{"id":24457,"date":"2024-03-23T00:52:32","date_gmt":"2024-03-22T23:52:32","guid":{"rendered":"https:\/\/borncity.com\/senioren\/?p=24457"},"modified":"2024-03-21T10:00:17","modified_gmt":"2024-03-21T09:00:17","slug":"neuer-zusammenhang-zwischen-wasser-und-planetenbildung-entdeckt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2024\/03\/23\/neuer-zusammenhang-zwischen-wasser-und-planetenbildung-entdeckt\/","title":{"rendered":"Neuer Zusammenhang zwischen Wasser und Planetenbildung entdeckt"},"content":{"rendered":"<p>Forschende haben Wasserdampf in der Scheibe um einen jungen Stern gefunden, genau dort, wo sich m\u00f6glicherweise Planeten bilden. Wasser ist ein wichtiger Bestandteil des Lebens auf der Erde und spielt vermutlich auch eine wichtige Rolle bei der Planetenentstehung. Das belegt den neuen Zusammenhang zwischen Wasser und Planetenbildung. Erm\u00f6glicht wurden die neuen Erkenntnisse durch das Atacama Large Millimeter\/submillimeter Array (ALMA), an dem die Europ\u00e4ische S\u00fcdsternwarte (ESO) beteiligt ist.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Bisher konnten Forscher die Verteilung von Wasser in einer stabilen, k\u00fchlen Scheibe , in denen sich Planeten bilden, nicht bestimmen. Es geht um die Frage, von welcher Art die Scheibe sein muss, um die g\u00fcnstigsten Bedingungen f\u00fcr die Bildung von Planeten um Sterne zu bieten.<\/p>\n<p>\"<em>Ich h\u00e4tte nie gedacht, dass wir ein Bild von Ozeanen aus Wasserdampf in der gleichen Region aufnehmen k\u00f6nnen, in der sich wahrscheinlich ein Planet bildet<\/em>\", wird Stefano Facchini <a href=\"https:\/\/www.eso.org\/public\/germany\/news\/eso2404\/?lang\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">hier zitiert<\/a>. Er ist Astronom an der Universit\u00e4t Mailand, Italien und leitete die heute in <em>Nature Astronomy<\/em>\u00a0ver\u00f6ffentlichte Studie.<\/p>\n<p>Die Beobachtungen zeigen, dass in der inneren Scheibe des jungen sonnen\u00e4hnlichen Sterns\u00a0<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/HL_Tauri\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">HL Tauri<\/a>, der sich 450 Lichtjahre von der Erde entfernt im Sternbild Stier befindet, mindestens dreimal so viel Wasser wie in allen Ozeanen der Erde vorhanden ist.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.eso.org\/public\/germany\/images\/eso2404a\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"\" src=\"https:\/\/www.eso.org\/public\/archives\/images\/thumb700x\/eso2404a.jpg\" alt=\"Wasser in planetenbildender Scheibe\" width=\"593\" height=\"593\" \/><\/a><br \/>\nWasser in Planeten-bildender Scheibe, <a href=\"https:\/\/www.eso.org\/public\/germany\/images\/eso2404a\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Quelle<\/a>: ALMA (ESO\/NAOJ\/NRAO)\/S. Facchini et al.<\/p>\n<p>\"<em>Es ist wirklich bemerkenswert, dass wir Wasserdampf in einer Entfernung von 450 Lichtjahren nicht nur nachweisen, sondern auch detailliert abbilden und r\u00e4umlich aufl\u00f6sen k\u00f6nnen<\/em>\", f\u00fcgt Mitautor Leonardo Testi, Astronom an der Universit\u00e4t von Bologna, Italien, hinzu. Die \"r\u00e4umlich aufgel\u00f6sten\" Beobachtungen mit ALMA erm\u00f6glichen es den Astronominnen und Astronomen, die Verteilung von Wasser in verschiedenen Regionen der Scheibe zu bestimmen.<\/p>\n<p>\"<em>An einer so wichtigen Entdeckung in der beispielhaften HL-Tauri-Scheibe mitzuwirken, \u00fcbertraf meine Erwartungen an meine erste Forschungserfahrung in der Astronomie<\/em>\", f\u00fcgt Mathieu Vander Donckt von der Universit\u00e4t L\u00fcttich, Belgien, hinzu, der als Masterstudent an der Studie beteiligt war.<\/p>\n<p>In der Gegend der bekannten L\u00fccke in der HL-Tauri-Scheibe wurde eine betr\u00e4chtliche Menge an Wasser gefunden. Ring-\u00e4hnliche L\u00fccken werden in gas- und staubreichen Scheiben von jungen, planeten\u00e4hnlichen K\u00f6rpern geschaffen, die auf ihrer Umlaufbahn Material ansammeln und wachsen. \"<em>Unsere j\u00fcngsten Bilder zeigen eine betr\u00e4chtliche Menge an Wasserdampf in einer Reihe von Entfernungen vom Stern, die eine L\u00fccke einschlie\u00dfen, in der sich m\u00f6glicherweise gerade ein Planet bildet<\/em>\", sagt Facchini. Dies legt nahe, dass dieser Wasserdampf die chemische Zusammensetzung von Planeten beeinflussen k\u00f6nnte, die sich in diesen Regionen bilden.<\/p>\n<p>Die Beobachtung von Wasser mit einem bodengebundenen Teleskop ist keine leichte Aufgabe, da der reichlich vorhandene Wasserdampf in der Erdatmosph\u00e4re die astronomischen Signale abschw\u00e4cht.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.eso.org\/public\/teles-instr\/alma\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">ALMA<\/a>, das von der ESO zusammen mit ihren internationalen Partnern betrieben wird, ist eine Anordnung von Teleskopen in der chilenischen Atacama-W\u00fcste auf etwa 5000 Metern H\u00f6he. Sie wurde speziell in einer hohen und trockenen Umgebung gebaut, um diese Beeintr\u00e4chtigung zu minimieren und au\u00dfergew\u00f6hnliche Beobachtungsbedingungen zu schaffen. \"<em>Bislang ist ALMA die einzige Einrichtung, die Wasser in einer k\u00fchlen Planetenscheibe r\u00e4umlich aufl\u00f6sen kann<\/em>\", sagt Mitautor Wouter Vlemmings, Professor an der Chalmers University of <a href=\"https:\/\/www.eso.org\/public\/germany\/news\/eso2404\/?lang#1\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Technology in Schweden<\/a>.<\/p>\n<p>\"<em>Es ist wirklich aufregend, in einem Bild direkt zu beobachten, wie Wassermolek\u00fcle aus eisigen Staubpartikeln freigesetzt werden<\/em>\", sagt Elizabeth Humphreys, Astronomin bei der ESO, die ebenfalls an der Studie beteiligt war. Diese Staubk\u00f6rner, aus denen sich eine Scheibe zusammensetzt, sind die Keimzelle f\u00fcr die\u00a0<a href=\"https:\/\/supernova.eso.org\/exhibition\/0507\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Entstehung von Planeten<\/a>. W\u00e4hrend sie den Stern umkreisen, kollidieren und verklumpen sie zu immer gr\u00f6\u00dferen K\u00f6rpern. Astronomen und Astronominnen zufolge ist es dort kalt genug, damit Wasser auf den Staubpartikeln gefrieren kann, so dass die Partikel besser zusammenkleben \u2013 ein idealer Ort f\u00fcr die Planetenbildung. \"<em>Unsere Ergebnisse zeigen, wie die Anwesenheit von Wasser die Entwicklung eines Planetensystems beeinflussen kann, so wie es vor etwa 4,5 Milliarden Jahren in unserem eigenen Sonnensystem der Fall war<\/em>\", f\u00fcgt Facchini hinzu.<\/p>\n<p>Mit dem\u00a0Ausbau von ALMA\u00a0und dem Extremely Large Telescope (<a href=\"https:\/\/elt.eso.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">ELT<\/a>) der ESO, die in den n\u00e4chsten zehn Jahren verf\u00fcgbar sein werden, werden die Planetenentstehung und die Rolle, die Wasser dabei spielt, genauer denn je untersucht werden k\u00f6nnen. Insbesondere\u00a0<a href=\"https:\/\/elt.eso.org\/instrument\/METIS\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">METIS<\/a>, der Mid-infrared ELT Imager and Spectrograph, wird den Astronomen einen unvergleichlichen Blick auf die inneren Regionen der Planeten bildenden Scheiben erm\u00f6glichen, wo Planeten wie die Erde entstehen. Fotos und Details lassen sich <a href=\"https:\/\/www.eso.org\/public\/germany\/news\/eso2404\/?lang\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">hier<\/a> abrufen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Forschende haben Wasserdampf in der Scheibe um einen jungen Stern gefunden, genau dort, wo sich m\u00f6glicherweise Planeten bilden. Wasser ist ein wichtiger Bestandteil des Lebens auf der Erde und spielt vermutlich auch eine wichtige Rolle bei der Planetenentstehung. Das belegt &hellip; <a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2024\/03\/23\/neuer-zusammenhang-zwischen-wasser-und-planetenbildung-entdeckt\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[655,690],"tags":[206],"class_list":["post-24457","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-technik","category-wissenschaft","tag-astronomie"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/24457","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=24457"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/24457\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":24460,"href":"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/24457\/revisions\/24460"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=24457"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=24457"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=24457"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}