{"id":24607,"date":"2024-04-26T00:05:59","date_gmt":"2024-04-25T22:05:59","guid":{"rendered":"https:\/\/borncity.com\/senioren\/?p=24607"},"modified":"2024-04-25T12:25:14","modified_gmt":"2024-04-25T10:25:14","slug":"meteorit-von-elsmhorn-das-ergebnis-eines-zusammenstosses","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2024\/04\/26\/meteorit-von-elsmhorn-das-ergebnis-eines-zusammenstosses\/","title":{"rendered":"Meteorit von Elsmhorn, das Ergebnis eines Zusammensto\u00dfes"},"content":{"rendered":"<p>Im April 2023 durchschlug ein Meteorit das Dach eines Hauses in Elmshorn. Dem Hausbesitzer hat der Fund nicht nur etwas Geld gebracht. Es ist auch bekannt, dass der Meteorit aus der Fr\u00fchphase des Sonnensystems stammt. Und nun stellt sich heraus, der Brocken wurde durch die Kollision zweiter K\u00f6rper erzeugt.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h2>Der Meteoritenfall von Elmshorn<\/h2>\n<p>Ende April 2023 gab es den Meteoritenfall von Elsmhorn in Norddeutschland. In einer <a href=\"https:\/\/www.uni-muenster.de\/news\/view.php?cmdid=13348\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Pressemitteilung<\/a> der Universit\u00e4t M\u00fcnster, die Bruchst\u00fccke der Meteoriten untersuchten, hei\u00dft es:<\/p>\n<blockquote><p>Am 25. April leuchtete um 14.14 Uhr f\u00fcr etwa vier Sekunden eine Tageslicht-Feuerkugel \u00fcber Schleswig-Holstein auf. Diese helle Leuchterscheinung wurde von zwei Meteorkameras des \"Allsky7 Netzwerks\" aufgezeichnet und von einigen Augenzeugen in Deutschland und den Niederlanden beobachtet.<\/p><\/blockquote>\n<p>Kurz darauf entdeckten Einwohner des Ortes Elmshorn Einschl\u00e4ge auf D\u00e4chern und in G\u00e4rten und fanden Meteorite von einigen hundert Gramm bis mehrere Kilogramm. Speziell der Meteorit, der\u00a0ein Loch ins Dach eines Hauses geschlagen hat, fand Eingang in die Berichterstattung der Medien. Ich hatte das Ereignis kurz im Blog-Beitrag <a href=\"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2023\/05\/26\/meteoriten-die-gefahr-aus-dem-all\/\">Meteoriten, die Gefahr aus dem All \u2026<\/a> erw\u00e4hnt.<\/p>\n<p>Das Redaktionsnetzwerk Deutschland hatte <a href=\"https:\/\/www.rnd.de\/panorama\/schleswig-holstein-meteorit-durchschlaegt-hausdach-in-elmshorn-O3FCGBFUAVPMHD7NIBDWEZNPMI.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">einen Artikel<\/a> zu diesem Vorfall ver\u00f6ffentlich. Auf NDR fand sich dann <a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/nachrichten\/schleswig-holstein\/Elmshorner-Meteorit-stammt-aus-Urzeit-des-Sonnensystems,meteorit158.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">die Information<\/a> (und <a href=\"https:\/\/www.ardmediathek.de\/video\/ndr-info\/meteorit-trifft-haus-in-elmshorn\/ndr\/Y3JpZDovL25kci5kZS81ZGJiOWY5NS1mZjg0LTRhNzYtYTVhMi0xMzM4MmIyYjNiOTc\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">dieser Videobeitrag<\/a>), dass der gefundene Meteorit aus der Ur-Zeit des Sonnensystems stammt. Und heise hat <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Meteorit-von-Elmshorn-Gluecksfall-fuer-die-Planetenforschung-9064950.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">hier<\/a>\u00a0ebenfalls einige Informationen ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p>Einer Familie scheint der Meteorit wohl eine h\u00fcbsche Summe eingebracht zu haben. Ein 3,7 Kilogramm schwerer\u00a0Meteorit, der im Garten der Familie eingeschlagen ist, soll nach <a href=\"https:\/\/www.t-online.de\/region\/hamburg\/id_100326366\/meteorit-in-elmshorn-entdeckt-familie-verkauft-sehr-seltenen-stein-preis.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">meinen Informationen<\/a> verkauft worden sein (der Wert war auf 400.000 Euro taxiert worden, der Verkauf soll f\u00fcr ca. 200.000 Euro \u00fcber die B\u00fchne gegangen sein).<\/p>\n<h2>Gl\u00fccksfall f\u00fcr Wissenschaft und Hausbesitzer<\/h2>\n<p>Einige der Fundst\u00fccke stellten die Finder dankenswerter Weise der Wissenschaft zur Untersuchung zur Verf\u00fcgung. Wissenschaftler aus M\u00fcnster und Dresden konnten den Fund laut dieser <a href=\"https:\/\/www.uni-muenster.de\/news\/view.php?cmdid=13348\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Pressemitteilung<\/a>\u00a0analysieren und haben dabei festgestellt, dass es sich bei dem Gestein um einen sogenannten gew\u00f6hnlichen Chondriten des Typen H handelt. Das ist eine Gruppe von Meteoriten, die einen besonders hohen Anteil an Metall besitzen.<\/p>\n<p>F\u00fcr ihre Analysen zers\u00e4gten die Wissenschaftler in M\u00fcnster ein circa 40 Gramm schweres St\u00fcck des Meteoriten und stellten mehrere sogenannte D\u00fcnnschliffe her. Diese nur 30 Mikrometer dicken Gesteinsscheiben erlauben weitergehende Untersuchungen der internen Struktur mittels optischer und Elektronenmikroskopie. Ein Teil wurde zu einem feinen Pulver verarbeitet, das die Forscher zur weiteren chemischen und isotopischen Untersuchung beteiligten Instituten in Europa zur Verf\u00fcgung gestellt haben.<\/p>\n<p>Dr. Detlev Degering vom VKTA \u2013 Strahlenschutz, Analytik &amp; Entsorgung Rossendorf e.V. untersucht aktuell ein weiteres Fundst\u00fcck des Meteoriten im Untertagelabor Felsenkeller mittels hochempfindlicher Gammaspektrometrie auf vorrangig kurzlebige Radionuklide. Diese entstanden w\u00e4hrend seines Aufenthaltes im All und best\u00e4tigen zum Beispiel, dass es sich tats\u00e4chlich um einen aktuellen Fall handelt. Dieter Heinlein vom Deutschen Zentrum f\u00fcr Luft- und Raumfahrt (DLR) stellte bereits anhand von Fotos sicher, dass hier echte Steinmeteorite vorliegen.<\/p>\n<p>Das Bruchst\u00fcck stammt laut der Analysen aus der Urzeit des Sonnensystems vor 4,5 Milliarden Jahren und weist eine intensive Brekziierung auf, hei\u00dft es in der Mitteilung der Universit\u00e4t. Das bedeutet, dass das Gestein aus verschiedenen Bestandteilen wie etwa sehr urspr\u00fcnglichem und unver\u00e4ndertem so wie stark erhitztem Material besteht.<\/p>\n<p>\"<em>Die Brekziierung des Meteoriten ist durch vorherige Kollisionen im fr\u00fchen Sonnensystem und im Asteroideng\u00fcrtel entstanden, einer Region mit einer besonders hohen Ansammlung von Asteroiden, die zwischen Mars und Jupiter liegt. In anderen Worten, der Mutterk\u00f6rper des Meteoriten Elmshorn ist dort mit anderen Asteroiden kollidiert und erm\u00f6glicht uns so Einblicke in die Geschichte dieses Himmelsk\u00f6rpers.<\/em>\", erkl\u00e4rt Dr. Markus Patzek vom Institut f\u00fcr Planetologie der Universit\u00e4t M\u00fcnster bereits im Mai 2023.<\/p>\n<h2>Sogar zwei Kollisionen<\/h2>\n<p>Nun bin ich bei Spiegel Online auf die Information gesto\u00dfen, dass der Meteorit bereits zwei Zusammenst\u00f6\u00dfe erlebt habe. Da der Artikel hinter einer Paywall steckt, ist der Inhalt f\u00fcr mich nicht lesbar. Aber MSN hat den Beitrag <a href=\"https:\/\/www.msn.com\/de-de\/nachrichten\/wissenundtechnik\/meteorit-von-elmshorn-zwei-kosmische-kollisionen-formten-den-gesteinsbrocken\/ar-AA1nCyyY?ocid=weather-verthp-feeds\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">hier<\/a> gespiegelt und auf IDW gibt es <a href=\"https:\/\/nachrichten.idw-online.de\/2024\/04\/25\/einzigartiger-meteorit-elmshorn-nun-im-museum-der-natur-hamburg-zu-sehen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">diese Mitteilung<\/a>, dass ein Fundst\u00fcck des Meteoriten aus Elmshorn nun\u00a0im \"Museum der Natur\" in Hamburg ausgestellt wird.<\/p>\n<p>L\u00e4sst man das Beiwerk \u00fcber die Entdeckung weg, ergibt sich folgende Erkenntnis, die ein Team von Forschenden, in dem auch Museumsleiter Stefan Peters vonseiten des Leibniz-Instituts zur Analyse des Biodiversit\u00e4tswandels (LIB) vertreten war, aus der Analyse der Bruchst\u00fccke gewann. Sie fanden bei mineralogischen und geochemischen Analysen heraus, dass der Meteorit Tr\u00fcmmer von mindestens zwei verschiedenen Asteroiden enth\u00e4lt. Daraus schlossen sie, dass auf ihrem Weg um die Sonne offenbar zwei Asteroiden zusammengeprallt waren und zerst\u00f6rt wurden. Bei der Kollision vermischten sich Bruchst\u00fccke aus dem Inneren und von der Oberfl\u00e4che der beiden Asteroiden und verschmolzen zum Mutterk\u00f6rper des Meteoriten \u201eElmshorn\".<\/p>\n<p>Somit reicht seine Geschichte 4,5 Milliarden Jahre in die Anf\u00e4nge unseres Sonnensystems zur\u00fcck, hei\u00dft es in der Mitteilung. \"Der Meteorit hat Informationen \u00fcber diese gro\u00dfe Kollision der beiden Asteroiden gespeichert\", begeistert sich Stefan Peters. \"Er verbindet zwei Gruppen von Meteoriten, von denen derzeit weltweit einige vom Himmel fallen. Aber es ist das erste Mal, dass wir ein Mischgestein dieser zwei Asteroiden finden. Wir haben in unserer Sammlung Material der beiden Mutterk\u00f6rper und nun auch die Verbindung. Das ist eine tolle Erg\u00e4nzung unserer Sammlung.\"<\/p>\n<p>Auf MSN vermuteten die Fachleute, dass die beiden Ausgangsk\u00f6rper, die auf einen Durchmesser von mehreren Kilometern gesch\u00e4tzt werden) seit Beginn des Sonnensystems vor etwa 4,5 Milliarden Jahren ihre Bahnen im Asteroideng\u00fcrtel zwischen Mars und Jupiter zogen.<\/p>\n<p>Vor etwa 2,8 Milliarden Jahren habe es dann eine Kollision gegeben, bei dem sich beide Himmelsk\u00f6rper zu in Staub und aufl\u00f6sten. Aus der Tr\u00fcmmerwolke habe sich ein neuer K\u00f6rper bildet. Die Bruchst\u00fccke von Elmshorn waren f\u00fcr lange Zeit in diesem neu entstandenen Himmelsk\u00f6rper eingeschlossen.<\/p>\n<p>Ein weiterer Einschlag eines weiteren Asteroiden, vor h\u00f6chstens 20 Millionen Jahren, in den aus der Tr\u00fcmmerwolke geformten K\u00f6rper sprengte dann die Bruchst\u00fccke frei, die auf einen Kurs Richtung Erde gerieten und im Jahr 2023 \u00fcber Elmshorn niedergingen. Herausgefunden hat man dies durch die Analyse winziger, im Gestein eingeschlossener, Gasmengen.<\/p>\n<p>Spannende Geschichte &#8211; hab gleich mal in meinem Garten geschaut. Ein paar Steine liegen da ja herum &#8211; ich bef\u00fcrchte, es ist aber kein Meteorit darunter.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im April 2023 durchschlug ein Meteorit das Dach eines Hauses in Elmshorn. Dem Hausbesitzer hat der Fund nicht nur etwas Geld gebracht. Es ist auch bekannt, dass der Meteorit aus der Fr\u00fchphase des Sonnensystems stammt. 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