{"id":23597,"date":"2023-10-21T00:01:05","date_gmt":"2023-10-20T22:01:05","guid":{"rendered":"https:\/\/borncity.com\/senioren\/?p=23597"},"modified":"2024-12-07T18:59:35","modified_gmt":"2024-12-07T17:59:35","slug":"astronomen-entdecken-bisher-fernsten-schnellen-radioblitz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2023\/10\/21\/astronomen-entdecken-bisher-fernsten-schnellen-radioblitz\/","title":{"rendered":"Astronomen entdecken bisher fernsten schnellen Radioblitz"},"content":{"rendered":"<p class=\"text_intro pr_first\">Ein internationales Team hat einen fernen Ausbruch kosmischer Radiowellen entdeckt, der weniger als eine Millisekunde dauerte. Dieser \"schnelle Radioblitz\" (FRB) ist der bisher fernste, der je registriert wurde.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Die Quelle des Signals wurde mit dem Very Large Telescope (VLT) der Europ\u00e4ischen S\u00fcdsternwarte (ESO) in einer Galaxie lokalisiert, die so weit entfernt ist, dass ihr Licht acht Milliarden Jahre gebraucht hat, um uns zu erreichen. Der Radioblitz ist auch einer der energiereichsten, die je beobachtet wurden; in einem winzigen Bruchteil einer Sekunde gab er die \u00e4quivalente Energiemenge von 30 Jahren der Gesamtemission unserer Sonne frei.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i.postimg.cc\/MTK0Wr3j\/image.png\" alt=\"Quelle des Radioblitzes\" \/><em>Diese k\u00fcnstlerische Darstellung (nicht ma\u00dfstabsgetreu) veranschaulicht den Weg des schnellen Radioblitzes FRB 20220610A, von der entfernten Galaxie, in der er entstand, bis zur Erde, in einem der Spiralarme der Milchstra\u00dfe. Die Quellgalaxie von FRB 20220610A, dank des Very Large Telescope der ESO lokalisiert, scheint sich in einer kleinen Gruppe wechselwirkender Galaxien zu befinden. Sie ist so weit entfernt, dass ihr Licht acht Milliarden Jahre gebraucht hat, um uns zu erreichen, was FRB 20220610A zum bisher fernsten schnellen Radioblitz macht.\u00a0<strong>Herkunftsnachweis: <\/strong>ESO\/M. Kornmesser<\/em><\/p>\n<p>Die Entdeckung des Ausbruchs, genannt FRB\u00a020220610A, wurde im Juni des letzten Jahres vom\u00a0ASKAP-Radioteleskop in <a href=\"https:\/\/www.eso.org\/public\/germany\/news\/eso2317\/#1\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Australien gemacht<\/a>\u00a0und \u00fcbertraf den bisherigen Distanzrekord des Teams um 50 Prozent.<\/p>\n<p>\"<em>Mit dem Antennenfeld von ASKAP konnten wir genau bestimmen, woher der Ausbruch kam<\/em>\", sagt Stuart Ryder, ein Astronom von der Macquarie University in Australien und einer der Hauptautoren der heute in\u00a0<em>Science<\/em>\u00a0ver\u00f6ffentlichten Studie. \u201e<em>Dann haben wir [ESOs\u00a0<a href=\"https:\/\/www.eso.org\/public\/teles-instr\/paranal-observatory\/vlt\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">VLT<\/a>] in Chile verwendet, um nach der Quellgalaxie<a href=\"https:\/\/www.eso.org\/public\/germany\/news\/eso2317\/#2\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> zu suchen<\/a>, \u00a0und festgestellt, dass sie \u00e4lter und weiter entfernt ist als jede andere bisher gefundene Radioblitz-Quelle und wahrscheinlich innerhalb einer kleinen Gruppe verschmelzender Galaxien liegt<\/em>.\"<\/p>\n<p>Die Entdeckung best\u00e4tigt, dass schnelle Radioblitze dazu verwendet werden k\u00f6nnen, die \u201efehlende\" Materie zwischen Galaxien zu messen und somit eine neue M\u00f6glichkeit bieten, das Universum zu \u201ewiegen\".<\/p>\n<p>Aktuelle Methoden zur Sch\u00e4tzung der Masse des Universums liefern widerspr\u00fcchliche Antworten und stellen das Standardmodell der Kosmologie infrage. \u201e<em>Wenn wir die Menge an normaler Materie im Universum z\u00e4hlen \u2013 den Atomen, aus denen wir alle bestehen\u00a0\u2013 stellen wir fest, dass mehr als die H\u00e4lfte von dem, was heute vorhanden sein sollte, fehlt<\/em>\", sagt Ryan Shannon, Professor an der Swinburne University of Technology in Australien, der die Studie ebenfalls leitete. \u201e<em>Wir vermuten, dass sich die fehlende Materie im Raum zwischen den Galaxien verbirgt, aber sie ist vielleicht so hei\u00df und diffus, dass sie mit \u00fcblichen Techniken nicht sichtbar ist.<\/em>\"<\/p>\n<p>\u201e<em>Schnelle Radioblitze erkennen dieses ionisierte Material. Selbst in einem nahezu perfekt leeren Raum k\u00f6nnen sie alle Elektronen sehen, und das erm\u00f6glicht es uns, zu messen, wie viel Materie zwischen den Galaxien ist<\/em>\", sagt Shannon.<\/p>\n<p>Das Auffinden entfernter schneller Radioblitze ist entscheidend f\u00fcr die genaue Messung der fehlenden Materie des Universums, wie der verstorbene australische Astronom Jean-Pierre (J-P) Macquart 2020 nachgewiesen hat. \u201e<em>J-P hat gezeigt, dass je weiter ein schneller Radioblitz entfernt ist, desto mehr diffuse Gase er zwischen den Galaxien nachweisen kann. Dies wird jetzt als Macquart-Beziehung bezeichnet. Einige k\u00fcrzlich aufgetretene schnelle Radioblitze schienen diese Beziehung zu brechen. Unsere Messungen best\u00e4tigen, dass die Macquart-Beziehung bis \u00fcber die H\u00e4lfte des bekannten Universums hinausreicht<\/em>\", sagt Ryder.<\/p>\n<p>\u201e<em>W\u00e4hrend wir immer noch nicht wissen, was diese massiven Ausbr\u00fcche von Energie verursacht, best\u00e4tigt die Studie, dass schnelle Radioblitze h\u00e4ufige Ereignisse im Kosmos sind und dass wir sie verwenden k\u00f6nnen, um Materie zwischen Galaxien zu erkennen und die Struktur des Universums besser zu verstehen<\/em>\", sagt Shannon.<\/p>\n<p>Das Ergebnis stellt die Grenze dessen dar, was heute mit Teleskopen erreicht werden kann, obwohl Astronomen in K\u00fcrze \u00fcber Mittel verf\u00fcgen werden, um noch \u00e4ltere und fernere Ausbr\u00fcche zu erkennen, ihre Quellgalaxien zu bestimmen und die fehlende Materie des Universums zu messen. Das internationale\u00a0<a href=\"https:\/\/www.skao.int\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Square Kilometre Array Observatory<\/a> baut derzeit zwei Radioteleskope in S\u00fcdafrika und Australien, die Tausende von schnellen Radioblitzen aufsp\u00fcren k\u00f6nnen, einschlie\u00dflich sehr entfernter, f\u00fcr die aktuelle Einrichtungen blind sind. Das\u00a0<a href=\"https:\/\/elt.eso.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Extremely Large Telescope<\/a> der ESO, ein 39-Meter-Teleskop im Bau in der chilenischen Atacama-W\u00fcste, wird eines der wenigen Teleskope sein, das in der Lage ist, die Quellgalaxien von Ausbr\u00fcchen noch weiter entfernt als FRB 20220610A zu studieren. (<a href=\"https:\/\/www.eso.org\/public\/germany\/news\/eso2317\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Quelle<\/a>)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein internationales Team hat einen fernen Ausbruch kosmischer Radiowellen entdeckt, der weniger als eine Millisekunde dauerte. 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