Gaia_entdeckt_seltsame_Sterne_in_der_bisher_detailreichsten_Untersuchung_der_Milchstrasse\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">diesem ESA-Beitrag<\/a>.  <\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.esa.int\/Space_in_Member_States\/Germany\/Im_Fokus_Unsere_Heimatgalaxis_namens_Milchstrasse\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">GAIA-Seite<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Rahmen der Gaia-Mission wurden Sterne in unserer Milchstra\u00dfe vermessen und Katalogisiert. Es entstand nicht nur der bisher umfangreichste Sternenkatalog. 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