{"id":22967,"date":"2023-07-26T00:18:51","date_gmt":"2023-07-25T22:18:51","guid":{"rendered":"https:\/\/borncity.com\/senioren\/?p=22967"},"modified":"2023-07-24T00:37:09","modified_gmt":"2023-07-23T22:37:09","slug":"planetensystem-pds-70-zwei-exoplaneten-auf-einer-umlaufbahn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2023\/07\/26\/planetensystem-pds-70-zwei-exoplaneten-auf-einer-umlaufbahn\/","title":{"rendered":"Planetensystem PDS 70: Zwei Exoplaneten auf einer Umlaufbahn"},"content":{"rendered":"<p>Astronomen haben mit dem Atacama Large Millimeter\/Submillimeter Array (ALMA) einen m\u00f6glichen Geschwisterplaneten entdeckt, der einen fernen Stern umkreist. Das Team sp\u00fcrte eine Tr\u00fcmmerwolke auf, die sich die Umlaufbahn mit diesem Planeten teilen k\u00f6nnte. Dabei handelt es sich ihrer Meinung nach um die Bausteine eines neuen Planeten oder um die \u00dcberreste eines bereits entstandenen Planeten. Sollte sich diese Entdeckung best\u00e4tigen, w\u00e4re dies der bisher st\u00e4rkste Beleg daf\u00fcr, dass sich zwei Exoplaneten eine Umlaufbahn teilen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>In der Science Fiction gab es das Szenario bereits &#8211; die Erz\u00e4hlung, dass die Erde einen Zwilling auf der gleichen Umlaufbahn besitzt, wir diesen aber nicht sehen k\u00f6nnten, weil er sich auf seiner Umlaufbahn immer von der Erde ausgesehen \"hinter der Sonne befinde\". War nat\u00fcrlich Unsinn, aber warum soll es so etwas nicht geben. Wobei ein zweiter Planet eher als Trojaner an einem der Lagrange-Punkte L4 oder L5. 60 Grad vorauseilend oder nachziehend, zu finden sein sollte. Vom Planeten Jupiter sind solche <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Trojaner_(Astronomie)\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Trojaner<\/a> bekannt.<\/p>\n<p>\"<em>Vor zwei Jahrzehnten wurde theoretisch vorhergesagt, dass Planetenpaare mit \u00e4hnlicher Masse die gleiche Umlaufbahn um ihren Stern haben k\u00f6nnten, die so genannten trojanischen oder co-orbitalen Planeten. Zum ersten Mal haben wir Hinweise gefunden, die f\u00fcr diese Idee sprechen<\/em>\", sagt Olga Balsalobre-Ruza, Studentin am Zentrum f\u00fcr Astrobiologie in Madrid, Spanien, die die k\u00fcrzlich in <em>Astronomy &amp; Astrophysics<\/em>\u00a0ver\u00f6ffentlichte Studie geleitet hat.<\/p>\n<blockquote><p>Trojaner, Gesteinsk\u00f6rper auf der gleichen Umlaufbahn wie ein Planet, kommen in unserem eigenen Sonnensystem h\u00e4ufig vor. Das ber\u00fchmteste Beispiel sind die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Trojaner_(Astronomie)\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">trojanischen Asteroiden des Jupiter<\/a> \u2013 mehr als 12.000 Gesteinsk\u00f6rper, die sich auf der gleichen Umlaufbahn wie der Gasriese um die Sonne befinden.<\/p><\/blockquote>\n<p>Astronomen haben vorausgesagt, dass Trojaner, insbesondere trojanische Planeten, auch um einen anderen Stern als unsere Sonne existieren k\u00f6nnten, aber es gibt nur wenige Beweise f\u00fcr sie. \"<em>Exotrojaner [trojanische Planeten au\u00dferhalb des Sonnensystems] waren bisher wie Einh\u00f6rner: Theoretisch k\u00f6nnten sie existieren, aber niemand hat sie je entdeckt<\/em>\", sagt Mitautor Jorge Lillo-Box, ein leitender Forscher am Zentrum f\u00fcr Astrobiologie.<\/p>\n<p>Jetzt hat ein internationales Team von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern dank ALMA, an dem die ESO beteiligt ist, den bisher st\u00e4rksten Beobachtungshinweis f\u00fcr die Existenz trojanischer Planeten gefunden \u2013 im System\u00a0<a href=\"https:\/\/www.eso.org\/public\/news\/eso2111\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">PDS 70<\/a>. Dieser junge Stern beherbergt bekanntlich zwei riesige, jupiter\u00e4hnliche Planeten,\u00a0<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/PDS_70\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">PDS 70\u00a0b und PDS 70\u00a0c<\/a>. Bei der Analyse archivierter\u00a0<a href=\"https:\/\/www.eso.org\/public\/teles-instr\/alma\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">ALMA<\/a>-Beobachtungen dieses Systems entdeckte das Team eine Tr\u00fcmmerwolke an der Stelle in der Umlaufbahn von PDS 70\u00a0b, an der Trojaner vermutet werden.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone\" title=\"Planetensystem PDS 70 mit Tr\u00fcmmerwolke\" src=\"https:\/\/cdn.eso.org\/images\/newsfeature\/eso2311a.jpg\" alt=\"Planetensystem PDS 70 mit Tr\u00fcmmerwolke\" width=\"571\" height=\"234\" \/><br \/>\nPlanetensystem PDS 70 mit Tr\u00fcmmerwolke; ALMA (ESO\/NAOJ\/NRAO) \/Balsalobre-Ruza et al.<\/p>\n<p>Trojaner befinden sich in zwei so genannten\u00a0<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Lagrange-Punkte\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Lagrange-Zonen<\/a>, ausgedehnten Regionen auf der Umlaufbahn eines Planeten, in denen die kombinierte Anziehungskraft des Sterns und des Planeten Material einfangen kann. Bei der Untersuchung dieser beiden Bereiche auf der Umlaufbahn von PDS 70\u00a0b entdeckten die Astronomen ein schwaches Signal, was darauf hindeutet, dass sich dort eine Tr\u00fcmmerwolke mit einer Masse befinden k\u00f6nnte, die etwa doppelt so gro\u00df ist wie die unseres Mondes.<\/p>\n<p>Das Team ist der Ansicht, dass diese Tr\u00fcmmerwolke auf eine bereits existierende trojanische Welt in diesem System oder auf einen Planeten hinweisen k\u00f6nnte, der sich gerade bildet.<\/p>\n<p>\"<em>Wer k\u00f6nnte sich zwei Welten vorstellen, die sich die Dauer des Jahres und die Bedingungen f\u00fcr die Bewohnbarkeit teilen? Unsere Arbeit ist der erste Beweis daf\u00fcr, dass diese Art von Welt existieren k\u00f6nnte<\/em>\", sagt Balsalobre-Ruza. \u201e<em>Wir k\u00f6nnen uns vorstellen, dass ein Planet seine Umlaufbahn mit Tausenden von Asteroiden teilen kann, wie im Fall des Jupiters, aber es ist f\u00fcr mich verbl\u00fcffend, dass Planeten dieselbe Umlaufbahn teilen k\u00f6nnten.<\/em>\"<\/p>\n<p>\"<em>Unsere Forschung ist ein erster Schritt, um nach ko-orbitalen Planeten in einem sehr fr\u00fchen Stadium ihrer Entstehung zu suchen<\/em>\", sagt Mitautorin Nuria Hu\u00e9lamo, eine leitende Wissenschaftlerin am Zentrum f\u00fcr Astrobiologie. \"<em>Dies wirft neue Fragen zur Entstehung von Trojanern auf, wie sie sich entwickeln und wie h\u00e4ufig sie in verschiedenen Planetensystemen vorkommen<\/em>\", f\u00fcgt Itziar De Gregorio-Monsalvo, Leiterin des ESO-B\u00fcros f\u00fcr Wissenschaft in Chile, hinzu, die ebenfalls an dieser Untersuchung beteiligt war.<\/p>\n<p>Um ihre Entdeckung vollst\u00e4ndig zu best\u00e4tigen, wird das Team bis nach 2026 warten m\u00fcssen. Dann wollen sie ALMA nutzen, um zu pr\u00fcfen, ob sich sowohl PDS 70 b als auch seine Geschwisterwolke aus Tr\u00fcmmern auf ihrer gemeinsamen Umlaufbahn um den Stern deutlich bewegen. \"<em>Dies w\u00e4re ein Durchbruch auf dem Gebiet der Exoplaneten<\/em>\", sagt Balsalobre-Ruza.<\/p>\n<p>\"<em>Die Zukunft dieses Themas ist sehr spannend, und wir freuen uns auf die f\u00fcr 2030 geplanten erweiterten ALMA-M\u00f6glichkeiten, die die F\u00e4higkeit des Arrays, Trojaner in vielen anderen Sternen zu charakterisieren, dramatisch verbessern werden<\/em>\", schlie\u00dft De Gregorio-Monsalvo. Weitere Fotos und und ein <a href=\"https:\/\/www.eso.org\/public\/germany\/videos\/eso2311b\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Video<\/a> lassen sich in <a href=\"https:\/\/www.eso.org\/public\/germany\/news\/eso2311\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">diesem ESO-Beitrag<\/a> abrufen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Astronomen haben mit dem Atacama Large Millimeter\/Submillimeter Array (ALMA) einen m\u00f6glichen Geschwisterplaneten entdeckt, der einen fernen Stern umkreist. Das Team sp\u00fcrte eine Tr\u00fcmmerwolke auf, die sich die Umlaufbahn mit diesem Planeten teilen k\u00f6nnte. 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