{"id":20863,"date":"2022-12-20T00:33:11","date_gmt":"2022-12-19T23:33:11","guid":{"rendered":"https:\/\/borncity.com\/senioren\/?p=20863"},"modified":"2022-12-19T17:04:08","modified_gmt":"2022-12-19T16:04:08","slug":"wasserwelten-umkreisen-stern-kepler-138","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2022\/12\/20\/wasserwelten-umkreisen-stern-kepler-138\/","title":{"rendered":"Wasserwelten umkreisen Stern Kepler-138"},"content":{"rendered":"<p>Spannende Geschichte: Nur 219 Lichtjahre von der Erde entfernt, gibt es das Sonnensystem Kepler-138. Die Sonne, ein Roter Zwerg, wird von mehreren Planeten umkreist, von denen einige Wasserwelten sein k\u00f6nnten. Diese w\u00e4ren mit bis zu 2.000 Kilometer tiefen Ozeanen und einer dichten Wasserdampf-Atmosph\u00e4re bedeckt. Es sind zwar Super-Erden, aber nicht wirklich kuschelig und lebensfreundlich.<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\nDer 219 Lichtjahre von der Erde entfernet Rote Zwerg <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Kepler-138\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kepler-138<\/a> (KOI-314) im Sternbild Leier wurde von der Kepler-Mission der NASA aif Planeten untersucht. Aus den Messdaten geht hervor, dass der Stern von drei best\u00e4tigte Planeten, und wahrscheinlich noch einem vierten Planeten umkreist wird.<\/p>\n<p>Der Planet Kepler-138b hat nur die Gr\u00f6\u00dfe des Mars und ist der Exoplanet mit der bisher kleinsten Masse und Gr\u00f6\u00dfe, der bisher entdeckt wurde. Der Planet Kepler-138d zeichnet sich dagegen durch seine geringe Dichte aus. Urspr\u00fcnglich hielt man ihn f\u00fcr einen Gaszwerg. Neuere Beobachtungen ab 2022 zeigen jedoch, dass es sich sowohl bei ihm als auch bei Planet 138c wahrscheinlich um Ozeanwelten handelt.<\/p>\n<p>Kepler-138c und Kepler-138d besitzen beide einen Radius von etwa 1,5 des Erdradius und gleten als Supererden. Die drei inneren Planeten sind zu nahe an ihrem Stern, um als innerhalb der bewohnbaren Zone zu gelten. Dagegen kreist der wahrscheinlich existierende Planet Kepler-138e nahe dem inneren Rand der bewohnbaren Zone kreist.<\/p>\n<p>Nun haben Wissenschaftler um die Doktorandin Caroline Piaulet von der Universit\u00e4t Montreal neue Forschungsergebnisse zu diesem Sonnensystem bzw. dessen Planeten in <a href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41550-022-01835-4\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Natur Astronomie<\/a> ver\u00f6ffentlicht. Das Team hat Belege dazu gefunden, dass es sich bei zwei Exoplaneten, die den roten Zwergstern umkreisen, um \"Wasserwelten\" handelt. Diese Welten, bei denen ein gro\u00dfer Teil des Volumens aus Wasser besteht, unterscheiden sich von allen Planeten, die in unserem Sonnensystem zu finden sind.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone\" title=\"Erde - Kepler-138d\" src=\"https:\/\/i.imgur.com\/TDhJtg1.png\" alt=\"Erde - Kepler-138d\" width=\"640\" height=\"379\" \/>Vergliech Erde &#8211; Kepler-138d, Quelle: Benoit Gougeon, Universit\u00e9 de Montr\u00e9al<\/p>\n<p>Wasser wurde zwar nicht direkt nachgewiesen, hei\u00dft es <a href=\"https:\/\/www.eurekalert.org\/news-releases\/974220\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">hier<\/a>. Aber durch den Vergleich der Gr\u00f6\u00dfe und Masse der Planeten mit Modellen kamen die Forscher zu dem Schluss, dass ein erheblicher Teil ihres Volumens &#8211; bis zur H\u00e4lfte &#8211; aus Materialien bestehen m\u00fcsste, die leichter als Gestein, aber schwerer als Wasserstoff oder Helium sind (die den Gro\u00dfteil von Gasriesenplaneten wie Jupiter ausmachen). Das h\u00e4ufigste dieser m\u00f6glichen Materialien ist Wasser.\u00a0Die obige Zeichnung vergleicht die Erde (links) und den Planeten Kepler-138d (rechts, der mit viel Wasser, ein 2000 km tiefer Ozean, bedeckt ist und eine Atmosph\u00e4re aus Wasserdampf enth\u00e4lt.<\/p>\n<p>\"Fr\u00fcher dachten wir, dass Planeten, die etwas gr\u00f6\u00dfer als die Erde sind, gro\u00dfe Kugeln aus Metall und Gestein sind, wie vergr\u00f6\u00dferte Versionen der Erde, und deshalb nannten wir sie Super-Erden\", erkl\u00e4rt Benneke. \"Wir haben jetzt aber gezeigt, dass diese beiden Planeten, Kepler-138c und d, ganz anders beschaffen sind: Ein gro\u00dfer Teil ihres gesamten Volumens besteht wahrscheinlich aus Wasser. Es ist das erste Mal, dass wir Planeten beobachten, die mit Sicherheit als Wasserwelten identifiziert werden k\u00f6nnen, eine Art von Planeten, deren Existenz von Astronomen lange Zeit vermutet wurde.\"<\/p>\n<p>Mit einem Volumen, das mehr als dreimal so gro\u00df ist wie das der Erde, und einer Masse, die doppelt so gro\u00df ist, haben die Planeten c und d eine viel geringere Dichte als die Erde. Das ist \u00fcberraschend, denn die meisten Planeten, die nur wenig gr\u00f6\u00dfer als die Erde sind und bisher im Detail untersucht wurden, schienen alle felsige Welten wie unsere zu sein.<\/p>\n<p>Am ehesten, so die Forscher, lassen sich die beiden Planeten mit einigen Eismonden im \u00e4u\u00dferen Sonnensystem vergleichen, die ebenfalls gr\u00f6\u00dftenteils aus Wasser bestehen und einen felsigen Kern umgeben. \"Stellen Sie sich gr\u00f6\u00dfere Versionen von Europa oder Enceladus vor, den wasserreichen Monden, die Jupiter und Saturn umkreisen, aber viel n\u00e4her an ihren Stern gebracht\", erkl\u00e4rt Piaulet. \"Anstelle einer eisigen Oberfl\u00e4che w\u00fcrden Kepler-138 c und d gro\u00dfe Wasserdampfh\u00fcllen beherbergen.\"<\/p>\n<p>Die Forscher geben zu bedenken, dass die Planeten m\u00f6glicherweise keine Ozeane wie auf der Erde direkt an der Planetenoberfl\u00e4che haben. \"Die Temperatur in den Atmosph\u00e4ren von Kepler-138c und Kepler-138d liegt wahrscheinlich \u00fcber dem Siedepunkt von Wasser, und wir erwarten eine dicke, dichte Atmosph\u00e4re aus Wasserdampf auf diesen Planeten. Nur unter dieser Dampfatmosph\u00e4re k\u00f6nnte es m\u00f6glicherweise fl\u00fcssiges Wasser unter hohem Druck geben, oder sogar Wasser in einer anderen Phase, die bei hohem Druck auftritt, ein so genanntes \u00fcberkritisches Fluid\", so Piaulet.<\/p>\n<p>K\u00fcrzlich entdeckte ein anderes Team der Universit\u00e4t Montreal einen weiteren Planeten namens TOI-1452 b, der m\u00f6glicherweise mit einem Ozean aus fl\u00fcssigem Wasser bedeckt ist, aber das James Webb Weltraumteleskop der NASA wird ben\u00f6tigt, um seine Atmosph\u00e4re zu untersuchen und das Vorhandensein des Ozeans zu best\u00e4tigen.\u00a0Deutschsprachige Beitr\u00e4ge finden sich bei <a href=\"https:\/\/www.geo.de\/wissen\/weltall\/zwei-wasserreiche-super-erden-entdeckt-33020784.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Geo<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.scinexx.de\/news\/kosmos\/wasserreiche-zwillingswelten-entdeckt\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Scinexx<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/wissenschaft\/weltall\/supererden-um-kepler-138-wasserreiche-planeten-um-fernen-stern-entdeckt-a-5a8a9901-4c26-40a2-9702-2b0541c9b797\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Spiegel Online<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Spannende Geschichte: Nur 219 Lichtjahre von der Erde entfernt, gibt es das Sonnensystem Kepler-138. 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