{"id":20356,"date":"2022-10-04T00:04:00","date_gmt":"2022-10-03T22:04:00","guid":{"rendered":"https:\/\/borncity.com\/senioren\/?p=20356"},"modified":"2022-10-01T20:00:21","modified_gmt":"2022-10-01T18:00:21","slug":"hubble-weltraumteleskop-entdeckt-schutzschild-gegen-gefrige-milchstrae","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2022\/10\/04\/hubble-weltraumteleskop-entdeckt-schutzschild-gegen-gefrige-milchstrae\/","title":{"rendered":"Hubble-Weltraumteleskop entdeckt Schutzschild der Magellansche Wolken gegen gefr&auml;&szlig;ige Milchstra&szlig;e"},"content":{"rendered":"<p>Warum existieren die Magellansche Wolken in der Nachbarschaft der Milchstra\u00dfe und es k\u00f6nnen sich dort sogar noch neue Sterne bilden? Eigentlich m\u00fcssten die Sternhaufen durch die Schwerkraft der Milchstra\u00dfe, unserer Heimatgalaxie, zerrissen werden. Wissenschaftler haben sich lange mit einer Erkl\u00e4rung schwer getan. Jetzt hat das Weltraumteleskop Hubble eine Art Schutzschild aus \u00fcberladenem Gas entdeckt, welches die Galaxien vor der Milchstra\u00dfe sch\u00fctzt.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Ich bin die Tage \u00fcber nachfolgenden <a href=\"https:\/\/twitter.com\/SPACEdotcom\/status\/1575894903665606659\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Tweet<\/a> auf dieses Thema gesto\u00dfen. Es zeigt die Milchstra\u00dfe (oben im Bild), die Gro\u00dfe und die Kleine Magellansche Wolke und eine gro\u00dfe Gasblase, die den Schutzschild bildet.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/twitter.com\/SPACEdotcom\/status\/1575894903665606659\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img decoding=\"async\" title=\"Schutzschild gegen gefr\u00e4\u00dfige Milchstra\u00dfe\" src=\"https:\/\/i.imgur.com\/8gikwNM.png\" alt=\"Schutzschild gegen gefr\u00e4\u00dfige Milchstra\u00dfe\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die Gro\u00dfe und die Kleine Magellansche Wolke sind zwei Zwerggalaxien, die die Milchstra\u00dfe umkreisen. Astronomen konnten aber seit Jahren nicht schl\u00fcssig erkl\u00e4ren, warum sich in den Magellanschen Wolken<\/p>\n<p>Seit Jahren ringen Astronomen um die Erkl\u00e4rung, warum sich in diesen kleinen Galaxien immer noch Sterne bilden. Beide Galaxien umkreisen die Milchstra\u00dfe seit Milliarden von Jahren. In dieser Zeit hat die Schwerkraft der viel massereicheren Milchstra\u00dfe den beiden kleineren Galaxien Gas entzogen und eine Spur in ihrem Kielwasser hinterlassen. Theoretisch sollte dieser Gasverlust die Sternentstehung unterdr\u00fccken. Aber in den kleinen Galaxien bilden sich immer noch rege neue Sterne. Ein Widerspruch in der Theorie.<\/p>\n<p>\"Viele Leute konnten sich nicht erkl\u00e4ren, wie diese Materialstr\u00f6me entstehen konnten.\", <a href=\"https:\/\/www.space.com\/hubble-space-telescope-magellanic-corona\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">zitiert Space.com<\/a> Dhanesh Krishnarao, Assistenzprofessor am Colorado College, \"Wenn dieses Gas aus diesen Galaxien entfernt wurde, wie k\u00f6nnen sie dann immer noch Sterne bilden?\". Astronomen entwickelten die Theorie, dass die Gro\u00dfe und die Kleine Magellansche Wolke durch einen kosmischen \"Schutzschild\" &#8211; die so genannte Magellansche Korona &#8211; gesch\u00fctzt sein k\u00f6nnten. Dieser Schutzschild k\u00f6nnte aus \u00fcberladenem Gas mit Temperaturen von einer halben Million Grad bestehen.<\/p>\n<p>Bislang konnte die Magellansche Korona nicht durch Beobachtungen nachgewiesen werden. Neue\u00a0 Forschungsergebnisse, die auf 30-j\u00e4hrigen Beobachtungen des Weltraumteleskops Hubble und des inzwischen au\u00dfer Dienst gestellten Satelliten Far Ultraviolet Spectroscopic Explorer (FUSE) beruhen, scheinen dies nun zu \u00e4ndern. Bei der Analyse der Daten fanden Krishnarao und seine Kollegen heraus, dass die Gro\u00dfe und die Kleine Magellansche Wolke (das Magellanisches System) tats\u00e4chlich von einem Schutzschild aus hei\u00dfem, \u00fcberladenem Gas umgeben sind. Dieses Blase aus hei\u00dfem Gas h\u00fcllt die Zwerggalaxien ein und verhindert, dass deren zur Sternenbildung ben\u00f6tigte Gas von der Milchstra\u00dfe abgesaugt wird.<\/p>\n<p>\"Die Galaxien haben sich in Gaskokons geh\u00fcllt, die wie ein Schutzschild gegen andere Galaxien wirken\", schreibt Andrew Fox, Astronom am Space Telescope Science Institute in Maryland in der Erkl\u00e4rung. Dieser kosmische Schutzschild war bisher schwer zu entdecken, da die Magellansche Korona, obwohl sie sich vom Magellanschen System \u00fcber 100.000 Lichtjahre erstreckt, fast unsichtbar ist. Die Blase besitzt eine Gr\u00f6\u00dfe, die von der Erde gesehen, einen gro\u00dfen Teil des S\u00fcdhimmels bedecken w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Das Team vermutet, dass galaktische Koronen &#8211; wie die neu entdeckte Magellansche Korona &#8211; die \u00dcberreste urspr\u00fcnglicher Gaswolken sind, die durch die Schwerkraft kollabieren und Galaxien bilden. Diese Koronen wurden bereits in der N\u00e4he anderer Galaxien gesichtet, aber noch nie in einer so nahen Galaxie wie der Milchstra\u00dfe und damit in einem solchen Detail.<\/p>\n<p>\"Es gibt viele Vorhersagen aus Computersimulationen dar\u00fcber, wie sie aussehen sollten und wie sie \u00fcber Milliarden von Jahren interagieren sollten\", so Krishnarao. \"Mit Beobachtungen k\u00f6nnen wir die meisten von ihnen nicht wirklich \u00fcberpr\u00fcfen, weil Zwerggalaxien in der Regel einfach zu schwer zu entdecken sind.\"<\/p>\n<p>Bei der Durchsicht der Daten von Hubble und Fuse suchten die Astronomen speziell nach ultravioletten Beobachtungen von Quasaren, die sich Milliarden von Lichtjahren hinter der Magellanschen Korona befinden. Die Astronomen untersuchten gefundene Muster im ultravioletten Licht von 28 verschiedenen Quasaren. Die Muster erm\u00f6glichten es, das Material zu charakterisieren, das die Gro\u00dfe Magellansche Wolke umgibt.<\/p>\n<p>Gefunden wurden im Lichtspektrum der Quasare die elementaren \"Fingerabdr\u00fccke\" von Kohlenstoff, Sauerstoff und Silizium, und zwar in einem Halo aus hei\u00dfem Plasma, das die Gro\u00dfe Magellansche Wolke umgibt. Das weist auf das Vorhandensein der Magellanschen Korona hin. \"Es ist eine perfekte verr\u00e4terische Signatur, dass diese Korona wirklich da ist. Sie umh\u00fcllt die Galaxie wirklich und sch\u00fctzt sie\", sagte Krishnarao, und erkl\u00e4rte, wie eine d\u00fcnne Gaswolke eine Galaxie abschirmen kann.<\/p>\n<p>\"Alles, was versucht, in die Galaxie einzudringen, muss zuerst durch dieses Material hindurch, so dass es einen Teil des Aufpralls absorbieren kann. Dar\u00fcber hinaus ist die Korona das erste Material, das extrahiert werden kann. W\u00e4hrend man ein wenig von der Korona aufgibt, sch\u00fctzt man das Gas, das sich in der Galaxie selbst befindet und neue Sterne bilden kann.\" Die Ergebnisse wurden am 28. September 2022 in <a href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41586-022-05090-5\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Natur ver\u00f6ffentlicht<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Warum existieren die Magellansche Wolken in der Nachbarschaft der Milchstra\u00dfe und es k\u00f6nnen sich dort sogar noch neue Sterne bilden? Eigentlich m\u00fcssten die Sternhaufen durch die Schwerkraft der Milchstra\u00dfe, unserer Heimatgalaxie, zerrissen werden. 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