{"id":23124,"date":"2023-08-08T00:08:41","date_gmt":"2023-08-07T22:08:41","guid":{"rendered":"https:\/\/borncity.com\/senioren\/?p=23124"},"modified":"2023-08-08T08:19:30","modified_gmt":"2023-08-08T06:19:30","slug":"eisenpfeilspitze-aus-der-bronzezeit-aus-meteorit-gefertigt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2023\/08\/08\/eisenpfeilspitze-aus-der-bronzezeit-aus-meteorit-gefertigt\/","title":{"rendered":"Eisenpfeilspitze aus der Bronzezeit aus Meteorit gefertigt"},"content":{"rendered":"<p>Interessante Erkenntnis aus der Wissenschaft. In M\u00f6rigen am Bielersee\/Schweiz wurde eine bronzezeitliche Pfeilspitze gefunden, die aus meteoritischem Eisen hergestellt wurde.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p class=\" \">Das konnten Forschende in einer interdisziplin\u00e4ren Studie des Naturhistorischen Museums Bern unter Leitung des Geologen Prof. Dr.\u00a0Beda Hofmann\u00a0zweifelsfrei <a href=\"https:\/\/kommunikation.uni-freiburg.de\/pm\/2023\/bronzezeitliche-pfeilspitze-von-moerigen-wurde-aus-einem-meteorit-gefertigt\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">zeigen<\/a>. Den naturwissenschaftlichen Nachweis lieferte der Physiker Prof. Dr.\u00a0Marc Schumann\u00a0von der Universit\u00e4t Freiburg mithilfe von Gammaspektrometrie.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/kommunikation.uni-freiburg.de\/pm\/2023\/bronzezeitliche-pfeilspitze-von-moerigen-wurde-aus-einem-meteorit-gefertigt\/image_mini\" alt=\"Pfeilspitze\" \/><br \/>\n<em>Die Pfeilspitze aus meteoritischem Eisen von M\u00f6rigen. Sammlung Bernisches Historisches Museum. Foto: Thomas Sch\u00fcpbach; Quelle: PM Uni Freiburg<\/em><\/p>\n<p class=\" \">\"Das Besondere an diesem Projekt ist, dass wir h\u00f6chst interdisziplin\u00e4r gearbeitet haben und Methoden aus so unterschiedlichen Bereichen wie Arch\u00e4ologie, Meteoritenforschung und Teilchenphysik zusammengebracht haben\", sagt Schumann. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift Journal of Archaeological Science erschienen.<\/p>\n<h2 class=\"flex\">Meteoritisches Eisen ist sehr selten<\/h2>\n<p class=\" \">Der Nachweis einer so fr\u00fchen Verwendung von meteoritischem Eisen ist extrem selten. Die Pfeilspitze ist im Besitz des Bernischen Historischen Museums, ist 39 Millimeter lang und 2,9 Gramm schwer und stammt aus einer bronzezeitlichen Pfahlbaustation bei M\u00f6rigen am Bielersee (900 bis 800 v. Chr.).<\/p>\n<p class=\" \">Dort wurde sie im 19. Jahrhundert bei Ausgrabungen gefunden. Um das unersetzliche historische Artefakt nicht zu besch\u00e4digen, musste bei der Analyse auf zerst\u00f6rungsfreie Untersuchungsmethoden zur\u00fcckgegriffen werden.<\/p>\n<p class=\" \">Die Kunst, aus Erz Eisen herzustellen, ist in Zentraleuropa seit Beginn der Eisenzeit um 800 v. Chr. nachgewiesen. Vor dieser Zeit galt das Metall als \u00e4u\u00dferst rar und kostbar \u2013 es war nur aus Meteoriten bekannt. Arch\u00e4ologische Objekte aus meteoritischem Eisen sind darum extrem selten und wurden einst wohl nicht als Gebrauchsgegenst\u00e4nde eingesetzt.<\/p>\n<p class=\" \">In ganz Eurasien und Afrika sind nur 55 solche Objekte bekannt, diese stammen von 22 verschiedenen Fundstellen. Allein 19 Objekte stammen aus dem Grab des Pharaos Tutanchamun in \u00c4gypten. Nur ein Teil der Artefakte wurde allerdings bisher mit modernen analytischen Methoden untersucht.<\/p>\n<h2 class=\"flex\">Neue Untersuchungsmethoden f\u00fcr Meteoriten<\/h2>\n<p class=\" \">Die nun eingesetzten Methoden f\u00fcr die Analyse der Pfeilspitze in Bern umfassen Lichtmikroskopie, Rasterelektronenmikroskopie, R\u00f6ntgentomographie, R\u00f6ntgenfluoreszenz, Myonen-induzierte R\u00f6ntgenspektrometrie (MIXE) sowie hochempfindliche Gammaspektrometrie.<\/p>\n<p class=\" \">\"Mit Gammaspektrometrie k\u00f6nnen wir von jeder beliebigen Probe einen radioaktiven Fingerabdruck erstellen und auch relativ kurzlebige Isotope finden\", sagt Physiker Schumann. \"Die Produktion mancher dieser Isotope findet nur im Weltall statt.\" Dazu geh\u00f6rt sogenanntes Aluminium-26, das Schumann mit seinem Team in der Pfeilspitze finden konnte.<\/p>\n<p class=\" \">\"Damit konnten wir den zweifelsfreien Beweis erbringen, dass es sich bei dem Material um einen Meteoriten handelt, der \u00fcber lange Zeit im Weltall der kosmischen Strahlung ausgesetzt war.\"<\/p>\n<h2 class=\"flex\">\u00dcberraschendes Untersuchungsergebnis<\/h2>\n<p class=\" \">Allerdings stammt dieser \u00fcberraschenderweise nicht vom nahen Twannberg-Meteoritenstreufeld im Berner Jura\/Schweiz. Mit rund 8,3 Prozent Nickel ist der Gehalt dieses Elementes in der Pfeilspitze fast doppelt so hoch wie im Twannberg-Meteorit.<\/p>\n<p class=\" \">Ein hoher Germanium-Gehalt zeigt au\u00dferdem, dass es sich sehr wahrscheinlich um einen Meteoriten des Typs IAB handelt. Weiter deutet die eher niedrige Konzentration von Aluminium-26 darauf hin, dass die Probe aus dem Innern eines Meteoriten stammt, der urspr\u00fcnglich eine Masse von mindestens zwei Tonnen hatte.<\/p>\n<p class=\" \">Bekannte gro\u00dfe IAB-Eisenmeteoriten gibt es in Europa nur wenige. Als wahrscheinlichste Herkunft wird der Meteorit Kaalijarv angenommen, der w\u00e4hrend der Bronzezeit um etwa 1500 v. Chr. in Estland fiel. Der Fall dieses Meteoriten produzierte mehrere Krater mit bis zu 100 Metern Durchmesser. Da die gr\u00f6\u00dften Meteoritenfragmente am Boden explodierten, m\u00fcssten viele kleine Splitter entstanden sein.<\/p>\n<p class=\" \">Weitere Analysen in arch\u00e4ologischen Sammlungen Europas k\u00f6nnten Hinweise geben, ob sich die Spur der Pfeilspitze aus M\u00f6rigen nach Estland best\u00e4tigen l\u00e4sst.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Interessante Erkenntnis aus der Wissenschaft. 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