{"id":24559,"date":"2024-04-22T00:14:04","date_gmt":"2024-04-21T22:14:04","guid":{"rendered":"https:\/\/borncity.com\/senioren\/?p=24559"},"modified":"2026-02-08T23:28:43","modified_gmt":"2026-02-08T22:28:43","slug":"erdmond-hat-es-sich-von-innen-nach-aussen-gedreht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2024\/04\/22\/erdmond-hat-es-sich-von-innen-nach-aussen-gedreht\/","title":{"rendered":"Erdmond: Hat er sich von innen nach au\u00dfen gedreht?"},"content":{"rendered":"<p>Neuere Forschungen deuten darauf hin, dass unser Mond sich bei seiner Entstehung quasi \"von innen nach au\u00dfen\" gedreht hat. Teile des Mondinneren sind also in die Mondkruste gewandert, w\u00e4hrend die Mondkruste von der Oberfl\u00e4che in das Mondinnere abgesunken ist.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Die Theorie der Mondentstehung besagt, dass vor etwa 4,5 Milliarden Jahren ein kleiner Planet mit der jungen Erde zusammen stie\u00df. Durch diese gigantische Kollision wurde geschmolzenes Gestein ins All geschleudert. Die Tr\u00fcmmer verschmolzen, k\u00fchlten sich ab und verfestigten sich zu einem K\u00f6rper, der heute unser Mond ist. \u00dcber die Entstehung des Erdmondes herrscht unter Wissenschaftlern weitgehend Einigkeit.<\/p>\n<p>Unklar ist aber die genaue Entstehungsgeschichte des Monds, nachdem die Tr\u00fcmmer den \"Urmond\" formten. Das meiste, was \u00fcber die Entstehung des Mondes bekannt ist, stammt aus Analysen von Gesteinsproben, die von Apollo-Astronauten vor mehr als 50 Jahren gesammelt wurden, kombiniert mit theoretischen Modellen.<\/p>\n<p>Die vom Mond mitgebrachten Proben von basaltischem Lavagestein wiesen \u00fcberraschend hohe Konzentrationen von Titan auf. Sp\u00e4tere Satellitenbeobachtungen ergaben, dass sich diese titanhaltigen Vulkangesteine vor allem auf der erdnahen Seite des Monds befinden, aber wie und warum sie dorthin gelangt sind, blieb ein R\u00e4tsel &#8211; bis jetzt.<\/p>\n<p>Man geht davon aus, dass der Mond schnell entstand, sehr hei\u00df war und wahrscheinlich von einem globalen Magmaozean bedeckt wurde. Als das geschmolzene Gestein allm\u00e4hlich abk\u00fchlte und sich verfestigte, bildete es den Mondmantel und die helle Kruste, die man heute beim Blick auf den Vollmond sieht.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"Mond\" src=\"https:\/\/i.imgur.com\/iRZ4u5V.jpg\" alt=\"Mond\" width=\"363\" height=\"342\" \/><br \/>\n(Mondaufgang 21.1.2019)<\/p>\n<p>Doch tiefer unter der Oberfl\u00e4che war der junge Mond v\u00f6llig aus dem Gleichgewicht geraten. Modelle legen nahe, dass die letzten Reste des Magmaozeans zu dichten Mineralien auskristallisierten, darunter Ilmenit, ein titan- und eisenhaltiges Mineral.<\/p>\n<p>\"Da diese schweren Mineralien dichter sind als der darunter liegende Mantel, entsteht eine Gravitationsinstabilit\u00e4t, und man w\u00fcrde erwarten, dass diese Schicht tiefer ins Innere des Mondes sinkt\", sagt Weigang Liang, der die Forschung im Rahmen seiner Doktorarbeit am LPL leitete.<\/p>\n<p>Das scheint aber so nicht zuzutreffen, denn irgendwie ist dieses dichte Material in den folgenden Jahrtausenden in das Innere des Mondes gesunken, hat sich mit dem Material des Mantels vermischt, ist geschmolzen und als titanreiche Lavastr\u00f6me an die Oberfl\u00e4che zur\u00fcckgekehrt, die heute an der Oberfl\u00e4che zu sehen sind.<\/p>\n<p>\"Unser Mond hat sich buchst\u00e4blich von innen nach au\u00dfen gedreht\", sagt Jeff Andrews-Hanna, Mitautor und au\u00dferordentlicher Professor am LPL. \"Aber es gibt nur wenige physikalische Beweise, die die genaue Abfolge der Ereignisse w\u00e4hrend dieser kritischen Phase der Mondgeschichte beleuchten, und es herrscht gro\u00dfe Uneinigkeit \u00fcber die Einzelheiten des Geschehens &#8211; im wahrsten Sinne des Wortes.\"<\/p>\n<p>Aktuell wird die Entstehungsgeschichte bzw. die Bewegung der Materialien \u00fcber Modelle untersucht. Auf die Frage, ob das Material w\u00e4hrend der Entstehung des Mondes nach und nach, oder alles auf einmal, nachdem der Mond vollst\u00e4ndig erstarrt war, abgesunken ist, gibt es keine eindeutige Antwort.<\/p>\n<p>\"Ohne Beweise kann man sich sein Lieblingsmodell aussuchen. Jedes Modell hat tiefgreifende Auswirkungen auf die geologische Entwicklung unseres Mondes\", sagt der Mitautor Adrien Broquet vom Deutschen Zentrum f\u00fcr Luft- und Raumfahrt in Berlin, der die Arbeit w\u00e4hrend seiner Zeit als Postdoktorand am LPL durchgef\u00fchrt hat.<\/p>\n<p>Die diversen Theorien und neueren Erkenntnisse hat Eureka-Alert in <a href=\"https:\/\/www.eurekalert.org\/news-releases\/1040333\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">dieser Mitteilung<\/a> (Englisch) Anfang April 2024 ver\u00f6ffentlicht. Das Fazit: Das Innere des Mondes hat sich nach au\u00dfen gekehrt, wie genau, ist aber immer noch unklar. Ein deutschsprachiger Beitrag, der die Theorien beleuchtet, findet sich beispielsweise <a href=\"https:\/\/www.golem.de\/news\/sonnensystem-unser-mond-soll-sich-von-innen-nach-aussen-gedreht-haben-2404-183998.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">hier<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Neuere Forschungen deuten darauf hin, dass unser Mond sich bei seiner Entstehung quasi \"von innen nach au\u00dfen\" gedreht hat. 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