{"id":23183,"date":"2023-08-18T00:20:58","date_gmt":"2023-08-17T22:20:58","guid":{"rendered":"https:\/\/borncity.com\/senioren\/?p=23183"},"modified":"2023-08-17T18:28:26","modified_gmt":"2023-08-17T16:28:26","slug":"neuer-sterntyp-liefert-hinweise-auf-mysterioesen-ursprung-von-magnetaren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2023\/08\/18\/neuer-sterntyp-liefert-hinweise-auf-mysterioesen-ursprung-von-magnetaren\/","title":{"rendered":"Neuer Sterntyp liefert Hinweise auf mysteri\u00f6sen Ursprung von Magnetaren"},"content":{"rendered":"<p>Magnetare sind die st\u00e4rksten Magneten im Universum. Diese extrem dichten toten Sterne mit ultrastarken Magnetfeldern sind \u00fcberall in unserer Galaxie zu finden. Wie sie entstehen, wissen die Astronominnen und Astronomen jedoch nicht genau. Aber es gibt eine neue Entdeckung, die Antworten geben k\u00f6nnte.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Denn Forschende haben jetzt mit Teleskopen rund um die Welt, darunter auch Einrichtungen der Europ\u00e4ischen S\u00fcdsternwarte (ESO), einen lebenden Stern <a href=\"https:\/\/www.eso.org\/public\/germany\/news\/eso2313\/?lang\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">aufgesp\u00fcrt<\/a>, der wahrscheinlich zu einem Magnetar wird. Diese Entdeckung markiert die Entdeckung eines neuen Typs von astronomischen Objekten \u2013 massereiche magnetische Heliumsterne \u2013 und gibt Aufschluss \u00fcber den Ursprung von Magnetaren.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.eso.org\/public\/germany\/images\/eso2313a\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i.postimg.cc\/W1YRwW9j\/image.png\" alt=\"Magnetar\" \/><\/a><br \/>\n<em>Diese k\u00fcnstlerische Darstellung zeigt HD 45166, einen massereichen Stern, von dem k\u00fcrzlich ein sehr starkes Magnetfeld von 43.000 Gau\u00df entdeckt wurde \u2013 das st\u00e4rkste Magnetfeld, das je bei einem massereichen Stern gefunden wurde. Herkunftsnachweis: <\/em>ESO\/L. Cal\u00e7ada<\/p>\n<p>Obwohl der Stern HD 45166 seit \u00fcber 100 Jahren beobachtet wird, konnte sein r\u00e4tselhaftes Wesen nicht ohne Weiteres durch herk\u00f6mmliche Modelle erkl\u00e4rt werden. Man wusste nur wenig \u00fcber ihn, abgesehen von der Tatsache, dass er zu einem <a href=\"https:\/\/www.eso.org\/public\/germany\/news\/eso2313\/?lang#1\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Sternpaar geh\u00f6rt<\/a>, reich an Helium ist und einige Male massereicher als unsere Sonne ist.<\/p>\n<p>\u201e<em>Dieser Stern wurde zu einer Art Leidenschaft von mir<\/em>\", sagt Tomer Shenar, der Hauptautor einer heute in\u00a0<em>Science<\/em>\u00a0ver\u00f6ffentlichten Studie \u00fcber dieses Objekt und Astronom an der Universit\u00e4t Amsterdam in den Niederlanden. \u201e<em>Tomer und ich bezeichnen HD\u00a045166 als den \u00bbZombie-Stern\u00ab<\/em>\", sagt die Mitautorin und ESO-Astronomin Julia Bodensteiner aus Deutschland. \u201e<em>Das liegt nicht nur daran, dass dieser Stern so einzigartig ist, sondern auch, weil ich scherzhaft gesagt habe, dass er Tomer in einen Zombie verwandelt.<\/em>\"<\/p>\n<p>Nachdem Shenar bereits \u00e4hnliche heliumreiche Sterne untersucht hatte, vermutete er, dass Magnetfelder den entscheidenden Hinweis geben k\u00f6nnten. Tats\u00e4chlich sind Magnetfelder daf\u00fcr bekannt, das Verhalten von Sternen zu beeinflussen. Sie k\u00f6nnten erkl\u00e4ren, warum herk\u00f6mmliche Modelle HD\u00a045166 nicht beschreiben konnten, der sich etwa 3000\u00a0Lichtjahre entfernt im\u00a0<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Einhorn_(Sternbild)\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Sternbild Einhorn (Monoceros)<\/a>\u00a0befindet. \u201e<em>Ich erinnere mich, dass ich beim Lesen der Fachliteratur einen Heureka-Moment hatte:\u00a0\u00bbWas, wenn der Stern magnetisch ist?\u00ab<\/em>\", sagt Shenar, der derzeit am Zentrum f\u00fcr Astrobiologie in Madrid, Spanien, arbeitet.<\/p>\n<p>Shenar und sein Team machten sich daran, den Stern mit mehreren Teleskopen rund um den Erdball zu untersuchen. Die entscheidenden Beobachtungen wurden im Februar\u00a02022 mit einem Instrument am\u00a0<a href=\"https:\/\/www.cfht.hawaii.edu\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Canada-France-Hawaii Telescope<\/a>\u00a0durchgef\u00fchrt, das Magnetfelder erkennen und messen kann. Das Team st\u00fctzte sich auch auf wichtige Archivdaten, die mit dem Fiber-fed Extended Range Optical Spectrograph (<a href=\"https:\/\/www.eso.org\/public\/teles-instr\/lasilla\/mpg22\/feros\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">FEROS<\/a>) am\u00a0<a href=\"https:\/\/www.eso.org\/public\/teles-instr\/lasilla\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">La Silla-Observatorium<\/a>\u00a0der ESO in Chile aufgenommen wurden.<\/p>\n<p>Als die Daten vorlagen, bat Shenar seinen Mitautor Gregg Wade, einen Experten f\u00fcr Magnetfelder in Sternen am Royal Military College of Canada, die Daten zu pr\u00fcfen. Die Antwort von Wade best\u00e4tigte Shenars Vermutung: \u201e<em>Was auch immer dieses Objekt ist \u2013 es ist definitiv magnetisch.<\/em>\"<\/p>\n<p>Wie Shenars Team herausfand, hat der Stern ein unglaublich starkes Magnetfeld von 43.000\u00a0<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gau%C3%9F_(Einheit)\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Gau\u00df<\/a>, was HD\u00a045166 zum magnetischsten massereichen Stern macht, der bisher gefunden wurde\u00a0<a href=\"https:\/\/www.eso.org\/public\/germany\/news\/eso2313\/?lang#2\">[2]<\/a>. \u201e<em>Die gesamte Oberfl\u00e4che des Heliumsterns ist so magnetisch wie die\u00a0<a href=\"https:\/\/www.scinexx.de\/news\/technik\/supraleiter-magnet-bricht-rekord\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">st\u00e4rksten vom Menschen hergestellten Magneten<\/a><\/em>\", erkl\u00e4rt Co-Autor Pablo Marchant, Astronom am Institut f\u00fcr Astronomie der KU Leuven in Belgien.<\/p>\n<p>Diese Beobachtung markiert die Entdeckung des allerersten massereichen magnetischen Heliumsterns. \u201e<em>Es ist aufregend, eine neue Gattung von astronomischen Objekten zu entdecken<\/em>\", sagt Shenar, \u201e<em>insbesondere dann, wenn sie sich die ganze Zeit \u00fcber versteckt hielt.<\/em>\"<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus liefert die Entdeckung Hinweise auf den Ursprung von\u00a0<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Magnetar\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Magnetaren<\/a>, kompakten toten Sternen, die von Magnetfeldern durchzogen sind, die mindestens eine Milliarde Mal st\u00e4rker sind als das in HD\u00a045166. Die Berechnungen des Teams legen nahe, dass dieser Stern sein Leben als Magnetar beenden wird. W\u00e4hrend er unter seiner eigenen Schwerkraft kollabiert, wird sich sein Magnetfeld verst\u00e4rken. Der Stern wird schlie\u00dflich zu einem sehr kompakten Kern mit einem Magnetfeld von etwa 100\u00a0Billionen Gau\u00df\u00a0<a href=\"https:\/\/www.eso.org\/public\/germany\/news\/eso2313\/?lang#3\">[3]<\/a>\u00a0werden\u00a0<em>\u2013<\/em>\u00a0die st\u00e4rkste Sorte von Magneten im Universum.<\/p>\n<p>Shenar und sein Team stellten au\u00dferdem fest, dass HD\u00a045166 eine geringere Masse hat als bisher angenommen, etwa das Doppelte der Masse der Sonne, und dass sein Begleiter in einem weitaus gr\u00f6\u00dferen Abstand kreist als bisher angenommen. Dar\u00fcber hinaus deuten ihre Untersuchungen darauf hin, dass HD\u00a045166 durch die Verschmelzung zweier kleinerer heliumreicher Sterne entstanden ist. \u201e<em>Unsere Ergebnisse ver\u00e4ndern unser Verst\u00e4ndnis von HD 45166 v\u00f6llig<\/em>\", fasst Bodensteiner zusammen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Magnetare sind die st\u00e4rksten Magneten im Universum. Diese extrem dichten toten Sterne mit ultrastarken Magnetfeldern sind \u00fcberall in unserer Galaxie zu finden. Wie sie entstehen, wissen die Astronominnen und Astronomen jedoch nicht genau. 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