{"id":23312,"date":"2023-09-05T00:02:49","date_gmt":"2023-09-04T22:02:49","guid":{"rendered":"https:\/\/borncity.com\/senioren\/?p=23312"},"modified":"2023-09-02T13:14:11","modified_gmt":"2023-09-02T11:14:11","slug":"23312","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2023\/09\/05\/23312\/","title":{"rendered":"Dunkler Fleck in Neptun-Atmosph\u00e4re von der Erde entdeckt"},"content":{"rendered":"<p>Nicht nur der Jupiter besitzt einen gro\u00dfen Fleck in seiner Atmosph\u00e4re. Auch der \u00e4u\u00dferte der Gasplaneten unseres Sonnensystems, der Neptun, weist einen Fleck in seiner Atmosph\u00e4re auf. Dieser konnte jetzt erstmals direkt von der Erde aufgenommen werden.<\/p>\n<p><!--more--> Gro\u00dfe Flecken sind h\u00e4ufige Merkmale in der Atmosph\u00e4re von Riesenplaneten. Der ber\u00fchmteste ist der Gro\u00dfe Rote Fleck des Jupiters. Im Jahr 1989 entdeckte die NASA-Sonde Voyager 2 erstmals einen dunklen Fleck auf\u00a0<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Neptun_(Planet)\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Neptun<\/a>, der einige Jahre sp\u00e4ter wieder verschwand. \"<em>Seit der ersten Entdeckung eines dunklen Flecks habe ich mich immer gefragt, was es mit diesen kurzlebigen und schwer fassbaren dunklen Erscheinungen auf sich hat<\/em>\", sagt Patrick Irwin, Professor an der University of Oxford in Gro\u00dfbritannien und leitender Forscher der im August 2023 in <em>Nature Astronomy<\/em> ver\u00f6ffentlichten Studie.<\/p>\n<p>Mit dem Very Large Telescope (VLT) der ESO haben Astronomen nun einen gro\u00dfen dunklen Fleck in der Neptunatmosph\u00e4re beobachtet, neben dem sich ein unerwarteter kleiner heller Fleck befindet. Damit wurde erstmals ein solcher dunkler Fleck auf dem Planeten mit einem Teleskop auf der Erde beobachtet, <a href=\"https:\/\/www.eso.org\/public\/germany\/news\/eso2314\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">schreibt<\/a> die ESO.<\/p>\n<p>Diese gelegentlichen Erscheinungen im blauen Hintergrund der Neptunatmosph\u00e4re sind f\u00fcr Forschende ein R\u00e4tsel, und die neuen Ergebnisse liefern weitere Hinweise auf ihre Eigenschaften und ihren Ursprung.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"\" src=\"https:\/\/cdn.eso.org\/images\/thumb700x\/eso2314a.jpg\" alt=\"Fleck auf Neptun\" width=\"612\" height=\"344\" \/>Flecken auf Neptun, Quelle: ESO<\/p>\n<p>Irwin und sein Team verwendeten Daten des\u00a0<a href=\"https:\/\/www.eso.org\/public\/teles-instr\/paranal-observatory\/vlt\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">VLT der ESO<\/a>, um die M\u00f6glichkeit auszuschlie\u00dfen, dass die dunklen Flecken durch eine \"Auflockerung\" in den Wolken verursacht werden. Die neuen Beobachtungen deuten stattdessen darauf hin, dass die dunklen Flecken wahrscheinlich das Ergebnis von Luftpartikeln sind, die sich in einer Ebene unterhalb der sichtbaren Dunstschicht abdunkeln, wenn sich in der Neptunatmosph\u00e4re Eis und Dunst vermischen.<\/p>\n<p>Es war nicht einfach, zu dieser Schlussfolgerung zu kommen, denn dunkle Flecken sind keine dauerhaften Merkmale der Neptunatmosph\u00e4re und Astronomen konnten sie bisher nicht in ausreichendem Ma\u00dfe zu untersuchen. Die Gelegenheit dazu ergab sich, nachdem das NASA\/ESA-Weltraumteleskop <a href=\"https:\/\/hubblesite.org\/contents\/news-releases\/2019\/news-2019-06.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Hubble mehrere dunkle Flecken<\/a> in der Neptunatmosph\u00e4re entdeckt hatte. Darunter gab es einen Fleck in der n\u00f6rdlichen Hemisph\u00e4re des Planeten, der erstmals 2018 bemerkt wurde. Irwin und sein Team machten sich sofort an die Arbeit, diesen Fleck vom Boden aus zu untersuchen \u2013 mit einem Instrument, das f\u00fcr diese anspruchsvollen Beobachtungen ideal geeignet ist.<\/p>\n<p>Mit dem Multi Unit Spectroscopic Explorer (<a href=\"https:\/\/www.eso.org\/public\/teles-instr\/paranal-observatory\/vlt\/vlt-instr\/muse\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">MUSE<\/a>) des VLT konnten die Forscher das vom Neptun und seinem Fleck reflektierte Sonnenlicht in seine einzelnen Farben oder Wellenl\u00e4ngen zerlegen und ein 3D-Spektrum erhalten\u00a0<a href=\"https:\/\/www.eso.org\/public\/germany\/news\/eso2314\/#1\">[1]<\/a>. Dies bedeutete, dass sie den Fleck detaillierter untersuchen konnten, als es zuvor m\u00f6glich war. \"<em>Ich bin begeistert, dass wir nicht nur die erste Entdeckung eines dunklen Flecks vom Boden aus machen konnten, sondern auch zum allerersten Mal ein Reflexionsspektrum eines solchen Ph\u00e4nomens aufnehmen konnten<\/em>\", sagt Irwin der ESO.<\/p>\n<p>Da verschiedene Wellenl\u00e4ngen unterschiedliche Tiefen in der Neptunatmosph\u00e4re abtasten, konnten die Astronominnen und Astronomen anhand des Spektrums die H\u00f6he des dunklen Flecks in der Atmosph\u00e4re des Planeten besser bestimmen. Das Spektrum lieferte auch Informationen \u00fcber die chemische Zusammensetzung der verschiedenen Schichten der Atmosph\u00e4re, was dem Team Hinweise darauf gab, warum der Fleck dunkel erschien.<\/p>\n<p>Die Beobachtungen lieferten auch ein \u00fcberraschendes Ergebnis. \"<em>Dabei entdeckten wir einen seltenen tiefen, hellen Wolkentyp, der noch nie zuvor identifiziert worden war, nicht einmal aus dem Weltraum<\/em>\", sagt Studien-Koautor Michael Wong, Forscher an der University of California, Berkeley, USA. Dieser seltene Wolkentyp erschien als heller Fleck direkt neben dem gr\u00f6\u00dferen dunklen Hauptfleck. Die VLT-Daten zeigen, dass sich die neue \"tiefe helle Wolke\" auf der gleichen Ebene in der Atmosph\u00e4re befindet wie der dunkle Hauptfleck. Dies bedeutet, dass es sich um eine v\u00f6llig neue Art von Erscheinung handelt, verglichen mit den kleinen \u201eBegleitwolken\" aus Methaneis in gro\u00dfer H\u00f6he, die zuvor beobachtet wurden.<\/p>\n<p>Mit dem VLT der ESO k\u00f6nnen Astronominnen und Astronomen nun Merkmale wie diese Flecken von der Erde aus untersuchen. \"<em>Dies erweitert die M\u00f6glichkeiten der Menschheit, den Kosmos zu beobachten, auf erstaunliche Weise. Zun\u00e4chst konnten wir diese Flecken nur entdecken, indem wir eine Raumsonde wie die Voyager dorthin schickten. Dann haben wir mit Hubble die F\u00e4higkeit erlangt, sie aus der Ferne zu erkennen. Und schlie\u00dflich ist die Technologie so weit fortgeschritten, dass wir sie vom Boden aus entdecken k\u00f6nnen<\/em>\". Weitere Bilder und Videos sowie Links finden sich in <a href=\"https:\/\/www.eso.org\/public\/germany\/images\/eso2314a\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">dieser ESO-Mitteilung<\/a>.<\/p>\n<p><strong>\u00c4hnliche Artikel:<\/strong><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2022\/09\/23\/james-webb-fotografiert-planet-neptun-bestes-bild-seit-30-jahren\/\" rel=\"bookmark\">James Webb fotografiert Planet Neptun \u2013 bestes Bild seit 30 Jahren<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2023\/06\/13\/vor-40-jahren-raumsonde-pioneer-10-besucht-neptun\/\" rel=\"bookmark\">Vor 40 Jahren: Raumsonde Pioneer 10 besucht Neptun<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2022\/04\/13\/temperatur-des-neptun-ndert-sich\/\" rel=\"bookmark\">Temperatur des Neptun \u00e4ndert sich<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nicht nur der Jupiter besitzt einen gro\u00dfen Fleck in seiner Atmosph\u00e4re. Auch der \u00e4u\u00dferte der Gasplaneten unseres Sonnensystems, der Neptun, weist einen Fleck in seiner Atmosph\u00e4re auf. Dieser konnte jetzt erstmals direkt von der Erde aufgenommen werden.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[13,655,690],"tags":[206],"class_list":["post-23312","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-natur","category-technik","category-wissenschaft","tag-astronomie"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/23312","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=23312"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/23312\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":23315,"href":"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/23312\/revisions\/23315"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=23312"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=23312"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=23312"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}