{"id":22979,"date":"2023-07-27T00:15:42","date_gmt":"2023-07-26T22:15:42","guid":{"rendered":"https:\/\/borncity.com\/senioren\/?p=22979"},"modified":"2023-07-25T13:27:34","modified_gmt":"2023-07-25T11:27:34","slug":"neues-foto-zeigt-planetenentstehung-und-lueftet-ein-geheimnis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2023\/07\/27\/neues-foto-zeigt-planetenentstehung-und-lueftet-ein-geheimnis\/","title":{"rendered":"Neues Foto zeigt Planetenentstehung und l\u00fcftet ein Geheimnis"},"content":{"rendered":"<p>Die Europ\u00e4ische S\u00fcdsternwarte (ESO) hat die Tage ein neues Bild ver\u00f6ffentlicht, das Aufschluss dar\u00fcber gibt, wie sich massereiche Planeten von der Gr\u00f6\u00dfe des Jupiter bilden k\u00f6nnten. Mit dem Very Large Telescope (VLT) der ESO und dem Atacama Large Millimeter\/submillimeter Array (ALMA) haben Forschende gro\u00dfe Staubklumpen in der N\u00e4he eines jungen Sterns entdeckt, die kollabieren und Riesenplaneten entstehen lassen k\u00f6nnten.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Astronominnen und Astronomen vermuten, dass Riesenplaneten entweder durch sogenannte \"Kernakkretion\" entstehen &#8211; also wenn Staubk\u00f6rner zusammentreffen. Oder es gibt eine \"gravitative Instabilit\u00e4t\", bei der sich gro\u00dfe Fragmente des Materials um einen Stern zusammenziehen und in sich zusammenfallen. W\u00e4hrend Forscher bereits Beweise f\u00fcr das erste dieser beiden Szenarien gefunden haben, gab es f\u00fcr das zweite nur wenige Belege, schreibt die ESO.<\/p>\n<p>Nun scheint genau diese Entdeckung gelungen zu sein. In der\u00a0Mitte des nachfolgend gezeigten Bilde ist der junge Stern V960 Mon zu sehen, der sich in \u00fcber 5000 Lichtjahren Entfernung im Sternbild Monoceros befindet. Der Stern ist von staubigem Material umgeben, das das Potenzial zur Bildung von Planeten hat.<\/p>\n<p>Beobachtungen mit dem Instrument\u00a0SPHERE\u00a0(Spectro-Polarimetric High-contrast Exoplanet REsearch) am\u00a0VLT\u00a0der ESO, die in diesem Bild gelb dargestellt sind, zeigen staubiges Material, das den jungen Stern umkreist. Es sammelt sich in einer Reihe von verschlungenen Spiralarmen, die sich \u00fcber Entfernungen erstrecken, die gr\u00f6\u00dfer sind als das gesamte Sonnensystem.<\/p>\n<p>Die blauen Regionen zeigen Daten, die mit dem Atacama Large Millimeter\/submillimeter Array (ALMA) gewonnen wurden, an dem die ESO beteiligt ist. Die ALMA-Daten geben einen tieferen Einblick in die Struktur der Spiralarme und offenbaren gro\u00dfe Staubklumpen, die sich durch einen als \u201eGravitationsinstabilit\u00e4t\" bekannten Prozess zusammenziehen und kollabieren k\u00f6nnten, um Riesenplaneten von etwa der Gr\u00f6\u00dfe des Jupiters zu bilden.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.eso.org\/images\/thumb700x\/eso2312a.jpg\" alt=\" Stern V960 Mon\" \/><br \/>\nQuelle: ESO\/ALMA (ESO\/NAOJ\/NRAO)\/Weber et al.<\/p>\n<p>\"<em>Diese Entdeckung ist wirklich spannend, denn es ist der erste Nachweis von Materialklumpen um einen jungen Stern, die das Potenzial haben, Riesenplaneten zu beherbergen<\/em>\", sagt Alice Zurlo, eine an den Beobachtungen beteiligte Forscherin an der Universidad Diego Portales in Chile.<\/p>\n<p>Die Arbeit basiert auf einem faszinierenden Bild, das mit dem Instrument Spectro-Polarimetric High-contrast Exoplanet REsearch (<a href=\"https:\/\/www.eso.org\/public\/teles-instr\/paranal-observatory\/vlt\/vlt-instr\/sphere\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">SPHERE<\/a>) am\u00a0<a href=\"https:\/\/www.eso.org\/public\/teles-instr\/paranal-observatory\/vlt\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">VLT<\/a>\u00a0der ESO aufgenommen wurde und faszinierende Details des Materials um den Stern\u00a0<a href=\"http:\/\/simbad.cds.unistra.fr\/simbad\/sim-id?Ident=v960+mon&amp;NbIdent=1&amp;Radius=2&amp;Radius.unit=arcmin&amp;submit=submit+id\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">V960 Mon<\/a> zeigt. Dieser junge Stern im <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Einhorn_(Sternbild)\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Sternbild Einhorn<\/a> befindet sich in \u00fcber 5000 Lichtjahren Entfernung und zog die Aufmerksamkeit der Astronomen auf sich, als er im Jahr 2014 pl\u00f6tzlich seine Helligkeit um mehr als das Zwanzigfache erh\u00f6hte.<\/p>\n<p>SPHERE-Beobachtungen kurz nach dem Beginn dieses Helligkeitsausbruchs zeigten, dass sich das Material, das V960 Mon umkreist. Es sammelt sich in einer Reihe von verschlungenen Spiralarmen, die sich \u00fcber Entfernungen erstrecken, die gr\u00f6\u00dfer sind als das gesamte Sonnensystem.<\/p>\n<p>Diese Erkenntnis motivierte Astronominnen und Astronomen, Archivbeobachtungen desselben Systems auszuwerten, die mit\u00a0<a href=\"https:\/\/www.eso.org\/public\/teles-instr\/alma\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">ALMA<\/a> gemacht wurden, an dem die ESO als Partner beteiligt ist. Die VLT-Beobachtungen untersuchen die Oberfl\u00e4che des staubigen Materials um den Stern, w\u00e4hrend ALMA tiefer in seine Struktur blicken kann. \"<em>Mit ALMA wurde deutlich, dass die Spiralarme auseinanderbrechen, was zur Bildung von Klumpen mit planeten\u00e4hnlichen Massen f\u00fchrt<\/em>\", sagt Zurlo.<\/p>\n<p>\"<em>Niemand hat jemals eine echte Beobachtung der Gravitationsinstabilit\u00e4t auf planetarer Ebene gesehen \u2013 bis jetzt<\/em>\", sagt Philipp Weber, ein Forscher an der Universit\u00e4t von Santiago, Chile, der die heute in\u00a0<em>The Astrophysical Journal Letters<\/em>\u00a0ver\u00f6ffentlichte Studie leitete.<\/p>\n<p>\"<em>Unsere Gruppe sucht seit \u00fcber zehn Jahren nach Anzeichen f\u00fcr die Entstehung von Planeten, und wir k\u00f6nnten nicht begeisterter \u00fcber diese unglaubliche Entdeckung sein<\/em>\", sagt Sebasti\u00e1n P\u00e9rez von der Universit\u00e4t Santiago de Chile.<\/p>\n<p>Die Instrumente der ESO werden den Astronomen dabei helfen, weitere Details dieses fesselnden Planetensystems zu enth\u00fcllen, wobei das Extremely Large Telescope (<a href=\"https:\/\/elt.eso.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">ELT<\/a>) der ESO eine Schl\u00fcsselrolle spielen wird. Das ELT, das derzeit in der chilenischen Atacama-W\u00fcste gebaut wird, wird das System detaillierter als je zuvor beobachten und entscheidende Informationen dar\u00fcber sammeln k\u00f6nnen. \"<em>Das ELT schafft die Voraussetzungen f\u00fcr die Erforschung der chemischen Vielfalt, die diese Klumpen umgibt, und hilft uns, mehr \u00fcber die Zusammensetzung des Materials herauszufinden, aus dem sich potenzielle Planeten bilden<\/em>\", schlie\u00dft Weber. Weitere Bilder und Details finden sich in <a href=\"https:\/\/www.eso.org\/public\/germany\/images\/eso2312a\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">dieser Mitteilung<\/a> der ESO.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Europ\u00e4ische S\u00fcdsternwarte (ESO) hat die Tage ein neues Bild ver\u00f6ffentlicht, das Aufschluss dar\u00fcber gibt, wie sich massereiche Planeten von der Gr\u00f6\u00dfe des Jupiter bilden k\u00f6nnten. 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