{"id":27299,"date":"2025-01-02T00:01:06","date_gmt":"2025-01-01T23:01:06","guid":{"rendered":"https:\/\/borncity.com\/senioren\/?p=27299"},"modified":"2024-12-25T22:18:55","modified_gmt":"2024-12-25T21:18:55","slug":"die-werjowkina-hoehle-tiefste-bekannte-hoehle-der-welt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.eu\/senioren\/2025\/01\/02\/die-werjowkina-hoehle-tiefste-bekannte-hoehle-der-welt\/","title":{"rendered":"Die Werjowkina-H\u00f6hle, tiefste bekannte H\u00f6hle der Welt"},"content":{"rendered":"<p>Vor einiger Zeit ist mit ein Post zur Werjowkina-H\u00f6hle unter die Augen gekommen, der behauptete, dass man am H\u00f6hlenboden am nahesten am Erdmittelpunks sei. Das ist zwar total falsch, aber das Thema hat mich interessiert.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Ich habe mal nachgeschaut, die\u00a0<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Werjowkina\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Werjowkina-H\u00f6hle<\/a> (ein Foto gibt es im<a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Veryovkina_Cave\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> englischen Teil<\/a> der Wikipedia) ist mit einer erreichten Tiefe von 2223 Metern zwar die tiefste bekannte H\u00f6hle der Erde. Aber die H\u00f6hle liegt auf einer H\u00f6he von 2309 Metern im Arabika-Massiv des Gagra-Kamms im Westkaukasus &#8211; in der westlichsten Region der international nicht anerkannten Autonomen Republik Abchasien in Georgien. Wer also in Holland am Strand spazieren geht, ist dem Mittelpunkt der Erde n\u00e4her, als wenn er tagelang in der H\u00f6hle absteigt, um am H\u00f6hlenboden der Erdmitte besonders nahe zu sein.<\/p>\n<p>Die H\u00f6hle wurde 1960 von einer spel\u00e4ologischen Expedition des Geographischen Instituts der russischen Akademie der Wissenschaften entdeckt, die sie 95 Meter tief erkundete, habe ich der Wikipedia entnommen. Eine weitere Erkundung erfolgte zun\u00e4chst nicht, weil die in die Tiefe f\u00fchrenden G\u00e4nge nicht aneinander anschlie\u00dfen, sondern sich kreuzen und durch kleine Tunnel miteinander verbunden sind.<\/p>\n<p>1968 untersuchten H\u00f6hlensucher aus Krasnojarsk die H\u00f6hle, erreichten eine Tiefe von 115 Metern und benannten sie daraufhin \u201eS-115\". Als sie die Werjowkina 1980 erneut besuchen wollten, konnten sie sie nicht finden, da die Position auf der Karte zwei Kilometer versetzt eingetragen worden war.<\/p>\n<p>Ab 1981 wurde das gesamte Arabika-Massiv in Bereiche unterteilt und systematisch nach H\u00f6hlen abgesucht. 1982 wurde die H\u00f6hle so vom Moskauer Spel\u00e4oclub Perovo wiederentdeckt und in \u201eP1-7\" umbenannt.<\/p>\n<p>1983 bis 1986 erkundeten die H\u00f6hlenforscher die H\u00f6hle und erreichten dabei in mehreren Schritten eine Tiefe von 440 Metern. Bei der letzten Expedition brach sich ein H\u00f6hlenforscher bei einem Zusammensturz eine Rippe. 1986 wurde sie nach dem H\u00f6hlentaucher Alexander Werjowkin, der 1983 in der H\u00f6hle Su-Akan in Kabardino-Balkarien ums Leben gekommen war, \u201eWerjowkina\" getauft.<\/p>\n<p>2000 bis 2015 setzte der Spel\u00e4oclub Perovo und sein Team\u00a0<i>Perovo-speleo<\/i>\u00a0in elf Expeditionen die Erkundung des H\u00f6hlengrundes fort. Die erreichte Tiefe blieb jedoch bei 440 Metern.<sup id=\"cite_ref-5\" class=\"reference\"><\/sup><\/p>\n<p>Im August 2015 schlie\u00dflich fand die Gruppe einen neuen, 156 Meter tiefen Schacht. Dieser machte den Weg f\u00fcr die weitere Erkundung frei. Expeditionen im Juni, August und Oktober 2016 erreichten immer gr\u00f6\u00dfere Tiefen von 630, 1010 und schlie\u00dflich 1350 Metern. Daf\u00fcr waren neun Forscher elf Tage in der H\u00f6hle. Eine Expedition der Perovo-speleo-Gruppe erreichte im Februar 2017 eine Tiefe von 1832 Metern. Damit wurde die Werjowkina hinter der ebenfalls in Abchasien gelegenen Woronja-H\u00f6hle die zweittiefste bekannte H\u00f6hle weltweit.<\/p>\n<p>Anfang August 2017 erkundete die Perovo-speleo-Gruppe die H\u00f6hle bis zu einer Tiefe von 2151 Metern. Damit stand fest, dass die Werjowkina eine\u00a0<i>supertiefe H\u00f6hle<\/i>\u00a0ist, d.\u00a0h. zur Gruppe von H\u00f6hlen mit einer Tiefe von mehr als 2000\u00a0Metern geh\u00f6rt. Zugleich ist sie die weltweit tiefste H\u00f6hle, die ohne Tauchequipment zu erkunden ist.<\/p>\n<p>Bei der Untersuchung im August 2017 fand man einen antiken Auff\u00e4nger des Karst-Grundwasser-Leitersystems\u00a0mit weiten horizontalen Tunneln, was f\u00fcr das Arabika-Massiv untypisch ist.<\/p>\n<p>In der zweiten Augusth\u00e4lfte 2017 schlie\u00dflich erreichte das Perovo-speleo-Team die Tiefe von 2204 Metern, was einen neuen Weltrekord darstellte. Ein gro\u00dfes System von mehr als sechs Kilometern subhorizontaler Passagen unterhalb einer Tiefe von 2100 Metern wurde dabei entdeckt und kartografiert. Seit dem 3. September 2017 gilt die Werjowkina als tiefste H\u00f6hle der Erde.<\/p>\n<p>Im M\u00e4rz 2018 f\u00fcgte das gleiche Team der Karte mehr als einen Kilometer Tunnels hinzu und ma\u00df die Tiefe des Sees \u201eKapit\u00e4n Nemos letzte Station\" auf 8,5 Meter, was die Gesamttiefe auf 2212 Meter erh\u00f6hte. Ebenfalls am Grund der H\u00f6hle, in der gleichen Tiefe, befindet sich der \u201eNautilus-Siphon\".<\/p>\n<p>Um den H\u00f6hlengrund zu erreichen, mussten vier russische Spel\u00e4ologen drei Tage lang absteigen. Jeder hatte dabei 20 Kilogramm Gep\u00e4ck zu tragen. Zur Kommunikation mit der Oberfl\u00e4che wurden riesige Spiralen von Telefonkabeln in die Tiefe gezogen. Insgesamt waren die Forscher elf Tage unter der Erde.<\/p>\n<p>Also alles recht aufw\u00e4ndig, um in die H\u00f6hle einzudringen. Wer nahe am Erdmittelpunkt weilen m\u00f6chte, sollte an die Nordsee fahren und am Strand spazieren gehen &#8211; dann toppt er diesbez\u00fcglich die H\u00f6hlenforscher, die bis zum H\u00f6hlengrund vorgedrungen sind.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor einiger Zeit ist mit ein Post zur Werjowkina-H\u00f6hle unter die Augen gekommen, der behauptete, dass man am H\u00f6hlenboden am nahesten am Erdmittelpunks sei. 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