{"id":2089,"date":"2016-12-14T01:38:00","date_gmt":"2016-12-14T00:38:00","guid":{"rendered":"http:\/\/borncity.com\/senioren\/?p=2089"},"modified":"2020-04-04T06:36:19","modified_gmt":"2020-04-04T04:36:19","slug":"leberfett-mit-eiweireichem-essen-abbauen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2016\/12\/14\/leberfett-mit-eiweireichem-essen-abbauen\/","title":{"rendered":"Leberfett: Mit eiwei&szlig;reichem Essen abbauen"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"Gesundheit\" style=\"float: left; margin: 0px 10px 0px 0px; display: inline\" border=\"0\" alt=\"Gesundheit\" src=\"https:\/\/www.borncity.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Gesundheit-2.jpg\" width=\"60\" align=\"left\" height=\"56\">Die nichtalkoholische Fettlebererkrankung ist in Europa und den USA die h\u00e4ufigste chronische Lebererkrankung. Eine unbehandelte Fettleber f\u00fchrt zu Typ-2-Diabetes und kann in einer Leberzirrhose, mit lebensbedrohlichen Folgen, enden. Eiwei\u00dfreiches Essen kann beim Abbau einer Fettleber helfen. <\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>\u201eUnbehandelt ist die Fettleber ein Schrittmacher des Typ-2-Diabetes und kann in eine Leberzirrhose \u00fcbergehen, die lebensbedrohliche Folgen haben kann\", erkl\u00e4rt Studienleiter Andreas F. H. Pfeiffer vom DIfE. \u201eGemeinsam mit unseren Partnern effektive Ern\u00e4hrungsstrategien zu entwickeln, die der Erkrankung vorbeugen, ist daher wichtiger denn je, da die Zahl der Betroffenen steigt\", so der Ern\u00e4hrungsmediziner weiter. Weltweit haben verschiedene Studien bereits die Effekte eiwei\u00dfreicher Di\u00e4ten auf den menschlichen Stoffwechsel untersucht. <\/p>\n<h3>Studien zeigen g\u00fcnstigen Einfluss eiwei\u00dfreicher Ern\u00e4hrung<\/h3>\n<p>In vielen dieser Untersuchungen beobachteten Wissenschaftler g\u00fcnstige Effekte bei eiwei\u00dfreichen Di\u00e4ten auf das K\u00f6rpergewicht, den Leberfettgehalt, die Blutfettwerte, den Langzeit-Blutzuckerspiegel und den Erhalt der Muskelmasse. Allerdings kamen auch einige der Untersuchungen zu dem Schluss, dass eine hohe Eiwei\u00dfzufuhr die Insulinwirkung vermindern und die Nierenfunktion belasten kann.  <\/p>\n<h3>Die DIfE wollte es genauer wissen<\/h3>\n<p>Da sich in den diversen Studien sowohl positive als auch negative Effekte beobachten lie\u00dfen, stellte sich f\u00fcr die Forscher des <a href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20180703021717\/http:\/\/www.dife.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">DIfE<\/a> die Frage, ob die Eiwei\u00dfquelle f\u00fcr die jeweilige Wirkung entscheidend ist. In einer aktuellen Studie untersuchten die Forscher daher die Effekte von zwei eiwei\u00dfreichen Di\u00e4ten auf den Stoffwechsel von 37 weiblichen und m\u00e4nnlichen Studienteilnehmern im Alter zwischen 49 und 78 Jahren, die an einem Typ-2-Diabetes erkrankt waren und in den meisten F\u00e4llen auch an einer Fettleber litten.  <\/p>\n<blockquote>\n<p>In beiden Di\u00e4ten trug der jeweilige Eiwei\u00dfanteil zu 30 Prozent zur Energiezufuhr bei. Der Anteil der Kohlenhydrataufnahme lag bei 40 und jener der Fettzufuhr bei 30 Prozent der Energiezufuhr. Die betreuenden Ern\u00e4hrungsberater achteten zudem in beiden Gruppen auf eine gleichm\u00e4\u00dfige Aufnahme der ges\u00e4ttigten, einfach- und mehrfach unges\u00e4ttigten Fetts\u00e4uren. Vor der Ern\u00e4hrungsumstellung der Studienteilnehmer trug der Eiwei\u00dfanteil ihrer Nahrung durchschnittlich zu 17 Prozent zur Energieaufnahme bei, der Anteil der Kohlenhydrate zu 42 Prozent und der Fettanteil zu 41 Prozent.  <\/p>\n<p>Lebensmittel wie mageres Fleisch, Fisch, Eier und fettarme Milchprodukte sind genau wie H\u00fclsenfr\u00fcchte (z. B. Erbsen, Bohnen, Linsen), N\u00fcsse und Mandeln sehr eiwei\u00dfreich. Nach dem Bundeslebensmittelschl\u00fcssel enthalten 100 Gramm gebratene Putenbrust 25,2 Gramm Eiwei\u00df und 100 Gramm getrocknete gr\u00fcne Erbsen 22,9 Gramm.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Die beiden Kostformen unterschieden sich lediglich in den Eiwei\u00dfquellen, die entweder haupts\u00e4chlich pflanzlichen oder tierischen Ursprungs waren. Damit das Gewicht der Teilnehmer w\u00e4hrend der gesamten Untersuchung stabil blieb und nicht eine eventuelle Gewichtsabnahme das Ergebnis beeinflussen konnte, stimmten die Wissenschaftler den Energiegehalt der Di\u00e4t individuell auf jede Person ab.  <\/p>\n<h3>Zwei Teilnehmergruppen in der Studie<\/h3>\n<p>Welche der beiden Kostformen ein Teilnehmer einhalten musste, entschieden die Wissenschaftler nach dem Zufallsprinzip. Hauptquelle f\u00fcr das pflanzliche Eiwei\u00df waren vom Institut f\u00fcr Getreideverarbeitung (IGV) speziell f\u00fcr die Studie angefertigte Lebensmittel, die mit Erbsenprotein angereichert waren, zum Beispiel Nudeln oder Brot. Dagegen nutzten die Studienteilnehmer, die viel tierisches Eiwei\u00df aufnehmen sollten, magere Milchprodukte sowie wei\u00dfes Fleisch und Fisch als Eiwei\u00dfquellen. <\/p>\n<h3>Ergebnisse der Studie: Eiwei\u00dfreiche Ern\u00e4hrung hilft<\/h3>\n<p>Die neue Ern\u00e4hrungsstudie, unter F\u00fchrung des Deutschen Instituts f\u00fcr Ern\u00e4hrungsforschung (DIfE), zeigt, dass eiwei\u00dfreiches Essen innerhalb von sechs Wochen bei Menschen mit Typ-2-Diabetes das Leberfett um bis zu 48 Prozent verringert&nbsp; Dabei war es egal, ob die Kost vorwiegend auf pflanzlichem oder tierischem Eiwei\u00df basierte.  <\/p>\n<p>Das Wissenschaftlerteam um Mariya Markova, Olga Pivovarova, Silke Hornemann und Andreas F. H. Pfeiffer vom DIfE, einem Partner des Deutschen Zentrums f\u00fcr Diabetesforschung (DZD), hat seine Ergebnisse jetzt in der Fachzeitschrift <em>Gastroenterology<\/em> (<a href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20180207131625\/https:\/\/www.sciencedirect.com\/science\/article\/pii\/S0016508516352295\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Markova et al. 2016<\/a>) ver\u00f6ffentlicht. <\/p>\n<p>\u201eWie unsere Ergebnisse zeigen, profitierten alle Studienteilnehmer von der eiwei\u00dfreichen Kost, egal ob sie auf pflanzlichem oder tierischem Eiwei\u00df basierte. Negative Effekte auf die Nierenfunktion oder den Zuckerstoffwechsel beobachteten wir nicht\", sagt Erstautorin Markova. \u201eDas Leberfett nahm deutlich ab, bei der H\u00e4lfte der Studienteilnehmer sogar um mehr als 50 Prozent. Damit verbunden beobachteten wir g\u00fcnstige Ver\u00e4nderungen des Leber- und Fettstoffwechsels, eine verbesserte Insulinempfindlichkeit der Teilnehmer und zudem eine deutliche Abnahme des Botenstoffs <em>fibroblast growth factor 21<\/em> im Blut\", erg\u00e4nzt Olga Pivovarova, die neben Mariya Markova federf\u00fchrend zur aktuellen Studie beigetragen hat.  <\/p>\n<p>Die Funktion des von der Leber und Muskulatur ins Blut abgegebenen Botenstoffs sei, nach Aussage der Wissenschaftlerinnen, noch nicht hinreichend gekl\u00e4rt und die Ergebnisse daher nicht ganz leicht zu interpretieren. Bisherige Untersuchungen wiesen aber darauf hin, dass das Hormon verschiedene Organe und das Fettgewebe beeinflusse. Besonders bei \u00fcbergewichtigen Menschen f\u00e4nden sich hohe Konzentrationen im Blut. Nicht zuletzt lie\u00dfen andere, aber auch die eigenen Studienergebnisse annehmen, dass die Hormonkonzentration auch von der Art und Menge der verzehrten Makron\u00e4hstoffe abh\u00e4ngt, erg\u00e4nzt Studien\u00e4rztin Silke Hornemann. <\/p>\n<p>\u201eLetztendlich sind gr\u00f6\u00dfere und l\u00e4ngere Studien notwendig, um die der Beobachtung zu Grunde liegenden Stoffwechselmechanismen besser zu verstehen, um die Langzeiteffekte zu untersuchen und um zu pr\u00fcfen, ob auch j\u00fcngere Patienten von der Ern\u00e4hrungsumstellung profitieren w\u00fcrden\", sagt Pfeiffer. \u201eDenn die von uns in der Studie beobachteten g\u00fcnstigen Effekte k\u00f6nnten auch altersabh\u00e4ngig sein, da die Studienteilnehmer im Schnitt das 60. Lebensjahr \u00fcberschritten hatten. Sofern keine Nierenerkrankungen vorliegen, spielt eine ausreichende Eiwei\u00dfversorgung besonders in dieser Altersgruppe eine wichtige Rolle, wenn man zum Beispiel an die mit dem Alter oft einhergehende Abnahme der Muskelmasse denkt\", so der Mediziner weiter.  <\/p>\n<p>Es best\u00fcnde also noch viel Forschungsbedarf, auch um die beteiligten hormonellen Regulationsmechanismen besser zu verstehen. Abschlie\u00dfend k\u00f6nne man jedoch sagen, dass, ausgehend von den Beobachtungen und unter Ber\u00fccksichtigung umweltrelevanter Aspekte, Verbraucher bevorzugt pflanzliche Lebensmittel zur Eiwei\u00dfversorgung nutzen sollten. <\/p>\n<p><strong>Hintergrundinformationen:<\/strong> <\/p>\n<p>Die Deutsche Gesellschaft f\u00fcr Ern\u00e4hrung (DGE) empfiehlt Erwachsenen, t\u00e4glich 0,8 Gramm Eiwei\u00df pro Kilogramm K\u00f6rpergewicht aufzunehmen. Das bedeutet zum Beispiel bei einem K\u00f6rpergewicht von 60 Kilo 48 Gramm Eiwei\u00df pro Tag (Quelle: DGE). <\/p>\n<p>Die aktuelle Studie wurde mit F\u00f6rdermitteln des Bundesministeriums f\u00fcr Ern\u00e4hrung und Landwirtschaft sowie des Deutschen Zentrums f\u00fcr Diabetesforschung (DZD) unterst\u00fctzt. Die Autoren gaben in der aktuellen Publikation keine Interessenskonflikte an. <\/p>\n<p>Das <a href=\"http:\/\/www.dife.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Deutsche Institut f\u00fcr Ern\u00e4hrungsforschung Potsdam-Rehbr\u00fccke (DIfE)<\/a> ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. Es erforscht die Ursachen ern\u00e4hrungsassoziierter Erkrankungen, um neue Strategien f\u00fcr Pr\u00e4vention, Therapie und Ern\u00e4hrungsempfehlungen zu entwickeln. Zu seinen Forschungsschwerpunkten geh\u00f6ren die Ursachen und Folgen des metabolischen Syndroms, einer Kombination aus Adipositas (Fettsucht), Hypertonie (Bluthochdruck), Insulinresistenz und Fettstoffwechselst\u00f6rung, die Rolle der Ern\u00e4hrung f\u00fcr ein gesundes Altern sowie die biologischen Grundlagen von Nahrungsauswahl und Ern\u00e4hrungsverhalten. Das DIfE ist zudem ein Partner des 2009 vom BMBF gef\u00f6rderten <a href=\"http:\/\/www.dzd-ev.de\/\">Deutschen Zentrums f\u00fcr Diabetesforschung (DZD)<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die nichtalkoholische Fettlebererkrankung ist in Europa und den USA die h\u00e4ufigste chronische Lebererkrankung. Eine unbehandelte Fettleber f\u00fchrt zu Typ-2-Diabetes und kann in einer Leberzirrhose, mit lebensbedrohlichen Folgen, enden. 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