{"id":24003,"date":"2023-12-28T00:14:39","date_gmt":"2023-12-27T23:14:39","guid":{"rendered":"https:\/\/borncity.com\/senioren\/?p=24003"},"modified":"2023-12-23T08:20:31","modified_gmt":"2023-12-23T07:20:31","slug":"entfernungsrekord-fuer-den-nachweis-des-magnetfelds-einer-galaxie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2023\/12\/28\/entfernungsrekord-fuer-den-nachweis-des-magnetfelds-einer-galaxie\/","title":{"rendered":"Entfernungsrekord f\u00fcr den Nachweis des Magnetfelds einer Galaxie"},"content":{"rendered":"<p>Es gibt immer wieder neue Rekorde zu verzeichnen. Astronomen haben vor einigen Wochen berichtet, dass sie mit dem Atacama Large Millimeter\/Submillimeter-Array (ALMA) das Magnetfeld einer Galaxie nachweisen konnten, die so weit entfernt ist, dass ihr Licht mehr als 11 Milliarden Jahre gebraucht hat, um die Erde zu erreichen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Die meisten astronomischen Objekte haben Magnetfelder, egal ob es sich nun um Planeten, Sterne oder Galaxien handelt. \"Viele Menschen sind sich wahrscheinlich gar nicht bewusst, dass die gesamte Milchstra\u00dfe und andere Galaxien von Magnetfeldern durchzogen sind, die sich \u00fcber Zehntausende von Lichtjahren erstrecken\", wird James Geach, Professor f\u00fcr Astrophysik an der University of Hertfordshire in Gro\u00dfbritannien und Erstautor der in Nature ver\u00f6ffentlichten Studie in<a href=\"https:\/\/www.eso.org\/public\/germany\/news\/eso2316\/?lang\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> dieser Mitteilung<\/a> zitiert.<\/p>\n<p>\"Wir wissen nur sehr wenig dar\u00fcber, wie sich diese Felder bilden, obwohl sie f\u00fcr die Entwicklung von Galaxien von grundlegender Bedeutung sind\", f\u00fcgt Enrique Lopez Rodriguez, Forscher an der Universit\u00e4t Stanford (USA), hinzu, der ebenfalls an der Studie beteiligt war. Es ist nicht klar, wie fr\u00fch im Leben des Universums und wie schnell sich Magnetfelder in Galaxien bilden, da Astronom*innen bisher nur Magnetfelder in Galaxien in unserer N\u00e4he kartiert haben.<\/p>\n<p>Jetzt haben Geach und sein Team mit Hilfe von\u00a0<a href=\"https:\/\/www.eso.org\/public\/teles-instr\/alma\/\">ALMA<\/a>, an dem die Europ\u00e4ische S\u00fcdsternwarte (<a href=\"https:\/\/www.eso.org\/public\/\">ESO<\/a>) beteiligt ist, ein vollst\u00e4ndig ausgebildetes Magnetfeld in einer weit entfernten Galaxie entdeckt, das in seiner Struktur dem \u00e4hnelt, was in nahen Galaxien beobachtet wird. Das Feld ist etwa 1000 mal schw\u00e4cher als das Magnetfeld der Erde, erstreckt sich aber \u00fcber mehr als 16.000 Lichtjahre.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone\" title=\"Ferne Galaxie\" src=\"https:\/\/cdn.eso.org\/images\/newsfeature\/eso2316a.jpg\" alt=\"Ferne Galaxie\" width=\"733\" height=\"300\" \/>Magnetfeld der Galaxie; Herkunftsnachweis: ALMA (ESO\/NAOJ\/NRAO)\/J. Geach et al.<\/p>\n<p>\"Diese Entdeckung gibt uns neue Hinweise darauf, wie Magnetfelder im galaktischen Ma\u00dfstab entstehen\", erkl\u00e4rt Geach. Die Beobachtung eines voll entwickelten Magnetfelds zu einem so fr\u00fchen Zeitpunkt in der Geschichte des Universums deutet darauf hin, dass sich Magnetfelder, die sich \u00fcber ganze Galaxien erstrecken, schnell bilden k\u00f6nnen, also w\u00e4hrend junge Galaxien noch wachsen.<\/p>\n<p>Das Team glaubt, dass die intensive Sternentstehung im fr\u00fchen Universum eine Rolle bei der Beschleunigung der Entwicklung der Magnetfelder gespielt haben k\u00f6nnte. Au\u00dferdem k\u00f6nnen diese Felder wiederum beeinflussen, wie sich sp\u00e4tere Generationen von Sternen bilden werden. Rob Ivison, Koautor und ESO-Astronom, erg\u00e4nzt: \"Die Entdeckung \u00f6ffnet ein neues Fenster ins Innenleben von Galaxien, da die Magnetfelder mit dem Material verbunden sind, aus dem neue Sterne entstehen.\"<\/p>\n<p>F\u00fcr diese Entdeckung suchte das Team nach Licht, das von Staubk\u00f6rnern in einer weit entfernten Galaxie namens 9io9\u00a0<a href=\"https:\/\/www.eso.org\/public\/germany\/news\/eso2316\/?lang#1\">[1]<\/a>, ausgesandt wurde. Galaxien sind vollgepackt mit Staubk\u00f6rnern. Wenn ein Magnetfeld vorhanden ist, richtet sich der Staub aus und das von ihnen ausgesandte Licht wird\u00a0<a href=\"https:\/\/www.eso.org\/public\/teles-instr\/technology\/polarimetry\/\">polarisiert<\/a>. Das bedeutet, dass die Lichtwellen nicht mehr zuf\u00e4llig, sondern entlang einer bevorzugten Richtung schwingen. Als ALMA ein polarisiertes Signal von 9io9 entdeckte und kartierte, wurde das Vorhandensein eines Magnetfeldes in einer sehr weit entfernten Galaxie zum ersten Mal best\u00e4tigt.<\/p>\n<p>\"Kein anderes Teleskop h\u00e4tte dies erreichen k\u00f6nnen\", schlie\u00dft Geach. Man hofft, dass diese und k\u00fcnftige Beobachtungen entfernter Magnetfelder das Geheimnis der Entstehung dieser grundlegenden galaktischen Merkmale zu l\u00fcften verm\u00f6gen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es gibt immer wieder neue Rekorde zu verzeichnen. 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