{"id":24550,"date":"2024-04-16T00:29:40","date_gmt":"2024-04-15T22:29:40","guid":{"rendered":"https:\/\/borncity.com\/senioren\/?p=24550"},"modified":"2024-04-12T22:49:02","modified_gmt":"2024-04-12T20:49:02","slug":"wenn-das-sonnensystem-stirbt-werden-planeten-zerrissen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2024\/04\/16\/wenn-das-sonnensystem-stirbt-werden-planeten-zerrissen\/","title":{"rendered":"Wenn das Sonnensystem stirbt, werden Planeten zerrissen"},"content":{"rendered":"<p>Bisher dachte man, dass Planeten von Sternensystemen deren Sonnen sich um Lebensende zu roten Riesen aufbl\u00e4hen, die Planeten schlucken. Nun gibt es neue Erkenntnisse, das die Planeten zerkleinert werden, bevor die Tr\u00fcmmer in den Stern st\u00fcrzen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Astronomen haben sich wei\u00dfe Zwergsterne mit der sogenannten Transitmethode n\u00e4her angesehen und sind auf eine erstaunliche Entdeckung gesto\u00dfen. Transitmethode bedeutet, dass man die Lichtschwankungen, die auftreten, wenn ein K\u00f6rper vom Beobachter gesehen vor dem Stern dahinzieht, misst.<\/p>\n<p>In einer Studie untersuchten Forscher 17 Jahre lang das Schicksal von Asteroiden, Monden und Planeten, die nahe an den Wei\u00dfen Zwergen vorbeiziehen, indem sie Transits analysierten &#8211; das sind Einbr\u00fcche in der Helligkeit von Sternen, die durch Objekte verursacht werden, die vor ihnen vorbeiziehen.<\/p>\n<p>Bei einem Planeten wird ein Helligkeitsabfall, der gut erkennbar ist, bei jedem Vorbeiflug auftreten. Die Astronomen haben aber bei wei\u00dfen Sternen oft chaotische Helligkeitsschwankungen festgestellt. Man geht davon aus, dass es sich um Tr\u00fcmmer von Planeten und Asteroiden handelt, die vor der Sonnen vorbei ziehen.<\/p>\n<p>Dr. Amornrat Aungwerojwit von der Naresuan Universit\u00e4t, der die Studie leitete, wird in <a href=\"https:\/\/warwick.ac.uk\/newsandevents\/pressreleases\/?newsItem=8a17841a8e9ea087018ec1f16f8d6e82\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">dieser Mitteilung<\/a> folgenderma\u00dfen zitiert: \"Fr\u00fchere Forschungen hatten gezeigt, dass, wenn Asteroiden, Monde und Planeten in die N\u00e4he von Wei\u00dfen Zwergen kommen, die enorme Schwerkraft dieser Sterne diese kleinen planetarischen K\u00f6rper in immer kleinere St\u00fccke zerrei\u00dft.\"<\/p>\n<p>Nun gehen die Forscher davon aus, dass durch Kollisionen zwischen diesen St\u00fccken\u00a0 die Tr\u00fcmmer schlie\u00dflich zu Staub zermahlen werden, der schlie\u00dflich in den Wei\u00dfen Zwerg f\u00e4llt. Dadurch k\u00f6nnen die Forscher feststellen, aus welcher Art von Material die urspr\u00fcnglichen Planetenk\u00f6rper bestanden.<\/p>\n<p>Professor Boris Gaensicke, Fachbereich Physik, Universit\u00e4t Warwick, kommentierte: \"Allein die Tatsache, dass wir die Tr\u00fcmmer von Asteroiden, vielleicht Monden oder sogar Planeten entdecken k\u00f6nnen, die alle paar Stunden um einen Wei\u00dfen Zwerg herumschwirren, ist schon verbl\u00fcffend, aber unsere Studie zeigt, dass sich das Verhalten dieser Systeme innerhalb weniger Jahre rasant entwickeln kann.<\/p>\n<p>\"Wir glauben zwar, dass wir mit unseren Studien auf dem richtigen Weg sind, aber das Schicksal dieser Systeme ist weitaus komplexer, als wir es uns je h\u00e4tten vorstellen k\u00f6nnen.\"<\/p>\n<p>Im Rahmen der Studie konzentrierten sich die Astronomen dabei auf drei verschiedene Wei\u00dfe Zwerge, die sich alle sehr unterschiedlich verhielten.<\/p>\n<ul>\n<li>Der erste untersuchte Wei\u00dfe Zwerg (ZTF J0328-1219) schien sich in den letzten Jahren stabil und \"gut verhalten\" zu haben, aber die Autoren fanden Hinweise auf ein gr\u00f6\u00dferes katastrophales Ereignis um 2010.<\/li>\n<li>Bei einem anderen Stern (ZTF J0923+4236) wurde festgestellt, dass er alle paar Monate unregelm\u00e4\u00dfig schw\u00e4cher wird und w\u00e4hrend dieser Schw\u00e4chung chaotische Schwankungen auf Zeitskalen von Minuten aufweist, bevor er wieder heller wird.<\/li>\n<li>F\u00fcr den dritten untersuchten Wei\u00dfen Zwerg (WD 1145+017) hatte das Massachusetts Institute of Technology (MIT) im Jahr 2015 gezeigt, dass er sich nahe an den theoretischen Vorhersagen verh\u00e4lt, wobei die Anzahl, Form und Tiefe der Transits stark variieren. \u00dcberraschenderweise sind in dieser neuesten Studie die Transite nun v\u00f6llig verschwunden.<\/li>\n<\/ul>\n<p>\"Das System wird insgesamt sehr langsam heller, da sich der Staub, der bei den katastrophalen Kollisionen um 2015 entstanden ist, aufl\u00f6st\", so Professor Gaensicke. \"Die unvorhersehbare Natur dieser Transits kann Astronomen in den Wahnsinn treiben &#8211; in der einen Minute sind sie da, in der n\u00e4chsten sind sie weg. Das ist ein Hinweis auf die chaotische Umgebung, in der sie sich befinden.\"<\/p>\n<p>Auf die Frage nach dem Schicksal unseres eigenen Sonnensystems antwortete Professor Gaensicke: \"Die traurige Nachricht ist, dass die Erde wahrscheinlich von einer expandierenden Sonne verschluckt wird, bevor sie zu einem wei\u00dfen Zwerg wird. Die Kollegen von Golem haben in <a href=\"https:\/\/www.golem.de\/news\/zerkleinerungsprozess-so-koennte-das-sonnensystem-sterben-2404-184000.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">diesem Artikel<\/a> diese Erkenntnisse aufbereitet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bisher dachte man, dass Planeten von Sternensystemen deren Sonnen sich um Lebensende zu roten Riesen aufbl\u00e4hen, die Planeten schlucken. 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