{"id":22805,"date":"2023-07-07T00:08:09","date_gmt":"2023-07-06T22:08:09","guid":{"rendered":"https:\/\/borncity.com\/senioren\/?p=22805"},"modified":"2023-07-05T16:18:37","modified_gmt":"2023-07-05T14:18:37","slug":"die-dritten-zaehne-natuerlich-nachgewachsen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2023\/07\/07\/die-dritten-zaehne-natuerlich-nachgewachsen\/","title":{"rendered":"Die dritten Z\u00e4hne, nat\u00fcrlich nachgewachsen &#8230;. bald soll es m\u00f6glich sein"},"content":{"rendered":"<p>Das w\u00e4re es: Wenn die Z\u00e4hne ausfallen, einfach die n\u00e4chsten Exemplare im Mund nachwachsen lassen. Was bei Haifischen funktioniert, k\u00f6nnte auch beim Menschen klappen. Im Jahr 2024 sind erste klinische Studien in Japan geplant.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg08.met.vgwort.de\/na\/42dcf48c5aa74179aa9179ff129e8089\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/>Die ersten Z\u00e4hne kommen bei Babies mit Schmerzen &#8211; dann fallen diese sogenannten Milchz\u00e4hne im Alter von f\u00fcnf\u00a0 bis sechs Jahren aus, um der n\u00e4chsten Generation Z\u00e4hne im Mund Platz zu machen. Danach ist aber Schluss, wer seine zweiten Z\u00e4hne durch Krankheit (Paratontose, Karies) oder Unfall verliert, muss ohne auskommen oder sich ein Gebiss, eine Br\u00fccke oder ein Implantat anfertigen lassen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.golem.de\/news\/zahnmedizin-japanische-forscher-lassen-zaehne-nachwachsen-2307-175509.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/x7KQjHJ.png\" alt=\"Z\u00e4hne nachwachsen lassen\" \/><\/a><br \/>\nDiese Erkenntnis k\u00f6nnte zuk\u00fcnftig \u00fcberholt sein, die Zahnmedizin hilft. In Japan ist Forscher ein Durchbruch gelungen, denn ein Medikament soll nat\u00fcrliche Z\u00e4hne nachwachsen lassen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>\"Die Idee, neue Z\u00e4hne wachsen zu lassen, ist der Traum eines jeden Zahnarztes. Ich habe daran gearbeitet, seit ich ein Doktorand war. Ich war zuversichtlich, dass ich es schaffen w\u00fcrde\", <a href=\"https:\/\/mainichi.jp\/english\/articles\/20230609\/p2a\/00m\/0sc\/026000c\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">sagte Katsu Takahashi,<\/a> leitender Forscher und Leiter der Abteilung f\u00fcr Zahnmedizin und Oralchirurgie am Medical Research Institute Kitano Hospital in Osaka, dem englischsprachigen Medium The Manchi aus Japan. Die Kollegen von Golem haben das Thema in<a href=\"https:\/\/www.golem.de\/news\/zahnmedizin-japanische-forscher-lassen-zaehne-nachwachsen-2307-175509.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> diesem Artikel<\/a> aufgegriffen.<\/p>\n<p>Das Forscherteam hat ein Medikament entwickelt, um erneut nat\u00fcrliche (dritte) Z\u00e4hne wachsen zu lassen. In fr\u00fcheren Tierversuchen hat das Medikament das Wachstum von Z\u00e4hnen der \"dritten Generation\" nach den Milchz\u00e4hnen und dann den bleibenden Z\u00e4hnen der Erwachsenen ausgel\u00f6st.<\/p>\n<p>Hintergrund zur Entwicklung des Medikaments durch die Forscher sind zwei Erkrankungen des Menschen bei der Zahnbildung. <a href=\"https:\/\/flexikon.doccheck.com\/de\/Anodontie\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Anodontie<\/a> ist eine angeborene Erkrankung, bei der keine Z\u00e4hne oder weniger als ein komplettes Gebiss im Mund w\u00e4chst. Die Erkrankung tritt bei etwa 1 % der Bev\u00f6lkerung auftritt. Man geht davon aus, dass genetische Faktoren die Hauptursache f\u00fcr das Zehntel der Anodontie-Patienten sind, denen sechs oder mehr Z\u00e4hne fehlen, ein Zustand, der als Oligodontie bezeichnet wird.<\/p>\n<p>Dieser Zustand wird auch als <a href=\"https:\/\/www.madsen.de\/lexikon\/agenesie\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Zahn-Agenesie<\/a> bezeichnet. Menschen, die mit einer Zahn-Agenesie aufwachsen, haben von klein auf mit grundlegenden F\u00e4higkeiten wie Kauen, Schlucken und Sprechen zu k\u00e4mpfen, was sich negativ auf ihre Entwicklung auswirken kann, hei\u00dft es in obigem Artikel.<\/p>\n<p>Nach seinem Abschluss in Zahnmedizin absolvierte Takahashi 1991 ein Studium der Molekularbiologie an der Universit\u00e4t Kyoto. Danach studierte er in den USA und wurde mit den Forschungsergebnissen der Biochemie vertraut. Denn zu dieser Zeit startete die Forschung damit, Gene ausfindig zu machen, deren fehlen bei genetisch ver\u00e4nderten M\u00e4usen weniger Z\u00e4hne wachsen zu lassen. \"Die Anzahl der Z\u00e4hne variierte durch die Mutation eines einzigen Gens. Wenn wir das zum Ziel unserer Forschung machen, sollte es einen Weg geben, die Anzahl der Z\u00e4hne (bei Menschen) zu ver\u00e4ndern\", sagt Takahashi \u00fcber seine \u00dcberlegungen zu jener Zeit.<\/p>\n<p>Als Dr. Takahashi sich 2005 nach seiner R\u00fcckkehr nach Japan an der Universit\u00e4t Kyoto weiter mit dem Thema besch\u00e4ftigte, sah er einen guten Weg f\u00fcr seine weitere Forschung. Die Forscher fanden heraus, dass M\u00e4use, denen ein bestimmtes Gen fehlte, eine erh\u00f6hte Anzahl von Z\u00e4hnen hatten. Es wurde festgestellt, dass ein Protein namens USAG-1, das von dem Gen synthetisiert wird, das Wachstum der Z\u00e4hne begrenzt.<\/p>\n<p>Das Forschungsteam von Takahashi konzentrierte sich auf USAG-1 und entwickelte ein neutralisierendes Antik\u00f6rpermedikament, das die Funktion des Proteins blockieren kann. In Experimenten im Jahr 2018 wurde M\u00e4usen mit einer angeborenen geringen Anzahl von Z\u00e4hnen ein Medikament verabreicht, das dazu f\u00fchrte, dass neue Z\u00e4hne nachwuchsen. Die Forschungsergebnisse wurden 2021 in einer wissenschaftlichen Publikation in den USA ver\u00f6ffentlicht und erregten gro\u00dfe Aufmerksamkeit als Beginn des weltweit ersten Medikaments zur Zahnregeneration.<\/p>\n<p>Derzeit wird daran gearbeitet, das Medikament f\u00fcr die Anwendung beim Menschen vorzubereiten. Sobald best\u00e4tigt ist, dass es keine sch\u00e4dlichen Auswirkungen auf den menschlichen K\u00f6rper hat, soll es zur Behandlung von Kindern im Alter von 2 bis 6 Jahren eingesetzt werden, die eine Anodontie aufweisen. \"Wir hoffen, den Weg f\u00fcr die klinische Anwendung des Medikaments zu ebnen\", sagte Takahashi.<\/p>\n<p>Im Erfolgsfall k\u00f6nnte ein Medikament zur Regeneration von Z\u00e4hnen den gesamten Bereich der Zahnmedizin ver\u00e4ndern. Denn Takahashi glaubt, dass\u00a0 die F\u00e4higkeit des Menschen, ein drittes Gebiss wachsen zu lassen, in den meisten F\u00e4llen im Laufe der Evolution verloren gegangen ist.<\/p>\n<p>Denn etwa 1 % der Bev\u00f6lkerung weist das Gegenteil von Anodontie auf: Hyperdontie, eine angeborene Erkrankung, die zu einer \u00fcberdurchschnittlich hohen Anzahl von Z\u00e4hnen f\u00fchrt. Nach den Forschungen von Takahashis Team \u00e4u\u00dfert sich einer von drei solchen F\u00e4llen durch das Wachstum eines dritten Gebisses.<\/p>\n<p>Tiere wie Haie und einige Reptilienarten k\u00f6nnen kontinuierlich Z\u00e4hne nachwachsen lassen. Bisher ging man davon aus, dass dem Menschen im Laufe seines Lebens nur zwei S\u00e4tze Z\u00e4hne wachsen. Aber es gibt Hinweise darauf, dass Menschen auch die \"Knospen\" f\u00fcr einen dritten Satz Z\u00e4hne haben.<\/p>\n<p>Ist die Behandlung von Z\u00e4hnen wegen schwerer Karies oder Erosion der Zahnh\u00e4lse, der so genannten Pyorrhoe, nicht mehr m\u00f6glich, verlieren Menschen ihre Z\u00e4hne und sind auf Zahnersatz angewiesen. Die M\u00f6glichkeit, eine dritte Generation Z\u00e4hne zu z\u00fcchten, k\u00f6nnte dies \u00e4ndern. \"Auf jeden Fall hoffen wir auf eine Zeit, in der die Zahnwachstumsmedizin eine dritte Wahl neben Zahnersatz und Implantaten ist\", so Takahashi.<\/p>\n<p>Das japanische Forscherteam plant im Juli 2024 mit klinischen Versuchen am Menschen zu beginnen. Das Medikament ist f\u00fcr Menschen gedacht, denen aufgrund angeborener Faktoren ein vollst\u00e4ndiger Satz erwachsener Z\u00e4hne fehlt. Das Team strebt an, dass das Medikament im Jahr 2030 f\u00fcr den allgemeinen Gebrauch bereit ist. Auf der <a href=\"https:\/\/www.kitano-hp.or.jp\/toothreg\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">japanischen Seite hier<\/a> pr\u00e4sentiert das Team weitere Informationen (ist aber f\u00fcr Menschen, die des japanischen nicht m\u00e4chtig sind, a bisserl schwierig zu lesen).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das w\u00e4re es: Wenn die Z\u00e4hne ausfallen, einfach die n\u00e4chsten Exemplare im Mund nachwachsen lassen. Was bei Haifischen funktioniert, k\u00f6nnte auch beim Menschen klappen. 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