{"id":24377,"date":"2024-03-06T00:15:41","date_gmt":"2024-03-05T23:15:41","guid":{"rendered":"https:\/\/borncity.com\/senioren\/?p=24377"},"modified":"2024-03-04T13:34:45","modified_gmt":"2024-03-04T12:34:45","slug":"der-kannibalische-stern-mit-der-metallnarbe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2024\/03\/06\/der-kannibalische-stern-mit-der-metallnarbe\/","title":{"rendered":"Der kannibalische Stern mit der \"Metallnarbe\""},"content":{"rendered":"<p>Erreicht ein Stern sein Lebensende, kann er die umliegenden Planeten und Asteroiden verschlucken. Mit dem Very Large Telescope (VLT) der Europ\u00e4ischen S\u00fcdsternwarte (ESO) in Chile haben Forscher k\u00fcrzlich zum ersten Mal eine einzigartige Signatur dieses Prozesses gefunden &#8211; quasi \"eine Narbe\" auf der Oberfl\u00e4che eines Wei\u00dfen Zwergsterns.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>\"Es ist bekannt, dass einige Wei\u00dfe Zwerge Teile ihrer Planetensysteme am Lebensende schlucken. Jetzt haben wir herausgefunden, dass das Magnetfeld des Sterns bei diesem Prozess eine Schl\u00fcsselrolle spielt, was zu einer Narbe auf der Oberfl\u00e4che des Wei\u00dfen Zwerges f\u00fchrt\", <a href=\"https:\/\/www.eso.org\/public\/news\/eso2403\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">sagt Stefano Bagnulo<\/a>, Astronom am Armagh Observatory and Planetarium in Nordirland, Gro\u00dfbritannien, und Hauptautor der Studie.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/youtu.be\/v8z9jxZR0xs\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone\" title=\"Wei\u00dfer Zwerg  WD 0816-310 mit Magnetfeld\" src=\"https:\/\/i.postimg.cc\/5ym7nTqj\/image.png\" alt=\"Wei\u00dfer Zwerg  WD 0816-310 mit Magnetfeld\" width=\"628\" height=\"376\" \/><\/a><br \/>\nESO-Abbildung: Wei\u00dfer Zwerg WD 0816-310<\/p>\n<p>Mit Hilfe des Very Large Telescope der ESO haben Astronomen eine metallische \"Narbe\" auf der Oberfl\u00e4che eines toten Sterns entdeckt. Dieses Video fasst die Entdeckung zusammen.<\/p>\n<p>Wenn ein Stern wie unsere Sonne das Ende seines Lebens erreicht, kann er die umliegenden Planeten und Asteroiden, die mit ihm geboren wurden, verschlucken. Das scheint bei dem Wei\u00dfen Zwerg WD 0816-310 der Fall zu sein, dem erdgro\u00dfen \u00dcberrest eines Sterns, der unserer Sonne \u00e4hnelt, aber etwas gr\u00f6\u00dfer ist als sie.<\/p>\n<p>Die Narbe, die das Team beobachtet hat, ist eine Konzentration von Metallen, die auf seiner Oberfl\u00e4che eingepr\u00e4gt ist. Diese Metalle scheinen von einem Planetenfragment zu stammen, das so gro\u00df ist wie oder m\u00f6glicherweise gr\u00f6\u00dfer als Vesta, der mit einem Durchmesser von etwa 500 Kilometern der zweitgr\u00f6\u00dfte Asteroid im Sonnensystem ist.<\/p>\n<p>Obiges <a href=\"https:\/\/youtu.be\/v8z9jxZR0xs\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Video<\/a> gibt einen \u00dcberblick \u00fcber die Entdeckung (eine Animation findet sich <a href=\"https:\/\/www.eso.org\/public\/videos\/eso2403b\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">hier<\/a>. Bei der vom Team beobachteten Narbe handelt es sich um eine Konzentration von Metallen auf der Oberfl\u00e4che des Wei\u00dfen Zwerges WD 0816-310, dem erdgro\u00dfen \u00dcberrest eines Sterns, der unserer Sonne \u00e4hnelt, aber etwas massereicher ist als sie.<\/p>\n<p>\"Wir haben nachgewiesen, dass diese Metalle von einem Planetenfragment stammen, das so gro\u00df ist wie oder m\u00f6glicherweise gr\u00f6\u00dfer als Vesta, dem zweitgr\u00f6\u00dften Asteroiden im Sonnensystem mit einem Durchmesser von etwa 500 Kilometern\", sagt Jay Farihi, Professor am University College London, Gro\u00dfbritannien, und Mitautor der Studie.<\/p>\n<p>Die Beobachtungen lieferten auch Hinweise darauf, woher der Stern seine Metallnarbe hat. Das Team stellte fest, dass sich die St\u00e4rke des Metallnachweises mit der Rotation des Sterns ver\u00e4nderte, was darauf hindeutet, dass sich die Metalle auf einen bestimmten Bereich auf der Oberfl\u00e4che des Wei\u00dfen Zwerges konzentrieren, anstatt sich gleichm\u00e4\u00dfig \u00fcber die Oberfl\u00e4che zu verteilen. Sie fanden auch heraus, dass diese Ver\u00e4nderungen mit den Ver\u00e4nderungen im Magnetfeld des Wei\u00dfen Zwergs synchronisiert waren, was darauf hindeutet, dass sich diese Metallnarbe an einem seiner Magnetpole befindet. Zusammengenommen deuten diese Hinweise darauf hin, dass das Magnetfeld Metalle auf den Stern gesogen hat, wodurch die Narbe entstand.<\/p>\n<p>\"\u00dcberraschenderweise war das Material nicht gleichm\u00e4\u00dfig \u00fcber die Oberfl\u00e4che des Sterns verteilt, wie es die Theorie vorhersagt. Stattdessen handelt es sich bei dieser Narbe um einen konzentrierten Fleck aus planetarischem Material, der von demselben Magnetfeld festgehalten wird, das auch die einfallenden Fragmente geleitet hat\", sagt Mitautor John Landstreet, Professor an der Western University in Kanada, der auch am Armagh Observatory and Planetarium t\u00e4tig ist.\u00a0\"So etwas hat man bisher noch nicht gesehen.\"<\/p>\n<p>Um zu diesen Schlussfolgerungen zu gelangen, nutzte das Team ein \"Schweizer Messer\" am VLT namens FORS2, mit dem sie die Metallnarbe nachweisen und mit dem Magnetfeld des Sterns in Verbindung bringen konnten.\"Die ESO verf\u00fcgt \u00fcber die einzigartige Kombination von F\u00e4higkeiten, die f\u00fcr die Beobachtung schwacher Objekte wie Wei\u00dfer Zwerge und die empfindliche Messung stellarer Magnetfelder erforderlich sind\", sagt Bagnulo.In seiner Studie st\u00fctzte sich das Team auch auf Archivdaten des X-Shooter-Instruments des VLT, um seine Ergebnisse zu best\u00e4tigen. Mit Hilfe von Beobachtungen wie diesen k\u00f6nnen Astronomen die Zusammensetzung von Exoplaneten, also Planeten, die andere Sterne au\u00dferhalb des Sonnensystems umkreisen, aufdecken. Diese einzigartige Studie zeigt auch, wie Planetensysteme dynamisch aktiv bleiben k\u00f6nnen, selbst nach ihrem \"Tod\".<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erreicht ein Stern sein Lebensende, kann er die umliegenden Planeten und Asteroiden verschlucken. 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