{"id":24511,"date":"2024-04-02T00:34:36","date_gmt":"2024-04-01T22:34:36","guid":{"rendered":"https:\/\/borncity.com\/senioren\/?p=24511"},"modified":"2024-04-02T00:34:36","modified_gmt":"2024-04-01T22:34:36","slug":"blue-babe-ein-gruss-aus-der-eiszeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2024\/04\/02\/blue-babe-ein-gruss-aus-der-eiszeit\/","title":{"rendered":"Blue Babe: Ein Gru\u00df aus der Eiszeit"},"content":{"rendered":"<p>Auftauender Boden in arktischen Gegenden f\u00f6rdert einige mumifizierte Tiere zutage. So auch den K\u00f6rper eines Steppenbisons, Blue Babe genannt, der vor etwa 35.000 Jahren in Alaska Raubtieren zum Opfer file. Die Reste des Tieres wurden Ende der siebziger Jahre des vorigen Jahrhunderts durch Goldsucher gefunden, geborgen und f\u00fcr Ausstellungszwecke pr\u00e4pariert.<\/p>\n<p><!--more-->Ich bin \u00fcber nachfolgenden <a href=\"https:\/\/twitter.com\/VisionaryVoid\/status\/1774877248824467564\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Tweet<\/a> auf die Geschichte aufmerksam geworden, wobei der im Tweet enthaltene Text nicht so ganz stimmig zu sein scheint. Im Tweet hei\u00dft es, Blue Babe sei ein 50.000 Jahre altes mumifizierter Steppenbison, das 1979 von Goldgr\u00e4bern n\u00f6rdlich von Fairbanks, Alaska, entdeckt wurde<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/twitter.com\/VisionaryVoid\/status\/1774877248824467564\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone\" title=\"Bison aus der Eiszeit\" src=\"https:\/\/i.postimg.cc\/WbvRts4D\/image.png\" alt=\"Bison aus der Eiszeit\" width=\"588\" height=\"642\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die deutsche Wikipedia schreibt, dass <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Blue_Babe\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Blue Babe<\/a> der Name einer etwa 35.000 Jahre alten\u00a0Eismumie\u00a0eines m\u00e4nnlichen\u00a0<a title=\"Steppenbison\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Steppenbison\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Steppenbisons<\/a>\u00a0(<i>Bos priscus<\/i>) sei, welches durch die besagten Goldsucher gefunden wurde.<\/p>\n<p>Der Name r\u00fchrt von der Blauf\u00e4rbung der Haut her, hervorgerufen durch eine\u00a0chemische Reaktion mit der Luft w\u00e4hrend der Bergung des Kadavers. Die aus dem Schlamm ragenden Hufe von Blue Babe wurden von\u00a0prospektierenden\u00a0Goldw\u00e4schern entdeckt. Die Bergung des Kadavers erfolgte durch\u00a0Pal\u00e4ontologen.<\/p>\n<p>Blue Babe war zum Zeitpunkt seines Todes etwa acht oder neun Jahre alt und befand sich in ausgezeichneter k\u00f6rperlicher Verfassung. Gem\u00e4\u00df den erfolgten Rekonstruktionen fiel der Bison zwei L\u00f6wen zum Opfer, die zu dieser Zeit in\u00a0Alaska\u00a0verbreitet waren (genetischen Daten zufolge besiedelte damals der\u00a0<a title=\"H\u00f6hlenl\u00f6we\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/H%C3%B6hlenl%C3%B6we\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">H\u00f6hlenl\u00f6we<\/a>\u00a0(<i>Panthera spelaea<\/i>) die Region).<\/p>\n<p>Nach dem Tod fra\u00dfen die L\u00f6wen vor allem das Fleisch von R\u00fccken und Rumpf; nach einem einsetzenden Frost konnten die Raubtiere jedoch keine weiteren Fleischst\u00fccke vom K\u00f6rper abrei\u00dfen. Darauf deutet auch ein im K\u00f6rper des Bison gefundenes Zahnfragment eines L\u00f6wen hin. Der festgefrorene K\u00f6rper wurde offenbar im Fr\u00fchjahr von Schlamm und\u00a0L\u00f6ss\u00a0versch\u00fcttet. Er mumifizierte dann im Schlamm vollst\u00e4ndig.<\/p>\n<p>Im Tweet hei\u00dft es noch, dass 1984 eine Gruppe von Pal\u00e4ontologen beschloss, einen Teil der Nackenmuskulatur des Bisonkadavers zu kochen und zu essen (siehe <a href=\"https:\/\/www.uaf.edu\/centennial\/uaf100\/guthrie.php\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">hier<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.atlasobscura.com\/articles\/ancient-bison-stew-blue-babe-alaska\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">hier<\/a>). Der emeritierte Professor f\u00fcr Zoologie an der Universit\u00e4t von Alaska, R. Dale Guthrie, schrieb \u00fcber dieses Ereignis: \"Als H\u00f6hepunkt und zur Feier der Arbeit von [Pr\u00e4parator] Erik Granqvist mit Blue Babe gab es ein Bison-Eintopf-Essen f\u00fcr ihn und Bjorn Kurten &#8230; Ein kleiner Teil des Halses der Mumie wurde in W\u00fcrfel geschnitten und in einem Topf mit Br\u00fche und Gem\u00fcse gekocht. Wir hatten Blue Babe zum Abendessen. Das Fleisch war gut gealtert, aber immer noch etwas z\u00e4h, und es verlieh dem Eintopf ein starkes pleistoz\u00e4nes Aroma, aber niemand in der Runde h\u00e4tte es sich entgehen lassen. Das Fleisch im Bauchbereich war verdorben, bevor der Bison vollst\u00e4ndig gefroren war. Aber im Halsbereich wurden kleine Fleischst\u00fccke gefunden, die noch am Sch\u00e4del hingen. Die L\u00f6wen hatten dort so wenig \u00fcbrig gelassen, dass es durchgefroren war, als das Fleisch noch frisch war. Als es aufgetaut war, verstr\u00f6mte es ein unverwechselbares Rindfleischaroma, nicht unangenehm vermischt mit einem schwachen Geruch der Erde, in der es gefunden wurde, mit einem Hauch von Pilzen. Etwa ein Dutzend von uns versammelte sich am 6. April 1984 unter &#8230;., um den Bison-Prisco-Eintopf zu essen. Der Geschmack war k\u00f6stlich, und keiner von uns hat sich durch die Mahlzeit gest\u00f6rt gef\u00fchlt.\"<\/p>\n<p>Nun ja, Geschm\u00e4cker sind halt verschieden.\u00a0Eine Rekonstruktion des pr\u00e4historischen Wisents befindet sich heute im Museum der\u00a0<a title=\"\" href=\"https:\/\/www.alaska.edu\/uajourney\/history-and-trivia\/blue-babe-a-messenger-fro\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">University of Alaska<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auftauender Boden in arktischen Gegenden f\u00f6rdert einige mumifizierte Tiere zutage. 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