{"id":25039,"date":"2024-06-14T00:04:56","date_gmt":"2024-06-13T22:04:56","guid":{"rendered":"https:\/\/borncity.com\/senioren\/?p=25039"},"modified":"2024-06-13T23:40:14","modified_gmt":"2024-06-13T21:40:14","slug":"aeltestes-manuskript-eines-evangeliums-ueber-die-kindheit-jesu-entdeckt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2024\/06\/14\/aeltestes-manuskript-eines-evangeliums-ueber-die-kindheit-jesu-entdeckt\/","title":{"rendered":"\u00c4ltestes Manuskript eines Evangeliums \u00fcber die Kindheit Jesu entdeckt"},"content":{"rendered":"<p>Es hat ein bisschen etwas von WOW: Ein Manuskript eines Evangeliums, welches \u00fcber die Kindheit Jesu handelt, liefert einige Erkenntnisse. Jesus war als Kind aufm\u00fcpfig und muss wohl als schwer erziehbar gegolten haben. In den \"offiziellen\" Evangelien der Kirche ist diese Information aber nicht zu finden.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h2>Altes Papyrusfragment<\/h2>\n<p>Seit Jahrzehnten lag ein Papyrusfragment mit der Inventarnummer <a href=\"https:\/\/papyri.uni-leipzig.de\/receive\/HamPapyri_text_00008360\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">P.Hamb.Graec. 1011<\/a> unbeachtet in der Staats- und Universit\u00e4tsbibliothek Hamburg Carl von Ossietzky. Nun hat der Papyrus-Experte Dr. Lajos Berkes vom Institut f\u00fcr Christentum und Antike an der Humboldt-Universit\u00e4t zu Berlin (HU) gemeinsam mit seinem Kollegen Prof. Gabriel Nocchi Macedo von der Universit\u00e4t L\u00fcttich, Belgien, das Fragment als fr\u00fcheste erhaltene Abschrift des Kindheitsevangeliums des Thomas <a href=\"https:\/\/www.hu-berlin.de\/de\/pr\/nachrichten\/juni-2024\/nr-2464-1\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">identifiziert<\/a>.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"\" src=\"https:\/\/www.hu-berlin.de\/de\/pr\/medien\/pressemitteilungen-pdf-datei\/bildmaterial\/papyrus_fragment_collage_01.jpg\/@@images\/13874c84-7236-4dc7-bcd3-d117a23164a4.jpeg\" alt=\"P\" width=\"619\" height=\"464\" \/> <em>Papyrusfragment aus dem 4. bis 5. Jahrhundert;\u00a0Staats- und Universit\u00e4tsbibliothek Hamburg\/Public Domain Mark 1.0<\/em><\/p>\n<p>F\u00fcr die Forschung ist das eine bedeutende Entdeckung, denn die Handschrift stammt aus der Fr\u00fchzeit des Christentums. Bisher galt ein Kodex aus dem 11. Jahrhundert als fr\u00fcheste griechische Textfassung des Thomas-Evangeliums, das vermutlich im 2. Jahrhundert nach Christus erstmals aufgeschrieben wurde. Das Evangelium berichtet von der Kindheit Jesu und z\u00e4hlt zu den apokryphen Schriften. Diese wurden nicht in die Bibel aufgenommen, waren mit ihren Erz\u00e4hlungen in der Antike und im Mittelalter aber sehr beliebt und weit verbreitet.<\/p>\n<h2>Neue Erkenntnisse zur Text\u00fcberlieferung<\/h2>\n<p>\u201eDas Fragment ist von au\u00dferordentlichem Interesse f\u00fcr die Forschung\", sagt Lajos Berkes, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Theologischen Fakult\u00e4t der Humboldt-Universit\u00e4t. \u201eZum einen, weil wir es auf das 4. bis 5. Jahrhundert datieren konnten und es damit die fr\u00fcheste bekannte Abschrift ist. Zum anderen, weil wir neue Erkenntnisse zur Text\u00fcberlieferung gewinnen konnten.\"<\/p>\n<p>\u201eUnsere Erkenntnisse zu dieser sp\u00e4tantiken griechischen Abschrift des Werks best\u00e4tigen die derzeit geltende Einsch\u00e4tzung, dass das Kindheitsevangelium nach Thomas urspr\u00fcnglich auf Griechisch verfasst wurde\", so Gabriel Nocchi Macedo von der Universit\u00e4t L\u00fcttich.<\/p>\n<h2>Entzifferung mithilfe von digitalen Tools<\/h2>\n<p>Das etwa 11 mal 5 Zentimeter gro\u00dfe Fragment enth\u00e4lt Reste von dreizehn Zeilen in griechischen Lettern, ungef\u00e4hr 10 Buchstaben je Zeile und stammt aus dem sp\u00e4tantiken \u00c4gypten. Der Papyrus blieb lange unbeachtet, weil der Inhalt f\u00fcr unbedeutend gehalten wurde. \u201eMan dachte, es handelt sich um einen Teil eines Alltagsdokuments, etwa eines Privatbriefes oder einer Einkaufsliste, weil die Schrift so unbeholfen wirkt\", berichtet Berkes. \u201eUns ist zun\u00e4chst das Wort Jesus im Text aufgefallen.<\/p>\n<p>Dann haben wir durch den Vergleich mit zahlreichen anderen digitalisierten Papyri Buchstabe f\u00fcr Buchstabe entziffert und uns wurde schnell klar, dass es sich nicht um ein Alltagsdokument handeln kann.\" Anhand weiterer Schl\u00fcsselbegriffe wie \u201ekr\u00e4hend\" oder \u201eZweig\", nach denen die Papyrologen in anderen fr\u00fchen christlichen Texten suchten, erkannten sie, dass es sich um die Abschrift des Kindheitsevangeliums nach Thomas handelt.<\/p>\n<p>\u201eAus dem Vergleich mit den bereits bekannten Manuskripten wissen wir, dass unser Text der fr\u00fcheste ist. Er folgt dem Urtext, der nach aktuellem Forschungsstand im 2. Jahrhundert nach Christus verfasst worden ist.\"<\/p>\n<h2>Inhalt und Entstehung des Papyrus<\/h2>\n<p>Die Antiken-Forscher vermuten, dass die Abschrift des Evangeliums als Schreib\u00fcbung in einer Schule oder einem Kloster entstanden ist, worauf unter anderem die unge\u00fcbte Handschrift mit unregelm\u00e4\u00dfigen Zeilen hinweist. Aus den wenigen Worten auf dem Fragment geht hervor, dass der Text den Anfang der \u201eBelebung der Spatzen\" schildert, eine Episode aus der Kindheit Jesu, die als das \u201ezweite Wunder\" im apokryphen Thomas-Evangelium gilt: Jesus spielt an der Furt eines rei\u00dfenden Stroms und formt aus dem weichen Ton, den er im Schlamm findet, zw\u00f6lf Spatzen. Als sein Vater Joseph ihn tadelt und fragt, warum er am heiligen Sabbath solche Dinge tue, klatscht der f\u00fcnfj\u00e4hrige Jesus in die H\u00e4nde und erweckt die Tonfiguren zum Leben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es hat ein bisschen etwas von WOW: Ein Manuskript eines Evangeliums, welches \u00fcber die Kindheit Jesu handelt, liefert einige Erkenntnisse. Jesus war als Kind aufm\u00fcpfig und muss wohl als schwer erziehbar gegolten haben. 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